[Briefkastenfüllung] KW35: Post aus Libropolis

Eigentlich genieße ich ja gerade die mehr oder weniger verregnete blogfreie Sommerpause, aber den Brief, den ich gestern aus dem Briefkasten gezogen habe, möchte ich euch nun doch nicht vorenthalten: Ein handbeschrifteter Briefumschlag aus alt-wirkenden Papier mit geprägtem Siegel. Ein Brief, der meiner Neugier geschuldet nicht lange ungeöffnet blieb:

Libropolis01

Er enthielt drei handgeschriebene Seiten gesiegeltes Briefpapier – vielleicht waren sie auch in Handschrift bedruckt (wer kann das heute schon so genau sagen). Sie enthielten die Einladung zu einer Prüfung für Bibliomanten und die Bitte, die Augen nach weiteren potentiellen Kandidaten offen zu halten. Vier Eintrittskarten nach Libropolis lagen dem Briefumschlag bei, aber auch über meinen Brief sollte sich der Weg nach Libropolis finden lassen:

Libropolis02

Vielleicht steckt in euch ja auch ein Bibliomant? Findet es heraus: http://seiten-der-welt.de/bibliomantik/

Published in: on August 30, 2014 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Verregnete Sommerpause

Auch wenn die aktuelle Wetterlage ideal für kuschelige Sofas, kalte Getränke und spannende Bücher ist, komme ich im Moment nicht viel zum Lesen (und Bloggen).

Deswegen gibt es jetzt auch bei Biblio Fantastica eine (knapp zweiwöchige) Sommerpause. Den nächsten Blogartikel gibt es dann am 07.09.

Published in: on August 27, 2014 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Briefkastenfüllungen] KW 34

Zur Zeit bin ich eher in nicht fantastischen Buchgefilden unterwegs (ich habe heute “Morgen ist ein neuer Himmel” beendet), daher gibt es im Moment eher weniger Rezensionen. Neue fantastische Bücher gibt es natürlich trotzdem :-):

briefkastenfuellungenkw34

Am gespanntesten bin ich auf “Zwitschernde Fische”. Das Buch sieht von außen zwar nicht sonderlich interessant aus, der Inhalt klingt allerdings mehr als vielversprechend: Es ist eine Geschichte über eine geheimnisvolle Buchhändlerin. Das Buch wird mich dann auch am ehesten wieder in meine typische Lesegefilde zurück führen.

Published in: on August 24, 2014 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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AvaNinian – Erstes Buch von Ina Norman

green rusty vintage texture Ina Norman
AvaNinian – Erstes Buch
Pomaska-Brand Verlag
654 Seiten
E-Book
ASIN: B00BC4K20G
3,99 €

Das Cover des Buches ist in Gelbtönen gehalten. Neben Titel und Autor zeigt es eine reich verzierte und kunstvoll gebaute Stadt oder Tempelanlage, auf der der Blick des Betrachters sicherlich nicht nur kurz verweilen wird. Ein interessantes Cover, das definitiv Interesse weckt, auch wenn ich mir die Handlungsorte ganz anders vorstelle.

Benannt nach den zweigeteilten Göttinen Ava und Ninian und bedacht mit den Gaben der Erdmutter ist die Fürstentochter Avaninian in mehr als nur einer Hinsicht etwas Besonderes. Um ihre Kräfte zu schulen wird sie in das Haus der Weisen geschickt. Auch den jungen Dieb Jermyn verschlägt es trotz allen Sträubens dorthin, seine Kräfte sind zu gewaltig, um ihn ungeschult durch die Lande ziehen zu lassen. Das Aufeinandertreffen dieser zwei setzt Ereignisse im Gang, mit denen die wenigsten – allen voran Avaninian und Jermyn – jeh gerechnet hätten.

Auch wenn Avaninian die titelgebende Figur ist, hat doch Jermyn mindestens ebensoviel Anteile an der Geschichte wie sie. Damit ist Avaninian eine Geschichte über zwei Heranwachsende und der Bindung, die zwischen den beiden entsteht. Eine Bindung, die – anders als in den meisten Romanen – langsam entsteht und damit für den Leser durchgängig absolut nachvollziehbar ist, als Leser spürt man mit den zwei Protagonisten, wie das Band zwischen den beiden geknüpft wird. Dieses Band ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Das, was die beiden Protagonisten vorantreibt, sie auseinander- und wieder zusammenführt und sowohl allein als auch gemeinsam einige Abenteuer erleben lässt.

Sowohl Avaninian als auch Jermyn machen im Laufe des Buches eine Entwicklung durch, auch wenn Avaninians deutlich extremer ist. Zu Beginn verabscheut sie den Teil ihres Namens, der von der draufgängerischen und rebellischen Göttin Ninian stammt und lässt sich von allen nur Ava nennen. Einzig Jermyn nennt sie Ninian und ermuntert sie immer weiter, auch diesen Teil ihres Namens – und ihres Charakters – auszuleben. Jermyn selbst bleibt im Innersten vermutlich die Person, die er war. Er wird allerdings deutlich reinlicher und durch seine Ausbildung im Haus der Weisen auch um einiges mächtiger und gefährlicher.

Der Plot ist einfach und schnell zusammengefasst: Eine junge Fürstentochter verliebt sich in einen gleichaltrigen Dieb und sieht und erlebt die Welt dadurch mit anderen Augen. Ina Normann schafft es dennoch, die Geschichte zu etwas Besonderen zu machen. Zum einen durch die gefühlvolle Darstellung der Protagonisten, ihrer Gedanken und Gefühle, zum anderen durch die facettenreiche Beschreibung der Orte, an denen die Geschichte spielt. Damit hat man als Leser sowohl die Figuren – egal ob Neben- oder Hauptfigur – als auch die Orte, an denen sie unterwegs sind, wahrhaft wirklich bildlich vor Augen. Und die Orte, die man an der Seite der Figuren besucht, sind vielfältig: Alte Ruinen, längst vergessene Orte, aber auch gut besuchte Plätze und Tempelanlagen – und Jermys Profession geschuldet hin- und wieder auch Orte, die in der Regel die wenigsten zu sehen bekommen.

Wirklich brenzlig wird es trotz Erdbeben, Wegelagerer, mächtiger Feinde und weitgesponnener Intrigen eher selten – dank ihrer Gaben sind sowohl Avaninian als auch Jermys für die meisten Situation mehr als gewappnet.

Insgesamt ist das Buch damit eher ruhig, zumindest wenn man von gelegentlichen Konflikten zwischen den Lieben absieht. Es ist eine Geschichte für Leser, die sich von der Atmosphäre und den Gefühlen der beiden jungen Protagonisten mitreißen lassen wollen. Wer es eher abenteuerlich und gefährlich mag, sollte allerdings lieber zu einem anderen Buch greifen.

Hier könnt ihr euch selbst einen ersten Eindruck verschaffen.

Published in: on August 20, 2014 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Auslosung] Alle guten Dinge sind drei …

… auch wenn es sechs Leute sind, die bei dem Gewinnspiel dabei waren. Und durch die netten Kommentare hat sich der Lostopf damit doch ganz gut gefüllt:

20140818lostopf

Gezogen wurde leider nur einer. Das Los hat sich für

20140818gewinner

Sarah-Rebecca Holtorf entschieden – Herzlichen Glückwunsch!

Alle anderen nicht traurig sein, das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt ;-).

Published in: on August 18, 2014 at 8:15 nachmittags  Comments (9)  
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[Gewinnspiel] Alle guten Dinge sind drei …

… und so sollte sich auch für dieses Buch ein wohlgesinnter Besitzer finden, oder nicht?

allegutendingesinddrei

Nach einer langen Irrfahrt hätte es sich das jedenfalls verdient. Zuerst anstelle eines Krimis bei meiner Freundin von “Die dunklen Felle” gelandet, machte es sich dann auf dem Weg zu mir – bin ich doch der ein oder anderen fantastisch angehauchten Romanze nicht abgeneigt.

Leider stellte ich schon nach den ersten Seiten fest, das mir für das Buch etwas fehlte – und zwar die beiden Vorgänger. So heiß war ich dann trotz des Titels nicht auf das Buch (und die Reihe).

Die dritte (und hoffentlich letzte) Station an die Reihe sollte dann eine(r) von euch sein.

Und damit sich das Buch nicht wieder mit vergeblicher Hoffnung auf die Reise machen muss, möchte ich von euch wissen, warum es gerade bei euch einziehen soll.

Ausgelost wird unter allen, die bis Sonntag (17.08.2014 23:59) einen entsprechenden Kommentar unter dem Artikel hinterlassen – für besonders schöne Kommentare (ich will ja, dass das Buch sich wohlfühlt ;-)) gibt es Extralose. Die Auslosung erfolgt dann Anfang nächster Woche.


Das Kleingedruckte
Der Gewinner wird aus allen Teilnehmern ausgelost. Der Name/ Nickname des Gewinners wird nach der Auslosung auf meinem Blog veröffentlicht und der Gewinner außerdem per Email benachrichtigt (bitte denkt also daran, beim Kommentieren eine tatsächlich von euch genutzte Emailadresse zu benutzen). Melden sich der Gewinner nicht innerhalb von 14 Tagen, wird der Gewinn unter den übrigen Teilnehmern erneut verlost.

Die Adressdaten des Gewinners werden nur für den Versand benötigt und werden nicht an Dritte weitergegeben. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit diesen Bedingungen einverstanden.

Published in: on August 15, 2014 at 12:30 nachmittags  Comments (7)  
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Von Feuer und Dampf von Stefan Cernohuby

st03 Stefan Cernohuby
Von Feuer und Dampf
Verlag: Arcanum Fantasy
272 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3939139181
ISBN-13: 978-3939139188
10,90 €

Verschiedene Autoren nehmen den Leser in “Von Feuer und Dampf” mit auf eine steampunkige Reise durch Deutschland und Österreich des Jahres 1899.

Wer sich in den beiden Ländern ein wenig auskennt, kann schon anhand des Covers erkennen, wohin den Leser die Reise führen wird. Der Großteil des Covers wird zwar – passend zum Inhalt des Buches – von einer riesigen dampfbetriebenen Maschine eingenommen, im Hintergrund lassen sich allerdings einige bekannte Sehenswürdigkeiten erkennen: Den Turm des Hamburger Rathauses, das Brandenburger Tor, das Wiener Riesenrad und die Bayrische Staatsoper. Treffender hätte das Cover damit wohl nicht gestaltet werden können.

Die Reise durch diese Orte beginnt (wie in den meisten Büchern) mit dem Prolog – dieser hier ist allerdings eine Geschichte für sich, der Anfang der lose miteinander verknüpften Kurzgeschichten, die entweder über Ereignisse, Figuren oder Orte miteinander verbunden sind, manchmal sogar durch alle drei. Gerade diese Verbindungen zwischen den Geschichten machen den Reiz des Buches aus, gemeinsam zeichnen die Autoren ein stimmiges Bild eines steampunkigen Großdeutschlands.

Geschichten von guten Absichten und bösen Enden, von Ermittlungen und Morden, Wünschen und Versprechungen, Zeitreisen, Maschinen, Maschinengegnern, Geheimnissen, Visionen, Zukunft und Vergangenheit. Kurze Blicke auf das Schicksal einzelner Menschen, das sich zum Guten oder Schlechten wendet – und im Hintergrund stets der Dampf und das Getöse der Maschinen. Die Welt im Wandel, die Zukunft ungewiss – zumindest in den meisten dieser Geschichten.

Gelesen ist das Buch im Nu, ist es doch schwer ein Ende zu finden, wenn die Geschichten trotz der verschiedenen Autoren nahtlos ineinander übergehen, den Leser eingerahmt von Prolog und Epilog über Berlin nach Wien, Hamburg und München führen. Im Gedächtnis bleiben die wenigsten der Erzählungen – sie sind mehr wie ein kurzer Blick aus einem Dampftaxi oder Zeppelin heraus. Eine Fahrt mit vielen Eindrücken, von denen jedoch die wenigsten länger in Erinnerung bleiben. Die Schicksale, von denen erzählt wird, sind keine weltbewegenden, und die Figuren meist zu flüchtig oder kurzlebig, um den Leser länger zu beschäftigen.

Was bleibt sind kurze Gedankenfetzen und Bilder von einer Welt, die von der unsrigen gar nicht so verschieden ist. Und mit dem Schließen des Buches hat man fast noch den Geruch von Kohlestaub und Dampf in der Nase – und damit hat die Welt “von Feuer und Dampf” beim Leser doch noch ihren Eindruck hinterlassen.

In diesem Buch ist es die Welt, die zu faszinieren weiß und den Leser für die Dauer des Ausflugs in ihren Bann schlägt. Die einzelnen Geschichten und Figuren für sich genommen sind nichts Besonderes, zusammen zeichnen sie allerdings das atmosphärische Bild einer Welt, die ich mit einer längeren und tiefergehenden Geschichte gerne noch einmal besuchen würde. Lust auf Steampunk macht die Anthologie allemal.

Published in: on August 13, 2014 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Shelfie] Lieblingsbücherregal

Neue Bücher gab es diese Woche keine – und da ich gerade Staub gewischt habe dachte ich, dass das der ideale Zeitpunkt wäre, euch einen Blick in eines meiner Bücherregale werfen zu lassen: Mein Lieblingsbücherregal und der dazugehörige Lesesessel.

Lieblingsbücherregal

In der obersten Reihe findet ihr die komplette Reihe um “Das Schwert der Wahrheit” von Terrry Goodkind – meine persönliche Lieblingsfigur ist der große Zauberer Zeddicus Zu’l Zorander, der allein durch seine Worte und seine Ausstrahlung eine Situation vom Schlechten zum Guten wenden kann.

In der zweiten Reihe stehen alle meine Tamora Pierce Bücher, zum Teil sogar doppelt, da einige Bücher ob des vielen Lesens (ihre Bücher kann man einfach nicht oft genug lesen) schon fast zerfallen. Im Regal finden sich englische und deutsche Bücher, leider wurden bisher noch nicht alle übersetzt.

Darunter folgen meine Bücher von Anne McCaffrey, die mich schon frühzeitig mit ihrer Saga um die “Drachen von Pern” in den Bann gezogen hat. Meine Favoriten aus ihrer Feder sind allerdings die Geschichten um den Planet Petaybee, ein Planet mit eigenen Gedanken und Gefühlen – mir haben es allerdings vor allem die Bewohner angetan.

Die vierte Regalreihe gehört meinem Mann – ich kann die Bücher dort aber auch empfehlen (zumindest die, die ich bisher schon gelesen habe): Die kompletten Zamonien-Veröffentlichungen von Walter Moers (mein persönlicher Liebling ist “Die Stadt der träumenden Bücher”) und seine Sammlung von Trudi Canavans Romanen – ebenfalls teils in Deutsch, teils in Englisch.

In der Reihe darunter findet sich Marion Zimmer Bradleys Darkover-Reihe, die Saga um den Planeten Darkover von der unfreiwilligen Besiedlung bis zur Wiederentdeckung durch die Menschen. Die Welt macht dabei eine Entwicklung von hochentwickelter Technik (bei der Besiedlung) über die Entwicklung archaischer Gesellschaftstrukturen, bestimmt durch die telekinetische und telepathische Begabung einiger Menschen, bis hin zur Wiederentdeckung von einem menschlichen Raumfahrervolk und dem dadurch entstehenden Aufeinanderprallen zweier Kulturen. Ziemlich spannend, vom ersten bis zum letzten Band, auch wenn (oder vielleicht auch gerade weil) der Hintergrund von futuristisch bis hin zu mittelalterlich-fantastisch wechselt.

In der untersten Reihe findet sich ein Überbleibsel aus meiner Jugendzeit – die Saga um “Prinz Eisenherz”. Die Buchversion des Spiels “Risiko” (das einzige, was buchig ist, ist die Verpackung) trennt die Saga dann von ein paar “neueren” Büchern: Kristin Cashores Saga um “Die sieben Königreiche” und den bisher erschienen Romanen von Patrick Rothfuss Königsmörder-Chroniken – ich hoffe, ich kann bald noch ein paar mehr Bücher der Reihe dazustellen.

Neben den ganzen Büchern, die ich als Lieblingsbücher alle uneingeschränkt empfehlen kann, finden sich noch ein paar süße Leseratten (Lesezeichen, die der Autor Albert Knorr eigentlich für seine Bücher SACER SANGUIS entwickelt hat – und selbige auch für die artgerechte Haltung empfiehlt – ich halte sie also nicht ganz artgerecht, denke aber, dass ihnen meine Bücher auch schmecken werden) und jede Menge Pocket Dragons – die sammel ich fast genauso so gerne wie Bücher.

Published in: on August 10, 2014 at 12:30 nachmittags  Comments (2)  
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Verhext von Kevin Hearne

verhext Kevin Hearne
Verhext
Verlag: Klett-Cotta
362 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3608939326
ISBN-13: 978-3608939323
16,95 €

“Verhext” ist der zweite Teil der Chroniken des eisernen Druiden von Kevin Hearne, der nahtlos an seinen Vorgänger “Gehetzt” anschließt.

Auch grafisch passt das Buch zu seinem Vorgänger: Das Cover ziert ein mit einem Schwert bewaffneter, rothaariger junger Mann, der dem Leser von Band eins durchaus bekannt vorkommen sollte. Auf dem ausgestreckten linken Arm des Mannes kann man eine (Druiden-)Tätowierung erkennen. Der Hintergrund ist leuchtend gelb und wer genau hinschaut, sieht in der rechten Ecke die steil ansteigende Wand eines Berges. Mich hat es gleich überlegen lassen, in welche Situation es Atticus, der Held der Geschichte, diesmal verschlagen hat – und dann habe ich schleunigst mit dem Lesen angefangen.

Nachdem Atticus jahrhundertelang auf der Flucht vor Angus Og und seinen Schergen war könnte man meinen, dass er mit dessen Tod endlich seine Ruhe hat. Doch weit gefehlt: Als Bezwinger zweier Götter steht er nun mehr denn jeh’ im Mittelpunkt. Einige (Göttinnen) fürchten um ihre Machtposition und wollen sie mit Atticus Hilfe festigen, während andere hoffen, mit Atticus Unterstützung einen weiteren Gott ins Jenseits schicken zu können. Und die nächsten Probleme lassen auch nicht lange auf sich warten – zum Glück muss Atticus diesen zumindest nicht vollständig allein gegenüberstehen, auch wenn jede Hilfe ihren Preis hat.

Schon mit den Ersten Seiten des Buches schafft es Kevin Hearne, den Leser zu überraschen: Innerhalb kürzester Zeit bekommt es Atticus mit zwei leicht (oder noch weniger) bekleideten Göttinnen zu tun, die ziemlich eindeutige Absichten hegen. Die ersten Schwierigkeiten, die Atticus in Anbetracht der Situation allerdings ziemlich gut zu meistern versteht. Dem freundlichen Spott der alten irischen Witwe aus der Nachbarschaft hat er allerdings nicht viel entgegenzusetzen, als er quasi nackt in ihrem Vorgarten auftaucht (druidische Verwandlungskünste haben durchaus ihre Nachteile). Tatsächlich ist es gerade die Frauenwelt, die Atticus in diesem Band gehörig zusetzt: Friedensverhandlungen mit einem Hexenzirkel, ein weiterer Hexenzirkel der ebenen jenen (nebst Atticus) vernichten möchte, eine gutaussehende Schülerin, fanatische Bacchusanhängerinnen, die die Stadt in Orgien-Stimmung versetzen und eine uralte Hexe, die auf ihr Karma bedacht einen hohen Preis für ihre Unterstützung fordert.

Aber auch Atticus männlichen Freunde (und Bekannte) sind – abgesehen vom Wolfshund Oberon – aktuell nicht gerade einfach zu handhaben: Sein vampirischer Anwalt hat nicht vor mit Atticus zu reden, bis dieser einwilligt, ihm im Kampf gegen den Donnergott Thor beizustehen, Coyote ist der Meinung, dass es Atticus Aufgabe ist, die Dämonen, die ihn jagen zu vernichten und damit die einheimische Bevölkerung zu schützen, der nervige Nachbar von gegenüber gibt noch immer keine Ruhe (ein Blick in seine Garage könnte Atticus dafür allerdings fast entschädigen) und auch die Polizei hat Atticus noch immer im Blick – da hilft auch keine Versicherung, dass die Pornos, die die weibliche Polizistin in seiner DVD-Sammlung finden könnte, ganz sicher nicht von ihm seien.

Ein Haufen Probleme also, die Kevin Hearne, dem Leser gewohnt humorvoll darstellt. Aber auch Spannung und Action kommen in diesem Band nicht zu kurz. Tatsächlich kommen neben der fast schon erwarteten Magie auch eine Panzerfaust und ein paar Granaten zum Einsatz – es bleibt also bei der verdammt guten Kombination aus Magie und Technik, Humor und Schlagfertigkeit (im doppelten Sinne), Spannung – und jeder Menge Ausflüge in die verschiedensten Mythologien.

Mir hat das Buch genauso gut gefallen wie sein Vorgänger – und ich bin schon unglaublich gespannt auf die Fortsetzung. Eine deutsche Übersetzung ist zwar noch nicht in Sicht, im englischen warten allerdings schon die nächsten fünf Bände darauf, von mir gelesen zu werden – und lange müssen sie darauf ganz sicher nicht warten.

Hier geht es direkt zur Leseprobe, die Rezension von Band eins findet ihr hier.

Published in: on August 8, 2014 at 12:30 nachmittags  Comments (2)  
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Dunkellicht von Martin Ulmer

dunkellicht Martin Ulmer
Dunkellicht
Verlag: Papierverzierer
432 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3944544617
ISBN-13: 978-3944544618
14,95 €

Das Cover des Buches zeigt einen Mann, der zur Hälfte schwarz und zur Hälfte weiß ist. Bewaffnet mit Pistole und Schwert springt er dem Betrachter entgegen. Im Hintergrund kann man die Silhouette einer Großstadt erkennen. Und interessantes Cover, das ebenso wie der Mann in Schwarz und Weiß gehalten ist – und irgendwie düster wirkt. Obwohl die Szene (und die Figur) im Buch so nicht vorkommt, ist sie ziemlich treffend – und hat zumindest mich neugierig auf den Inhalt gemacht. Etwas, was man vom Klappentext nicht gerade behaupten kann: Der Zeitungsartikel zu dem Geschehen im Buch ist viel zu trocken, um meine Lust auf die Geschichte zu schüren – zum Glück habe ich vorher einen Blick ins Buch geworfen.

Schon seit Jahrhunderten kämpfen die Bruderschaften des Lichts und der Dunkelheit gegeneinander – doch nun droht beiden die Auslöschung: Auf beiden Seiten verschwinden immer mehr Ordensbrüder – einzig Johannes Sturm von der Bruderschaft des Lichts und Antoine Chevallier aus den Reihen des Ordens der Dunkelheit sind dem mysteriösen Gegner bisher entkommen. Unterstützt von der geheimnisvollen Ella und einem wissensdurstigen Magier versuchen die eigentlich verfeindeten Ordensbrüder, den Gegner zu enttarnen und aufzuhalten.

Trotz seiner fantastischen Elemente liest sich “Dunkellicht” wie ein Thriller: Zwei verfeindete uralte Bruderschaften, die plötzlich von einer dritten Macht aufgerieben wird, zwei Kämpfer der verfeindeten Seiten, die notgedrungen zusammenarbeiten müssen – und auf der Flucht vor schwer bewaffneten Feinden so manchen Kampf zu bestreiten haben ohne zu wissen, warum sie eigentlich gejagt werden. Damit gilt es nicht nur einfach zu überleben, sondern auch die Ursache für das Geschehen herauszufinden.

Als Leser ist man im Vorteil, da Martin Ulmer einige Kapitel aus der Sicht der dritten Partei beschreibt – des Rätsels Lösung ist man damit leider auch nicht viel näher als die zwei Ordensbrüder. Man kann sich allerdings ein deutlich besseres Bild von den Gegnern machen und frühzeitig erkennen, dass ihre Motive weit mehr als bloße Mordlust umfassen – tatsächlich scheinen sie einen größeren Plan zu verfolgen. Und die Mittel, die sie dafür aufbieten, können sich sehen lassen: Neben dem Einsatz von Söldnertruppen ist auch der Zugriff auf Bundeswehreigentum durchaus üblich. Damit kann man sich als Leser auf einige Feuergefechte und Explosionen gefasst machen.

Zum Glück sind auch die zwei Ordensbrüder nicht gerade unbedarft: Auch wenn Antoine Chevallier sich eher mit Forschung als mit Feldeinsätzen auskennt, hat er die gleichen Möglichkeiten wie jeder andere des Ordens. Johannes Sturm hingegen kann als Krieger des Lichts sowohl seine kämpferischen als auch seine mystischen Fähigkeiten einsetzen und ist damit allein mindestens ebenso gefährlich wie eine ganze Söldnertruppe. Und ihre Begleitungen scheinen durchaus auch an zwielichten Orten und mit zwielichtigen Gestalten zu verkehren – ihre Kontakte können sich jedenfalls sehen lassen und retten die Truppe damit einige Male vor ihren Verfolgern.

Die Beschaffung von Informationen läuft in dieser Geschichte allerdings anders als in den üblich Thrillern – neben alten Büchern kommen auch fantastische (beziehungsweise mystische) Mittel zum Einsatz: Die Beschwörung von Engeln oder Behütern (je nach Bruderschaft) oder von längst Verstorbenen (hier tritt der wissensdurstige Magier in Aktion). Sehr freigiebig mit Auskünften ist jedoch niemand – und jede Beschwörung hat ihren Preis; einige dieser Preise wollte niemand freiwillig zahlen.

Mit jeder dieser Informationen wird der Hintergrund klarer – und alt Bekanntes unsicher. Letztendlich sind die Motive aller Parteien ziemlich schlüssig – wenn auch einige recht überraschend. Und spätestens mit dem Ende ist alles klar – einschließlich dem, was zu tun ist. Wirklich gut geht es allerdings für die wenigsten der Protagonisten aus. Und mit dem letzten Kapitel wird klar, dass auch damit diese Geschichte längst nicht vorbei ist.

Trotz Titel und Cover hat “Dunkellicht” weit mehr zu bieten als Schwarz- und Weißtöne, allen voran einiges an Action und Geheimnisse – und beide Arten verstehen es, beim Leser Spannung zu erzeugen. Magie (wenn man es denn so nennen mag) spielt allerdings eine eher untergeordnete Rolle, sie ist – ebenso wie die Stadt Dortmund, in der die Geschichte spielt (und einige Leser vermutlich gerade deswegen einen Blick ins Buch werfen lässt) einfach nur eine kleine Facette der Geschichte. Für mich ist “Dunkellicht” damit eindeutig eher Thriller als Mystery oder Fantasy. Allerdings ein Thriller, der es versteht, den Leser in den Bann zu ziehen – und zu halten, zumindest wenn man auf Action, Spannung und Geheimnisse steht – und wer tut das nicht?

Published in: on August 6, 2014 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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