Der brennende Schatten von Kai Meyer (Hörbuch)

Bei mir kommen Hörbücher nur bei langen Autofahrten zum Einsatz – irgendwie habe ich sonst einfach nicht die Geduld, den Sprechern zuzuhören – selber lesen geht eben einfach schneller :-) . Die Fahrt zur Buchmesse war lang genug und so gibt es jetzt mal wieder eine Rezension zu einem Hörbuch, eher gesagt einem Hörspiel.

Kai Meyer
Der brennende Schatten
Verlag: Bastei-Lübbe
2 CDs
ISBN-10: 3785734158
ISBN-13: 978-3785734155
11,99 €

Die CD-Hülle zeigt einen Jungen, vermutlich Arcimboldo, der über ein Feld aus roten, verzierten Steinfliesen läuft. Ein Feld, auf dem sich neben einigen Verzierungen auch das Bild einer Meerjungfrau befindet. Ein Cover mit eindeutigem Bezug zum Inhalt, wirklich umgehauen hat es mich allerdings trotzdem nicht.

Die junge Meerjungfrau Unke gibt aus Liebe zu einem Venezianer ihre Schwanz auf und bekommt dafür zwei menschliche Beine – und das “Versprechen” der Meerhexe, dass der Tod sie jederzeit ereilen kann – dann nämlich, wenn die Meerhexe ihren Schuppenschwanz auffrisst. Ein Preis, den Unke nur zu gern bereit ist zu zahlen.

Doch ihr Liebster, der Sprössling einer reichen Kaufmannsfamilie, verleugnet sie. Vom venezianischen Mob, der eine Invasion der Meerjungfrauen fürchtet, verfolgt, flieht sie verletzt in die Dunkelheit.

Dort findet sie der Spiegelmacherlehrling Arcimboldo. Er hilft Unke, vor der steinernen Garde Venedigs zu fliehen und bietet ihr seine Freundschaft an.

Gemeinsam wollen sie Unkes Schwanz von der Meerhexe zurückholen – und damit Unkes frühzeitigen Tod zu verhindern.

Schon mit der ersten Szene zieht das Hörspiel den Leser in den Bann. Ein Schwarm Meerjungfrauen, verwundert über einen Eindringling in das Reich der Meerhexe, ihrer Herrin: Unke. Eine Szene, die ein Stück der Meereswelt beschreibt, unter anderem auch das Aussehen der Meerjungfrauen, das sich von dem klassischen Meerjungfrauenbild unterscheidet. Zwar handelt es sich auch hier um Menschen mit Fischschwänzen, aber ihr Gesicht ist ganz anders als unseres. Meerjungfrauen in Kai Meyers Welt haben ein Haifischmaul.

Auch die Grausamkeit der Meerhexe, die Schurkin in dieser Geschichte, wird deutlich gezeigt. Und Unkes starker Wunsch, bei ihrem Liebsten zu sein. Unkes Schmerz nach der Zurückweisung durch ihren Liebsten im weiteren Verlauf der Geschichte ist dann für den Hörer umso deutlicher zu spüren.

Erfrischend ist dann der Szenenwechsel zu dem jungen Arcimboldo, der zusammen mit seinem Freund Umberto über ihre Lehrmeister lästert. Anders als Umberto ist Arcimboldo jedoch neugierig – und hilfsbereit. Als er die verletzte Unke findet, zögert er keinen Moment und hilft ihr trotz ihrer, für den Hörer sehr verständliche, abweisenden Haltung.

Das Vertrauen zwischen Unke und Arcimboldo entwickelt sich langsam, festigt sich aber im Verlauf der Geschichte. Denn Arcimboldo ist mehr als nur hilfsbereit – ob da die großen, wunderschönen Augen der Meerjungfrau eine Rolle spielen? Ausgerüstet mit einem magischen Überbleibsel der Subozeaner wagt sich Arcimboldo jedenfalls an Unkes Seite in die für seine Augen undurchdringliche Tiefe.

Eine Tiefe, die nicht nur für Unke und Arcimboldo einige Überraschungen bereithält. Als Leser taucht man in eine völlig neue Welt und trifft bei Weitem nicht nur auf Erwartetes. “Der brennende Schatten”, ein von den freien Meerjungfrauen gefürchtetes Wesen, ist jedenfalls definitiv nicht das, was man als Hörer zunächst erwartet.

Ich bin eher ein Leser als ein Hörer, aber “Der brennende Schatten” hat mich trotzdem richtig mitgerissen. Ich bin mir zwar sicher, dass die Geschichte mir auch gelesen gefallen hätte, die Inszenierung als Hörspiel hat aber definitiv etwas Besonderes. Die unterschiedlichen, ziemlich passenden Sprecher für die einzelnen Charaktere – ein deutlicher Vorteil gegenüber Hörbüchern ;-) – und die stimmungsvolle Hintergrundmusik machen die Geschichte zu einem Hörgenuss.

Obwohl ich es schade finde, dass “Der brennende Schatten”, die Vorgeschichte zu Kai Meyers Merle-Trilogie, nur als Hörspiel und nicht als Buch erhältlich ist, hat es mir richtig gut gefallen. Man muss die Trilogie um Merle nicht kennen, um sich von Kai Meyer in Merles Welt entführen und verzaubern zu lassen. Leser der Merle-Trilogie können sich allerdings auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten (die hier noch deutlich jünger sind) freuen und bekommen so neben einer spannenden Geschichte auch den ein oder anderen Hintergrund zu den dortigen Ereignissen geliefert.

“Der brennende Schatten” ist ein Hörspiel, das Lust auf mehr macht – ich werde mich jetzt erst einmal in den Tiefen meines Bücherschranks auf die Suche nach “Die fließende Königin” machen, um erneut in Merles Welt einzutauchen.

Reinhören könnt ihr hier.

Published in: on März 20, 2012 at 6:56 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Alanna – Die schwarze Stadt von Tamora Pierce (Hörbuch)

Nachdem ich am Samstag in der Bibliothek eine Hörbuchfassung eines meiner Lieblingsbücher entdeckt hatte, war es auch schon ausgeliehen und eingepackt :-) . Das Hörbuch war genau das richtige für die mehrstündige Autobahnfahrt am Sonntag, da ich das Buch schon seit einiger Zeit nicht mehr gelesen habe.

Tamora Pierce
Sprecher: Gabriele Blum
Alanna – Die schwarze Stadt
Verlag: Audiolino
4 CDs
ISBN-10: 3938482737
ISBN-13: 978-3938482735
19,90 €

Zum Inhalt habe ich ja bereits in der Buchrezension einiges verlauten lassen. Um mir die Arbeit und euch die Langeweile zu ersparen können diejenigen, denen das Buch noch unbekannt ist, hier nachschauen.

Das Hörbuch ist eine leicht gekürzte Version des Buches. Mir sind beim Hören einige fehlende Stellen aufgefallen, die dem Leser, der das Buch nicht kennt, aber sicher nicht auffallen werden.

An die Sprecherin Gabriele Blum musste ich mich erst einmal gewöhnen. Sie spricht die Figuren ganz anders, als ich sie mir vorgestellt habe und auch die Aussprache der Namen – englischsprachig statt deutsch – hat mich irritiert. Zudem ist ihre Aussprache im Vergleich zu der Musik, die als Übergang zwischen den einzelnen Kapiteln gespielt wird sehr leise, sodass ich regelmäßig zu Beginn und Ende eines Tracks an der Lautstärkeregelung herumspielen musste. – Nach einer kurzen Eingewöhnung hatte ich mich jedoch an Gabriele Blums Stil gewöhnt und ihr gekonntes in Szene setzen der verschiedenen Figuren – seien es nun Götter oder Menschen – einfach genießen. Bleibt also nur das Manko mit der Lautstärke, mit dem ich persönlich zumindest beim Autofahren gut leben kann.

Mit dem “echten” Buch kann das Hörbuch bei weitem nicht mithalten, aber es bietet Neueinsteigern die Gelegenheit, die Geschichte kennenzulernen, ohne in sie hineinlesen zu müssen. Und da bei Audiolino die komplette Alanna-Reihe vertont wurde, muss man auch keine Angst haben, die Reihe nicht beenden zu können :-) .

Fans bietet das Hörbuch die Gelegenheit, die Figuren mal aus einer leicht veränderten Perspektive (Gabriele Blums Interpretation) zu erleben. Außerdem hat man die Chance auch bei langweiligen Tätigkeiten von Alannas Abenteuern begleitet zu werden. – Ich könnte mir durchaus vorstellen, bei der nächsten längeren Autofahrt die Fortsetzung zu hören.

Eine Hörprobe findet ihr hier.

Published in: on September 6, 2011 at 12:30 nachmittags  Kommentare (1)  
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Ruf der Dämmerung von Rianna O’Donnell

So, nachdem ich einige Tage bei meinen Eltern und einige Stunden auf der Autobahn verbracht habe bin ich wieder Zuhause :-) und das Hörbuch ist gehört.

Die Grundidee der Handlung
Viola verbringt ein Semester bei ihrem Vater und seiner neuen Frau Ainnè in Irland. Zuerst fühlt sie sich einsam und vermisst ihre Freundin und Annehmlichkeiten wie z.B. ein ständig funktionierendes Internet.

Doch langsam beginnt sie, sich an Irland zu gewöhnen. Sie unternimmt lange Spaziergänge mit Ainnè’s Hund Guiness und freundet sich mit der pferdebegeisterten Shawna an.

Aber erst ihre Begegnung mit dem mysteriösen Pferden am See und dem geheimnisvollen Ahi bringt sie dazu Irland richtig zu mögen.

Wer ist dieser geheimnisvolle Junge und warum taucht immer dieser graue Hengst auf, wenn er verschwindet?

Stil und Sprache
Die Sprache des Hörbuches ist modern und jugendlich. Eindeutig ein Buch aus unserer Zeit. Trotzdem schafft es die Autorin, Ahi eher altertümlich sprechen zu lassen und lässt auch die Mystik und das Geheimnisvolle nicht zu kurz kommen. Besonders aufgefallen ist mir die sprachliche Entwicklung, die Ahi im Verlauf des Buches gemacht hat – das hat mir echt gut gefallen :-) .

Die Sprecherin des Hörbuches hat mir ebenfalls gut gefalle. Sie zieht den Hörer schnell in ihren Bann und bringt sowohl das Geheimnisvolle, als auch das Alltägliche richtig gut rüber.

Verpackung
Das Cover des Hörbuches finde ich sehr passend, ein rothaariges Mädchen, das auf einen See hinaus starrt – Viola, die auf Ahi wartet?
Einziges Manko: Die Papphülle ist nicht so stabil und die CDs fallen leicht heraus – nicht so toll, wenn man beim Auto fahren die CD wechseln möchte…

Fazit
Eine unterhaltsame Jugendromanze für irisch-mystischen Hintergrund. Nicht immer vorsehbar und auf jeden Fall das Richtige für eine längere Autofahrt.

Published in: on Juni 10, 2010 at 5:28 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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SUC-Zuwachs: Ruf der Dämmerung

So, da bin ich wieder. :-)

Ab gestern stolze Besitzerin eines Hörbuches (mein erstes):

Da ein Hörbuch für mich trotz allem kein Buch ist liegt es jetzt einsam und allein auf meinem SUC (Stapel ungehörter CDs ;-) )
- Hören werde ich es Anfang nächster Woche, da ist eine längere Autofahrt geplant, die so (hoffentlich) nicht so langweilig wird.

Die Rezi folgt dann im Anschluss.

Published in: on Juni 3, 2010 at 12:21 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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