Vampire Cocktail – Geschichten aus der Vampirwelt

vampirecocktail Vampire Cocktail
Verlag: Art Skript Phantastik
288 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3981509250
ISBN-13: 978-3981509250
11,80 €

“Vampire Cocktails” ist eine Sammlung von Geschichten über erstaunliche Begegnungen: In kleinen verrauchten Bars, aber auch in Lokalitäten wie das Bordbistro eines Raumschiffes. Geschichten mit Cocktails von Absinth, über Bloody Mary und “Bloody Brain” bis hin zum Long Island Icetea. Eines aber haben alle diese Geschichten gemeinsam: Die vampirischen Hauptpersonen.

Der graphischen Darstellung nach könnte es sich bei dem Buch tatsächlich um ein Cocktailbuch handeln: Es zeigt ein hübsch angerichtes Cocktailglas gefüllt mit einer roten Flüssigkeit. Vielleicht ein Bloody Mary – oder im Anbetracht der enthaltenen Geschichten vielleicht doch auch Blut? Wenn der Untertitel “Geschichten aus der Vampirwelt” nicht wäre, hätte ich das Buch vermutlich nicht in die Hand genommen, auch wenn die Gestaltung durchaus passend ist: Cocktails sind für diese Sammlung schließlich essentiell.

Wie eine Cocktailkarte hat auch diese Anthologie einiges zu bieten. Aber nicht alle Cocktails oder Geschichten sind jedermanns Geschmack. Einige konnte ich wirklich genießen, manche waren genießbar – hätten aber noch ein paar weitere Zutaten vertragen – und weitere waren definitv nicht mein Geschmack.

Voll meinen Geschmack getroffen haben “Bittersüß wie Absinth” von Stefanie Mühlsteph und “Legende” von Denise Mildes. Stefanie Mühlsteph hat mich schon mit den ersten Sätzen in den Bann gezogen. Der Verlauf iher Geschichte war dann sehr überraschend – und ziemlich tragisch. Denise Mildes Geschichte um das Treffen zweier Legenden ist ebenfalls absolut stimmig und die Pointe verleiht der Kurzgeschichte ihren ganz eigenen Charme. Auch sehr humorvoll ist “Kleiner Zauber” von Sabine Frambach. Hier muss die vampirische Hauptperson feststellen, das der Teufel manchmal im Detail steckt – und die falsche Zutat in einem Cocktail verheerende Wirkung haben kann – zumindest für den Cocktailmischer. Welche Auswirkung eine einzige Zutat haben kann, stellt auch die Hauptperson in “Blutcocktail” fest. Hier fällt das Ende allerdings deutlich positiver aus als erwartet – die richtige Mischung macht es eben aus. Dies muss auch der vampirische Besitzer einer Cocktailbar in Jana Oltersdorfs Geschichte feststellen. Ihm verhilft ein unerwünschter Besuch zu einem “perfekten Cocktail”.

Bianka Bracks Idee in “Auf dem Weg zum Mars trinke ich nie Bloody Mary”, ihre Vampire in die Zukunft zu versetzen, fand ich wirklich gut – auch wenn mir der Erzählstil nicht wirklich zugesagt hat. Ebenfalls sehr originell sind “Spielhölle” von Olaf Lahayne und “Garvamore, der beste Single Malt der Welt” von Nina Sträter. In beiden Geschichten trifft der Leser auf auf ungewöhnliche Vampirarten – und Getränke. Bei mir ist bei diesen Geschichten der Funke allerdings nicht wirklich übergesprungen.

Noch weniger meinen Geschmack getroffen haben dann “Unter dem Nebelmond” von Michael Zandt, “Pisco Sour, Psihtaco Sour” von Sabrina Železný und “Der Gast ist König” von Sven Linnartz. Die Geschichten waren mir zu blutig und düster, die Protagonisten einfach zu böse – andere Leser werden das vermutlich für einen wichtigen Bestandteil von Vampirgeschichten halten. “Pisco Sour, Psihtaco Sour” möchte ich dennoch hervorheben. Sabrina Zelezny schafft es hier schon mit den ersten Sätzen, ein peruanisches Flair zu erschaffen – und auch das Ende passt zu dem Stil der Geschichte. Da ich allerdings eher Liebhaber von humorvollen, tragischen und romantischen Geschichten, bin haben die Zutaten hier eben einfach nicht zu meinem Geschmack gepasst – besonders die abschließende Zutat nicht.

Insgesamt ist “Vampire Cocktail” damit eine solide Mischung, in der sich vermutlich für jeden Geschmack etwas finden lässt – allerdings eben auch einige Geschichten, die den Geschmack des Lesers nicht treffen werden.

Published in: on Mai 25, 2013 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Ein Wispern unter Baker Street von Ben Aaronovitch

einwispernunterbakerstreet Ben Aaronovitch
Ein Wispern unter Baker Street
400 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3423214481
ISBN-13: 978-3423214483
9,95 €

Nach “Schwarzer Mond über Soho” ist “Ein Wispern unter Baker Street” der dritte Band um den Londoner Bobby und Zauberlehrling Peter Grant.

Schon das Cover von des Buches reiht sich perfekt an die zwei vorangegangenen Bände an: Neben den Wimpel mit dem Namen des Autors befinden sich erneut zwei Totenköpfe – einer von beiden wispert auf diesem Cover ein “pssssst”. Auch die Londoner Karte ist wieder auf dem Cover zu finden. Diesmal weist ein skelettierte Hand auf einen blutigen Fleck inmitten der Karte, auf den nächsten Tatort.

Ein Toter in der U-Bahn lässt nicht unbedingt eine übernatürliche Todesursache vermuten. Als Peter die magische Aura der Tatwaffe – eine Tonscherbe – erkennt, liegen die Ermittlungen jedoch schnell in seiner Hand. An der Seite seiner ehemaligen Kollegin Leslie, die mittlerweile als inoffizielles Mitglied der Abteilung für Übernatürliches gilt, macht sich Peter an die Ermittlungen.

Auch dieses Mal nimmt Ben Aaronovitch gekonnt den Faden aus den vorangegangenen Bänden auf. Und so beginnt “Ein Wispern unter Baker Street” mit einer eher inoffiziellen Mission von Leslie und Peter. Auf den dringenden Wunsch von Peters Mutter gehen die zwei der Geisterentdeckung eines Schulmädchens, Abigail, nach. Mit der später folgenden Ermittlungen hat diese Entdeckung eher weniger zu tun, sie liefert aber guten Stoff für ein paar spätere Seitenhiebe der Kollegen und vielleicht auch für ein weiteres inoffizielles Teammitglied.

Aber auch der (all-)tägliche Ärger lässt nicht lange auf sich warten. Ein amerikanischer Toter vor dem Frühstück und eine wirklich merkwürdige Tatwaffe rufen sowohl Peter als auch eine FBI-Agentin auf den Plan. Eine FBI-Agentin, die von der von der Magie Londons keine Ahnung hat – noch nicht.

Seine Ermittlungen führen Peter in die magische Unterwelt – im wahrsten Sinne des Wortes und mit weit engeren Kontakt, als er sich je hätte vorstellen können. Geführt von dem zwielichten Demi-Fae Zach macht er einige Entdeckungen und stößt auf jede Menge Scheiße – Schweinescheiße um genau zu sein. Es gibt aber auch erfreulichere Augenblicke, zumindest wenn man Zach und Peter Glauben schenken darf: Sie genießen den Anblick von Leslie, die mit nichts weiter bekleidet als einer Thermoweste und einen Schlüpfer durchs Folly rast, auf jeden Fall in vollen Zügen.

Ich habe beim Lesen weit mehr als nur Leslies Anblick genießen können. Mit seiner gewohnten humorvollen (und britischen) Erzählweise hat mich Ben Aaronovitch erneut in den Bann gezogen, mich auf einen weiteren Ausflug in die dunkelsten Ecken des magischen Londons mitgenommen, ein Wiedersehen mit alten Bekannten organisiert und gegen Ende mit Lust auf einen erneuten Ausflug zurückgelassen – ich hoffe, ich muss nicht allzulange darauf warten.

Die ersten Seiten findet ihr hier, für ein Kurztrip in Peters Welt sollten sie ausreichen.

Published in: on Mai 23, 2013 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Briefkastenfüllungen] KW20

Aufgrund des Pfingstwochenendes (und dem daraus resultierenden Mangel an Lese- und Blog-Zeit) gibt es die Briefkastenfüllungen diese Woche mit etwas Verspätung.

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Mit “Seedämonen” ist ein Kandidat für die nächste Oldie-Rezension bei mir eingezogen. Außerdem ist mein letzter Gewinn von Die Leser-Welt liest & lauscht eingetroffen, “Mindhunter – Tödliche Gabe”. Lesestoff gibt es damit genug – nur an Lesezeit herrscht aktuell leider noch immer Mangel…

Published in: on Mai 21, 2013 at 6:00 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Blutlinien von Tanya Huff

blutlinien Blutlinien
Verlag: Feder & Schwert
304 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255230
ISBN-13: 978-3937255231
9,95 €

Wie auch bei den zwei Vorgängerbänden, Blutzoll und Blutspur, ist es definitiv nicht das Cover, das mir am Buch gefällt. Dieses Cover zeigt ein skelettiertes Wesen mit einer Art Krummdolch und einen wirklich merkwürdig anmutenden Hut. Ich finde es wieder mal viel zu schaurig, aber es kann gut sein, dass die Mumie im frisch geöffneten Sarg so aussah (auch wenn ich es eher nicht glaube).

Als sich Dr. Rax die Möglichkeit, einen alter Sarkophag für das archäologische Museum in Toronto zu erstehen zögert er keine Sekunde, bietet dieser ihm doch die Chance auf eine grandiose Entdeckung: Eine Mumie. Eine Entdeckung macht er tatsächlich, grandios ist diese jedoch beileibe nicht.
Und auch wenn niemand etwas von einer Mumie wissen will, die mysteriöse Anhäufung von vermeintlich an Herzversagen gestorbenen Menschen ruft sehr bald den Kriminalpolizist Mike Celluci auf den Plan. Seit Vicky Nelsons letzem Fall ist er nämlich durchaus bereit auch ungewöhnliche Täter in Betracht zu ziehen – und ungewöhnliche Hilfe bei seinen Ermittlungen in Anspruch zu nehmen.

Mir kam es so vor, als würde Vicky in diesem Band etwas in den Hintergrund rücken und dafür Celluci und Henry etwas mehr Raum geben. Raum, der größtenteils genutzt wird, um ihre Beziehung zu Vicky zu vertiefen – und den Leser wirklich wundern lässt, dass sie tatsächlich beide Männer haben kann. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich in ihrem Fall auch nicht für einen der beiden entscheiden könnte – und im Moment scheint es ja zu funktionieren. Da sich Celluci und Henry in diesem Band aus gutem Grund zusammenraufen gibt es allerdings erschreckend wenig ausgelebte Eifersüchteleien und Macho-Gehabe, was zu dem Verlust einiger humorvoller Szenen geführt hat. Generell ist “Blutlinien” deutlich düsterer als die zwei vorangegangenen Bände. Größtenteils ist das natürlich der Mumie zuzuschreiben, aber auch Henrys Selbstzweifel, blutrot-glänzende Augen in der Dunkelheit und einige wirklich verzweifelte Situationen tun ihr übriges dazu, eine wirklich düstere Atmospäre zu kreieren.

Viele Rätsel um den Täter gab es diesmal nicht, allerdings einige Probleme diesen zu fassen beziehungsweise halten zu können. Hat die Mumie doch innerhalb kürzester Zeit einige mächtige Leute um sich gescharrt und damit einige Hindernisse geschaffen. Die Mumie ist somit ein würdiger Gegner für Henry, ihm vielleicht sogar überlegen. Aber im Team sind Vicky, Celluci und Henry eben doch nicht aufzuhalten – auch wenn man es als Leser einige Male befürchtet.

Und auch wenn mir “Blutlinien” nicht ganz so gut gefallen hat wie sein Vorgänger lesenswert ist es definitiv. Es bietet zwar nicht ganz so viele humorvolle Szenen (aber zumindest ein paar), dafür birgt es einiges Spannung in dunkler Atmosphäre, einen tieferen Einblick in die Hauptpersonen und sogar etwas Romantik (auch wenn sie nur schwer zu erkennen ist). Mir hat es damit ingesamt wirklich gut gefallen – und mich verdammt neugierig auf den Folgeband gemacht.

Eine Leseprobe (wieder nur von der Egmont-Lyx-Ausgabe) gibt es hier.

Published in: on Mai 19, 2013 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Blutspur von Tanya Huff

blutspur Tanya Huff
Blutspur
Verlag: Feder & Schwert
365 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255826
ISBN-13: 978-3937255828
9,95 €

Das Cover des Buches gefällt mir ebensowenig wie das des Vorgängerbandes, Blutzoll: Es zeigt ein knurrendes Wolfsmonster – halb Mensch, halb Wolf – mit einem Totenkopf in der Hand. Wenn man annimmt, das das Wolfmonster ein Werwolf darstellen soll – auch wenn dieser mit den Werwölfen im Buch nichts gemeinsam hat – ist es einigermaßen passend. Hübsch anzuschauen ist es definitiv nicht.

Auf Bitte des Vampirs Henry Fitzroy übernimmt Vicky Nelson einen neuen Fall. Ein Unbekannter tötet nachts die Mitglieder einer mit ihm befreundeten Werwolfsfamilie – und Vicky soll ihnen helfen, diesen Mörder zu finden.

Eine Werwolfsfamilie, die einen Vampir um Hilfe bittet – das ist ebenso ungewöhnlich wie die Geschichte, die zu der Freundschaft zwischen Henry Fitzroy und dieser Familie geführt hat. Ich bin froh, dass Henry Vicky diese Anekdote erzählt und ich damit ebenso in den Genuss dieser Geschichte gekommen bin.

Die Werwölfe sind beileibe nicht das, was man sich unter klassischen Werwölfen vorstellt und in ihrer Wolfsform sind sie fast süß (wenn man große, muskulöse Hunde mag). Und wie auch immer man sich Werwölfe sonst so vorstellt, an Besitzer einer Schaffarm denken sicher die wenigsten. Durch ihre Aufgabe enthält Vicky (und damit auch der Leser) einen tiefen Eindruck in das Rudelleben. Ein Einblick, der mir wirklich gut gefallen und mich auch das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht hat – ebenso wie die Außenwirkung der Familie: Vermutungen eines Nachbarn zufolge handelt es sich bei ihnen um eine Familie von Nudisten.

Und auch wenn Vickys Job alles andere als amüsant ist – schlussendlich geht es darum, einen Mörder zu finden und ihn an ein Rudel Werwölfe auszuliefern – das Geplänkel zwischen Henry und Vicky ist ebenso amüsant wie das Auftauchen ihres Ex-Partners und Freundes Mike Celluci. Aus reiner Sorge um Vicky – die selbstverständlich nicht das Geringste mit Eifersucht zu tun hat – hat er einige Recherchen angestellt. Und damit eindeutige Hinweise gefunden, dass mit Henry etwas nicht stimmt. Hinweise, die Celluci vermuten lassen, dass Henry tief ins organisierte Verbrechen verstrickt ist. Ich wäre zu gern wirklich dabei gewesen, als er entdeckt, was hinter Vickys aktuellen Job steckt – und was tatsächlich mit Henry nicht stimmt.

Für mich sind die eigentlichen Ermittlungen eher Nebengeplänkel – daran merkt man wohl wieder, dass ich nicht sehr krimibegeistert bin. Mich hat Tanya Huff wieder einmal mit ihren bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Figuren und dem “zwischenmenschlichen” in den Bann gezogen. Ich muss allerdings zugeben, dass mich auch Vickys Ermittlungen fesseln konnten und ich bis zur Aufklärung (für den Leser) auch fleißig mitgerätselt habe – was sicherlich zu einem Großteil Tanya Huffs humorvollen Schreibstil zuzuschreiben ist.

Mir hat “Blutspur” damit mindestens ebenso gut gefallen wie sein Vorgänger. Neben den Wiedersehen mit liebgewonnen Bekannten kann man sich auf weitere humorvollen Szenen, Einblicke in ein recht ungewöhnliches Werwolfsrudel und die nicht ganz so legalen Ermittlungen an Vickys Seite freuen.

Eine Leseprobe (wieder die von der Egmont-Lyx-Ausgabe) findet ihr hier. Und ich werde mich jetzt gleich an den nächsten Band machen.

Published in: on Mai 17, 2013 at 12:30 nachmittags  Kommentare (1)  
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Die Seele der Elben von Susanne Gerdom

dieseeledererlben Susanne Gerdom
Die Seele der Elben
Verlag: Piper
496 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3492267769
ISBN-13: 978-3492267762
9,95 €

Das Cover des Buches zeigte eine – vermutlich elbische – Frau, die nur teilweise sichtbar ist. Dunkle Gewänder und das fahle Licht lassen sie ziemlich blass erscheinen – ob sie ein Seelentrinker ist? Ich finde das Cover jedenfalls ziemlich passend für die Geschichte.

Nach dem mysteriösen Tod seiner Geliebten verlässt der Halbelb Lluis den Hof seines Stiefvaters und macht sich auf in die nahe gelegene Stadt Raakus. Überraschend schnell schließt er dort neue Freundschaften und ehe er es sich versieht hat er ein interessantes Auskommen, bei dem ihm vor allem das Geschick seiner Finger und sein leises Auftreten eine große Hilfe sind. Der mysteriöse Tod seiner Geliebten hallt jedoch nach – und die Auswirkungen reichen bis in sein neues Leben hinein.

Wie auch in “Elbenzorn” kam bei mir in “Die Seele der Elben” gleich wieder die Atmosphäre eines Rollenspiels auf, Lluis Welt passt einfach genau dorthin. Lluis selbst kann dem Leser ein wenig leidtun, aber da er doch irgendwie immer auf die Füße kommt und zur rechten Zeit am rechten Ort ist, braucht er das Mitleid eigentlich nicht – bleibt also die Sympathie, die man ihm als Leser entgegenbringt. Mit der Sympathie kann man als Leser in “Die Seele der Elben” generell sehr großzügig umgehen: Ich habe selten so einen sympathischen Ork wie den Anführer der Stadtwache, Groszbarrt, getroffen – ich habe allerdings auch noch nie von einer Stadtwache aus Orks gelesen. Und da der Markgraf einen ungewöhnlichen Geschmack hat, was die Wahl seiner Bediensteten angeht, bleibt es nicht nur bei dieser ungewöhnlichen Begegnung.

Susanne Gerdom erzählt in “Die Seele der Elben” allerdings nicht nur die Geschichte des jungen Lluis, sondern auch die der Prinzessin Vanandel, die auf Biegen und Brechen versucht, ihrer vorstehenden Hochzeit zu entgehen, sowie die Geschichte des Schreibers Tijan. Während Tijans Erzählstrang den Leser mit Hintergrundinformationen bezüglich der Seelentrinker versorgt, die er während seiner Recherchen gewinnt, sorgen die Erzählstränge um Vanandel und Luis für Spannung und Humor – dieser haftet allerdings auch Tijans Reisen mit der Riesenadlerfrau Ranvidar an. Die stereotype Liebesgeschichte zwischen den Hauptpersonen gibt es selbstverständlich nicht, auch wenn die Liebe durchaus ihre Rolle spielt – nicht umsonst beginnt “Die Seele der Elben” mit dem Tod von Lluis Geliebten.

Wieder einmal sind es die Figuren, die den Reiz der Geschichte ausmachen, die sie im Kopf des Lesers lebendig werden lassen – und damit sind beileibe nicht nur die Protagonisten gemeint. Die Schicksale der einzelnen Figuren sind es, die den Leser bewegen – und ihn darüber fast die eigentliche Geschichte um den Fluch der Seelentrinker vergessen lassen. Dieser zieht sich zwar als roter Faden durch die Geschichte, rückt aber bei den humorvollen Szenerien oder bei Problemen einzelner Figuren doch in den Hintergrund, sodass das Hervorblitzen an ungewohnter Stelle immer wieder für Überraschungen sorgt.

Lesern von “Elbenzorn” liefert “Die Seele der Elben” einige Hintergrundinformationen zu den beiden damaligen Nebenfiguren Lluis und Trurre. Aber auch ohne “Elbenzorn” zu kennen kann man “Die Seele der Elben” genießen. Sympathische Figuren, jede Menge humorvolle Szenen und Spannung abseits des Schlachtenlärms sorgen für ein rundum gelungenes Lesevergnügen.

Die ersten Seiten findet ihr hier.

Published in: on Mai 15, 2013 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Briefkastenfüllungen] KW19

Nachdem die letzte Briefkastenfüllung eher mau ausgefallen ist, gibt es für diese Woche wieder etwas mehr zu berichten:

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Bei Tauschgnom konnte ich den zweiten und dritten Band aus der Reihe um die Privatdetektivin Vicky Nelson und den Vampir Henry Fitzroy ergattern. Dann habe ich nach längerer Zeit (es werden halt nicht wirklich oft Fantasy-Romane angeboten) auch mal wieder ein Buch bei Vorablesen gewonnen, “Ein Wispern unter Baker Street”, den dritten Teil um den Police Constabler und Zauberlehrling Peter Grant. Außerdem trudelte noch ein von Jana Oltersdorff mit persönlicher Widmung versehenes :-) Exemplar von “Vampire Cocktail” ein – ein Gewinn von der Aktion “Blogger schenken Lesefreude”.

Der Lesestoff für die nächste Zeit sollte damit mehr als sichergestelt sein ;-) .

Published in: on Mai 13, 2013 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Chamsa – 5 Tage bis zur Ewigkeit von Bianca Balcaen

chamsa Bianca Balcaen
Chamsa – 5 Tage bis zur Ewigkeit
152 Seiten
E-Book
ASIN: B00BUDEUX4
0,99 €

Das in Rot- und Gebltöne gehaltene Cover des Buches zeigt ein sich küssendes Pärchen vor einem orientalisch anmutenden Zelteingang. Auf mich wirken die zwei Liebenden deutlich älter als die Protagonisten der Geschichte, hübsch anzuschauen ist es allerdings dennoch.

Es sind zwei Welten, die der Zaun und die Todeszone dahinter trennen. Und dennoch überschreiten sowohl Hakim als und Hannah füreinander regelmäßig die Grenze. Weder ihre Religion, noch der Zaun und die dort patroullierenden Wächter können sie trennen. Der heilige Gelehrte Ilyas kann ihnen jedoch nur fünf Tage bis zur Ewigkeit versprechen.

Auch wenn “Chamsa” von der Autorin als Romantasy betitelt wird, hat es nur einen leichten Hauch von Fantasy und dafür einen größeren Teil von Romantik inne. Es ist allerdings nicht nur eine Geschichte von bedinungsloser Liebe, sondern auch eine über Krieg und Hass, über Toleranz und Freundschaft. Nicht umsonst hat die Autorin die Geschichte Bruno Hussar, dem Gründer des jüdisch-arabischen Friedensdorfes Neve Shalom – Wahat al Salam, gewidmet.

Bianca Balcaen beschreibt in ihrer Geschichte zwei Welten. An Hannahs Seite lernen wir erst die jüdische Welt (ihre Welt) kennen und anschließend zusammen mit ihr auch die muslimische Welt. Hakim zeigt Hannah und dem Leser, was der heilige Gelehrte Ilyas Hannah mit Worten sagte: Beide Welten haben mehr gemeinsam als verschieden. Mit der Liebe der zwei kann der Leser die Gemeinsamkeit sehen, aber es gibt auch einige Personen im Buch, die diese Gemeinsamkeit nicht sehen wollen. Letzendlich ist es nicht nur der Zaun, der die zwei Welten trennt.

Die Verbindung zwischen Hakim und Hannah ist stärker als diese Grenze, so stark, dass sogar der Leser sie zwischen den Seiten spüren kann. So stark, dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass diese fünf Tage selbst schon eine kleine Ewigkeit sind. Als Leser spürt man allerdings auch schon während dieser Zeit einen Hauch von Traurigkeit – zu Recht, denn ein wirkliches Happy End gibt es nicht. Nur die Hoffnung auf Frieden und Verständnis.

“Chamsa” ist eine wunderschöne Liebesgeschichte mit einem leichten Hauch von Magie. Eine Geschichte, die den Leser verzaubert und ihm zeigt, wieviel fünf einzelne Tage wert sein können. Es ist eine Geschichte, die für Toleranz und Frieden wirbt und zeigt, welche Folgen Hass, welche die Liebe nach sich ziehen: “Es gibt keinen Unterschied zwischen einem jüdischen und einem arabischen Herzen. Sie alle haben dieselben Hoffnungen und Träume.” – Ein Satz, der den Kern der Geschichte beschreibt und einer, der ganz sicher nicht nur auf Juden auf Araber zutrifft. Mir hat die Geschichte gefallen, trotz ihrer Traurigkeit – und ich kann sie bedenkenlos jedem Romantiker weiterempfehlen. Die Botschaft des Buches sollte sich jeder zu Herzen nehmen.

Einen kleine Leseprobe findet ihr hier.

Published in: on Mai 11, 2013 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Winterwelt von Nicole Stoye

winterwelt Nicole Stoye
Winterwelt
Verlag: Nicole Stoye
416 Seiten
E-Book
ASIN: B005PP4WLI
0,99 €

Passend zum Titel ist das Cover des Buches winterlich in Weiß und verschiedenen Blautönen gehalten. Einzig das schwarze Pferd sticht daraus hervor. Auf stilisierten weißen Bäumen kann man kleine Elfen, eine blaue Eule und in den Händen einer der Elfen sogar das Buch selbst entdecken. Es ist ein eher einfaches Cover, aber eines, das definitiv zur Geschichte passt.

In einer eisigen Dezembernacht wird aus einer alten Ruine ein prunkvolles Haus – und aus Wanderern altbekannte Nachbarn. In einer ebenso eisigen Nacht führt ihr Vater die junge Arrow fort von eben jenem Haus, in eine Welt, wie sie sie noch nie gesehen hat – und das ist erst der Beginn ihres Abenteuers.

Gekonnt zieht Nicole Stoye den Leser schon mit den ersten Sätzen in ihren Bann und beschwört eine solche Geschichte herauf, wie man sie sonst nur in Märchen erwartet. Mit fliegenden Schneebällen zerstört die junge Arrow schnell das märchenhafte Bild. Wirklich böse sein kann man dem sympathischen Mädchen dafür allerdings nicht – im Gegensatz zu ihren Freunden wurde man aber auch nicht von einem Schneeball getroffen.

Arrow ist es, die die Geschichte zusammenhält, die einzige Konstante in einer sonst ziemlich chaotisch anmutenden Geschichte. Die Welten und Szenerien wechseln stetig – und die Hintergründe werden zunächst nicht einmal angedeutet und dem Leser erst im weiteren Verlauf der Geschichte klar – der rote Faden ist zwar da, wirklich erkennen kann man ihn aber erst am Ende. Das ist zwar durchaus passend für eine Geschichte über Elfen in der Art der Túatha Dé Danann, denen Zeit nichts bedeutet – aber auch durchaus verwirrend für den einen oder anderen Leser. Schon ein paar kleine Andeutungen hätten hier deutlich mehr Licht in die Sache bringen und damit den Lesespaß noch etwas steigern können. Ein weiteres Manko sind die Fehler, die sich in die Geschichte eingeschlichen haben. In der Regel überlese ich diese einfach, hier bin ich einige Male über falsche Zuordnungen oder Rechtschreibfehler gestolpert – ohne die hätte ich die Geschichte sicher noch mehr genießen können.

Nichtsdestotrotz ist die Welt, die Nicole Stoye mit ihrem fast schon poetisch anmutenden Schreibstil zum Leben erweckt, den Leseausflug wert. Die detaillierte Beschreibung sowohl der Umgebung als auch der Figuren zieht den Leser schnell mitten in die Geschichte hinein. An Arrows Seite trifft man auf eine Vielzahl mythischer Wesen wie Satyre, Elfen und Meerjungfrauen, aber auch einen Kelpie, ein junges Einhorn und sogar einen Minotaurus. Und trotz der abstrusen Mischung wirkt dabei keines dieser Wesen auf irgendeine Weise fehl am Platz. Und nach und nach erobern selbst die verschrobensten Wesen auch das Herz des Lesers.

Eben diese Figuren sind es, die dem Buch Leben einhauchen, denn trotz der Abenteuer der jungen Arrow ist es ein eher ruhiges Buch. Es gibt zwar auch spannende und gruselige Stellen, diese werden von Nicole Stoye allerdings so abgemildert, dass Alpträumen auf jeden Fall vorgebeugt wird. Man hat fast das Gefühl, dass der fallende Schnee des ständigen Winters die Geschehnisse dämpft.

“Winterwelt” ist damit vermutlich vor allem eine Geschichte für junge Märchenliebhaber. Ich bin allerdings der Meinung, dass auch ältere Leser diesen Ausflug ins Märchenreich genießen können – mir ist das auf jeden Fall gelungen. “Winterwelt” ist eine schöne Geschichte, um bei Regen (oder auch Schnee) einfach mal die Zeit vergessen zu können. Und zumindest ich bin einen weiteren Ausflug in die “Winterwelt” nicht abgeneigt.

Die ersten Seiten findet ihr hier.

Published in: on Mai 8, 2013 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Briefkastenfüllung] KW18

Wie schon der Vorgänger scheint “Department 19 – Die Wiedekehr” ein Einzelgänger zu sein ;-) – zumindest ist es die einzige Briefkastenfüllung, die ich seit letzter Woche zu vermelden habe.

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Published in: on Mai 6, 2013 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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