Shadow Ops – Kontrollpunkt von Myke Cole

shadowops01 Myke Cole
Shadow Ops – Kontrollpunkt
544 Seiten
Piper
ISBN-10: 3492269230
ISBN-13: 978-3492269230
9,99 €

“Kontrollpunkt” ist der Auftakt der Reihe “Shadow Ops” von Myke Cole, einem Autor, der, was die militärische Seite angeht, aus erster Hand berichten kann: Beruflich ist er für private Sicherheits- und Militärunternehmen unterwegs.

Das Cover des Buches zeigt drei bewaffnete Männer, die der Betrachter vermutlich schnell als Soldaten identifiziert. Die Hand eines der Männer wird von Blitzen umspielt – er scheint also mehr als nur die “normalen” Waffen zu besitzen. Um die Männer herum wogt der Rauch, während die Patronen nur so aus den Waffen springen. Eine Darstellung, die – abgesehen von den Blitzen – einem klischeehaften Schlachtfeld entspringen könnte.

Oscar Britton ist mit Leib und Seele Soldat. Soldat einer Regierung, die um jeden Preis versucht, die Ordnung aufrecht zu erhalten, nachdem plötzlich immer mehr Menschen anfangen, magische Fähigkeiten zu zeigen – und dafür die Magie streng reglementiert. Als Oscar den Auftrag bekommt, zwei Teenager zu stoppen, die unerlaubt mit Magie hantieren, kommen ihm erste Zweifel. Und als sich bei ihm selbst übernatürliche Fähigkeiten manifestieren, kommt ihm als erstes nur eines in den Sinn: Flucht.

Schon mit den ersten Seiten des Buches lässt Myke Cole beim Leser Zweifel an der Regierung aufkommen: Kann es wirklich sein, dass zwei Teenager als Gefahrenquelle eingestuft werden und mit militärischer und magischer Hilfe gestoppt werden müssen? Der anschließende Einsatz lässt einen ein weiteres Mal darüber nachdenken. Auch Oscar geht der Einsatz nicht aus dem Kopf. Und mit dem Hintergrund des Einsatzes sind seine ersten Handlungen nach der Entdeckung seiner übernatürlichen Fähigkeiten nicht gerade abwegig, wenn auch die Folgen fatal sind. Nicht umsonst wird Magie durch die Regierung strengstens kontrolliert.

Magische Portale erschließen Oscar und dem Leser anschließend eine völlig neue Welt: Eine Welt, in der Magie alltäglich ist. Eine Welt, die erobert werden möchte – zumindest nach Ansicht der irdischen Regierungen, auch wenn die “Eingeborenen” das ganz anders sehen. Ein Eintritt in diese Welt bedeutet damit das Eintreten in ein Kriegsgebiet. Ein Krieg, in denen Helikopter und Maschinenpistolen gegen Magie und riesige magische Kreaturen kämpfen. Bevor es dazu kommt, muss Oscar allerdings erst lernen, seine Fähigkeiten unter Kontrolle zu bekommen. Er kommt daher in den Genuss einer magischen Grundausbildung und dem typischen Militärdrill (wie man ihn sich als Leser so vorstellt) unter einem grimmigen Offizier. Die Verachtung der nichtmagischen Einheiten (inklusive seines Offiziers) schweißt ihn und seine Gruppe dabei schnell zusammen – und zumindest zu einem Einheimischen, dem Goblin Marty, knüpft Oscar auch freundschaftliche Bande.

Durch die jedem Kapitel vorangestellten Zitate aus Nachrichtensendern, von Menschen von öffentlichem Interesse und gängigen Handbüchern zum Umgang mit Magie kann sich der Leser schnell ein Bild von der Situation und der Welt als solche machen. Ein Bild, das stetiger Veränderung unterworfen ist. Mit jedem Kapitel bringt Myke Cole neue Aspekte ins Feld, die Oscars Einstellung immer wieder ins Wanken bringen. Und auch als Leser ist man sich trotz offensichtlicher Missstände – wie eine Art Gefangenenlager für Latente (magische Begabte) oder die medizinischen Experimente an Einheimischen – nicht sicher, ob ihre Handlungen vielleicht doch auf vernünftigen Grundlagen basieren. Dadurch beschäftigt sich allerdings auch ein Großteil des Buches mit Oscars Gedankengängen und Um-Entscheidungen. Natürlich gibt es auch immer wieder Kämpfe – nicht umsonst spielt ein Großteil des Buches im magischen Kriegsgebiet – aber der Schwerpunkt liegt eben auf der Entwicklung, respektive der Entscheidungsfindung, der Hauptfigur. Nach den ersten zwei Dritteln der Geschichte befürchtete ich damit schon ein absolut offenes Ende, da abgesehen von der Ausbildung und der Entscheidungsfindung nicht viel passierte. Tatsächlich fährt Myke Cole gegen Ende jedoch noch alles auf, was er zu bieten hat: Magie trifft auf Munition und Explosionen – und so mancher Protagonist schafft es auch noch, den Leser zu überraschen. Und mit der letzten Seite des Buches hat Oscar sich schlussendlich auch entscheiden können.

Mit dem Ende des Buches kann ich mich allerdings nicht mehr entscheiden, ob ich “Shadow Ops” mag. Die Idee gefällt mir – und soweit ich das beurteilen kann, ist auch das militärische Umfeld wirklich gut dargestellt. Die verschiedenen Fronten waren mir dafür allerdings viel zu weich (zu wenig schwarz-weiß) dargestellt, was durch Oskars stetigen Sinneswandel noch verstärkt wurde – den Leser allerdings auch selbst zum Nachdenken anregt. Mit dem Ende des Buches sind die Fronten schlussendlich geklärt (hoffe ich zumindest) und sowohl Pro- als auch Antagonisten vorgestellt. Damit sollte es im zweiten Band wohl so richtig losgehen – und zumindest ein Reinschnuppern werde ich mir dort bestimmt nicht verkneifen können.

Hier könnt ihr euch selbst einen ersten Eindruck verschaffen.

Veröffentlicht in: on Juni 15, 2013 at 9:00 vormittags  Kommentare (1)  
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Syrenka – Fluch der Tiefe von Elizabeth Fama

syrenka Elizabeth Fama
Syrenka – Fluch der Tiefe
368 Seiten
arsEdition
ISBN-10: 3760787509
ISBN-13: 978-3760787503
18,99 €

Man muss schon genau hinschauen, um zu erkennen, dass das Cover des Buches eine Meerjungrau und kein einfaches Mädchen zeigt: Nur der Ansatz des Schwanzes und ein Stück der Flossen sind im unteren Teil des Covers zu sehen. Die Meerjungrau selbst ist wirklich schön anzusehen und selbst das im Wasser wehende Haar ist zu erkennen. Ich vermute, sie ist auf dem Weg zur Oberfläche, den das Wasser ist bereits von Sonnenstrahlen erhellt. Die schimmernde Oberfläche des Covers gefällt mir nicht ganz so gut wie der Rest des Covers – machen es aber definitiv zu etwas besonderem.

Schon immer starben die Frauen in Hesters Familie wenige Tage nach der Geburt ihrer ersten Tochter. Genug Zeit, um die kleine Herzkette an ihre Töchter weiterzugeben, aber nicht genug, um sie aufwachsen zu sehen. Darum ist Hester sich sicher: Sie wird für immer Single bleiben und nie eigene Kinder bekommen. Der Fremde, den sie am Meer trifft, ist der erste, der von einem Fluch spricht. Einem Fluch, den man brechen kann. Und damit macht sich Hester auf die Suche nach den Ursprügen.

Es ist die Meerjungfrau Syrenka, die die Geschichte ins Rollen bringt – aber es nicht allein ihre Geschichte. Nachdem ein jungen Indianer, in den sich Syrenka verliebt hat, bei ihrer ersten Begegnung ertrinkt, dauert es eine Weile, bis sich Syrenka im 19. Jahrhundert erneut einem Menschen, Eszra, zeigt. Eine Begegnung, auf die viele weitere Folgen und eine Begegnung, die schreckliche Folgen für die nächsten Generationen hat, bis hin zu Hesters Generation.

Elizabeht Fama springt in ihrer Geschichte gekonnt zwischen den Jahren und erzählt sowohl Syrenkas als auch Hesters Geschichte. Geschichten, die eng miteinander verknüpft sind, deren Fäden der Leser aber erst im weiteren Verlauf der Geschichte langsam entwirren kann. Dabei werden einem sowohl Syrenka als auch Hester schnell sympathisch. Syrenka ist allerdings um einiges kaltblütiger als Hester – aber auch verzweifelter. Eine Meerjungfrau hat nur eine Möglichkeit, um an eine Seele zu kommen, eine Möglichkeit, die wirklich nur grausam zu nennen ist. Syrenkas Leben steht damit unter keinem guten Stern. Hesters Leben könnte sich zum Bessern wenden, wenn sie die Fäden der Vergangenheit entwirren und den Fluch brechen kann. Die mysteriösen Tode der Frauen ihrer Familie sind erste Indizien, der Pfarrer der Kirche und der geheimnisvolle Fremde vom Strand bringen Hester schnell auf weitere Spuren. Der Leser hat Hester gegenüber einen Vorteil bei der Entwirrung der Geschichte, da Elizabeth Fama ihm auch Syrenkas tragische Geschichte erzählt.

Elizabeth Fama wechselt stetig zwischen Teilen von Syrenkas Lebensgeschichte und Hesters (historischen) Forschungen , die sie immer näher an die Auflösung des Fluches und an die Verzweiflung bringen, die auch Syrenka gespürt hat. Um den Fluch zu brechen, macht Hester schließlich auch vor Einbruch und Diebstahl keinen Halt. Das größte Wagnis ist aber die Konfrontation mit der Hexe des Meeres, Noo’kas. Mit dieser Konfrontation beginnt Elizabeth Fama den Showdown ihrer Geschichte.

Tragik und Meerjungrauen verleihten “Syrenka” einen Flair wie Hans Christian Andersens “Die kleinen Meerjungfrau” – Syrenka und die kleine Meerjungfrau haben ein ähnliches Schicksal. Mit Geistern und einem dunkler Fluch überführt Elizabeth Fama ihrer Geschichte in die heutige Zeit. Mit historischen Forschungen und einer guten Portion Mut lässt sie Hester die Geschichte zu einem besseren Ende bringen – und das ganz ohne die typischen Love-Story-Elemente.

“Syrenka” ist damit erfrischend anders, während es den Leser gleichzeitig alte Märchen über die Meere in Erinnerung ruft. Ich finde die Geschichte wirklich gut gelungen und sehr empfehlenswert.

Den Beginn von Syrenkas Geschichte findet ihr hier.

Veröffentlicht in: on Juni 12, 2013 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Nick aus der Flasche: Teil 1 von Monica Davis

nickausderflasche Monica Davis
Nick aus der Flasche: Teil 1
140 Seiten
Ebook
ASIN: B00CM0BZ1O
1,49 €

Nick aus der Flasche ist eine dreiteilige Ebook-Reihe, die ab Juni als Gesamtausgabe (im Printformat) bei Elysion Books erscheint. Meine Rezension umfasst nur das erste Ebook.

Das Cover des Buches zeigt ein junges, sich küssendes Pärchen, vor einer kleinen orientalisch anmutenden Flasche. Spätestens hier sollte dem Leser klar sein, dass es sich bei “Nick aus der Flasche” um einen Liebesroman handelt – wenn auch die Flasche (und der Titel) einen Hauch von Magie vermuten lassen.

Seitdem sich Julie ihr Sprunggelenk angeknackst hat und damit ihre Cheerleadertätigkeiten erst einmal an die Wand hängen muss, ist sie mürrisch und schlecht gelaunt – sehr zum Leidwesen ihres Kumpels Martin. Das ändert sich, als ihr Mrs. Warren von der Wohltätigkeitsorganisation als Dankeschön für ihre Hilfe eine alte orientalische Flasche schenkt. Eine Flasche, aus der ein waschechter Flaschengeist auftaucht: Nick.

Julie ist eine ganz normale Jugendliche kurz vor ihrem Abschluss. Ihr größtes Problem ist ihre erzwungene Sportpause und die daraus resultierenden schlechteren Chancen bei ihrem Schwarm Josh. Der Flaschengeist aus der Haushaltsauflösung des kauzigen Mr. Salomon wirbelt ihr Leben jedoch weit mehr durcheinander, als ein angeknackstes Sprunggelenk es je gekonnt hätte: Heimlicher Wäschediebstahl beim großen Bruder, Essenschmuggelei und ein Dauergast im eigenen Zimmer – im magisch aufgepeppten alten Puppenhaus.

Wie schon das Cover vermuten lässt, geht es nicht nur um das Verstecken eines Flaschengeistes, sondern auch um junge Liebe, die in einem Roman selbstverständlich nicht ohne Verwicklungen daherkommt: Julie schwärmt für Josh, während Nick noch seiner alten Liebe Emma nachtrauert. Denn Nick war nicht immer ein Flaschengeist – und beileibe nicht der einzige, den Mr. Solomon magisch in die Knechtschaft gezwungen hat.

Das Auffinden seiner alten Freundin ist neben dem Auffrischen von Julies Chemiekenntnissen ihre erste gemeinsame Aktion – und die Lösung dank moderner Technik näher, als man vermutet. Nicks noch unerprobte Magie hilft dagegen, die diversen Heimlichkeiten zu verschleiern und lässt einen nicht nur aufgrund Julies Erwähnung an die alte TV-Serie “Bezaubernde Jeannie” denken. Das erste Treffen zwischen Josh und Nick läuft eigentlich ziemlich genau wie vom Leser vermutet – auch wenn zumindest ich nicht gleich mit einem Kuss gerechnet hätte.

Gegen Ende wird es noch einmal ziemlich dramatisch, bevor Monica Davis den ersten Teil der Reihe zu einem gelungen Abschluss bringt. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit einem offenerem Ende gerechnet hätte. Es existieren zwar noch einige offene Fäden, wie zum Beispiel der Verbleib der anderen Flaschengeister, aber es laufen auch einige der Fäden schon recht nahe zusammen – und das sicherlich nicht nur wegen des oben erwähnten Kusses.

“Nick aus der Flasche” ist damit etwas mehr als nur ein typischer Liebesroman für Jungendliche. Der ungewöhnliche männliche Protagonist und ein Hauch von orientalischer Magie machen die Geschichte eben zu etwas Besonderes.

Eine XXL-Leseprobe (56 Seiten, also gut ein Drittel des Buches) findet ihr hier.

Veröffentlicht in: on Juni 8, 2013 at 9:00 vormittags  Kommentare (1)  
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Blutpakt von Tanya Huff

Blutpakt Blutpakt
Verlag: Feder & Schwert
362 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255834
ISBN-13: 978-3937255835
9,95 €

Wenig überraschend gefällt mir auch das Cover vom vierten Band der Reihe “Blood Ties” eher weniger. Der Feder & Schwert Verlag hält den Coverstil nämlich die komplette Reihe hindurch gleich. Diesmal ist das Cover in Grautönen gehalten; vor einer grauen Steinwand kann man eine weibliche Untote erkennen – passend zum Inhalt des Buches. Die zwei Spielkarten in der Hand der Untoten haben vermutlich keinen weiteren Zweck als durch die Beschriftung der obenliegenden Karte auf den Zustand des Wesen auf dem Cover hinzuweisen: Tot. Mittlerweile bin ich wohl die Covergestaltung gewöhnt – ich habe jedenfalls nicht länger am Cover verweilt, sondern gleich mit dem Lesen angefangen.

Nach doppeltem Beziehungstreit (sowohl mit Henry als auch mit Celluci) ist Vicky nicht in der Stimmung, die Anrufe ihrer Mutter entgegen zu nehmen. Einen Tag später ist Vickys Mutter tot – und Vicky am Boden zerstört. Als auf der anschließenden Beerdigung die Leiche ihrer Mutter verschwunden ist, hat Vicky nur noch ein Ziel: Den Räuber zu fassen und ihrer Mutter eine anständige Beerdigung zu ermöglichen.

Diesmal beginnt Tanya Huff ihre Geschichte mit einem Schock: Den Tod von Vickys Mutter. Da Vickys zuvor mit Celluci und Henry geführte Diskussionen bezüglich ihrer Beziehung ebenfalls nicht sehr entspannend waren, steht Vicky von Beginn an unter ziemlichen Stress. Zumindest die Beziehungsprobleme können mit dem Tod ihrer Mutter allerdings hinten angestellt werden. Henry und Celluci sind gleich zur Stelle – und raufen sich einmal mehr zusammen: Der eine bekommt den Tag mit Vicky, der andere die Nacht. Und auch die Wohnung von Vickys Mutter birgt genügend Platz – Celluci kann auf dem Sofa nächtigen, während Henry sich tagsüber in den Wandschrank verzieht.

Mit der Unterstützung bis zur Beerdigung ist es allerdings für die zwei nicht getan: Überraschenderweise ist der Sarg leer und Vickys Mutter verschwunden. Nach dem letzten Band liegt es nahe, an eine Mumie zu denken – gerade weil sich Vickys Mutter die Mumifizierung gewünscht hatte – die Lösung geht allerdings eher Richtung Dr. Frankenstein. Da Tanya Huff auch diesmal den Blickwinkel der Übeltäter nicht zu kurz kommen lässt, bekommt man als Leser auch einen recht genauen Einblick in die wissenschaftlichen Forschungen und Experimente der Bösewichte.

Da die Polizei sich lieber um die Probleme Lebender kümmert, als nach einer verschwundenen Leiche zu suchen, bleibt es auch diesmal am bekannten Ermittlungstrio hängen, die Zusammenhänge aufzuklären. Mit einem Unterschied: Diesmal ist es für Vicky sehr persönlich, was sie aufgrund der mangelnden Objektivität nicht gerade rational handeln lässt. Das Gesicht ihrer Mutter am Fenster lässt daher erst einmal nur einen naheliegenden Schluss zu. Zum Glück gehen die drei allen Hinweisen nach.

Neben den üblichen Ermittlungen bekommt der Leser allerdings auch einen tieferen Einblick in die Beziehung von Vicky und ihrer Mutter. Einblicke, die den Leser das in den vergangenen Bänden gefasste Bild von der Mutter deutlich revidieren lassen. Und spätestens mit dem Ende des Buches ist man mit ihr völlig ausgesöhnt. Außerdem lassen sich mit dem nun gewonnen Wissen auch Vickys Bindungsängste um einiges besser verstehen. Diese scheinen allerdings mit dem Ende des Buches passé: Es kommt zu einer sehr überraschenden und sehr plötzlichen Entscheidung, die zumindest vorerst die Fronten klärt und aus dem Trio ein Duo macht. Nach dem Klappentext des nächsten Bandes bin ich mir allerdings nicht sicher, für wie lange.

Nicht ganz so humorvoll wie die Vorgängerbände (aufgrund Vickys Trauer halten sich Henry und Celluci eben doch sehr zurück), dafür ziemlich persönlich (auch für den Leser) und absolut fesselnd ist “Blutpakt” mindestens genauso gut wie seine Vorgänger. Ich freu mich schon auf die nächste Fortsetzung.

Die ersten Seiten (natürlich wieder in der Lyx-Ausgabe) gibt es hier.

Veröffentlicht in: on Juni 5, 2013 at 12:30 nachmittags  Kommentare (2)  
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Drachen, Gold und Gaunerehre – Miss Jemmys Abenteuer in London von Susanne Haberland

drachengoldgaunerehre Susanne Haberland
Drachen, Gold und Gaunerehre – Miss Jemmys Abenteuer in London
Verlag: Aeternica
156 Seiten
Ebook
ASIN: B00BLTA57M
4,99€

Das Cover des Buches zeigt wohl London bei Nacht: Im Schein der Laternen kann der Betrachter Big Ben und die Silhouette einer jungen Frau erkennen, vermutlich Miss Jemmy. Mir gefällt das Cover, auch wenn man dahinter nicht unbedingt eine Diebesgeschichte vermutet.

Ein im Klassenzimmer vergessener Aufsatz, besser gesagt die Abschrift eines selbigen, führt die Waise Carnela in der Mittagspause zu der verschlossenen Tür ihres Klassenzimmers. Damit droht ihr wohl endgültig ein Nachsitzen. Das ausgerechnet Miss Jemima, die Lehrerin für Literatur und Handarbeit, ihr behilflich sein könnte, hätte Carnela nie vermutet. Ebenso wenig hätte sie Miss Jemima allerdings eine derartig spannende Vergangenheit zugetraut – und so wird das Nachsitzen zum reinsten Vergnügen.

Carnela scheint eine völlig normale Schülerin zu sein – eine, mit der sich vermutlich jede junge Leseratte identifizieren kann. Die Ereignisse, die Carnela sich vor Miss Jemima fürchten lassen, sind für den Leser allerdings eher amüsant: Geballte Fäuste gegenüber eines Gärtners, der Unkraut jäten als Frauenarbeit bezeichnet hat, oder ein ausgestopfter Basilisk im Bett der Benimmlehrerin haben mich zumindest eher zum Schmunzeln als zum Fürchten veranlasst – und Miss Jemima gleich sympathisch werden lassen. Ihre unkonventionelle Unterstützung überrascht nicht nur Carnela, und Miss Jemimas Geschichten ziehen auch den Leser schnell in ihren Bann: Miss Jeminas Vergangenheit in der erfolgreichsten Bande von ganz London ist durchaus Seiten füllend.

Das London ist allerdings nicht so, wie es der Leser zu kennen glaubt. Schon der ausgestopfte Basilisk deutet an, dass es in Susanne Haberlands Welt einiges mehr als nur ein paar Diebe zu entdecken gilt: Eine Elfe mit einigem Diebesgeschick, Dracheneier – und auch Drachen, Meerjungfrauen, Trollbezwinger, einen Naga und noch weit mehr ungewöhnliche Gesellen bevölkern Miss Jemimas Geschichte. “Drachen, Gold und Gaunerehre” scheint allerdings eher für jüngere Leser geschrieben zu sein, wirklich angsteinflößend fand ich zumindest keinen der (Ein-)”Brüche”. Durch den Zusammenhalt der Bande kommt es jedes Mal zu einem (wenn auch manchmal nur einigermaßen) guten Ende. Und die sympathischen jungen “Helden” der Geschichte macht es jüngeren Lesern sicher leicht, sich mit Ihnen zu identifizieren. Die humorvolle Schilderung der “alten” Jemima stecken vielleicht auch dem ein oder anderen älteren Leser wieder Flausen in den Kopf, zumindest verleiten sie ihm zum Grinsen – spätestens mit dem Ende des Buches und der Begegnung zwischen Jemima, Carnela und dem vermeintlich Kinder fressenden Hausmeister Mister Malone.

Trotz der vermutlich eher jüngeren Zielgruppe habe ich “Drachen, Gold und Gaunerehre” wirklich genossen. Nach den zwei Diebesanthologien ist es damit eine weitere Diebesgeschichte aus dem Aeternica Verlag, die ich guten Gewissens weiterempfehlen kann – auch wenn die Anthologien mir (als “älterer” Leser) noch etwas besser gefallen haben.

Reinlesen könnt ihr hier.

Veröffentlicht in: on Juni 1, 2013 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Mindhunter – Tödliche Gabe von Suzanne Brockmann

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Mindhunter – Tödliche Gabe von Suzanne Brockmann
Verlag: Egmont Lyx
640 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3802589041
ISBN-13: 978-3802589041
9,99 €

Für einen Liebesroman wirkt das Cover ziemlich düster, die zwei Personen scheinen jedenfalls keine romantischen Gedanken zu hegen (zumindest im Moment). Allerdings verspricht das Cover eine ziemlich rasante Geschichte, die zwei wirken gespannt und auch die gut befahrene Straße verspricht Tempo. Im Nachhinein finde ich das Tatoo auf dem Arm der Frau etwas unpassend, die weibliche Hauptperson, Michelle Mackenzie, besitzt sehr zu Überraschung des ehemaligen Navy SEAL Shane Laughlin nämlich kein einziges.

Eine neue Droge, Destiny, die die Vernetzung des Gehirns erhöht, höchst abhängig und macht und die ungewöhnlichsten parapsychologischen Kräfte beim entsprechenden Junkie erweckt, bereit der Polizei einige Schwierigkeiten, die sie ohne die Hilfe der telekinetisch begabten Einsatzkräfte des Obermeyer-Instituts nicht mehr Herr werden kann. Verstärkt durch den Ex-SEAL Shane Laughlin macht sich das Einsatzteam an die Ermittlungen.

Der Fokus der Geschichte liegt nicht nur, wie man nach dem Klappentext vermuten könnte, auf Shane Laughlin und Dr. Michelle Mackenzie. Neben diesen beiden stehen auch der Leiter des Obermeyer-Instituts, Dr. Joseph Bach, und zwei weitere seiner Mitarbeiter, Elliot Zerkowski und Stephen Dioaz, eindeutig im Fokus, ebenso wie Anna Taylor, die durch das Obermeyer-Institut Hilfe bei der Suche nach ihren vermissten Schwester Nika bekommt.

Die Zusammenführung der Protagonisten ist relativ einfach: Vier von Sechs arbeiten bereits im Institut, Shane ist auf der Suche nach einem Job und Anna auf der Suche nach Hilfe, die ihr die Polizei verweigert hat. Da Annas Schwester das Potenzial hat, das am Obermeyer-Institut erforscht und weitergebildet wird, laufen genau dort die Fäden zusammen. Auch die Verbindung zur Drogenmafia um Destiny ist schnell gefunden – da diese Droge die Gehirnvernetzung erhöht, kommt man aber auch als Leser ziemlich schnell auf die Verbindung.

Im Großen und Ganzen geht es in “Mindhunter” darum, die bösen Jungs aufzuhalten, Annas Schwester zu retten und die verschiedenen Pärchen zusammen kommen zu lassen. Ein einfacher Plot, bei dem es Suzanne Brockmann ziemlich krachen lässt. Einige der Kräfte könnten sich durchaus auch in einen Actionfilm sehen lassen, ebenso wie die Rettungsmission. Die restlichen Lücken werden dann mit Hintergrundinformation bezüglich Gehirnvernetzungen und die Auswirkungen emotionaler Bindungen oder auch von Sex auf diese Vernetzungen und den fast schon gewöhnlichen Liebesproblemen inklusiver einiger heißen Sexszenen gefüllt – “Mindhunter” ist eben ein typischer Liebesroman, wenn auch in ungewöhnlichem Setting.

Suzanne Brockmann vermischt in “Mindhunter” gekonnt Elemente des Romantic-Thrill mit denen der Urban-Fantasy, während sie ihre Aufmerksamkeit gleichmäßig auf mehrere Protagonisten verteilt. Sie schafft dadurch eine spannende Mischung, bei der es mir persönlich – gerade aufgrund der Vielzahl an Protagonisten – leider etwas an Tiefe gefehlt hat. Deswegen konnte mich hat das Buch auch nicht ganz überzeugen, auch wenn es mich durchaus zu unterhalten gewusst hat.

Hier könnt ihr euch selbst einen ersten Eindruck verschaffen.

Veröffentlicht in: on Mai 29, 2013 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Vampire Cocktail – Geschichten aus der Vampirwelt

vampirecocktail Vampire Cocktail
Verlag: Art Skript Phantastik
288 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3981509250
ISBN-13: 978-3981509250
11,80 €

“Vampire Cocktails” ist eine Sammlung von Geschichten über erstaunliche Begegnungen: In kleinen verrauchten Bars, aber auch in Lokalitäten wie das Bordbistro eines Raumschiffes. Geschichten mit Cocktails von Absinth, über Bloody Mary und “Bloody Brain” bis hin zum Long Island Icetea. Eines aber haben alle diese Geschichten gemeinsam: Die vampirischen Hauptpersonen.

Der graphischen Darstellung nach könnte es sich bei dem Buch tatsächlich um ein Cocktailbuch handeln: Es zeigt ein hübsch angerichtes Cocktailglas gefüllt mit einer roten Flüssigkeit. Vielleicht ein Bloody Mary – oder im Anbetracht der enthaltenen Geschichten vielleicht doch auch Blut? Wenn der Untertitel “Geschichten aus der Vampirwelt” nicht wäre, hätte ich das Buch vermutlich nicht in die Hand genommen, auch wenn die Gestaltung durchaus passend ist: Cocktails sind für diese Sammlung schließlich essentiell.

Wie eine Cocktailkarte hat auch diese Anthologie einiges zu bieten. Aber nicht alle Cocktails oder Geschichten sind jedermanns Geschmack. Einige konnte ich wirklich genießen, manche waren genießbar – hätten aber noch ein paar weitere Zutaten vertragen – und weitere waren definitv nicht mein Geschmack.

Voll meinen Geschmack getroffen haben “Bittersüß wie Absinth” von Stefanie Mühlsteph und “Legende” von Denise Mildes. Stefanie Mühlsteph hat mich schon mit den ersten Sätzen in den Bann gezogen. Der Verlauf iher Geschichte war dann sehr überraschend – und ziemlich tragisch. Denise Mildes Geschichte um das Treffen zweier Legenden ist ebenfalls absolut stimmig und die Pointe verleiht der Kurzgeschichte ihren ganz eigenen Charme. Auch sehr humorvoll ist “Kleiner Zauber” von Sabine Frambach. Hier muss die vampirische Hauptperson feststellen, das der Teufel manchmal im Detail steckt – und die falsche Zutat in einem Cocktail verheerende Wirkung haben kann – zumindest für den Cocktailmischer. Welche Auswirkung eine einzige Zutat haben kann, stellt auch die Hauptperson in “Blutcocktail” fest. Hier fällt das Ende allerdings deutlich positiver aus als erwartet – die richtige Mischung macht es eben aus. Dies muss auch der vampirische Besitzer einer Cocktailbar in Jana Oltersdorfs Geschichte feststellen. Ihm verhilft ein unerwünschter Besuch zu einem “perfekten Cocktail”.

Bianka Bracks Idee in “Auf dem Weg zum Mars trinke ich nie Bloody Mary”, ihre Vampire in die Zukunft zu versetzen, fand ich wirklich gut – auch wenn mir der Erzählstil nicht wirklich zugesagt hat. Ebenfalls sehr originell sind “Spielhölle” von Olaf Lahayne und “Garvamore, der beste Single Malt der Welt” von Nina Sträter. In beiden Geschichten trifft der Leser auf auf ungewöhnliche Vampirarten – und Getränke. Bei mir ist bei diesen Geschichten der Funke allerdings nicht wirklich übergesprungen.

Noch weniger meinen Geschmack getroffen haben dann “Unter dem Nebelmond” von Michael Zandt, “Pisco Sour, Psihtaco Sour” von Sabrina Železný und “Der Gast ist König” von Sven Linnartz. Die Geschichten waren mir zu blutig und düster, die Protagonisten einfach zu böse – andere Leser werden das vermutlich für einen wichtigen Bestandteil von Vampirgeschichten halten. “Pisco Sour, Psihtaco Sour” möchte ich dennoch hervorheben. Sabrina Zelezny schafft es hier schon mit den ersten Sätzen, ein peruanisches Flair zu erschaffen – und auch das Ende passt zu dem Stil der Geschichte. Da ich allerdings eher Liebhaber von humorvollen, tragischen und romantischen Geschichten, bin haben die Zutaten hier eben einfach nicht zu meinem Geschmack gepasst – besonders die abschließende Zutat nicht.

Insgesamt ist “Vampire Cocktail” damit eine solide Mischung, in der sich vermutlich für jeden Geschmack etwas finden lässt – allerdings eben auch einige Geschichten, die den Geschmack des Lesers nicht treffen werden.

Veröffentlicht in: on Mai 25, 2013 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Ein Wispern unter Baker Street von Ben Aaronovitch

einwispernunterbakerstreet Ben Aaronovitch
Ein Wispern unter Baker Street
400 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3423214481
ISBN-13: 978-3423214483
9,95 €

Nach “Schwarzer Mond über Soho” ist “Ein Wispern unter Baker Street” der dritte Band um den Londoner Bobby und Zauberlehrling Peter Grant.

Schon das Cover von des Buches reiht sich perfekt an die zwei vorangegangenen Bände an: Neben den Wimpel mit dem Namen des Autors befinden sich erneut zwei Totenköpfe – einer von beiden wispert auf diesem Cover ein “pssssst”. Auch die Londoner Karte ist wieder auf dem Cover zu finden. Diesmal weist ein skelettierte Hand auf einen blutigen Fleck inmitten der Karte, auf den nächsten Tatort.

Ein Toter in der U-Bahn lässt nicht unbedingt eine übernatürliche Todesursache vermuten. Als Peter die magische Aura der Tatwaffe – eine Tonscherbe – erkennt, liegen die Ermittlungen jedoch schnell in seiner Hand. An der Seite seiner ehemaligen Kollegin Leslie, die mittlerweile als inoffizielles Mitglied der Abteilung für Übernatürliches gilt, macht sich Peter an die Ermittlungen.

Auch dieses Mal nimmt Ben Aaronovitch gekonnt den Faden aus den vorangegangenen Bänden auf. Und so beginnt “Ein Wispern unter Baker Street” mit einer eher inoffiziellen Mission von Leslie und Peter. Auf den dringenden Wunsch von Peters Mutter gehen die zwei der Geisterentdeckung eines Schulmädchens, Abigail, nach. Mit der später folgenden Ermittlungen hat diese Entdeckung eher weniger zu tun, sie liefert aber guten Stoff für ein paar spätere Seitenhiebe der Kollegen und vielleicht auch für ein weiteres inoffizielles Teammitglied.

Aber auch der (all-)tägliche Ärger lässt nicht lange auf sich warten. Ein amerikanischer Toter vor dem Frühstück und eine wirklich merkwürdige Tatwaffe rufen sowohl Peter als auch eine FBI-Agentin auf den Plan. Eine FBI-Agentin, die von der von der Magie Londons keine Ahnung hat – noch nicht.

Seine Ermittlungen führen Peter in die magische Unterwelt – im wahrsten Sinne des Wortes und mit weit engeren Kontakt, als er sich je hätte vorstellen können. Geführt von dem zwielichten Demi-Fae Zach macht er einige Entdeckungen und stößt auf jede Menge Scheiße – Schweinescheiße um genau zu sein. Es gibt aber auch erfreulichere Augenblicke, zumindest wenn man Zach und Peter Glauben schenken darf: Sie genießen den Anblick von Leslie, die mit nichts weiter bekleidet als einer Thermoweste und einen Schlüpfer durchs Folly rast, auf jeden Fall in vollen Zügen.

Ich habe beim Lesen weit mehr als nur Leslies Anblick genießen können. Mit seiner gewohnten humorvollen (und britischen) Erzählweise hat mich Ben Aaronovitch erneut in den Bann gezogen, mich auf einen weiteren Ausflug in die dunkelsten Ecken des magischen Londons mitgenommen, ein Wiedersehen mit alten Bekannten organisiert und gegen Ende mit Lust auf einen erneuten Ausflug zurückgelassen – ich hoffe, ich muss nicht allzulange darauf warten.

Die ersten Seiten findet ihr hier, für ein Kurztrip in Peters Welt sollten sie ausreichen.

Veröffentlicht in: on Mai 23, 2013 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Blutlinien von Tanya Huff

blutlinien Blutlinien
Verlag: Feder & Schwert
304 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255230
ISBN-13: 978-3937255231
9,95 €

Wie auch bei den zwei Vorgängerbänden, Blutzoll und Blutspur, ist es definitiv nicht das Cover, das mir am Buch gefällt. Dieses Cover zeigt ein skelettiertes Wesen mit einer Art Krummdolch und einen wirklich merkwürdig anmutenden Hut. Ich finde es wieder mal viel zu schaurig, aber es kann gut sein, dass die Mumie im frisch geöffneten Sarg so aussah (auch wenn ich es eher nicht glaube).

Als sich Dr. Rax die Möglichkeit, einen alter Sarkophag für das archäologische Museum in Toronto zu erstehen zögert er keine Sekunde, bietet dieser ihm doch die Chance auf eine grandiose Entdeckung: Eine Mumie. Eine Entdeckung macht er tatsächlich, grandios ist diese jedoch beileibe nicht.
Und auch wenn niemand etwas von einer Mumie wissen will, die mysteriöse Anhäufung von vermeintlich an Herzversagen gestorbenen Menschen ruft sehr bald den Kriminalpolizist Mike Celluci auf den Plan. Seit Vicky Nelsons letzem Fall ist er nämlich durchaus bereit auch ungewöhnliche Täter in Betracht zu ziehen – und ungewöhnliche Hilfe bei seinen Ermittlungen in Anspruch zu nehmen.

Mir kam es so vor, als würde Vicky in diesem Band etwas in den Hintergrund rücken und dafür Celluci und Henry etwas mehr Raum geben. Raum, der größtenteils genutzt wird, um ihre Beziehung zu Vicky zu vertiefen – und den Leser wirklich wundern lässt, dass sie tatsächlich beide Männer haben kann. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich in ihrem Fall auch nicht für einen der beiden entscheiden könnte – und im Moment scheint es ja zu funktionieren. Da sich Celluci und Henry in diesem Band aus gutem Grund zusammenraufen gibt es allerdings erschreckend wenig ausgelebte Eifersüchteleien und Macho-Gehabe, was zu dem Verlust einiger humorvoller Szenen geführt hat. Generell ist “Blutlinien” deutlich düsterer als die zwei vorangegangenen Bände. Größtenteils ist das natürlich der Mumie zuzuschreiben, aber auch Henrys Selbstzweifel, blutrot-glänzende Augen in der Dunkelheit und einige wirklich verzweifelte Situationen tun ihr übriges dazu, eine wirklich düstere Atmospäre zu kreieren.

Viele Rätsel um den Täter gab es diesmal nicht, allerdings einige Probleme diesen zu fassen beziehungsweise halten zu können. Hat die Mumie doch innerhalb kürzester Zeit einige mächtige Leute um sich gescharrt und damit einige Hindernisse geschaffen. Die Mumie ist somit ein würdiger Gegner für Henry, ihm vielleicht sogar überlegen. Aber im Team sind Vicky, Celluci und Henry eben doch nicht aufzuhalten – auch wenn man es als Leser einige Male befürchtet.

Und auch wenn mir “Blutlinien” nicht ganz so gut gefallen hat wie sein Vorgänger lesenswert ist es definitiv. Es bietet zwar nicht ganz so viele humorvolle Szenen (aber zumindest ein paar), dafür birgt es einiges Spannung in dunkler Atmosphäre, einen tieferen Einblick in die Hauptpersonen und sogar etwas Romantik (auch wenn sie nur schwer zu erkennen ist). Mir hat es damit ingesamt wirklich gut gefallen – und mich verdammt neugierig auf den Folgeband gemacht.

Eine Leseprobe (wieder nur von der Egmont-Lyx-Ausgabe) gibt es hier.

Veröffentlicht in: on Mai 19, 2013 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Blutspur von Tanya Huff

blutspur Tanya Huff
Blutspur
Verlag: Feder & Schwert
365 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255826
ISBN-13: 978-3937255828
9,95 €

Das Cover des Buches gefällt mir ebensowenig wie das des Vorgängerbandes, Blutzoll: Es zeigt ein knurrendes Wolfsmonster – halb Mensch, halb Wolf – mit einem Totenkopf in der Hand. Wenn man annimmt, das das Wolfmonster ein Werwolf darstellen soll – auch wenn dieser mit den Werwölfen im Buch nichts gemeinsam hat – ist es einigermaßen passend. Hübsch anzuschauen ist es definitiv nicht.

Auf Bitte des Vampirs Henry Fitzroy übernimmt Vicky Nelson einen neuen Fall. Ein Unbekannter tötet nachts die Mitglieder einer mit ihm befreundeten Werwolfsfamilie – und Vicky soll ihnen helfen, diesen Mörder zu finden.

Eine Werwolfsfamilie, die einen Vampir um Hilfe bittet – das ist ebenso ungewöhnlich wie die Geschichte, die zu der Freundschaft zwischen Henry Fitzroy und dieser Familie geführt hat. Ich bin froh, dass Henry Vicky diese Anekdote erzählt und ich damit ebenso in den Genuss dieser Geschichte gekommen bin.

Die Werwölfe sind beileibe nicht das, was man sich unter klassischen Werwölfen vorstellt und in ihrer Wolfsform sind sie fast süß (wenn man große, muskulöse Hunde mag). Und wie auch immer man sich Werwölfe sonst so vorstellt, an Besitzer einer Schaffarm denken sicher die wenigsten. Durch ihre Aufgabe enthält Vicky (und damit auch der Leser) einen tiefen Eindruck in das Rudelleben. Ein Einblick, der mir wirklich gut gefallen und mich auch das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht hat – ebenso wie die Außenwirkung der Familie: Vermutungen eines Nachbarn zufolge handelt es sich bei ihnen um eine Familie von Nudisten.

Und auch wenn Vickys Job alles andere als amüsant ist – schlussendlich geht es darum, einen Mörder zu finden und ihn an ein Rudel Werwölfe auszuliefern – das Geplänkel zwischen Henry und Vicky ist ebenso amüsant wie das Auftauchen ihres Ex-Partners und Freundes Mike Celluci. Aus reiner Sorge um Vicky – die selbstverständlich nicht das Geringste mit Eifersucht zu tun hat – hat er einige Recherchen angestellt. Und damit eindeutige Hinweise gefunden, dass mit Henry etwas nicht stimmt. Hinweise, die Celluci vermuten lassen, dass Henry tief ins organisierte Verbrechen verstrickt ist. Ich wäre zu gern wirklich dabei gewesen, als er entdeckt, was hinter Vickys aktuellen Job steckt – und was tatsächlich mit Henry nicht stimmt.

Für mich sind die eigentlichen Ermittlungen eher Nebengeplänkel – daran merkt man wohl wieder, dass ich nicht sehr krimibegeistert bin. Mich hat Tanya Huff wieder einmal mit ihren bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Figuren und dem “zwischenmenschlichen” in den Bann gezogen. Ich muss allerdings zugeben, dass mich auch Vickys Ermittlungen fesseln konnten und ich bis zur Aufklärung (für den Leser) auch fleißig mitgerätselt habe – was sicherlich zu einem Großteil Tanya Huffs humorvollen Schreibstil zuzuschreiben ist.

Mir hat “Blutspur” damit mindestens ebenso gut gefallen wie sein Vorgänger. Neben den Wiedersehen mit liebgewonnen Bekannten kann man sich auf weitere humorvollen Szenen, Einblicke in ein recht ungewöhnliches Werwolfsrudel und die nicht ganz so legalen Ermittlungen an Vickys Seite freuen.

Eine Leseprobe (wieder die von der Egmont-Lyx-Ausgabe) findet ihr hier. Und ich werde mich jetzt gleich an den nächsten Band machen.

Veröffentlicht in: on Mai 17, 2013 at 12:30 nachmittags  Kommentare (1)  
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