Die Seele der Elben von Susanne Gerdom

dieseeledererlben Susanne Gerdom
Die Seele der Elben
Verlag: Piper
496 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3492267769
ISBN-13: 978-3492267762
9,95 €

Das Cover des Buches zeigte eine – vermutlich elbische – Frau, die nur teilweise sichtbar ist. Dunkle Gewänder und das fahle Licht lassen sie ziemlich blass erscheinen – ob sie ein Seelentrinker ist? Ich finde das Cover jedenfalls ziemlich passend für die Geschichte.

Nach dem mysteriösen Tod seiner Geliebten verlässt der Halbelb Lluis den Hof seines Stiefvaters und macht sich auf in die nahe gelegene Stadt Raakus. Überraschend schnell schließt er dort neue Freundschaften und ehe er es sich versieht hat er ein interessantes Auskommen, bei dem ihm vor allem das Geschick seiner Finger und sein leises Auftreten eine große Hilfe sind. Der mysteriöse Tod seiner Geliebten hallt jedoch nach – und die Auswirkungen reichen bis in sein neues Leben hinein.

Wie auch in “Elbenzorn” kam bei mir in “Die Seele der Elben” gleich wieder die Atmosphäre eines Rollenspiels auf, Lluis Welt passt einfach genau dorthin. Lluis selbst kann dem Leser ein wenig leidtun, aber da er doch irgendwie immer auf die Füße kommt und zur rechten Zeit am rechten Ort ist, braucht er das Mitleid eigentlich nicht – bleibt also die Sympathie, die man ihm als Leser entgegenbringt. Mit der Sympathie kann man als Leser in “Die Seele der Elben” generell sehr großzügig umgehen: Ich habe selten so einen sympathischen Ork wie den Anführer der Stadtwache, Groszbarrt, getroffen – ich habe allerdings auch noch nie von einer Stadtwache aus Orks gelesen. Und da der Markgraf einen ungewöhnlichen Geschmack hat, was die Wahl seiner Bediensteten angeht, bleibt es nicht nur bei dieser ungewöhnlichen Begegnung.

Susanne Gerdom erzählt in “Die Seele der Elben” allerdings nicht nur die Geschichte des jungen Lluis, sondern auch die der Prinzessin Vanandel, die auf Biegen und Brechen versucht, ihrer vorstehenden Hochzeit zu entgehen, sowie die Geschichte des Schreibers Tijan. Während Tijans Erzählstrang den Leser mit Hintergrundinformationen bezüglich der Seelentrinker versorgt, die er während seiner Recherchen gewinnt, sorgen die Erzählstränge um Vanandel und Luis für Spannung und Humor – dieser haftet allerdings auch Tijans Reisen mit der Riesenadlerfrau Ranvidar an. Die stereotype Liebesgeschichte zwischen den Hauptpersonen gibt es selbstverständlich nicht, auch wenn die Liebe durchaus ihre Rolle spielt – nicht umsonst beginnt “Die Seele der Elben” mit dem Tod von Lluis Geliebten.

Wieder einmal sind es die Figuren, die den Reiz der Geschichte ausmachen, die sie im Kopf des Lesers lebendig werden lassen – und damit sind beileibe nicht nur die Protagonisten gemeint. Die Schicksale der einzelnen Figuren sind es, die den Leser bewegen – und ihn darüber fast die eigentliche Geschichte um den Fluch der Seelentrinker vergessen lassen. Dieser zieht sich zwar als roter Faden durch die Geschichte, rückt aber bei den humorvollen Szenerien oder bei Problemen einzelner Figuren doch in den Hintergrund, sodass das Hervorblitzen an ungewohnter Stelle immer wieder für Überraschungen sorgt.

Lesern von “Elbenzorn” liefert “Die Seele der Elben” einige Hintergrundinformationen zu den beiden damaligen Nebenfiguren Lluis und Trurre. Aber auch ohne “Elbenzorn” zu kennen kann man “Die Seele der Elben” genießen. Sympathische Figuren, jede Menge humorvolle Szenen und Spannung abseits des Schlachtenlärms sorgen für ein rundum gelungenes Lesevergnügen.

Die ersten Seiten findet ihr hier.

Veröffentlicht in: on Mai 15, 2013 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Winterwelt von Nicole Stoye

winterwelt Nicole Stoye
Winterwelt
Verlag: Nicole Stoye
416 Seiten
E-Book
ASIN: B005PP4WLI
0,99 €

Passend zum Titel ist das Cover des Buches winterlich in Weiß und verschiedenen Blautönen gehalten. Einzig das schwarze Pferd sticht daraus hervor. Auf stilisierten weißen Bäumen kann man kleine Elfen, eine blaue Eule und in den Händen einer der Elfen sogar das Buch selbst entdecken. Es ist ein eher einfaches Cover, aber eines, das definitiv zur Geschichte passt.

In einer eisigen Dezembernacht wird aus einer alten Ruine ein prunkvolles Haus – und aus Wanderern altbekannte Nachbarn. In einer ebenso eisigen Nacht führt ihr Vater die junge Arrow fort von eben jenem Haus, in eine Welt, wie sie sie noch nie gesehen hat – und das ist erst der Beginn ihres Abenteuers.

Gekonnt zieht Nicole Stoye den Leser schon mit den ersten Sätzen in ihren Bann und beschwört eine solche Geschichte herauf, wie man sie sonst nur in Märchen erwartet. Mit fliegenden Schneebällen zerstört die junge Arrow schnell das märchenhafte Bild. Wirklich böse sein kann man dem sympathischen Mädchen dafür allerdings nicht – im Gegensatz zu ihren Freunden wurde man aber auch nicht von einem Schneeball getroffen.

Arrow ist es, die die Geschichte zusammenhält, die einzige Konstante in einer sonst ziemlich chaotisch anmutenden Geschichte. Die Welten und Szenerien wechseln stetig – und die Hintergründe werden zunächst nicht einmal angedeutet und dem Leser erst im weiteren Verlauf der Geschichte klar – der rote Faden ist zwar da, wirklich erkennen kann man ihn aber erst am Ende. Das ist zwar durchaus passend für eine Geschichte über Elfen in der Art der Túatha Dé Danann, denen Zeit nichts bedeutet – aber auch durchaus verwirrend für den einen oder anderen Leser. Schon ein paar kleine Andeutungen hätten hier deutlich mehr Licht in die Sache bringen und damit den Lesespaß noch etwas steigern können. Ein weiteres Manko sind die Fehler, die sich in die Geschichte eingeschlichen haben. In der Regel überlese ich diese einfach, hier bin ich einige Male über falsche Zuordnungen oder Rechtschreibfehler gestolpert – ohne die hätte ich die Geschichte sicher noch mehr genießen können.

Nichtsdestotrotz ist die Welt, die Nicole Stoye mit ihrem fast schon poetisch anmutenden Schreibstil zum Leben erweckt, den Leseausflug wert. Die detaillierte Beschreibung sowohl der Umgebung als auch der Figuren zieht den Leser schnell mitten in die Geschichte hinein. An Arrows Seite trifft man auf eine Vielzahl mythischer Wesen wie Satyre, Elfen und Meerjungfrauen, aber auch einen Kelpie, ein junges Einhorn und sogar einen Minotaurus. Und trotz der abstrusen Mischung wirkt dabei keines dieser Wesen auf irgendeine Weise fehl am Platz. Und nach und nach erobern selbst die verschrobensten Wesen auch das Herz des Lesers.

Eben diese Figuren sind es, die dem Buch Leben einhauchen, denn trotz der Abenteuer der jungen Arrow ist es ein eher ruhiges Buch. Es gibt zwar auch spannende und gruselige Stellen, diese werden von Nicole Stoye allerdings so abgemildert, dass Alpträumen auf jeden Fall vorgebeugt wird. Man hat fast das Gefühl, dass der fallende Schnee des ständigen Winters die Geschehnisse dämpft.

“Winterwelt” ist damit vermutlich vor allem eine Geschichte für junge Märchenliebhaber. Ich bin allerdings der Meinung, dass auch ältere Leser diesen Ausflug ins Märchenreich genießen können – mir ist das auf jeden Fall gelungen. “Winterwelt” ist eine schöne Geschichte, um bei Regen (oder auch Schnee) einfach mal die Zeit vergessen zu können. Und zumindest ich bin einen weiteren Ausflug in die “Winterwelt” nicht abgeneigt.

Die ersten Seiten findet ihr hier.

Veröffentlicht in: on Mai 8, 2013 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Elbenzorn von Susanne Gerdom

elbenzorn Susanne Gerdom
Elbenzorn
Verlag: Piper
480 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3492701167
ISBN-13: 978-3492701167
9,95 €

Das Cover des Buches zeigt einen Krieger in voller Montur vor einem sich zusammenbrauenden Sturm. Das gelbe Licht, das noch durch die sich auftürmenden Wolken auf den Krieger fällt, lässt ihn und die restliche Darstellung nur noch düsterer wirken. Auf mich wirkt es etwas zu düster und kämpferisch, liegt doch der Fokus der Geschichte nicht im Kampf.

Vor langer Zeit verbannten die lichten Elben die dunklen Elben aus ihrem Reich – und seit langer Zeit ist der Königsthron der Elben verwaist.

Auf Wunsch ihrer dunklen Schwester Rutaaura macht sich die Elbin Iviidis auf den Weg ins Herz des Reiches, um Gerüchte und Neuigkeiten zu sammeln. Mit dem, was sie entdeckt, hätte sie jedoch nie gerechnet. Und ausgerechnet jetzt bleibt ihre Schwester ihrem nächsten Treffen fern.

Mit dem Beginn von “Elbenzorn” habe ich mich fast nach Aventurien (für Nichteingeweihte: Das ist die Welt des Rollenspiels “Das schwarze Auge) versetzt gefühlt: Eine Gruppe von Helden muss einen im dunklen agierenden Finsterling aufhalten. Und auch der ein oder andere Seitenhieb a’la Zwergenfrauen und ihre Bärte hat mich an manch’ einen guten Rollenspielabend erinnert. Insgesamt ist die Geschichte jedoch weitaus komplexer als die meisten Rollenspiel-Abenteuer.

Als Leser folgt man hauptsächlich den Handlungssträngen um Rutaaura und Iviidis, sowie dem des dunklen Intriganten. Aber auch aus der Sicht der einen oder anderen Nebenfigur wird die Geschichte beleuchtet. Als Leser hat man so die Möglichkeit, sich einen guten Blick über das Gesamtbild zu verschaffen – oder sich hoffnungslos verwirren zu lassen.

Rutaauras Teil der Geschichte ist es, der das Aventurien-Flair beschwört. Wirtshausschlägereien, humorvolle Kommentare (hauptsächlich durch den Zwerg Turrin Silberzunge) und eine heldenhafte Einstellung – egal ob es jetzt darum geht, einen in der Stadt hilflosen Wüstenbewohner zu unterstützen oder ein paar Kinder vor Sklavenhändlern zu retten. In Iviidis Teil der Geschichte geht es ruhiger zu. Intrigen und Worte sind hier die Waffen der Wahl. Und auch, wenn Iviidis das Leben am Hofe eher nicht liegt, gewinnt sie schnell allerhand Informationen – Informationen, die sie und den Leser langsam das Puzzle zusammensetzten lassen.

Epische Schlachten sucht man in “Elbenzorn” vergebens, dafür findet man an jeder Ecke sympathische Figuren. Sei es nun Turrin Silberzunge, Iviidis Ehemann Olkodan oder die Gardistin Broneete. Jede Figur hat ihre eigene Geschichte, einige davon erzählt Susanne Gerdom recht ausführlich, sodass man als Leser durchaus auf die eine oder anderer Fortsetzung hoffen kann.

In “Elbenzorn” erzählt Susanne Gerdom beileibe nicht nur die Geschichte der zwei elbischen Schwestern (und ihrer Gefährten), sondern auch die eines gespaltenen Volkes – und von demjenigen, der die Spaltung zu seinen Gunsten zu nutzen weiß. Es ist eine Geschichte, über die man noch lange nachdenken kann (und jede Menge hineininterpretieren) – aber auch eine, die man einfach genießen kann, die gelungene Mischung aus Intrigen, Kämpfen und einen guten Schuss Humor macht das zumindest ziemlich einfach.

Ich jedenfalls werde mich jetzt gleich an den Nachfolger bzw. das Prequel, “Die Seele der Elben”, machen. Und dann hoffe ich auf weitere Geschichten aus dieser Welt – es gibt noch einige, die erzählt werden könnten.

Eine XXL-Leseprobe (und das ist sie wirklich) findet ihr übrigens hier.

Veröffentlicht in: on Mai 3, 2013 at 12:30 nachmittags  Kommentare (1)  
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Phenomena – Die Auserwählten der Prophezeiung von Ruben Eliassen

Ruben Eliassen
Phenomena – Die Auserwählten der Prophezeiung
Verlag: dtv
304 Seiten
ISBN-10: 3423623977
ISBN-13: 978-3423623971
7,95 €

Das Cover des Buches gefällt mir. In einem mit Runen verzierten Ring sieht man zwei Elfenkinder, vermutlich Alak und Ilke, und einen weißen Eisbären, vermutlich Arul. Oberhalb des Ringes befinden sich der Titel der Buchreihe und der Name des Autors, unterhalb des Ringes befindet sich, auf eine von zwei goldenen Greifvögeln gehaltenen Schriftrolle, der Untertitel des Buches.

Von den Murtokk versklavt sieht das Elfenpärchen Harti und Kiri nur einen Weg, ihre Kinder in Freiheit aufwachsen zu sehen: Die heimliche Geburt und der Schutz durch den in der Nähe wohnenden Zauberer Scha-Rah. Die heimliche Aktion gelingt – und auch wenn eines der beiden Kinder, Ilke, vom Frostfürst gezeichnet wird, kommen beide wohlbehalten zu Scha-Rah. Dieser zieht die beiden auf; und als er sie für alt genug hält, berichtet er ihnen von der Prophezeiung aus dem Buch Phenomena, die von zwei Elfenkindern berichtet, die ihr Volk von den Murtokks befreien und den bösen Herrscher Tarkan bekämpfen werden. Er hält Alak und Ilke für die Prophezeiten und gemeinsam machen sie sich auf den Weg, diese zu erfüllen.

Der Plot klingt altbekannt: Ein böser Herrscher, eine Prophezeiung, die dessen Ende verspricht, ein Zauberer, der die Prophezeiten anleitet. Und auch wenn die zwei Hauptfiguren Alak und Ilke etwas Besonderes sind, gibt der Plot leider auch nicht viel mehr her als eben dieses Altbekannte.

Die heimliche Geburt, der Weg zu dem Zauberer, der Ilke das Zeichen des Frostfürsten beschert, haben mich noch zu fesseln vermocht, waren der Grund für mein Interesse am Buch. Im weiteren Verlauf des Buches konnte mich dann jedoch nicht mehr viel überraschen, im Gegenteil, ich stieß immer wieder auf Parallelen zu anderen durchaus bekannten Büchern: Ein mehrtägiger Kampf des Zauberers gegen eine elementare Macht, der ihn von den Auserwählten trennt; drei Propheten, die einer Himmelserscheinung folgen, um die Auserwählten zu finden und zu beschenken; und nur durch eine Traumerscheinung davon abgehalten werden, bei ihrer Rückreise einem fragwürdigen Kaiser von ihrem Besuch bei den Auserwählten zu berichten.

Damit waren es dann einzig Alak und Ilke und der flüssige Schreibstil, die mich noch an der Geschichte hielten und bis zum ersten Etappenziel der zwei Auserwählten führten: “das Himmelsportal da, wo der Mond weint, [zu] verschließen – mit einem Lied, dass nur sie allein kennt”. Da noch sechs weitere Bände der Reihe existieren, werden die zwei wohl noch einige solche Etappenziele zu meistern haben. Diese werden sie allerdings, nachdem mich der erste Band nicht wirklich überzeugen konnte, ohne mich leisten müssen, ich werde die Reihe nicht weiterverfolgen.

Ihr könnt euch allerdings hier selbst einen ersten Eindruck verschaffen.

Veröffentlicht in: on September 16, 2012 at 12:00 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Himmelsauge von Melissa Fairchild

Melissa Fairchild
Himmelsauge
Verlag: PAN
384 Seiten
ISBN-10: 3426283123
ISBN-13: 978-3426283127
14,95 €

Das in dunklen Rottönen gehaltene Cover zeigt das Zifferblatt einer Uhr, in dessen Mitte man einen einsamen Jungen über die Londoner Tower Bridge laufen sieht. Innerhalb dieser Szenerie und vor dem Zifferblatt der Uhr kann man die Silhouetten von Raben erkennen. Endlich mal ein Cover, das hübsch anzusehen ist und einen eindeutigen Bezug zum Buch hat.

Mit beiden Beinen und einem Arm in Gips erwacht der Junge ohne Gedächtnis in einem Krankenhaus. Im Anbetracht der Tatsache, dass er einen Zusammenstoß mit einer U-Bahn hatte, ist sein Zustand allerdings erstaunlich gut. Nicht so erstaunlich jedoch wie die Witze und Rätsel des merkwürdigen kleinen Mannes im Hausmeisterkittel – Foster – oder die Tatsache, dass ihn der Nachrichtensprecher im Fernsehen zur augenblicklichen Flucht auffordert.

Mit nichts als seinem Namen flieht der Junge – Avi – nach einem Angriff aus dem Krankenhaus. Unterstützt von seinem Wächter und dem Menschenmädchen Hannah versucht er, seine Vergangenheit aufzudecken – und sich nicht von seinen Verfolgern erwischen zu lassen.

Eine Geschichte, die damit beginnt, dass ein Junge ohne Gedächtnis in einem Krankenhaus erwacht, verspricht einiges an Spannung. Und genau das bringt “Himmelsauge” auch.

Auf das Krankenhaus mit mehr oder weniger lustigen Witzen und Rätseln von Foster folgen Ereignisse, die für unsere Welt ganz sicher nicht gewöhnlich sind: Nachrichtensprecher, die Avi direkt ansprechen; Zeit, die plötzlich stillsteht; die Bedrohung durch das blaue Feuer eines unheimlichen Mannes – Kellen – und Avis rasante Flucht vor den Kobolden.

Melissa Fairchild stürzt Avi dabei zusammen mit dem Leser in ein ziemlich fantastisches London. Da Avi sein Gedächtnis verloren hat sind die Begegnungen mit Geschöpfen wie Goblins, Kobolden und Elfen für ihn genau so überraschend wie für den Leser – die Erläuterungen zu diesen Gestalten durch Avis Gefährten sind für den Leser dabei ebenso aufschlussreich wie für ihn selbst.

Hin- und Hergerissen zwischen dem, was er fühlt, glaubt und weiß kann Avi eigentlich niemanden trauen – und muss es doch tun. Ob er damit richtig liegt, kann man auch als Leser nur vermuten. Den Bösewicht der Geschichte, Kellen, kann man ziemlich schnell einordnen, die übrigen Gestalten an Avis Seite müssen sich jedoch erst beweisen. Sympathien verteilt man als Leser allerdings genau so schnell wie Avi selbst: An das Menschenmädchen Hannah, das Avi tatkräftig zur Seite steht und später seine einzige Motivation ist, weiterzumachen – und das, obwohl es nur zufällig in die Geschehnisse hineingeraten ist (es saß in dem Taxi, das Avi zur Flucht aus dem Krankenhaus geholfen hat); an das Elfenmädchen Brucie, das Avi schon die ganze Zeit über in der Menschenwelt begleitet hat (auch, wenn er sich daran nur bruchstückhaft erinnert), ohne es dabei an schnippischen Kommentaren mangeln zu lassen; an den faszinierenden Roosevelt, der sich in der Menschenwelt mehr recht als schlecht ergehen lässt (zu Beginn der Geschichte logiert er gerade in der Präsidentensuite des Savoy).

Nach Avis spektakulärem Wechsel in die Feenwelt verläuft die Geschichte im Vergleich zur vorangegangenen Geschwindigkeit geradezu im Schneckentempo. Durch die Zeit am Feenhof werden Avi und der Leser ziemlich ausgebremst. Durch den Einsatz neuer und “alter” (wenn auch wieder unbekannter) Figuren bringt Melissa Fairchild die Geschichte wieder aufs Gleis und führt die Geschehnisse wieder etwas temporeicher zu einem zufriedenstellenden Ende.

Trotz des fast stetigen Tempos und den facettenreichen Figuren ist bei mir der Funke der Geschichte nicht ganz übergesprungen. Mir fehlte der rote Faden, der sich durch die ganze Geschichte hindurchzieht – am Anfang ist dies mit dem Gedächtnisverlust von Avi sicherlich gerechtfertigt, später sollte man als Leser meiner Meinung jedoch einige Hintergründe mehr erfahren. Das einzig wirklich durchgängig klare Motiv ist für mich schlussendlich das des Bösewichtes. Allerdings sollte man auch über den Helden eines Buches mehr erfahren dürfen, als dass er bereit ist, für seine Freunde einige Risiken einzugehen.

Vielleicht klären sich einige der Punkte im Nachfolgeband “Weltenwanderer” – zumindest einen Blick würde ich hier mal riskieren. Und auch, wenn ich “Himmelsauge” vermutlich nicht zweimal lesen werde, hat mir das Buch doch einige angenehme und humorvolle Lesestunden gebracht – und kann sie sicher auch noch dem ein oder anderen Leser bringen.

Einen ersten Versuch könnt ihr hier starten.

Veröffentlicht in: on Juli 29, 2012 at 2:00 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Flüsterndes Gold von Carrie Jones

Carrie Jones
Flüsterndes Gold
Verlag: cbt
352 Seiten
ISBN-10: 3570308197
ISBN-13: 978-3570308196
14,99 €

Das Cover des Buches zeigt die goldbesprenkelten Lippen einer Frau, nebst Kinnpartie und Hals eben jener Frau. Der Rest des Covers ist schwarz, ebenso wie sich vor dem Hals befindlichen Äste. Ein interessantes Cover, das sich ziemlich stark von dem sonst üblichen Stil abhebt.

Nach dem plötzlichen Tod ihres Ziehvaters schickt Zaras Mutter Zara zu ihrer Großmutter nach Maine. Hier soll Zara wieder auf andere Gedanken kommen und neuen Lebensmut fassen.

Und auch wenn Zara nicht daran geglaubt hat: Maine bringt sie wirklich auf andere Gedanken. Schnell schließt sie neue Freundschaften, findet Aufnahme im Lauf-Team und wird gleich von zwei gutaussehenden Läufern belagert.

Allerdings geht ihr auch der merkwürdige Fremde, der sie zu verfolgen scheint, nicht aus dem Kopf. Ob an der Theorie ihrer neu gefunden Freunde Issie und Devyn über den Femden etwas dran ist?

Die Kapitel des Buches tragen den Namen verschiedener Ängste. Eine ungewöhnliche Art der Kapitelbezeichnung. Erfrischend anders ist auch das erste Kapitel – vermutlich der Prolog – der den Titel “Phobophobie – Die Angst vor der Angt” trägt. Hier schildert Zara ihre Ängste und ihre Art, damit umzugehen. Den Ängsten einen Namen zu geben ist ihr erster Schritt, sie zu bekämpfen.

Damit scheint Zara auf den ertsen Blick eine ziemlich ängstliche Person zu sein, dem ist allerdings nicht so: Im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen setzt sie sich einfach nur mit ihren Ängsten auseinander. Sie ist überhaupt eine ziemlich tatkräftige Person, auch wenn der Tod ihres Ziehvaters sie erst mal in eine Starre versetzt hat. Der Umzug nach Maine scheint sie jedoch langsam wieder hervorzulocken.

Damit haben sicherlich auch ihre zwei Schulkollegen aus dem Läufer-Team etwas zu tun: Der hilfsbereite und freundliche, manchmal fast aufdringliche Ian und der ziemlich verschlossene, aber mindestens ebenso hilfsbereite Nick (Zaras ständige “Retter in der Not”).

Der merkwürdige Fremde, der Zara seit ihrer Landung in Maine zu verfolgen scheint, hemmt Zaras Ausweg aus ihrer Starre – ebenso wie das verdammt kalte Wetter. Issie und Devyns Theorie, dass es sich bei diesem um einen Elfen handelt, scheint ziemlich weit hergeholt. Das Verhalten der Bewohner von Maine passt allerdings dazu. Schon die Aussage der Sekretärin zu Zaras abendlichem Lauftraining “Hoffentlich hat deine Großmutter dir gesagt, dass du deine Jacke auf links tragen musst” gibt einem sehr zu denken.

Die Bewohner von Maine wissen auf jeden Fall mehr als Zara und der Leser – überhaupt scheint jeder für sich ein Geheimnis zu verbergen, selbst Zaras Mutter und Großmutter. Welche Geheimnisse das sind – und wie sie zusammenhängen – wird jedoch erst im weiteren Verlauf der Geschichte langsam enthüllt. Und auch wenn hier manche Klischees bedient werden schafft es Carrie Jones immer wieder, den Leser zu überraschen.

Mit dem Ende des Buches laufen die Fäden dann zusammen – und es wird Zeit zu handeln. Zara und ihre Freunde nutzen diese Zeit und verpassen dem Buch damit das wohlverdiente “Happy End” – zumindest für die menschlichen Bewohner von Maine.

Ich persönlich bin mit dem Ende nicht wirklich zufrieden. Für eine Geschichte mit einer fast pazifistischen Hauptperson finde ich die gefundene Lösung ziemlich grausam, wenn auch wirksam. Trotz allem freue ich mich natürlich, dass das Unheil (wieder einmal) abgewendet wurde und auch für die im Buch entstandene Romanze nun alles weitere ziemlich rosig aussieht.

Damit ist “Flüsterndes Gold” eine Geschichte, die durch ihre gekonnte Mischung aus alten Klischees und neuen Ideen einige abwechslungsreiche Lesestunden verspricht. Ich bin gespannt, wie Carrie Jones sie in “Finsteres Gold” fortsetzt.

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Veröffentlicht in: on Juli 13, 2012 at 7:00 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Das magische Portal von Aileen P. Roberts

“Das magische Portal” ist der erste Band der “Weltennebel”-Trilogie von Aileen P. Roberts.

Aileen P. Roberts
Das magische Portal
Verlag: Goldmann
512 Seiten
ISBN-10: 344247518X
ISBN-13: 978-3442475186
12,00 €

Auf dem Cover des Buches sticht auf den ersten Blick die durch einen blauen Mantel verhüllte Frau heraus. Sie ist, neben dem Titel des Buches, das einzig farbige auf dem Cover. Im Hintergrund kann man in Grautönen Teile eines Baums erkennen, an dessen Ästen Ketten mit Steinen hängen. Auch nach dem Lesen des Buches kann ich nur Vermutungen betreffend der Person anstellen – aber es sieht definitiv gut aus.

Als Findelkind hat es Darian ziemlich gut getroffen. Nachdem seine ersten Adoptiveltern bei einem Unfall gestorben sind, hat ihn der reiche und erfolgreiche Samuel Drake adoptiert. Mit einer Freundin, um die ihn viele beneiden, jeder Menge Geld und einem erfolgreichen Studium hat Darian eigentlich alles, was er sich erträumen könnte.

Eine Studienreise nach Schottland stellt jedoch sein bisheriges Leben völlig auf den Kopf. Die Nebelhexe Mia erzählt ihm von seiner Vergangenheit: Er ist der Thronerbe von Albany, einer magischen Welt, die neben der unsrigen existiert. Seine Mutter gab ihr Leben, um ihn auf der Erde zu verstecken. Seitdem suchen die treuen Anhänger der Königsfamilie nach ihm. Denn damit Darian seinen Thron übernehmen kann, muss er vor dem Ende seines 25. Lebensjahr diesen auf der Dracheninsel einfordern. Und bis dahin bleibt nicht mehr viel Zeit…

Der Auftakt der Geschichte ist ziemlich klassisch. Auf der Flucht vor den Häschern wird ein kleines Kind durch ein Portal in eine andere Welt geschickt, wo es ungeahnt seiner Herkunft als normales Menschenkind aufwächst.

Dass das Kind auf der Erde in Reichtum aufwächst ist ungewöhnlich. Darian ist kein Außenseiter, sondern eher das Gegenteil davon – Geld regiert eben noch immer die Welt. Trotz seines Reichtums hat sich Darian jedoch auch seine Menschlichkeit bewahrt – vielleicht durch seine ersten Adoptiveltern? Die Reise nach Schottland gibt Darian Zeit, nachzudenken – auch über seine bisherigen Freundschaften. Um sich von diesen zu lösen braucht es allerdings noch etwas mehr.

Mias Enthüllungen sind erst der Anstoß der ganzen Geschehnisse. Der Übergang nach Albany, wenngleich er sich nicht als einfach erweist – und den Leser mit der einen oder anderen Überraschung aufwartet – passiert bereits im ersten Drittel des Buches. Das Verhalten von Darians aktueller Freundin fand ich hier etwas zu überzogen – aber auch das hat sich im weiteren Verlauf der Geschichte schnell geklärt. Mit dem Übergang nach Albany ist die Geschichte jedoch noch längst nicht zu Ende.

Während es gilt, die Königstreuen ausfindig zu machen und den Thron einzufordern, lernt Darian – ebenso wie der Leser – Albany und seine Völker genauer kennen. Als Leser macht man dabei ziemlich schnell Gut und Böse aus, da die Figuren sehr schwarz-weiß dargestellt werden. Darian tut sich hier jedoch schwer: falsche Freunde und sein für seine Verbündeten – zum Teil auch für den Leser, der ja deutlich mehr weiß als seine Freunde – nicht gerade nachvollziehbares Verhalten führen dazu, dass er allein dasteht.

Erst gegen Ende des Buches schafft es Darian, “die Reißleine zu ziehen”. Ob das ausreicht, um sein Königreich und seine Getreuen zurückzugewinnen, bleibt offen. Und auch wenn das Ende mit einigen positiven Entwicklungen aufwartet, sieht es schlecht aus – für Darian und für ganz Albany.

“Das magische Portal” bietet eine wirklich interessante Mischung. Auf zum Teil weit vorhersehbare Handlungsstränge folgen absolut überraschende Ereignisse, die sich sehr schlüssig in das Gesamtbild einfügen. Die Hauptperson des Buches ist, abgesehen von ihren noblen Zielen, nicht im geringsten das, was man sich unter einem Held vorstellt – in einem Großteil der Geschichte ist er sogar weit weniger als das. Sympathische Figuren verwinden schneller als man lesen kann, während die Bösewichte immer mehr Aufmerksamkeit und Macht gewinnen.

Ich bin mir noch immer nicht sicher, ob mir „Das magische Portal“ gefällt. Zumindest hat es mich neugierig auf den nächsten Band der Reihe gemacht – vielleicht kann ich dann sagen, ob interessant auch gut bedeutet.

In das Buch hineinschnuppern könnt ihr hier.

Veröffentlicht in: on Mai 27, 2012 at 2:09 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Elfenmagie von Sabrina Qunaj

Sabrina Qunaj
Elfenmagie
Verlag: atb
976 Seiten
ISBN-10: 3746627389
ISBN-13: 978-3746627380
14,99 €

Das Cover von “Elfenmagie” hat etwas Magisches: Ein Baum nimmt den Großteil des Covers ein, zu seinen Füßen befindet sich eine Frau, von der man nicht viel mehr als eine Silhouette erkennen kann. Der Hintergrund wird von gelb und orange Farbtönen eingenommen und lässt Baum und Frau fast schwarz wirken. Ein Cover, das es versteht, Blicke auf sich zu ziehen – und zu halten.

Eine magische Barriere trennt das einstmals vereinte Reich der Licht- und Schattenelfen. Im Augenblick herrscht ein zerbrechlicher Frieden – und es gibt nur eine Person, die diesen Zustand gefährden kann: Die Halbelfe Vanora. Ohne etwas von ihrer Herkunft zu ahnen lebt sie, von den Schattenelfen verborgen, mit ihrem Vater in einem menschlichen Dorf.

Aber die Königin der Lichtelfen, Alkariel, ist mit dem aktuellen Zustand nicht zufrieden. Ihr verlangt es nach der Herrschaft über das ganze Elfenreich. Um dies zu erreichen, muss die Barriere zwischen den Reichen fallen – und dafür benötigt sie Vanoras Blut.

Können die Schattenelfen Vanora weiterhin beschützen und das Geheimnis ihrer Herkunft bewahren?

Schon mit den ersten Seiten, die aus Vanoras Sicht geschrieben sind, hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Wer ist Vanora, die seit ihrer Kindheit von Schatten in der Finsternis begleitet wird? Ihre Gedanken sind die eines einfachen Mädchens, das Gespräch, das sie belauscht, offenbart jedoch weit mehr über sie.

Seite um Seite fliegt die Geschichte dahin, während man als Leser neue Figuren entdeckt – Vanoras Sichtweise bleibt nicht die einzige – und die Geschichte ihren Lauf nimmt. Schon die Personen als solche mache die Geschichte lesenswert. Ich habe selten eine so einfühlsame Art der Beschreibung gelesen. Umso härter treffen einen dann allerdings die Schicksalsschläge, die Sabrina Qunaj ihren Helden zumutet.

Denn auch, wenn der Ausgangspunkt der Geschichte – ein Mädchen, hin- und hergerissen zwischen Licht- und Schatten – nicht ungewöhnlich ist, die Art, wie die Geschichte erzählt wird, ist es. Es gibt keine klassischen Helden, sondern Personen, deren Essenz man durch die Seiten hindurch spürt; keine Schwarz-Weiß-Malerei sondern Grautöne durch und durch – und das in einer in allen Farben schillernden Welt.

Das Buch hat mich mitgerissen, mit den Protagonisten bangen, hoffen, zweifeln und verzweifeln lassen. Seite für Seite enthüllt das Buch mehr über die Hintergründe und lässt doch immer noch etwas im Dunklen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen, nur Müdigkeit konnte mich auf den letzten Kapiteln davon abhalten, das Buch an einem Stück durchzulesen.

Damit die Geschichte die ist, die sie ist, bleiben aber auch Verluste zu bewältigen, kommt es zu wahrer Verzweiflung. “Elfenmagie” ist kein zuckersüßes Märchen, es gibt kein “sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage”. Trotz der Magie ist das Buch manchmal erschreckend realistisch – aber gerade das macht auch den Reiz des Buches aus.

Wer auf ein Happy End hofft, wird enttäuscht werden. Aber diejenigen, die sich auf das Buch einlassen, werden eine spannende Geschichte erleben, die keinerlei Rücksicht auf Konsequenzen nimmt. Mit “Elfenmagie” nimmt Sabrina Qunaj den Leser mit auf eine Reise, die er so schnell sicher nicht vergessen wird.

Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet ihr hier.

Veröffentlicht in: on Mai 25, 2012 at 12:00 nachmittags  Kommentare (5)  
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Sturm im Elfenland von Frances G. Hill

Und wie immer wird der SUB von oben nach unten gelesen …

Frances G. Hill
Sturm im Elfenland
arsEdition
464 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3760763731
ISBN-13: 978-3760763736
EUR 19,95

Das Cover des Buches gefällt mir. Es zeigt den Oberkörper eines Mädchens mit zerzausten Haaren, über ihren Oberarm schlängelt sich ein Tattoo. Das Mädchen ist umgeben von Grüntönen, die mit grün-silbernen Ranken und Verzierungen durchsetzt sind. Der Titel des Buches ist in silbriger Schrift geschrieben, aus denen sich ebenfalls zwei Ranken herauswinden.

Seit einem Anschlag auf das Leben des Elfenkönigs hat dieser den Einsatz von Magie verboten. Ivaylos Eltern lehnen sich gegen diese Regel auf und werden dafür als Verräter vom Elfenkönig verbannt.

Als Kind bleibt Ivaylo von diesem Urteil verschont. Er wird zur seiner Tante (und seiner Cousine) aufs Land geschickt. Anfangs noch spinnefeind – seine Cousine Alana ist sauer, weil er das Zimmer bekommt, was eigentlich ihr versprochen worden war und er fühlt sich fernab seiner Eltern und seiner Freunde einfach nicht wohl und benimmt sich entsprechend garstig – schließen Alana und Ivaylo langsam Freundschaft. – Eine Freundschaft, die sich schon bald bewähren muss: Das Volk der Elfen ist in Gefahr und nur die Magie von Elfen und Zwergen (zwei Völker, die sich schon lange hassen) kann diese Gefahr noch abwenden.

Frances G. Hill erzählt das Buch aus mehreren Sichten. Zum einen aus Ivaylos und Alanas, zum anderen aus der Sicht von Munir, dem einzigen Vertrauten des Königs. Die unterschiedlichen Sichten beleuchten die Geschichte von verschieden Standpunkten, die alle in sich schlüssig und nachvollziehbar sind. Auch sind ihre Meinungen nicht festgefahren, sondern lassen sich durch die Ereignisse beeinflussen.

Obwohl der König Ivaylos Eltern in die Verbannung geschickt hat, ist er nicht böse. Er versucht sein Volk zu schützen, da es seit dem Verbot der Magie nicht mehr selbst in der Lage dazu ist. Als er sieht, dass seine Kraft alleine dazu nicht ausreicht, sucht er Hilfe im Reich der Zwerge.

Was zu Beginn des Buches wie mehrere Einzelschicksale wirkt, zieht Frances G. Hill im weiteren Verlauf des Buches immer mehr zusammen. Alana und Ivaylo, Munir und der König, Elfen und Zwerge. – Die auf den Klappentext (und im eigentlich recht hübschen Buchtrailer) angekündigte Liebesgeschichte zwischen Alana und Ivaylo wird hier eher angedeutet, ich habe die Beziehung zwischen ihnen eher als Freundschaft, aus der sich mehr entwickeln kann, als als Liebesbeziehung empfunden. – Das ist allerdings eher positiv zu sehen, die Beziehung zwischen ihnen ist eben Teil der Geschichte und nicht die ganze Geschichte. Diese enthält nämlich einiges mehr: Politische Verwirrungen, eine Verschwörung gegen den König, Magie, aber eben auch sehr “menschliche” (auch wenn man hier wahrscheinlich eher “elfliche” sagen müsste ;-) ) Charaktere. – Eine Geschichte die sich zu lesen lohnt.

Reinschnuppern könnt ihr hier.

Veröffentlicht in: on Juli 6, 2011 at 5:36 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Tinker von Wen Spencer

Und wieder ein gutes Buch mit einem leichten Science Fiction Einschlag:

Wen Spencer
Tinker
Verlag: Heyne
608 Seiten , Taschenbuch
ISBN-10: 3453527801
ISBN-13: 978-3453527805
9,99 €

In diesem Fall hat mich das Cover zum Lesen des Buches verleitet. Die leicht geöffnete Tür (die durch ihre Verzierungen schon magisch wirkt) und das Mädchen, das durch den Türspalt schaut. Magisch und geheimnisvoll hat es mich zum Lesen eingeladen.

In vielen Büchern wird von Übergängen zwischen Menschen und Elfenreich erzählt. In Tinker werden diese Übergänge wissenschaftlich erklärt und künstlich hervorgerufen: Die amerikanische Stadt Pittsburgh wird dadurch – abgesehen von einem Tag im Monat (den Tag der “Abschaltung) – dauerhaft ins Elfenreich versetzt.

In dieser Stadt lebt und arbeitet Tinker. Sie ist achtzehn Jahre alt und stolze Besitzerin eines Schrottplatzes. Hier rettet sie dem Elfenfürst Windwolf an einem Tag der Abschaltung das Leben, als er von vermeintlichen Werwölfen angegriffen wird. Als Dank dafür nimmt er sie in seine Familie auf.

Auf den ersten Blick klingt das toll, ist aber für ein Menschenmädchen, das sich mit den elfischen Bräuchen nicht wirklich auskennt ziemlich kompliziert. Dass sich gerade jetzt die Mörder ihres Vaters – den Erfinder des Tores, das Pittsburgh ins Elfenreich versetzt – auf ihre Spur setzen macht das Ganze nicht einfacher…

Wen Spencer schafft es in Tinker zwischen Technik und Magie hin- und her zu wechseln, ohne der Geschichte an Glaubwürdigkeit zu nehmen – gerade durch diese Mischung gewinnt die Geschichte sogar daran.

Die Figuren sind detailliert beschrieben und gerade mit Tinker kann man sich sehr gut identifizieren – abgesehen davon, dass man als Leser nicht unbedingt ihr technisches Verständnis hat.

Eine magische Zukunftsvison die wissenschaftlich erklärt wird, ohne dass die Magie ihren Reiz verliert. Eine gelungene Mischung, nicht nur aus Fantasy und Science Fiction, sondern auch aus Spannung, Lovestory und einem guten Schuss Humor. Und ein weiterer Beweis dafür, das Science Fantasy wirklich gut sein kann. :-)

Reinlesen könnt ihr hier.

Veröffentlicht in: on März 8, 2011 at 8:02 vormittags  Kommentare (4)  
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