Plötzlich Fee – Sommernacht von Julie Kagawa

Als ich die ersten drei Bände der “Plötzlich Fee”-Reihe in der Bücherei entdeckt habe, konnte ich nicht widerstehen – und habe sie dann an einem Stück verschlungen. Hier die Rezension zum ersten Band der Reihe (die anderen sind ähnlich gut).

Julie Kagawa
Plötzlich Fee – Sommernacht
Verlag: Heyne fliegt
496 Seiten
ISBN-10: 3453267214
ISBN-13: 978-3453267213
16,99 €

Der Großteil des Covers von “Plötzlich Fee” wird von einem menschlichen Auge und einem Teil des zugehörigen Gesichtes eingenommen. Ein Auge mit grünen Wimpern, die leicht an Blumenblätter erinneren. Der Rest des Covers ist in hellen Grüntönen gehalten. Und damit ist es ein Cover, dass es sicher schafft, die Blicke potentieller Leser auf sich zu ziehen.

Meghan Chase steht kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag, den ihre Mutter und ihr Stiefvater vermutlich wie im Jahr zuvor vergessen werden. Einzig ihr kleiner Bruder Ethan und ihr bester (und einziger) Freund Robin Goodfell, Robbie, haben ihren Geburtstag noch nie vergessen.

Dieses Jahr denkt ihre Mutter an ihren Geburtstag – aber das ist das einzige positive an dem diesjährigen Geburtstag. Ihr Schultag verläuft katastrophal, ihre Mutter wird schwer verletzt und ihr Bruder verhält sich plötzlich mehr als nur merkwürdig.

Da offenbart Robbie ihr ein gut gehütetes Geheimnis: Meghan ist die Tochter des Feenkönigs Oberon. Mit dieser Offenbarung stellt er sie vor die Wahl: Ihre Herkunft mit Hilfe von Feenwein zu vergessen oder sich an seiner Seite ins Reich der Feen zu wagen – und ihren Bruder zu retten.

Julie Kagawa erzählt die Geschichte aus Meghans Sicht. Meghan ist eine sympathische Hauptperson, in deren Leben es von Merkwürdigkeiten nur so wimmelt: Ein Vater, der plötzlich in einem See verschwand und nie mehr auftauchte, ein Stiefvater, der sie nicht einmal wahr nimmt, wenn sie direkt neben ihm steht und ein kleiner Bruder, der sich vor schwarzen Männern in seinem Schrank fürchtet und mit seinem Stofftier redet – na gut, das ist vermutlich das einzig wirklich normale in Meghans Leben ;-) .

Man merkt, dass Meghan ihren Bruder liebt – nicht nur, weil sie für ihn die Reise ins Feenland wagt. Selbst in Eile schaut sie noch nach Monstern unter seinem Schrank, akzeptiert sein Kuscheltier als “echt” und tröstet ihn, wann immer es nötig ist.

Auch Meghans tiefe Freundschaft zu Robbie ist dem Leser mehr als bewusst – ebenso die Tatsache, dass sie auf Gegenseitig beruht: Robbie bringt sich für Meghan mehr als einmal in Schwierigkeiten. Die (nicht nur vom Leser) erhoffte Liebesgeschichte zwischen den beiden bleibt allerdings aus: Meghan verliebt sich in Ash, den Prinz des Winterhofs – eine verbotene Liebe, denn sie ist die Tochter des Sommerkönigs.

Es gibt noch mehr Regeln und Gebräuche in der Feenwelt, die Meghan – und auch der Leser – erst lernen müssen. Dass Liebe zwischen Sommer- und Winterhof verboten ist, ist aber die schwerwiegendste. Meghan muss allerdings auch lernen, dass keine Fee etwa umsonst macht: Der Austausch von Gefälligkeiten steht hier an der Tagesordnung. Das beste Beispiel dafür ist die Cat Sidhe Grimpow, eine Feenkatze, die Meghan mehr als nur einmal aus der Patsche hilft – im Austausch für eine Gefälligkeit, versteht sich ;-) . Als Leser könnte man allerdings durchaus argwöhnen, dass Grimpow Meghan mag, auch wenn er natürlich stets seine eigenen Wege geht – er ist schließlich eine Katze.

Aber Julie Kagawa beschreibt nicht nur die Personen, ihre Gefühle und die Gebräuche der Feenwelt. Auch die Welt der Feen – und das, was von ihr in unsere Welt hineinreicht – wird so gut beschrieben, dass man quasi selbst die Feenwesen an der nächsten Ecke stehen sieht. – In der entsprechenden Umgebung natürlich, nicht jeder Ort hat den gleichen Flair wie zum Beispiel New Orleans.

Es bleibt allerdings nicht bei der faszinierenden Reise in die Welt der Feen – es gilt schließlich einen kleinen Bruder zu retten. Nachdem Meghan – und der Leser – sich mit der Feenwelt vertraut gemacht haben, beginnt eine Reise in den dunklen, den meisten Feen noch unbekannten Teil der Welt. Eine spannende Reise, bei denen Meghan auf unerwartete Verbündete und viele noch merkwürdigere Wesen trifft.

Julie Kagawa haucht in “Plötzlich Fee” der Feenwelt ihren eigenen Atem ein. Vor dem inneren Auge des Lesers entsteht eine farbenfrohe, glitzernde Welt, in der ich auch ohne die sympathischen Figuren und Meghans Rettungsmission gerne länger verweilt wäre (und dank Winter- und Herbstnacht auch konnte).

Ich bin gespannt auf weitere Geschichten aus der Feenwelt – und zumindest im Englischen gibt es da noch einiges zu entdecken :-) .

Hier könnt ihr selbst einen Blick in Meghans Welt werfen.

Veröffentlicht in: on April 22, 2012 at 10:30 vormittags  Kommentare (2)  
Tags: , ,

Feengewinnspiel

Wie schon im vorherigen Post angekündigt habe ich vom Hanser-Verlag ein Rezensionsexemplar zu einem Buch bekommen, das ich schon besitze. Und auch wenn das Buch wirklich gut ist (meine Rezension findet ihr übrigens hier) brauche ich es nicht in zweifacher Ausfertigung – und da kommt ihr ins Spiel.

Ich verlose das Buch unter denen, die mir folgende Fragen zum Buch richtig beantworten können:

1. Unter welchem Titel ist der erste Band der Feen-Trilogie in Deutschland erschienen?
2. Wie heißt die Königin der Eichenfeen?
3. Wer ist Lindes Ziehmutter?

Schickt mir eure Antworten bis zum 02.02.12 um 12:02 an die im Disclaimer genannte Emailadresse.

Solltet ihr Hilfe bei der Beantwortung der Fragen benötigen, könnt ihr in der Leseprobe oder in meiner Rezension stöbern.

Teilnahmebedinungen
Teilnahmeberechtigt ist jeder, der seinen aktuellen Wohnsitz in Deutschland hat (sonst wird es mir mit dem Versand einfach zu teuer).

Der Gewinner wird aus allen Teilnehmern ausgelost. Der Name/ Nickname des Gewinner wird nach der Auslosung auf meiner Homepage veröffentlicht und der Gewinner außerdem per Mail benachrichtigt. Meldet sich der Gewinner oder die Gewinnerin nicht innerhalb von 14 Tagen, wird der Gewinn unter den übrigen Teilnehmern erneut verlost.

Die Adressdaten des Gewinners werden nur für den Versand benötigt und werden nicht an Dritte weitergegeben. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit diesen Bedingungen einverstanden.

Und nun nichts wie ran an die Tasten ;-) .

Veröffentlicht in: on Januar 17, 2012 at 5:00 nachmittags  Kommentare (2)  
Tags: , ,

Timothy – Weggefährte der Feen von R.J. Anderson

Mit “Timothy” setzt R. J. Anderson ihre Feen-Trilogie, die sie mit “Bryony” begann, fort – eine Fortsetzung, die sich sehen lassen kann.

R. J. Anderson
Timothy – Weggefährte der Feen
Verlag: Hanser
256 Seiten
ISBN-10: 3446237801
ISBN-13: 978-3446237803
14,90 €

Schon an der Gestaltung des Buches kann man erkennen, dass “Bryony” und “Timothy” zusammen gehören. Beide Bücher sind nicht nur gleich groß – was sie im Regal zusammen stehend echt gut aussehen lässt – sondern auch der Stil des Covers ist gleich. Beide Bücher glänzen leicht, die Überschrift hebt sich durch stärkeren farbigen Glanz hervor. Auf dem Cover von “Timothy” kann man zwei Feen erkennen, eine männliche und eine weibliche – bei der es sich vermutlich um Linde, die Hauptperson der Geschichte handelt.

Im Auftrag ihrer Königin soll Linde die Eiche – ihre Heimat – verlassen und sich auf die Suche nach weiteren Feen machen. Denn die Magie der Königin kann die in der Eiche lebenden Feen nicht länger schützen, die Königin liegt im Sterben.

Als blinder Passagier im Rucksack des Menschen Timothy macht sich Linde auf den Weg nach London. Wider Erwarten – besonders für Timothy – treffen die beiden dort schnell auf weitere Feen. Diese sind den beiden aber bei weitem nicht so wohlgesonnen wie man glauben könnte: Im Gegensatz zu den Feen der Eiche leben hier männliche und weibliche Feen – beide haben sie noch ihre magischen Kräfte -, die jedoch unter dem Joch der tyrannischen Kaiserin leiden: Eine Fee, die in den Menschen nicht mehr sieht als ein Quell kreativer Kräfte und diese wann immer möglich bestiehlt; eine Fee, die selbst die ihren unterdrückt.

Nun müssen Linde und Timothy nicht nur die Eichenfeen retten, sondern auch vor den Schergen der Kaiserin fliehen und eine Möglichkeit finden, alle anderen Feen von ihrem Joch zu befreien.

Die Geschichte beginnt in der Eiche der Königin Amaryllis. Ein Ort, der dem Leser des ersten Bandes wohl bekannt sein sollte – und so trifft er dort auch auf einige Bekannte. Da die Königin schwer krank ist und ihre Magie nicht mehr ausreicht, die ihrigen zu schützen, schickt sie Linde auf die Suche nach weiteren Feen.

Hilfe findet Linde bei ihrer Ziehmutter Peri – die dem einen oder anderen aus “Bryony” unter dem Namen Klinge bekannt sein sollte und mittlerweile mit Paul McCornick verheiratet ist. Pauls junger Cousin Timothy ist zu Besuch und bei seiner überstürzten Abreise nach London schmuggelt sich Linde in seinen Rucksack.

Die Enthüllung ihrer Existenz läuft allerdings nicht wie geplant. Eine andere Fee greift Timothy an und bei seiner Verteidigung enthüllt Linde ihre Anwesenheit. Timothy nimmt das ganze recht gefasst auf – ganz im Gegensatz zu Linde, als sie auf eine echte männliche Fee trifft, Rob. Dieser ist nicht bereit, ihnen zu helfen – er selbst benötigt Hilfe, denn wie alle ihm bekannten Feen liegt er unter dem Bann der Kaiserin, die seinen wahren Namen kennt und damit beherrschen kann. Dennoch verhilft der heimliche Rebell den beiden zur Flucht.

Nun sind Timothy und Linde nicht mehr nur auf der Suche nach Hilfe für die Eichenfeen, sondern auch für die übrige Feenbevölkerung. Robs Hinweis auf die Kinder Rhys folgend machen sich die zwei auf eine weitere Reise – dicht gefolgt von den Schergen der Kaiserin.

Ihre gemeinsame Reise schweißt Timothy und Linde zusammen, allerdings wie Freunde, nicht wie ein Liebespaar. Und wie Freunde stehen die beiden füreinander ein.

Menschen und Feen sind sich hier sehr ähnlich, nicht vom äußeren her, aber von Handeln – auch wenn den Menschen die Magie der Feen natürlich fehlt.

Genau wie der erste Band der Reihe hat mir dieser sehr gut gefallen. Die beiden Helden sind sympathisch, ihre Situation leicht nachzuvollziehen und ihre jeweils erste Begegnung mit Feen – seien sie männlich oder weiblich – einfach fantastisch.

Die Geschehnisse aus dem ersten Band werden am Rande weitergeführt, was den Leser des ersten Bandes ein Wiedersehen mit alten Bekannten und eine überraschende Enthüllung bringt. Aber auch neue Leser können mit “Timothy” ihre ersten Schritte in R. J. Andersons Feenwelt wagen, auch wenn ich empfehle, vorher den ersten Band zu lesen – er ist mindestens genauso gut.

Das Ende – auch wenn es “Timothy” passend abschließt – lässt auf den letzten Band der Trilogie hoffen: “Arrow” ist Anfang diesen Jahres bereits auf Englisch erschienen (und bereits bestellt ;-) ).

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Veröffentlicht in: on Januar 5, 2012 at 8:00 vormittags  Kommentare (2)  
Tags: , ,

Die Feengabe von Barbara Schinko

Nachdem mein alter Rechner aktuell wieder funktioniert (warum, verstehe ich immer noch nicht) werde ich versuchen, den Rezensionsstau wieder aufzuholen. Los geht es mit “Die Feengabe”:

Barbara Schinko
Die Feengabe
Verlag: Mondwolf
300 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 395030021X
ISBN-13: 978-3950300215
14,55 €

Das Cover des Buches gefällt mir. Mit seinem Aussehen hebt es sich deutlich von den anderen Mainstream-Covern ab: Der Hintergrund ist in orange-braun gehalten, darauf befindet sich ein pergamentfarbenes Bild, auf dem ein Turm gezeichnet ist. Im Hintergrund kann man Bäume erahnen. Die Zeichnung ist von einer grünen Rankenbordüre umgeben, der Titel ist in gelber, eher altertümlicher Schrift über das Bild gedruckt.

Mavie und Stella, die Töchter des Gouverneurs der Insel Dalin, kommen nach einem herrlichen Sommer bei ihrer Großmutter Grannie zurück nach Dalin. Dort träumt Stella nur von ihrem angehenden reichen Ehemann – den es noch gar nicht gibt – während der Wildpfang Maevie die Gegend unsicher macht. Bei einem nächtlichen Streifzug beobachtet sie den örtlichen Geisterer bei einem Ritual zur Abwehr der Feen, die nur zu gerne Menschen ins Feenreich entführen.
Zu dem Ritual gehört auch der Tod einer Katze, doch das junge Kätzchen, dass der Geisterer für sein Ritual ausgewählt hat, gehört dem Sohn des Daliner Abeckers, Sorley. Dieser hat – genau wie Mavie – etwas gegen ihre Opferung und gemeinsam verhinderen sie das Ritual und den Tod der Katze.

Eine Tat, die nicht ohne Folgen bleibt: Mavies Schwester Stella wird vom Elfenprinz in sein Reich gelockt. Da Mavie Stella trotz der ständigen geschwisterlichen Streiterein liebt, hat sie nun nur noch ein Ziel: Die Schwester aus dem Feenreich zurück nach Dalin zu holen.

Barbara Schinko schreibt die Feengabe so, wie Märchen erzählt werden. “Die Geschichte [Die Feengabe] trug sich vor langer Zeit zu …”, so beginnt Maevie die Geschichte aus ihrer Kindheit. Und eh’ sich der Leser versieht befindet er sich an Maevies Seite zu der Zeit, als Maevie ihr großes Abenteuer erlebte – ein Sommer, in dem sie einiges lernt – über die Liebe, die Feen, die Freundschaft, aber auch über sich selbst.

Die zum Teil altertümliche Sprache könnte den ein oder anderen ins Stocken bringen – ich bin mir nicht sicher, ob jeder Leser (gerade Jüngere) mit Begriffen wie Abdecker oder Geisterer (der Begriff kam auch mir nicht im Geringsten bekannt vor) etwas anfangen können. Aber zu einem Märchen passen diese Begriffe, sie sind eben einfach märchenhaft ;-) – und da sich die Meisten aus dem Kontext erschließen, sollte es, abgesehen von leichten Anfangsschwierigkeiten, keine Probleme geben.

Die Feen – die Fay – sind so beschrieben, wie ich mir die kaltblütigen Feen aus den irischen Sagen vorstelle: Sie entführen Menschen, ohne ein Gedanken an diese oder ihre Hinterbliebenen zu verschwenden – genau so, wie sie es mit Maevies Schwester Stella machen. Aber trotz allem sind sie auch schön, magisch und verführerisch. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass auch Mavie und Sorley ihrem Bann erst einmal erliegen. Aber wie in den alten Märchen gibt es immer eine Chance, die Feen zu besiegen – eine Chance, die auch Sorley und Maevie haben und die man ihnen als Leser auch wirklich gönnt. Schließlich sind die beiden trotz – oder gerade wegen ihrer Macken – äußerst liebenswert.

Ein rundum gelungenes Märchen für Liebhaber von Feengeschichten oder irischen Sagen. Ein Buch, auf das man sich einlassen muss – aber wenn man es tut, erwartet einen ein märchenhaftes Lesevergnügen – ob man es nun nur für sich liest oder beim Vorlesen mit jemandem teilt.

Reinlesen könnt ihr hier.

Veröffentlicht in: on Oktober 5, 2011 at 9:34 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags: , , ,

Ballade – Der Tanz der Feen von Maggie Stiefvater

Maggie Stiefvater
Ballade – Der Tanz der Feen
PAN
368 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3426283115
ISBN-13: 978-3426283110
EUR 14,95

Da ich gerade erst “Lamento – Im Bann der Feenkönigin” gelesen habe, liegt es natürlich nahe, die zwei Bücher zu vergleichen.

Das Cover von “Lamento” gefällt mir deutlich besser als das von “Ballade”. Dieses zeigt das Gesicht einer Frau, aber eben nur das Gesicht und nicht mehr – das Mädchen auf dem Cover von “Lamento” ist mir sympathischer. Gut finde ich, dass die Cover sich ähneln. Auch bei “Ballade” ziehen sich glänzende, aber nahezu farblose Ranken über das Cover und auch der Hintergrund ist ähnlich gestaltet.

“Ballade” führt die Geschichte des in “Lamento” vorgestellten Dudelsackspieler James fort. Er und seine langjährige “nur” Freundin Deidre haben es geschafft, an der “Thornking-Ash School of Music” angenommen zu werden. Aber nicht nur, dass seine Beziehung zu Deidre merklich schlechter geworden ist, auch die Schule kann ihm nicht das bieten, was sie versprochen hat – noch nicht mal einen Lehrer für das Dudelsackspielen.

Einzig die Fee Nuala könnte ihn mehr bieten, aber Feen geben nichts, ohne etwas zu bekommen – und so lehnt James ihr Angebot, seine Muse zu sein, ab. Trotzdem sucht Nuala seine Nähe und auch James kann sich seiner Faszination für sie nicht entziehen …

“Ballade” erzählt die Geschichte von Nuala und James, aber auch Deidre spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Sie bedauert, dass ihr Verhalten ihre Freundschaft zu James stark erschüttert hat, traut sich aber nicht, ihm ihre Gefühle zu gestehen. Sie schreibt regelmäßig SMSs an James, schickt jedoch keine ab.
James liebt Deidre, wird jedoch immer wieder von ihr entäuscht. Eine Tatsache, die Nuala wütend macht – und das, obwohl Feen nicht lieben können. Aber Nuala ist keine vollwertige Fee, ihre Menschlichkeit ist in den Augen der Feen ihr größter Makel. Aber gerade dieser “Makel” macht sie für den Leser sympathisch, deutlich sympathischer als Deidre, die auf mich weniger menschlich wirkt als Nuala. Im Verlauf der Geschichte kommen sich Nuala und James langsam näher. Nuala gibt James Kostproben ihrer Gabe, ohne einen Gegenwert zu verlangen. Als sie aufgrund dessen langsam dahinsiecht ist James bereit, ihr auch ohne Musenkuss das zu geben, was sie braucht.

Die Geschichte von Nuala und James nimmt den Großteil des Buches ein, ist aber nicht alles, was das Buch ausmacht. Die “Thornking-Ash School of Music” ist mehr als nur eine Schule für begabte Musiker. Die Lehrer an der Schule sind mehr als Lehrer, menschlich, aber sehr erfahren im Umgang Feen. Eine Tatsache, die im Verlauf der Geschichte eine wichte Rolle spielt. Denn die Feen sind James und Deidre gefolgt, als “Kleeauge” zieht Deidre die Feen an und sie müssen ihr folgen. Eine Anziehungskraft, der die Feen nicht länger Folge leisten wollen.

“Lamento” hat mir gefallen, aber “Ballade” ist um einiges besser. Es ist leichter, sich mit Nuala und James zu identifizieren als mit Deidre. Und so fiebert man mit den beiden einem Happy End entgegen. Die Verwicklungen der Feen und Menschen machen das Buch spannender und etwas geheimnisvoller, aber es ist die Liebe zwischen Nuala und James, die die Geschichte lesens- und liebenswert macht. Das Buch hat seinen Platz in meinem Regal definitiv verdient.

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Veröffentlicht in: on Juli 30, 2011 at 5:03 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags: , ,

Lamento – Im Bann der Feenkönigin von Maggie Stiefvater

Maggie Stiefvater
Lamento – Im Bann der Feenkönigin
PAN
352 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3426283107
ISBN-13: 978-3426283103
EUR 14,95

Das erste, was mir bei dem Cover von “Lamento – Im Bann der Feenkönigin” ins Auge gefallen ist, sind die grünen Augen des Mädchens auf dem Cover – ob es wirklich Menschen gibt, die so grüne Augen haben? Das Mädchen auf dem Cover hat rote Haare, die erwähnten grünen Augen und einige Sommersprossen und sieht irgendwie nachdenklich aus. Über das Cover ziehen sich glänzende, aber nahezu farblose Ranken.

Auf einem Musikwettbewerb in der örtlichen Schule trifft Deidre auf Luke Dillon. Relativ spontan beschließt sie, anstelle ihres Harfensolos ein Duett mit Luke und seiner Flöte zu spielen – und gewinnt damit an seiner Seite den Wettbewerb.

Luke ist von ihr fasziniert und auch sie ist von ihm hingerissen. Die Reaktion ihrer Großmutter auf Luke ist jedoch alles andere als positiv. Sie hält ihn für einen der Feen, die seit je her die weiblichen Mitglieder ihrer Familie belästigen und überlässt Deidre ihren Eisenring, der sie vor den Feen schützen soll.

Aber auch wenn Luke keine Fee ist, so hat er doch ein dunkles Geheimnis.

Maggie Stiefvater erzählt in “Lamento” nicht nur die Geschichte von Luke und Deidre, sondern auch eine Geschichte zwischen zwei Welten über mehrere Jahrhunderte. Denn obwohl Luke ein Mensch ist, lebt er schon sehr lange bei den Feen.

Deidres Familie kennt die Feen und hat gelernt damit umzugehen. Ihre Großmutter weiß, wie sich Menschen zu schützen haben und gibt ihren Schutz an Deidre weiter – ohne auf die Gefahr, die ihr dadurch droht, zu achten. Wie es der Rest der Familie mit den Feen hält erfährt Deidre und damit auch der Leser erst gegen Ende des Buches – und erlebt damit auch die ein oder andere Überaschung.

Aber auch die Menschen in Deidres näheren Umfeld, ihr langjähriger Freund James und ihre Arbeitskollegin Sarah, werden über Deidre in die “magische” Welt hineingezogen – weitaus mehr, als sie es je zu (alp-)träumen gewagt hätten.

Aber wie nicht alle Menschen gut sind, sind nicht alle Feen schlecht – nur anders. Und so schafft es Deidre nicht nur, die Wahrheit über ihrer Familie und über Luke zu erfahren, sondern auch, sich ihrem Schicksal zu stellen. Wer wissen möchte, welches das ist, muss das Buch lesen (eine Leseprobe findet ihr hier) – mehr werde ich dazu nämlich nicht verraten.

Die Geschichte ist recht geheimnisvoll, Deidre selbst jedoch nicht. Die Familie, die Feen und auch ihre Freunde machen das mehr als wett.

Eine geheimnisvolle, spannende und fantastische Geschichte für all diejenigen, die es noch nicht verlernt haben zu träumen.

Veröffentlicht in: on Juli 28, 2011 at 4:47 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags: , ,

Bryony – Rebellin unter Feen von R. J. Anderson

“Bryony – Rebellin unter Feen” ist am Samstag über die Kinderredaktion bei mir eingetroffen und hat es gar nicht erst auf den SUB geschafft …

R. J. Anderson
Bryony – Rebellin unter Feen
Verlag: Hanser
285 Seiten , Hardcover
ISBN-10: 3446236589
ISBN-13: 978-3446236585
14,90 €

Schon das Cover des Buches, das eine Fee (wahrscheinlich Bryony) in einem Astloch zeigt, hat mich fasziniert. Die Fee hat mich sofort in ihren Bann geschlagen – Ich musste das Buch einfach in die Hand nehmen und aufschlagen – und konnte dann nicht mehr aufhören zu lesen…

Schon das Feenkind Bryony kommt mit den Beschränkungen der Feen, die in der großen Eiche leben, nicht zurecht. Sie entschlüpft ihrer Amme und wagt sich nach draußen auf die Eiche. Dort hat sie ihre erste Begegnung mit einem Menschen – und wird von der Jägerin Dorna gerade noch rechtzeitig in die Eiche zurückgebracht.

Eine Begegnung, die Bryony prägt. Sie ist überglücklich, als ihr die Königin eröffnet, dass sie eine Jägerin werden wird und damit das Recht hat, die Eiche jederzeit zu verlassen. Nach ihrer Ausbildung erkundet sie nicht nur den Wald, sondern auch das nahegelegene Haus. Dabei lernt sie den durch einen Unfall verletzten Paul kennen. Trotz leichter Anfangsschwierigkeiten (als Paul Bryony findet sperrt er sie erstmal in eine Pappschachtel) entwickelt sich schnell eine Freundschaft.
Als Bryony auch gegen den Willen der Feenkönigin den Hinweisen für die verschwundene Zauberkraft der Feen nachgeht braucht sie Pauls Hilfe. Aber auch der Kontakt zwischen Menschen und Feen ist verboten…

Die Geschichte wird komplett aus Bryonys Sicht geschildert, sodass der Leser ihre Entwicklung von einem kleinen Feenkind zu einem vollwertigen Mitglied der Feengesellschaft aus erster Hand erfährt und damit fast selber erlebt.

Mir war Bryony von Anfang an sympathisch: Eine Person, die nicht einfach hinnimmt, was gegeben ist, sondern neugierig hinterfragt. Aber auch jemand, der tut, was getan werden muss. Jemand, der für seine Überzeugungen einsteht.

Die Beziehung zwischen Paul und Bryony ist ebenfalls gut geschildert. Zwei Personen, die aus völlig unterschiedlichen Welten kommen – und damit auch ganz andere Erwartungen haben – kommen sich langsam näher. Dabei entdecken sie die Welt des anderen, nur um ihre eigene Welt mit anderen Augen zu sehen.

Ein Buch, das nicht nur spannend und gut geschrieben ist, sondern auch zum Nachdenken anregt. Eine Geschichte voller Magie, bei der auch Liebe und Freundschaft nicht zu kurz kommen und die mit der letzen Seite des Buches glücklich endet :-) .

Eine Leseprobe findet ihr übrigens hier.

Veröffentlicht in: on Februar 23, 2011 at 12:30 nachmittags  Kommentare (2)  
Tags: , ,
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 50 Followern an