Grimm von Christoph Marzi

Nach “Ice – Hüter des Nordens” war ich irgendwie in Stimmung für Märchen und so habe ich als nächstes zu “Grimm” gegriffen.

Christoph Marzi
Grimm
Verlag: Heyne fliegt
560 Seiten
ISBN-10: 3453266617
ISBN-13: 978-3453266612
17,99 €

Auf den Cover von “Grimm” kann man Szenen aus verschiedenen Märchen erkennen. Ich kann nicht alle zuordnen, aber zumindest “Schneewittchen”, “Rapunzel” und “Hänsel und Gretel” konnte ich eindeutig identifizieren. Alle dieser Märchenszenen auf dem Cover haben eines gemeinsam: Sie befinden sich hinter Schloss und Riegel – und da haben wir auch den eindeutigen Bezug zum Buch, auch wenn man das erst im Nachhinein weiß. (Eines der Märchen scheint übrigens bereits ausgebrochen zu sein.)

Nach einem Vorfall an iher alten Schule musste Vesper zu ihrer Mutter nach Hamburg ziehen. An eine Schule, die noch schlimmer ist als ihre alte. Zumindest hat Vespa hier eine eigene Wohnung durchsetzten können und einen Job als Schneiderin bei einem kleinen Theater gefunden. Ein Job, den sie nicht wegen des Geldes macht, sondern weil ihr das Nähen Spass macht – und ihr zu einer Freundschaft mit ihrer Arbeitskollegin Ida und deren kleine Tochter Greta verholfen hat.

Und Vespa hat definitiv nicht viele Freunde. Als dann ihr Vater stirbt und ihr nichts weiter als einen Brief, einen Ring, einen Hinweis auf einen alten Freund und eine Warnung “vor den Wölfen” hinterlässt, steckt Vespa in Schwierigkeiten. Um so mehr, als die Wölfe schon im Haus ihrer Mutter auf sie warten. Auf der Flucht vor den Wölfen versucht sie, das Geheimnis um die Hinterlassenschaft ihres Vaters aufzudecken.

Vespa als Hauptperson der Geschichte hat mich leider überhaupt nicht mitgerissen. Ihre Lügerei und Betrügerei an der Schule fand ich völlig überzogen – und ich finde nicht, dass man dieses Verhalten mit der ständige Abwesenheit und dem Desinteresse der eigenen Mutter begründen kann. Vespa hat auch ihre guten Seiten, für Ida und Greta ist sie zum Beispiel stets da, aber für mich ist Vespa definitiv kein Sympathieträger. Vermutlich einer der Gründe, warum mir die Geschichte nicht so gut gefallen hat.

“Grimm” ist eine düstere Geschichte. Eine Geschichte, bei der man nicht weiß, wem man vertrauen kann – und selbst Gut und Böse verschwimmen. Die Ereignisse in “Grimm” sind spannend – anders lässt sich die Flucht vor einem Rudel Menschenwölfe nicht beschreiben – aber auch skurril und teilweise ziemlich merkwürdig.

Vielleicht gibt “Grimm” damit die Stimmung der klassischen Grimms Märchen wieder – ich muss zugeben, bisher nur die “zensierte” Variante gelesen zu haben – aber mein Fall ist das Buch damit leider nicht. Für mich sind Märchen eher aus dem Stoff, aus dem Träume, und nicht Alpträume gemacht sind (auch wenn jedes für sich seine dunklen Seiten hat). Und was meiner Meinung nach auf jeden Fall in ein Märchen gehört, ist ein Happy End – und das hatte “Grimm” definitiv nicht.

Damit hat “Grimm” mich leider nicht wirklich überzeugen können. Und ich merke einmal mehr, dass Christopher Marzis Stil nicht wirklich mein Fall ist. – Auch wenn seine Geschichten immer wieder gut klingen.

Hier könnt ihr selber einen Blick ins Buch werfen.

Published in: on Mai 5, 2012 at 8:00 vormittags  Kommentare (5)  
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Ice – Hüter des Nordens von Sarah Beth Durst

Gestern ist mein vorerst letzter Tauschticket-Tausch bei mir angekommen (mein Umstellungs-Guthaben ist jetzt aufgebraucht) – und wurde im Null Komma Nix verschlungen ;-) .

Sarah Beth Durst
Ice – Hüter des Nordens
Verlag: Egmont Lyx
307 Seiten
ISBN-10: 3802586026
ISBN-13: 978-3802586026
12,99 €

Das Cover des Buches ist schön, aber relativ blass – und wirkt durch das Farbspiel von dem Hellblau und Weiß des Eisbären und der eisigen Umgebung zu den roten Frauenlippen und der lila Farbe im Hintergrund etwas unwirklich. Nichts desto trotz passt es genau zu der Geschichte -und ist wie gesagt sehr schön anzuschauen.

Von klein auf bekommt Cassie von iherer Großmutter eine Geschichte erzählt: Von einem Mann, der sich in die Tochter des Nordwindes verliebte – doch die Tochter des Nordwindes war dem Eisbärkönig versprochen und durch Liebe zu einem Menschen erzürnte sie ihren Vater. Die Tochter des Nordwindes versprach dem Eisbärkönig ihre Tochter zur Frau – im Gegenzug für seinen Schutz: Aber der Eisbärkönig konnte sie und ihren Mann nicht ewig schützen. Und so wurde die die Tochter des Nordwindes von ihrem Vater zu den Trollen verbannt.

Ein Märchen, das Cassie nicht mehr hört, seitdem ihr Vater ihre Großmutter fortgeschickt hat – seine Tochter sollte nicht mit solch einem Unsinn aufwachsen. Aber kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag beobachtet Cassie, wie ein von ihr verfolgter Eisbär einfach in einer Eiswand verschwindet. Und von da an ist es nicht mehr leicht, zwischen Märchen und Wirklichkeit zu unterscheiden…

Man sagt, dass in jedem Märchen ein wahrer Kern steckt – auch wenn es überraschend ist, wenn dann das ganze Märchen wahr ist.

Cassie ist auf einer Forschungsstation aufgewachsen und eigentlich ziemlich rational – wenn man allerdings einem sprechenden Eisbären begegnet, kann man sich durchaus davon überzeugen lassen, dass manche Märchen wahr sein können.

Als der Eisbär Cassie dann verspricht, ihre von ihr seit Jahren totgeglaubte Mutter von den Trollen zu retten, wenn sie seine Frau wird, sagt Cassie zu – ohne die Konsequenzen zu kennen.

Denn hinter dem sprechenden Eisbär verbirgt sich mehr als nur ein Märchenwesen. Der Bär ist einer von vielen Munaqsri, dafür verantwortlich, die Seelen der Sterbenden einzusammeln, um so den Neugeborenen eine Seele geben zu können. Eine Aufgabe, die nicht nur zeitaufwändig, sondern auch lebenswichtig für das Volk ist, das der jeweilige Munasqri hütet – in seinem Fall sind es die Eisbären. Denn ohne die Seelen, die der Munaqsri sammelt, können die Neugeborenen nicht leben – und sein Volk wäre zum Aussterben verdammt.

Wie in dem Märchen bringt die Neugier der Braut des Eisbärkönigs diesen in Gefangenschaft – und nun ist es an Cassie, ihren Mann zu retten. Allen Widerständen zum Trotz folgt sie seinen Spuren, die bis ans Ende der Welt führen.

Damit ist Cassie eine Hauptperson, mit der man sich leicht und gerne identifiziert. Kein hilfloses Mädchen, das sich von ihrer Umgebung – und sei sie noch so ungewohnt – einschüchtern lässt. Jemand der weiß, was er will – und dafür kämpft. Die ideale Besetzung für ein Märchen – und diese Geschichte.

Das Buch wäre kein Märchen, wenn es kein Happy End hätte – aber bis dahin gibt es für Cassie (und den Leser) einiges zu entdecken und so manches Hindernis zu überwinden. Und auch wenn abzusehen ist, dass das Buch ein gutes Ende haben wird – ist dieses doch überraschend.

Sarah Beth Durst hat es auf eine wunderschöne Art und Weise geschafft, das altbekannte Märchen vom Eisbärkönig in unsere Welt zu versetzen – mit nicht mehr als einen Hauch von Magie, auch wenn die Seelensammler dem sicherlich nicht zustimmen würden ;-) . Eine Geschichte, die sich wunderschön bei Schnee und Eis vor dem Kamin lesen lässt – oder einen an einem warmen Frühlingstag wieder in den Winter entführt. So oder so ein Leseerlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Wer nicht auf Schnee und Eis warten möchte, findet hier eine Leseprobe.

Published in: on Mai 4, 2012 at 4:52 nachmittags  Kommentare (3)  
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Die große Wörterfabrik von Agnès de Lestrade

Agnès de Lestrade
Die große Wörterfabrik
Verlag: mixtvision
40 Seiten
ISBN-10: 3939435260
ISBN-13: 978-3939435266
13,90 €

Schon das Cover des Buches hat das gewisse Etwas: Ein kleiner Junge mit einem weiß-rot gestreiften Schmetterlingsnetz, der fast im Schatten einer großes Gebäudes – vermutlich ein Teil der Wörterfabrik – verschwindet. Ein Bild, das trotz der Größenverhältnisse zwischen Junge und Schatten irgendwie fröhlich wirkt.

In einer Welt, in der manche Worte kostbarer sind als Gold, lebt ein kleiner Junge, der nicht viele Möglichkeiten hat, an Worte zu kommen. Zum Geburtstag seiner Freundin nimmt er all’ seine Worte und seinen Mut zusammen, um ihr seine Liebe zu gestehen.

“Die große Wörterfabrik” ist einfach rundum gelungen. Wie der kleine Junge aus der Geschichte, kommt auch das Buch mit wenig Worten aus. Die das ganze Buch einnehmenden Illustrationen ergänzen die kurzen Sätze perfekt, vertiefen die durch die Sätze vermittelte Stimmung – erst traurig grau, später fröhlich bunt – und lassen die Blicke der Leser (und Vorleser) durch die vielen, die Welt beschreibenden, Einzelheiten auch nach dem Lesen noch auf den aufgeschlagenen Seiten verweilen.

“Die große Wörterfabrik” ist ein Kinderbuch – aber eben nicht nur. Es ist auch ein Buch über die Liebe – und für Liebende. Ein Buch, das zeigt, dass Liebe nicht viele Worte braucht, drei reichen aus: Kirsche. Staub. Stuhl. ;-)

Hier könnt ihr euch selbst ein Bild von dem Buch machen.

Published in: on Februar 28, 2012 at 4:00 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Der König und die Gärtnerin von Carmen Winter

Carmen Winter
Der König und die Gärtnerin
Verlag: Drachenmond
140 Seiten
ISBN-10: 3931989496
ISBN-13: 978-3931989491
14,95 €

Schon das Cover des Buches gefällt mir – und das, obwohl auch dieses hauptsächlich von dem Gesicht einer Frau eingenommen wird. Die Position, die die Frau auf dem Cover einnimmt, ist ungewöhnlich. Zusammen mit ihrem Gesichtsausdruck wirkt das Cover auf mich ziemlich traurig. Auf den zweiten Blick sind mir auf ihren Haaren versteckten Buchstaben oder Wörter aufgefallen, entziffern konnte ich sie bisher leider noch nicht.

Das Märchen beginnt damit, dass der König in seinem Garten der Gärtnerin begegnet. Da sie ihm gefällt, fordert er sie auf, ihre ganze Vergangenheit hinter sich zu lassen und so, wie sie auf die Welt gekommen ist, zu ihm zu kommen. Eine Aufforderung, die den Beginn der Beziehung zwischen den beiden einläutet.

Das Buch wird ziemlich treffend als “Märchen für Erwachsene” bezeichnet. Es erzählt von der Liebe zwischen dem König und seiner Gärtnerin – mit allem, was dazugehört. Die Beziehung zwischen König und Gärtnerin beginnt mit der Aufforderung des Königs. Aber schon bei ihrem ersten Treffen muss dieser feststellen, dass die Gärtnerin nicht all’ seinen Wünsche entspricht. Doch auch er muss einsehen, dass er nicht perfekt ist. Dadurch kommt es zu Auseinandersetzungen, trotzdem kommen sich die beiden langsam näher. Sie lernen voneinander und wachsen an ihren Herausforderungen – ebenso wie ihre Liebe.

Die Beziehung, die Carmen Winter in “Der König und die Gärtnerin” beschreibt, unterscheidet sich nicht großartig von den Liebesbeziehungen in unserer Welt. Denn egal, ob ein Partner nun “König” oder “Gärtner” ist, die Beziehung zueinander bleibt doch die gleiche. In jeder Beziehung gibt es Probleme, die es zu beheben gilt und für jedes Problem lässt sich eine Lösung finden – die für verschiedene Paare durchaus eine unterschiedliche sein kann.

Die Geschichte ist eine ruhige, gefühlvolle Geschichte, ihr Schwerpunkt liegt auf der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Gärtnerin. Sie ist eine sympathische Person und mir ist es leicht gefallen, die Geschichte aus ihrer Sicht (mit) zu erleben und ihre Gefühle (nach) zu fühlen.

Damit ist das Buch ein Buch für Verliebte und Liebende, oder für jene, die von der Liebe träumen. Ein Buch für ruhige und kuschelige Stunden – und damit genau das Richtige für die aktuelle Wetterlage ;-) .

Reinlesen könnt ihr hier.

Published in: on Februar 2, 2012 at 6:36 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Hör mein Lied von Brooks Hansen

So, heute bin ich im ganzen Weihnachtsstress endlich wieder zum Lesen gekommen :-) .

Brooks Hansen
Hör mein Lied
Verlag: Carlesen
237 Seiten
ISBN-10: 3551580413
ISBN-13: 978-3551580412

Auf dem Cover des Buches kann man vier Spatzen, ein Rentier und eine Gans entdecken. Sechs Tiere, die sich an einem verschneiten Seeufer befinden – schlicht, aber schön.

Die Spatzen Piorello und Bette kommen durch ein Menschenkind zusammen, ein Menschenkind, das die Spatzen regelmäßig füttert. Aus ihrem trauten Zusammensein wird bald mehr. Und so schlüpfen den beiden zwei süße Spatzenküken. Als Piorello von der Futtersuche nicht mehr zurück kommt beschließt Bette, sich auf die Suche nach ihm zu machen.

Das Rentier Caesar ist ebenfalls auf der Suche. Auf der Suche nach seinen Menschenfreunden, denen er einen Schlitten bringen muss. Auf Nachfrage erklärt sich Caesar bereit, Bette und ihre noch nicht flügge gewordenen Jungen mitzunehmen – in seinem Geweih.

In der Zwischenzeit hat es Piorello über den großen Teich verschlagen. Denn das Mädchen, gegen dessen Fensterscheibe er geflogen ist, hat ihn mitgenommen, um ihn wieder aufzupäppeln. Dort freundet er sich schnell mit einem Bernhardiner und einer Schar Gänse an. Diese wollen demnächst über den großen Teich aufbrechen – und Piorello will sie begleiten.

Brooks Hansen hat mit “Hör mein Lied” ein wunderschönes Märchen für die Weihnachts- und Winterzeit geschrieben. Menschen kommen hier nur am Rande vor, die Hauptpersonen sind die Spatzendame Bette und ihr Gefährte Piorello. Beide nehmen einiges in Kauf, um wieder zueinander zu finden. Und beide finden auf ihrer nicht immer einfachen Suche Unterstützung durch andere Tiere. Sei es das gutmütige Rentier Caesar, das Bette und ihre Kinder auf seinen Geweih durch die verschneiten Ebene trägt, die Gänse, die Piorello unterweisen, damit auch er einen Flug über das Meer schaffen kann oder der Bernadiner, der Piorello das Leben rettet.

Und wenn auch die Wege von Piorello und Bette nicht einfach sind, die Treue, die sie zusammenhält, gibt ihnen die Zielstrebigkeit und Kraft, wieder zueinander zu finden. Ohne die Hilfe anderer Tiere hätten sie es vermutlich nie schaffen können, aber auch das hätte sie von ihrem Versuch nicht abgehalten. Und damit haben sich die zwei ungewöhnlichen Helden, eh’ man sich versieht, direkt ins Herz geschlichen.

Die fast aussichtlos erscheinende Suche der beiden und die Hilfsbereitschaft der anderen Tiere machen die Geschichte damit absolut passend für die Weihnachtszeit. Aber ich bin sicher, dass sie den Leser auch zu jeder anderen Zeit in den Bann ziehen kann.

Eine Geschichte für all’ jene – seien sie nun jung oder alt – die sich noch gerne von Märchen verzaubern lassen.

Eine Leseprobe zu dem Buch konnte ich leider nicht finden, aber da es gebraucht relativ günstig erhältlich ist, kann man damit ja auch eigentlich nicht allzu viel verkehrt machen ;-) .

Published in: on Dezember 10, 2011 at 4:10 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Rumpelkammer] Finde die Rätselrübe in Plims Hexenküche

Diesmal passt die Artikelkategorie wie die Faust aufs Auge: Plim (aus “Das Unkrautland”) hat in der ” immerwährenden Unordnung” ihrer Hexenküche ihr Kistchen mit der Rätselrübe verlegt.

Wer ihr erfolgreich bei der Suche hilft hat die Chance auf eines von 222 Exemplaren des brandneuen dritten Unkrautland-Bands “Die Gipfeln der Schwefelzinnen”.

Weitere Infos und den Startpunkt für eure Suche findet ihr hier.

Published in: on Dezember 7, 2011 at 4:00 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die Steinsuppe

Ich komme im Moment (mal wieder) nicht so viel zum Lesen, die Geschichte oder das Märchen, die ich heute Morgen im Gemeindebrief gelesen habe möchte ich euch aber nicht vorenthalten:

Die Steinsuppe

Es ist Krieg. Ein sehr hungriger Soldat kommt in ein kleines Dorf in den Bergen. Da er nichts zu essen hat, bittet er die Leute, ihm etwas zu geben. Aber niemand ist bereit ihm zu helfen. Sie alle haben selbst nicht genug für sich und ihre Familien.
Da geht der Soldat auf den Marktplatz und entfacht ein Feuer. Von einem der Dorfbewohner leiht er sich einen großen Topf, füllt ihn mit Wasser und setzt ihn aufs Feuer.
Unter den misstrauischen und neugierigen Augen der Dorfbewohner holt er einen Stein aus der Tascher hervor und riecht entzückt an ihm. Dann wirft er ihn zum Erstaunen aller in das kochende Wasser. Er rührt in dem Topf und ab und zu probiert er einen Löffel.
Den verwunderten Dorfbewohnern erklärt er: “Ich koche eine köstliche Steinsuppe. Aber leider fehlt noch ein wenig Salz.”
Einer der Dorfbewohner bringt ihm ein bisschen Salz. Dann schmeckt der Soldat erneut die Suppe ab und sagt: “Mmmh, das ist schon nicht schlecht. Wenn ich jetzt noch ein klitzekleines Stück Karotte hätte, dann wäre die Suppe wohl perfekt.”
Und ein anderer Dorfbewohner bringt ihm ein Stück Karotte. Auf dieselbe Weise bittet der Soldat auch um Petersielie und ein Stück Speck und um allerhand Zutaten für eine köstliche Suppe. So trägt nach und nach jeder etwas bei. Um am Ende können alle eine leckere Suppe miteinander teilen.

(Verfasser unbekannt)

Published in: on Dezember 3, 2011 at 11:18 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Das Unkrautand – Die Gipfel der Schwefelzinnen von Stefan Seitz

Mit “Die Gipfel der Schwefelzinnen” führt Stefan Seitz (endlich) die Geschichte um Primus und Plims Suche nach der Nebelfee weiter.

Stefan Seitz
Das Unkrautland – Die Gipfel der Schwefelzinnen
Verlag: Cleon Verlag
303 Seiten
ISBN-10: 3981317157
ISBN-13: 978-3981317152
14,95 €

Das Cover zeigt eine Szene aus dem Buch: Primus auf einer Hängebrücke in den Schwefelzinnen, während ihm ein wichtiges Papier davonflattert. Ein Cover im Stil der ersten zwei Bände – auch wenn mir die Szenen dort besser gefallen haben.

“Die Gipfel der Schwefelzinnen” schließt quasi direkt an “Das Geheimnis der schwarzen Hütte” an. Es beginnt mit den Untersuchungen des Buches von Magnus Ulme, das Primus und Plim in “Das Geheimnis der schwarzen Hütte” erbeutet haben, ein Buch, das den Weg zu den Schwefelzinnen beschreibt.

Eine Tatsache, die die beiden in die Planung der nächsten Expedition stürzt. Eine Expedition mit der die beiden früher starten als erwartet: Aus Anfang des Frühjahrs wird sofort, nachdem ein mysteriöser Fiedler versucht, Primus mit Hilfe einer magischen Fiedel seine Geheimnisse zu entreißen und die Informationen in der aktuellen Ausgabe des Zauberzirkels auf die Rückkehr ihres alten Gegners Rabenstein hindeuten.

Die Geschichte hat mich genauso schnell in den Bann gezogen, wie es die Geschichte in den anderen zwei Bücher getan haben. Und auch wenn das Lesen der vorherigen Bände schon länger her ist, findet man sich als Leser schnell mitten im Geschehen wieder.

Als Leser trifft man auf alte, liebgewonnene Bekannten, wie das Knochenhuhn Bucklewhee, der Kürbis Snigg, Plims Vogelscheuche Chuck sowie die lästigen Hexenkröten Taddel und Mills, die auch hier wieder ihre amüsanten Rollen spielen und die Geschichte vor dem inneren Auge des Lesers lebendig werden lassen. So kann man die Geschehnisse in Plims Hexenhaus fast sehen – und mit Stefan Seitz Zeichnungen – sowohl auf dem Cover, als auch im Buch kann man es sogar wirklich. :-)

Mit dem Beginn von Primus und Plims Reise ist die Geschichte meiner Meinung nach jedoch etwas abgeflacht, sie übt nicht mehr ganz die Faszination aus, die sie in den vorherigen Bänden und auch zu Beginn dieses Bandes ausgeübt hat – auch wenn es hier zu dem ersten Kuss zwischen Primus und Plim kommt (unter welchen Voraussetzungen wird hier natürlich nicht verraten ;-) ).

Die neuen Bekanntschaften, die Primus und Plim auf ihrer Reise machen sind bei weitem nicht so detailliert beschrieben wie die Altbekannten. Als Leser der ersten zwei Bände ist man Besseres gewohnt und vermisst daher etwas.

Nichts desto trotz ist es eine Geschichte aus dem Unkrautland. Das Buch aus dem Unkrautland, mit dem die Suche nach der Nebelfee ein Ende findet (so oder so). Und daher empfehle ich das Buch (mit den oben genannten Einschränkungen) an die Leser der ersten zwei Bände trotzdem weiter. – Wie sonst sollte man an das Ende der Geschichte kommen?

Leselustigen Leuten, die das Unkrautland noch nicht kennen, sollten mit “Auf den Spuren der Nebelfee” anfangen – und sich verzaubern lassen.

Reinlesen könnt ihr hier.

Published in: on November 6, 2011 at 11:48 vormittags  Kommentare (1)  
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Keturah – Gefährtin des Todes von Martine Leavitt

Martine Leavitt
Keturah – Gefährtin des Todes
Verlag: Hanser
240 Seiten
ISBN-10: 3446234756
ISBN-13: 978-3446234758
14,90 €

Das Cover des Buches zeigt eine weiß gekleidete, ziemlich blasse Frau und eine verhüllte Gestalt in einer Umarmung. Der Hintergrund ist in einem dunklen Waldgrün gehalten. Ein Cover, das ziemlich gut auf eine der Szenen im Buch passt und damit definitiv die Ausnahme ist (im positiven Sinne).

Die Geschichte, von der das Buch handelt, erzählt die Hauptperson – Keturah – selbst. “Eine Geschichte von Zauberei und Liebe, von Tod und Tapferkeit, und eine, die das Herz wärmt”. – Besser kann ich die Geschichte auch nicht zusammenfassen.

Die 16-jährige Keturah ist eine Geschichtenerzählerin. Als sie am nahe gelegen Waldrand den Hirsch aus ihren Geschichten sieht, folgt sie ihm – und verirrt sich im Wald. Dort trifft sie auf den Tod, der plant, sie mit sich zu nehmen. Keturah schlägt ihm jedoch einen Handel vor und darf vorerst in ihr Dorf zurückkehren. Findet sie innerhalb eines Tages die Liebe ihres Lebens, darf sie am Leben bleiben, ansonsten muss sie mit dem Tod ziehen …

Keturah, die Hauptperson der Geschichte, ist nicht nur eine gute Geschichtenerzählerin, sondern ist auch etwas Besonderes. Keturah kann seit ihrer Kindheit den Tod sehen. Den Tod, den auch die normalen Sterblichen spüren: Wenn sie Hunger leiden oder der kalte Wind ihnen durch die Knochen pfeift.

Mit Keturahs Geschichte zeigt Martine Leavitt, dass an dem Tod nichts Schlechtes ist. Gerade er macht das Leben lebenswert. Tod und Leben gehören eben einfach zusammen.

Keturahs Umgang mit dem Tod ist vielleicht respektlos, aber sicher nicht schlechter als der, den die Menschen in ihrem Dorf (oder auch wir selbst) mit ihm pflegen. Keturah versucht, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen, lässt sich auf einen Handel mit ihm ein – aber nicht nur für sich, sondern auch für die Menschen, die sie liebt. Ob sie dabei die Liebe ihres Lebens finden wird werde ich nicht verraten, aber ihre Suche danach ist deutlich mehr als nur lesenswert.

Das Ende der Geschichte kam (zumindest für mich) unerwartet. Aber es passt zu der Geschichte, es ist ein gutes Ende, genau wie das Buch ein gutes Buch ist – sogar besser.

Eine Geschichte zum Nachdenken, “eine Geschichte von Zauberei und Liebe, von Tod und Tapferkeit, und eine die das Herz wärmt” – und damit eine Geschichte, die perfekt in die jetzige Jahreszeit passt. Ein Buch, mit dem man es sich mit einer warmen Decke auf dem Sofa gemütlich machen kann – um es dann an einem Stück durchzulesen.

Hier könnt ihr euch selber von der Geschichte verzaubern lassen.

Published in: on Oktober 28, 2011 at 11:40 nachmittags  Kommentare (1)  
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Die Feengabe von Barbara Schinko

Nachdem mein alter Rechner aktuell wieder funktioniert (warum, verstehe ich immer noch nicht) werde ich versuchen, den Rezensionsstau wieder aufzuholen. Los geht es mit “Die Feengabe”:

Barbara Schinko
Die Feengabe
Verlag: Mondwolf
300 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 395030021X
ISBN-13: 978-3950300215
14,55 €

Das Cover des Buches gefällt mir. Mit seinem Aussehen hebt es sich deutlich von den anderen Mainstream-Covern ab: Der Hintergrund ist in orange-braun gehalten, darauf befindet sich ein pergamentfarbenes Bild, auf dem ein Turm gezeichnet ist. Im Hintergrund kann man Bäume erahnen. Die Zeichnung ist von einer grünen Rankenbordüre umgeben, der Titel ist in gelber, eher altertümlicher Schrift über das Bild gedruckt.

Mavie und Stella, die Töchter des Gouverneurs der Insel Dalin, kommen nach einem herrlichen Sommer bei ihrer Großmutter Grannie zurück nach Dalin. Dort träumt Stella nur von ihrem angehenden reichen Ehemann – den es noch gar nicht gibt – während der Wildpfang Maevie die Gegend unsicher macht. Bei einem nächtlichen Streifzug beobachtet sie den örtlichen Geisterer bei einem Ritual zur Abwehr der Feen, die nur zu gerne Menschen ins Feenreich entführen.
Zu dem Ritual gehört auch der Tod einer Katze, doch das junge Kätzchen, dass der Geisterer für sein Ritual ausgewählt hat, gehört dem Sohn des Daliner Abeckers, Sorley. Dieser hat – genau wie Mavie – etwas gegen ihre Opferung und gemeinsam verhinderen sie das Ritual und den Tod der Katze.

Eine Tat, die nicht ohne Folgen bleibt: Mavies Schwester Stella wird vom Elfenprinz in sein Reich gelockt. Da Mavie Stella trotz der ständigen geschwisterlichen Streiterein liebt, hat sie nun nur noch ein Ziel: Die Schwester aus dem Feenreich zurück nach Dalin zu holen.

Barbara Schinko schreibt die Feengabe so, wie Märchen erzählt werden. “Die Geschichte [Die Feengabe] trug sich vor langer Zeit zu …”, so beginnt Maevie die Geschichte aus ihrer Kindheit. Und eh’ sich der Leser versieht befindet er sich an Maevies Seite zu der Zeit, als Maevie ihr großes Abenteuer erlebte – ein Sommer, in dem sie einiges lernt – über die Liebe, die Feen, die Freundschaft, aber auch über sich selbst.

Die zum Teil altertümliche Sprache könnte den ein oder anderen ins Stocken bringen – ich bin mir nicht sicher, ob jeder Leser (gerade Jüngere) mit Begriffen wie Abdecker oder Geisterer (der Begriff kam auch mir nicht im Geringsten bekannt vor) etwas anfangen können. Aber zu einem Märchen passen diese Begriffe, sie sind eben einfach märchenhaft ;-) – und da sich die Meisten aus dem Kontext erschließen, sollte es, abgesehen von leichten Anfangsschwierigkeiten, keine Probleme geben.

Die Feen – die Fay – sind so beschrieben, wie ich mir die kaltblütigen Feen aus den irischen Sagen vorstelle: Sie entführen Menschen, ohne ein Gedanken an diese oder ihre Hinterbliebenen zu verschwenden – genau so, wie sie es mit Maevies Schwester Stella machen. Aber trotz allem sind sie auch schön, magisch und verführerisch. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass auch Mavie und Sorley ihrem Bann erst einmal erliegen. Aber wie in den alten Märchen gibt es immer eine Chance, die Feen zu besiegen – eine Chance, die auch Sorley und Maevie haben und die man ihnen als Leser auch wirklich gönnt. Schließlich sind die beiden trotz – oder gerade wegen ihrer Macken – äußerst liebenswert.

Ein rundum gelungenes Märchen für Liebhaber von Feengeschichten oder irischen Sagen. Ein Buch, auf das man sich einlassen muss – aber wenn man es tut, erwartet einen ein märchenhaftes Lesevergnügen – ob man es nun nur für sich liest oder beim Vorlesen mit jemandem teilt.

Reinlesen könnt ihr hier.

Published in: on Oktober 5, 2011 at 9:34 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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