Traurig, aber schön …

… ist dieser Clip. Und auch wenn es eher Science Fiction als Fantasy ist, es lohnt sich mal reinzuschauen:

Ich drücke den Kleinen die Daumen, dass sie bei ihrer nächsten Fahrt etwas mehr Aufmerksamkeit erregen.

Published in: on September 9, 2011 at 9:00 nachmittags  Kommentare (2)  
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[Blick über den Tellerrand] Vom Fischer, der ein Künstler war von Manfred Schlüter

Zeit für ein neues Buch aus der Kategorie “Blick über den Tellerrand”. Das vorgestellte Buch ist eines der wenigen Bücher, die sich mein Mann vor mir geschnappt hat (und das direkt nach dem Auspacken!).

Das Buch selber lässt sich vielleicht auch dem Bereich Märchen zuordnen – richtig passen würde das allerdings nicht, der “Blick über den Tellerrand” aber passt. :-)

Manfred Schlüter
Vom Fischer, der ein Künstler war
Mixtvision Verlag
72 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3939435376
ISBN-13: 978-3939435372
EUR 12,90 €

Schon das Cover des Buches ist erfrischend anders. Ein Eisvogel, der auf einem Ast einen Fisch vertilgt – auch ein Fischer, vielleicht sogar ein Künstler – zumindest ist er kunterbunt (wie Eisvögel eben sind).

Im Buch finden sich 30 kleine Geschichten bzw. Gedichte, denn auch wenn sie nicht in Reimform geschrieben sind, sind sie in Gedichtform gedruckt. Gedichtgeschichten zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln. Manche traurig, manche wundervoll fröhlich.

Über den Anfang bis hin zum Ende (die beide ihre eigene Gedichtgeschichte haben) erzählt Manfred Schlüter von Bleistiften, Bleistiftzeichnungen (gefährliche oder einfach nur schöne für Erinnerungen an die Kindheit), Bauchschmerzen, Schnupfen, Liebe, Grashalme, Bäume, eine verliebte Insel, einen Stein, über besondere Menschen, die Zeit und vieles mehr.

Jede der Gedichtgeschichten ist wundervoll illustriert: Mit einfachen Bildern, die den Gedichtgeschichten nichts wegnehmen, sondern sie einfach nur ergänzen.

Im Gegenteil zu den Gedichten und Geschichten, bei denen man lange überlegen muss, was sie eigentlich aussagen sollen (und vielleicht auch nach dem langen Überlegen nicht darauf kommt) sprechen die Gedichtgeschichten hier für sich. Sie regen zwar zum Nachdenken an, allerdings nicht darüber, was sie wohl aussagen könnten, sondern über ihre Aussage an sich. Sie leben von der Fantasie der Leser – und wer diese besitzt, wird die Gedichtgeschichten lieben.

Mich persönlich hat das Buch ein wenig an “Das Schnurpsenbuch” von Michael Ende erinnert. Die Gedichtgeschichten sind anders und stehen völlig für sich – aber der Schreibstil und der Inhalt der Geschichten würden auch gut in das Schnurpsenbuch passen. Wer die Schnurpse mag wird auch den “Fischer, der ein Künstler war” mögen.

Bei Amazon könnt ihr einen Blick ins Buch werfen und euch selber verzaubern lassen.

Ronar von Anke Höhl-Kayser

Anke Höhl-Kayser
Ronar
BoD
256 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3837052605
ISBN-13: 978-3837052602
EUR 16,90

Das Cover stammt von der deutschen Künsterlin Noëlle-Magali Wörheide. Es ist komplett in Schwarz-Tönen gehalten, bis auf den Mond, der sich vor dem dunklen Hintergrund und der dunklen Burg im Vordergrund deutlich abhebt. Ein Cover, das sich gerade durch das “Einfache” von den üblichen Fantasy-Covers deutlich abhebt.

Ronar wächst als Findelkind in der Familie des Dorfschmiedes auf. Eine Tatsache, die es ihm körperlich an nichts fehlen lässt. Aber er ist anders als seine Ziehgeschwister – und das lassen sie ihn täglich spüren. So verbringt Ronar seine Zeit lieber menschenlos, er redet eher mit den Tieren oder den Bäumen (nicht, das sie antworten würden).

Die Eintönigkeit seines Lebens wird unterbrochen, als die Schwarzgekleideten im Dorf auftauchen. Nachdem sie verschwunden sind, ist auch Ronars Ziehschwester Irith nicht mehr aufzufinden.

Gelockt durch einen Traum und das auffordernde Lächeln eines der schwarzen Reiter macht sich Ronar auf die Suche: Nach seiner Ziehschwester, aber auch nach sich selbst …

Anke Hoehl-Kayser schreibt anders, ein Grund, warum sie sich selbst wohl als “Autorin abseits des Mainstreams” beschreibt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an ihre “blumige” Ausdrucksweise gewöhnt habe, sodass ich auf der ersten Seite erst mal an einem vermeintlichen Bezugsfehler hängen geblieben bin (normalerweise überlese ich Fehler, Buchstabendreher oder ähnliches einfach, dass ich an einem Satz hängen bleibe ist eher ungewöhnlich). Dann aber hat mich die Erzählung einfach in den Bann geschlagen.
Anke Hoehl-Kayser schafft es, Ronar, die Welt und die Menschen um ihn herum sehr detailliert zu beschreiben, ohne dass es aufdringlich oder gar langweilig wirkt. Die Geschichte wird durch Ronars Augen erzählt – und seine Augen sind gut. Da Ronar trotz seiner jungen Jahre ein nachdenklicher Mensch ist, ist seine Sicht sogar weiter als man es erwarten könnte.

Die Suche nach Ronars Ziehschwester, die vordergründig der Grund für Ronars Reise ist, ist nur eine Ausrede. Der eigentliche Grund ist (meiner Meinung nach) Ronars Suche nach seinen Eltern, seine Suche nach sich selbst. Diese Suche wird durch den weisen Athanian unterstützt, später durch den Entführer seiner Schwester: Haran, den Schwarzen König. Schlussendlich muss Ronar aber für sich selbst entscheiden, wer er ist, wer er sein möchte – und davon erzählt dieses Buch.

Eine spannende, aber auch nachdenkliche Geschichte über einen jungen Helden. Eine Geschichte für Kinder, aber auch für Erwachsene – die wahrscheinlich eher über Ronars Entscheidungen nachdenken werden. Die Botschaft des Buches ist auf jeden Fall klar: Jeder Mensch hat eine gute und eine böse Seite, aber für welche er sich entscheidet ist ganz allein seine Sache.

Mir hat das Buch gefallen, vielleicht gerade weil es anders ist.

Eine Leseprobe gibt es leider nicht (zumindest habe ich keine gefunden). Um euch mal den Schreibstil der Autorin anzuschauen, könnt ihr aber in der zweiten Teil der Geschichte hineinlesen – und zwar hier.

Published in: on Juli 2, 2011 at 10:16 vormittags  Kommentare (2)  
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