Krieger von Ann-Kathrin Karschnik und Torsten Exter (Hrsg.)

krieger Krieger
Verlag: Thorsten Low
398 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3940036218
ISBN-13: 978-3940036216
14,90 €

“Krieger” heißt diese Anthologie aus dem Hause Thorsten Low und von Kriegern aus unterschiedlichen Epochen und Welten handeln die Geschichten in dieser Anthologie.

Schon das Cover des Buches harmoniert gekonnt mit dem Inhalt: Im Vordergrund kann man einen Krieger mit gezogenem Schwert erkennen, während der Hintergrund von Flammen, zerfetzten Standarten, Blut und Tod durchzogen ist. Der Zeppelin am Himmel deutet an, dass dieses Buch nicht nur von altertümlichen Kriegern zu berichten weiß. Der düstere Klang des Covers verspricht nicht allzu viele Geschichten mit Ausgang – aber wann ist ein Krieg schon gut?

Ist das Cover noch nicht eindrücklich genug, sollte spätestens der Klappentext den potentiellen Leser vorwarnen, spricht es doch von Blut, Tod, Alptraum und Verdammnis. Man sollte sich also keiner Illusionen hingeben; das Handwerk des Kriegers ist blutig – und beileibe nicht friedlich.

Und so sind auch die Geschichten in der Anthologie eher düster und die wenigsten von ihnen gehen gut aus: Ob nun die Protagonisten mit den ehrenwerten Zielen am Ende der Geschichte im blutigen Staub liegen, die Gebeine der zu rettenden Jungfer bereits in der Sonne bleichen oder man den Sieg einer Partei erlebt, der man ihn niemals wünschen würde. Von Jungen, die noch lernen müssen: Lernen was es bedeutet, ein Krieger zu sein, dass die Taten ihrer Vorfahren längst nicht so ruhmesvoll sind wie es den Anschein hatte und dass einem keine noch so gute Ausbildung zum Krieger werden lässt. Eine Geschichte lehrt, dass ein Deserteur mehr Ehre haben kann als man ihm zutraut – auch wenn ich mir durchaus vorstellen könnte, das der Spruch “Wenn du den Weg zur Schlacht suchst, dann folge einem Helden. Wenn du den schnellsten Weg in die andere Richtung brauchst …” seine Berechtigung hat. Jeder dieser Geschichten ist spannend zu lesen – und die Botschaften, die ihnen stecken, haben alle ihre Berechtigung. Mir persönlich lagen am Ende jedoch einfach zu viele Helden im Staub, wurde zu viel Blut vergossen.

Einige der Geschichten sind zum Glück ein bisschen humorvoller und hellen das düstere Feld damit ein wenig auf. Auf dem “letzte[n] Schlachtfeld”, vom dem Susanne Gerdom erzählt, treffen zum Beispiel zwei feindliche Krieger aufeinander und bringen gemeinsam etwas in Erfahrung, das selbst den Leser verwundert. “Die Armee der Frau Strack”, von der Nina Sträter erzählt, ist wahrhaft wunderlich – auch wenn Frau Strack sich eigentlich keine solche Armee gewünscht hatte (zum Amüsement des Lesers findet sie jedoch schnell eine gute Verwendung für diese). Und auch das Ende, das Heike Schrapper den “Gotteskrieger[n]” in ihrer Geschichte zudenkt, ist zumindest für den Leser (wenn auch nicht für die Krieger) sehr amüsant.

Die letzte Geschichte hat mir am besten gefallen, hier kommt der fast schon klassische kriegsmüde Held zum Einsatz und erlebt sein (vorerst) letztes Abenteuer – ein Abenteuer, das mir mindestens so gut gefällt wie die Worte, mit denen Torsten Scheib seine Geschichte beendet “Einmal ein Krieger, immer ein Krieger”.

Alles in allem hält die Anthologie was sie verspricht: Sie erzählt von Kriegern und blutigen Schlachten – und lässt den Leser darüber hinaus an der Sinnhaftigkeit ihres Tuns zweifeln. Denn auch, wenn die meisten Bücher vom strahlenden Helden und glorreichen Schlachten erzählen, sind die wenigsten Kämpfe so wie es die Geschichten, Sagen, Lieder und Legenden berichten – die Autoren dieser Anthologie schauen hinter dieses Bild und berichten davon.

Aber obwohl die einzelnen Geschichten gut zusammen passen und gemeinsam ein stimmiges Bild zeichen hätten es mir persönlich mehr Spass gemacht von strahlenden Helden zu lesen oder die Botschaften etwas weniger direkt vermittelt zu bekommen. Mit einigen humorvollen Geschichten mehr oder zumindest ein paar Geschichten über klassischen Helden hätte mir die Anthologie noch deutlich besser gefallen.

Published in: on Juli 23, 2014 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Eine Feder für Wölfe von Swantje Berndt (Hrsg.)

einefederfuerwoelfe Swantje Bernd (Hrsg.)
Eine Feder für Wölfe
Verlag: Weltenschmiede
400 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3944504119
ISBN-13: 978-3944504117
14,90 €

Die Wolfsanthologie “Eine Feder für die Wölfe” ist das Ergebnis des Projektes “Eine Feder für Tiere“. Ziel des Projektes ist es, bedrohte und schützenswerte Tierarten in den Fokus zu rücken und zu fördern – daher geht das Honorar der Autoren komplett an den Naturschutzbund NABU, passend zum Thema an das Projekt “Willkommen Wolf”.

Nach zwei Einleitungen – eine von der Begründerin des Projekts “Eine Feder für die Tiere” zum Hintergrund der Anthologie, die zweite über den Wolf an sich und den Wolf in Deutschland beginnt die bunte Sammlung von Wolfgeschichten, die über Dystopien, Fantasy und Märchen, ganz “normalen” Wolfgeschichten bis hin zu Science Fiction reicht.

Mir persönlich haben es vor allem die fantastischen und märchenhaften Geschichten angetan, einige von ihnen könnten tatsächlich alten (indianischen) Legenden entsprungen sein. Meine Favoriten sind “Luperus Rex – Könige der Wölfe” von Claudia Romes und “Wolfenreiter” von Cairiel Arie. In der Erstgenannten erzählt eine Großmutter ihrer Enkelin die wahre Geschichte ihres verschollenen Bruders, eine Geschichte um uralte Wölfe und ihre Verbindung zum Menschen. Zweitere handelt von einer Bindung zwischen Mensch und Tier, die über den Tod hinausgeht. Eine Geschichte, die mich an eine griechische Sage um einen Jungen und einen Delphin erinnert hat und mindestens genau so gut zu unterhalten wusste.

Aber nicht alle Geschichten scheinen alten Legenden entsprungen zu sein, manche könnten durchaus auch im realen Leben passieren. Ein Trunkenbold, den die Begegnung mit einem Wolf auf den rechten Pfad bringt, wie in “Wolfschnee” von Fianna Cessair. Oder ein Junge wie der aus Bianca Sigwarts “Wächter des Waldes”, der erst einen Anstoß braucht, um die Welt der Wölfe zu verstehen. In “Heimkehrer” von Laila Mahfouz ist es ein naturbegeisterter Onkel und die Begegnung mit einem echten Wolf, die die Liebe eines Jungen zu den Tieren entfacht.

Manche der Autoren entführen den Leser in fremde Welten oder auch in die Zukunft. In “Das Vermächtnis der weissen Wölfin” gerät der Leser an der Seite der jungen Heldin in den alten Kampf zwischen Schatten und Licht, zwischen weißen und schwarzen Wölfen. Die Visionen der Zukunft, die Ane Schönyan, Swantje Berndt oder auch Ly Fabian zeichnen. sind düster – echte Wölfe kommen in keiner der Geschichten vor. Genmanipulation und zerstörte Welten stehen hier auf der Tagesordnung – aber auch diese Geschichten zeigen, dass Menschen und Wölfe (oder deren Nachkommen) “Rücken an Rücken” stehen können, genau so, wie es Swantje Berndt in ihrer Geschichte beschreibt.

Aber es nun Geschichten über Gestaltenwandler, waschechte Wölfe, Traum- oder Fantasiegestalten sind, jede der Geschichten weiß den Leser auf ihre Art zu bewegen und lässt den Leser über die Beziehung zwischen Wolf und Mensch nachdenken. Mir haben nicht alle Geschichten gut gefallen – Anthologien, die das schaffen, sind wahrlich selten – wohl aber die Intention, die in jeder einzelnen Geschichte steckt. Man muss kein Wolfsfreund sein um sie zu mögen, auch wenn man nach der Lektüre durchaus einer werden könnte. Und wenn nicht, hat man zumindest kurz eine schöne Zeit unter Wölfen verbringen können.

Einen kleinen Eindruck verschaffen könnt ihr euch hier.

Published in: on Juli 18, 2014 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Æthersturm von Susanne Gerdom

aethersturm Susanne Gerdom
Æthersturm
Verlag: Ueberreuter
400 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3764170123
ISBN-13: 978-3764170127
16,95 €

Das Cover des Buches ist wie sein Vorgänger, Æthermagie, in Blautönen gehalten. Es zeigt einen Magier mit Feuerball und kleinem Luftwirbel (oder auch einen Mensch mit seinen elementaren Begleitern). Der Mann steht auf einer von Wasser umgebenen Eisentreppe, im Hintergrund verläuft eine eiserne Brücke, auf der der Name der Autorin abgebildet ist. Mir persönlich gefällt das Cover des Vorgängers deutlich besser, aber letztendlich ist es ja der Inhalt, der zählt – und der gefällt mir definitiv.

Seit dem Tod seiner Mutter muss der Halbengel Jenö allein zurecht kommen – zumindest, was menschliche oder engelhafte Begleitung angeht. Ganz allein ist er nicht, stehen ihm doch seine vier Elementarfreunde zu Seite, die ebenso wie er unter seinem Leben in der Kanalisation und der ständigen Flucht leiden. Denn in Zeiten des Krieges zwischen Engel und Menschen sind Halbengel bei den wenigsten gern gesehen. Und doch macht sich Jenö genau zu dem Mann auf, der den Krieg durch die Gefangenname der Elementarwesen verursachte: Dem Zeitmeister Horatius Tiez.

Jenös Geschichte beginnt einige Wochen bevor Æthermagie zu einem Abschluss kommt und führt die dort begonnene Geschichte geschickt fort.

Die Welt ist dieselbe wie zuvor, allerdings kann man durch die Augen des Gassenjungen Jenö einen ganz anderen Blick auf das kaiserliche Reich und seine Bewohner werfen. Ein Reich, das kurz vor dem Krieg zwischen Engeln und Menschen steht, weil die Menschen ihre Energie durch die Versklavung der Ætherwesen gewinnen – Wesen wie Jenös und Katos Gefährten. Katos Gefährten hat man schon im letzten Band kennen und lieben gelernt, Jenös Gefährten erinnern ob ihrer Herkunft ein wenig an selbige, haben aber doch ganz eigene Charakterzüge. Mir persönlich ist vor allem der immer hungrige Gnom Brokk ans Herz gewachsen – er begleitet Jenö aufgrund seiner Stärke auch durch die meisten Abenteuer – aber auch die anderen drei haben sich schnell einen Platz in meinem Herzen gesichert – schon dadurch, dass Susanne Gerdom sie anfangs, anstatt Namen zu benutzen, durch ihre auffälligste Eigenschaft beschreibt: Der Dunkle, die Hitzige, Der Fließer, Die Singende.
Jenö selbst ist dem Leser des vorherigen Bandes unbekannt, wächst dem Leser aber fast genauso schnell ans Herz wie seine Gefährten. Durch ihn bekommt der Leser außerdem einen ganz anderen Blickwinkel auf einige bekannte Figuren, wie etwa auf den Zeitmeister Horatius Tiez oder den Engel Belpharion.

Nach Jenös Aufeinandertreffen mit den zwei genannten werden langsam auch die Handlungsstränge aus dem vorherigen Band weitergeführt. Der Leser trifft auf weitere liebgewonnene Bekannte, allen voran die zwei Milans, Kato, Luca und die kaiserliche Prinzessin Mizzy. Neben Jenö, der aus dem Verborgenen immer wieder da auftaucht, wo man ihn nicht erwartet, sind sie es, die die Geschehnisse vorantreiben und dem Leser damit so manches Geheimnis enthüllen.

Es sind allerdings nicht nur die Geheimnisse und Rätseleien, die den Leser am Ball halten. Letztendlich gilt es, mit den Auswüchsen des drohenden Kriegs zurecht zu kommen, selbigen durch die Befreiung der Elementare und der kaiserlichen Hoheit zu verhindern und nebenbei zu vermeiden, dass die Welt durch den kollabierenden Zeitkorridor von Professor Tiez in Stücke zerrissen wird. Aufgaben, für die jede mögliche Hilfe genutzt werden muss – trotz aller Befindlichkeiten. Und damit gibt es genügend Konflikte, aber auch hehre Ziele, um mehr als nur ein Buch zu füllen. Susanne Gerdom schafft es jedoch, alle in diesem einem Buch abzuhandeln – und damit strotzt die Geschichte nur so von Spannung, Action und Geheimnissen. Viel Zeit zum Verschnaufen (oder gar zum Unterbrechen des Buches) bleibt damit nicht – als Leser kann man es schließlich nicht verantworten, die Protagonisten in solch heiklen Situationen allein zu lassen. Sie belohnen es mit stetigem Einsatz, überraschenden Enthüllungen und in den wenigen ruhigen Minuten mit ein paar romantischen und emotionalen Szenen.

Die Auflösung ist dann so überraschend wie logisch, das fehlende Puzzlestück, das die gesamten Geschehnisse ins rechte Licht rückt und der Geschichte einen würdigen Abschluss verleiht. Die Andeutungen, was den weiteren Lebensweg unserer Helden angeht, können die Geschichte nun enden oder die Autorin ein neues Kapitel aufschlagen lassen – ich hoffe auf Letzteres. Diese Geschichte hier ist jedenfalls jede einzelne Seite und jede Minute Lesezeit wert – ihr solltet sie euch nicht entgehen lassen.

Die ersten Seiten findet ihr hier, zur Rezension von Band eins geht es hier entlang.

Published in: on Juli 16, 2014 at 12:30 nachmittags  Comments (2)  
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[Briefkastenfüllung] KW28

Der Briefkastenträger hat mir diese Woche kein Buch vorbeigebracht, dafür habe ich von meinem lieben Mann eins bekommen :-):

briefkastenfuellungkw28

Den zweiten Teil der Druidenchronik von Kevin Hearne – ein Buch, das ich gar nicht erst auf den SUB legen werde ;-).

Published in: on Juli 13, 2014 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Flammenmädchen von Samantha Young

flammenmädchen Samantha Young
Flammenmädchen
Verlag: Darkiss
368 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 395649007X
ISBN-13: 978-3956490071
10,99 €

Das Cover des Buches zeigt das von Flammen umgebene Gesicht eines jungen Mädchens. Die Augen des Mädchens glühen rot wie Feuer, ihr Gesichtsausdruck ist eher starr. Im Hintergrund kann man außerdem einen Beschwörungskreis und einige Symbole erkennen. Mich lässt das Cover damit an Magie und Feuer denken – Dinge, die im weitesten Sinne tatsächlich auch zur Geschichte passen. Trotzdem finde ich das Cover etwas zu starr, ich weiß nicht, ob es mich dazu bewegen könnte, das Buch in die Hand zu nehmen – dafür hat bei mir der Name der Autorin gesorgt.

Bisher waren die Probleme ihres besten Freundes Charlie Aris größtes Problem. Etwas, das sich mit ihrem achtzehnten Geburtstag schlagartig ändert. Ein Wunsch führt sie nach Mount Qaf, dem Reich der Dschinn – und zu ihrem Vater, der mit ihrer Hilfe die Herrschaft des Reiches an sich reißen möchte. Etwas, das – genau wie ihre Dschinnenmagie – eigentlich absolut keinen Platz in Aris Leben hat. Leider lässt sich diese Magie nicht unterdrücken und auch der Dschinn, der ihr seit ihrem Ausflug nach Mount Qaf zu Seite steht, um sie zu beschützen – löst sich leider nicht in Luft auf.

Die Heldin ist – ebenso wie der ganze Plot – ziemlich 08-15: Eine normal aufgewachsene Jugendliche, die plötzlich von ihrer magischen Herkunft erfährt, magische Kräfte entwickelt und damit zwischen den Welten und zwei Jungs hin- und hergerissen ist. Außerdem liegt das Schicksal der Welt nun in ihren Händen.

Damit unterscheidet sich die Geschichte nur an wenigen Punkten von vielen anderen jugendlichen Fantasyromanen. Der größte dieser Punkte ist wohl der Hintergrund der Geschichte, die Vermischung von unserer modernen Welt mit der der Dschinn. Die Dschinn und ihre Vergangenheit sind es auch, die der Geschichte trotz des recht vorhersehbaren Plot ihren Reiz und etwas Tiefe verleihen. Die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart machen die Geschichte ebenso wie die Tatsache, dass Dschinn nicht nach menschlichen Maßstäben bewertet werden können – außer vielleicht Aris Wächterdschinn Jai und seine Familie – um einiges interessanter. Die eher flachen Figuren – und mit dieser Bewertung muss ich leider auch die menschlichen Protagonisten einschließen – können damit leider nicht ausgeglichen werden.

Die menschlichen Charaktere bleiben durchweg oberflächlich, mir hat es bei ihnen einfach an Gefühlen und Tiefe gefehlt. Nicht, dass die Autorin nicht über die Gefühle schreiben würde – sie sind einfach für den Leser nicht greifbar. Und die zum Teil nicht nachvollziehbaren Handlungen machen sie dem Leser auch nicht sympathischer.

Einzig die Dschinn und ihre rätselhaften Motive verleihen der Geschichte etwas an Spannung, verleihen ihr etwas Geheimnisvolles und Magisches. Die sich daraus ergebenden Handlungsfäden werden mit dem Ende des Buches allerdings nicht aufgelöst, es wird nur die weitere Richtung angedeutet. Und sie wären für mich der einzige Grund, noch in die Fortsetzung hineinzulesen.

Insgesamt konnte mich “Flammenmädchen” trotz des gelungenen Hintergrunds einfach nicht überzeugen. Mit einem typischen Plot und eher flachen Hauptfiguren ist die Geschichte einfach nichts Besonderes. Man kann durchaus ein paar nette Lesestunden damit verbringen, wirklich mitreißen konnte (zumindest mich) die Geschichte nicht.

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Published in: on Juli 11, 2014 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Legend – Das Prequel von Marie Lu

legendprequel Marie Lu
Legend – Das Prequel
Verlag: Loewe
44 Seiten
Ebook
ASIN: B00K9RYMOO
0,00 €

Wie der Titel schon verrät, handelt es sich bei dem Ebook um die Vorgeschichte zur “Legend”-Reihe von Marie Lu. Es enthält zwei Kurzgeschichten, eine für jede der zwei Hauptpersonen der Reihe.

Einzig die Hintergrundfarbe – schwarz – und der Titel unterscheiden das Cover von dem des ersten Bandes, “Legend – Fallender Himmel”: Es zeigt das goldgelbe Symbol der Republik.

Allein und auf sich gestellt versucht der zwölfjährige Day sich mit Diebstählen über Wasser zu halten. Bis er am Hafen die junge Charlie trifft.

Die überaus begabte zwölfjährige June hat ihren ersten Tag an der Drake-Universität, als jünge Studentin die jemals zugelassen wird. Eine Tatsache, die nicht allen ihrer Mitkommilitonen schmeckt – und sie gleich zu Anfang durch deutlich mehr auffallen lässt, als ihr Alter.

Die Geschichten sind relativ kurz gehalten, versorgen den Leser aber gleich zu Anfang mit allen nötigen Informationen, sodass man die Geschichten auch lesen kann, ohne eines der Bücher der Reihe gelesen zu haben. Für alle die es haben, ordnet die Autorin die Geschichten chronologisch ein und setzt sie in Bezug zu dem Rest der Reihe.

Überraschenderweise sind beide Geschichten gleich spannend – und das, obwohl Day bereits damals tagtäglich ums Überleben kämpfen musste und June nur ein Tag an der Universität bevorsteht. Außerdem hängen beide zeitleich sehr eng aneinander.

Days Geschichte lässt ihn einen ersten Schritt in die Richtung gehen, die ihm zu den Helden und stärksten Gegner der Republik werden lässt. Sie gibt ihm einen Grund zu kämpfen, der über das tagtägliche Überleben hinausgeht – und erzählt, wie er zu seinem ersten Kuss kommt.

Junes erster Tag an der Universität beginnt mit einer Verspätung – warum, kann man Days Geschichte entnehmen – und endet mit einer Art Belobigung und einer Verwarnung. Schon der erste Tag lässt damit auf ihren restlichen Studienverlauf blicken.

Viel zu kurz ruft “Das Prequel” dem Leser die zwei Protagonisten noch einmal in Erinnerung und lässt sie einen noch tiefer ins Herz schließen. Wer die beiden noch nicht kennt bekommt eine kleine Ahnung davon, was ihn in Legend zu erwarten hat. Ich könnte mir gut vorstellen, dass einige (wie ich) danach Lust bekommen, gleich im Anschluss mit der Reihe weiterzumachen.

Über die Homepage des Verlages kommt ihr zu den diversen Online-Buchhändlern, bei denen ihr das Ebook kostenlos herunterladen könnt. Und hier geht es zu meiner Rezension zu Band 1.

Published in: on Juli 9, 2014 at 12:30 nachmittags  Comments (2)  
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Urlausbimpression und [Briefkastenfüllungen] KW27

Spätestens nach dem SUB-Post letzte Woche wird euch wohl aufgefallen sein, dass ich unterwegs war – in sonnigen und warmen Gefilden und einer etwas anderen Flora und Fauna – habt ihr den Vertreter letzterer schon auf dem Bild entdeckt?

urlaubsimpressionen2014

Der Postbote war wohl nicht im Urlaub, zumindest hat er mir in der Zwischenzeit gleich drei Bücher vorbeigebracht. “Flammenmädchen” als Rezensionexemplar von FictionFantasy, “Wenn du mich siehst” und “Sephira” als Tauschbücher via Lovelybooks.

briefkastenfuellungkw27

Published in: on Juli 6, 2014 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Zweilicht von Nina Blazon

zweilicht Nina Blazon
Zweilicht
Verlag: cbt
416 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3570308693
ISBN-13: 978-3570308691
8,99 €

Das Cover des Buches ist in Grüntönen gehalten: Durch ein dichtes Blätterdach kann man das Gesicht einer jungen Frau erkennen, deren Augen von einem ähnlichen Grün sind wie die Blätter. Ein geheimnisvolles Cover, das an Feen und andere Waldwesen erinnert – und den Betrachter darüber grübeln lässt, was oder wen diese grünen Augen beobachten. Mir gefällt es, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob es so gut zum Inhalt des Buches passt.

Man könnte meinen, dass Welten aufeinanderprallen, wenn ein Junge aus Deutschland als Austauschschüler nach New York zieht. Im Vergleich zu dem, was bei Jay tatsächlich aufeinanderprallt, ist das jedoch nichts: Hin- und Hergerissen zwischen zwei Mädchen und einer Welt, die er nur an der Seite eines der Mädchen erblicken kann, muss Jay sich entscheiden.

Die Geschichte beginnt in New York mit der Beobachtung eines schlafenden Jungen. Die Beobachter sind nicht menschlich und fürchten den Schläfer, auch wenn er ihnen nicht gefährlich werden kann. Eine von ihnen ist jedoch faszinierend von dem Fremden – sie ist sich sicher, dass er zu ihr gehört. Der fremde Junge Jay ist die Hauptperson – und Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Jemand, der die Interesse gleich zweier Mädchen erringt – eine ebenso geheimnisvoll wie die andere. “Zweilicht” ist allerdings deutlich mehr als eine schlichte Dreiecksgeschichte zwischen einem Jungen und zwei Mädchen. Die Dreiecksgeschichte ist das Zentrum eines Konstrukts, von dem der Leser stets nur einen winzigen Teil betrachten kann. Damit macht man sich als Leser von einem sehr beschränkten Blickwinkel aus langsam ein Bild, das letztendlich absolut falsch ist – zumindest mich hat die Autorin sehr erfolgreich in die verkehrte Richtung gelotst.

Während man von Jay tatsächlich fast alles weiß, bleibt das Wissen über die Mädchen wage – aus Sicht eines Jungen vermutlich nicht so ungewöhnlich. Einige Begebenheiten in seiner Umgebung sind allerdings sehr wohl ungewöhnlich und zusammen mit den Hinweisen, die ihm sein Vater vor seinem Tod zukommen ließ, machen sie sowohl Jay als auch den Leser ziemlich nachdenklich – auch wenn keiner der Hinweise den entscheidenden Durchbruch bringt.

Tatsächlich vermischen sich an Jays Wegen die Realitäten: Nicht nur im Schlaf wird er beobachtet – und nicht nur die zwei Mädchen hüten ihre Geheimnisse. Die ganze Geschichte ist ein Rätsel, dessen Lösung den Leser erst gegen Ende erwartet. Mit einer Erkenntnis, die Jay und den Leser gerade noch rechtzeitig erreicht, um zu wissen, womit Jay sich unwissentlich angelegt hat – und damit steht man mit völliger Klarheit im Showdown.

Um “Zweilicht” zu mögen, sollte man ein Faible für Rätsel und Geheimnisse haben – in dieser Geschichte kann man nicht erwarten, den Durchblick zu haben. Man muss sich durch die Geschichte treiben lassen, um einen Blick hinter die einzelnen Handlungsfäden zu erhaschen und sich von den einzelnen magischen Momenten verzaubern und überraschen zu lassen.

Nina Blazon hat es damit wieder einmal geschafft, ein Buch zu schreiben, das neben überraschend auch magisch und romantisch, aber vor allem anders ist – und genau diese Andersartigkeit sollte der Grund sein, es mit “Zweilicht” zu versuchen. Mir jedenfalls hat es gefallen.

Hier könnt ihr euch selbst einen ersten Eindruck verschaffen.

Published in: on Juli 2, 2014 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Briefkastenfüllungen] KW26?

Keine Ahnung, ob der Postbote diese Woche was gebracht hat – ich genieße gerade Sonne, Strand und Meer.
Vielleicht gibt es dafür nächste Woche die doppelte Ladung Bücher, mal schauen ;-).

Published in: on Juni 29, 2014 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Tiefdunkle Nacht von Stefanie Hasse

tiefdunklenacht Stefanie Hasse
Tiefdunkle Nacht
312 Seiten
Taschenbuch
ISBN-13: 978-1499733976

“Tiefdunkle Nacht” ist der dritte und letzte Teil der Saga um Darian und Victoria.

Wie auch bei den vorangegangen Büchern zeigt das Cover dieses Bandes eine Aquarellzeichnung vor beigem Hintergrund. Diesmal ist es eine Stadt in “tiefdunkle[r] Nacht”. Die dunklen Farben und der fast nicht mehr zu sehende Mond schaffen eine düstere Stimmung, die ziemlich gut zu der Stimmung passt, die zu Beginn des Buches herrscht. Und damit passt das Cover wieder einmal perfekt zur eigentlichen Geschichte.

Mit dem Ruf kehrt Victoria zurück in die Gemeinschaft der Kinder des Mondes und erhält auch ihre Erinnerungen an längst vergangen Ereignisse zurück. Und doch fühlt es sich nicht an, als ob sie nach Hause zurückkehren würde – im Gegenteil: Ihre Mentorin Aurelia ist tot, die Hexe Tabea seit Aurelias Tod verschwunden – und seit dem letzten Vollmond verschwinden immer mehr Kinder des Mondes. Und auch der Rat der Göttin sät eher Zweifel als das er Hoffnung bringt: Victoria soll die Wahrheit suchen und ihre Verbindungen prüfen.

Schon mit dem Prolog werden dem Leser durch Victorias Mentorin, Aurelia, die letzten Ereignisse – unter anderem auch Aurelias Tod – wieder in Erinnerung gerufen. Aber selbst der Tod kann sie nicht von ihrer Aufgabe – über Victoria zu wachen – abhalten.

Schutz hat Victoria aber auch dringend nötig. Diesmal stehen ihr nicht von Beginn an ihre Freunde zu Seite – letztendlich weiß sie nicht einmal, wem sie trauen kann. Ihr Lebensgefährte Alex scheint seit ihrem Ruf nicht mehr derselbe zu sein, aber die Bedenken, die er über Victorias neue Mentorin Sofia hegt, scheinen zumindest teilweise auch vom Rat selbst mitgetragen zu werden.

Die Suche nach den Verschwundenen führt Victoria auf viele Wege – ebenso wie die Suche nach der Wahrheit und den Menschen, die sie dorthin führen. Einige dieser Wege sind noch dunkler als man als Leser befürchtet – glücklicherweise muss Victoria nicht alle gehen (auch wenn Stefanie Hasse dem Leser zwischenzeitlich gekonnt einen anderen Eindruck vermittelt).

Und letztendlich ist Victoria längst nicht so allein wie sie glaubt. Am anderen Ende der Welt kämpft jemand mit allen Mittel darum, an ihre Seite zu gelangen – und der Ruf zurück in die Gemeinschaft der Kinder des Mondes ereilt nicht nur Victoria.

Tatsächlich sind es viele Scharmützel, die gekämpft werden – mehr als ein Schicksal, das auf Messers Schneide steht. Diesmal ist der Kampf unausweichlich, einsamer und härter als je zuvor – und diesmal dringt er sogar bis in die Welt der Menschen.

Mit jeder Seite werden die Schicksale der einzelnen Figuren enger zusammengewebt und lassen vor den Augen des Lesers langsam ein großes Ganzes entstehen; führen ihn zu dem Kampf von Licht und Dunkelheit. Das Ende kommt überraschend – und ist, wenn auch nicht gut, doch weit besser, als man zwischenzeitlich zu hoffen wagte. Eines, das sowohl in unsere als auch in Victorias Welt passt – und mit Liebe und Zeit, Schatten und Licht diese beiden Welten miteinander verbindet.

Und damit hat Stefanie Hasse die Geschichte um “Darian und Victoria” zu einem guten Ende geführt – auch wenn noch einige Fragen offen bleiben und der Epilog weitere aufwirft. Vorbei ist die Geschichte damit wohl nicht – weder die von “Darian und Victoria”, noch die um den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit. Auch wenn der Abschluss recht endgültig klingt, hoffe ich doch auf ein Wiedersehen – und wenn es letztendlich nur eines in meinen eigenen Gedanken ist.

Mir hat die Reihe jedenfalls vom ersten bis zum letzten Band gefallen. Und wer die ersten zwei gelesen hat, wird sich den dritten (schon nach dem gemeinen Cliffhanger am Ende von Band zwei) sicher nicht entgehen lassen – sollte er auch nicht. Wer die Reihe noch nicht kennt, findet hier meine Rezension zu Band eins (inklusive einem Link zur ersten Leseprobe).

Published in: on Juni 28, 2014 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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