[Oldies but Goldies] Die Herzleser von Kristine Kathryn Rusch

Ein richtiger Oldie ist "Die Herzleser" vermutlich noch nicht. Aber mit einer Erstveröffentlichung unter dem Originaltitel "Heart Readers" 1992 ist es immerhin 20 Jahre alt – für ein Buch durchaus schon ein stolzes Alter. Die deutsche Erstveröffentlichung ist von 1997.

Kristine Kathryn Rusch
Die Herzleser
Verlag: Heyne
333 Seiten , Taschenbuch
ISBN-10: 3453119398
ISBN-13: 978-3453119390

Das Cover des Buches ist ziemlich interessant: Zwei völlig verschiedene Frauen, die sich gegenüber stehen, in ihren Körpern sieht man zwei sich stark ähnelnde Männer – die doch verschieden sind. Zwischen den Frauen steht eine exotische Lampe oder Pfeife. Ich vermute stark, dass das Cover die beiden Herzleserinnen und die beiden Prinzen zeigt – und damit absolut zu dem Inhalt des Buches passt.

Der Herzleserin Stashie steht der grausame Tod ihrer Familie durch den Feldherren Tarne noch genau so vor Augen wie einst. Ihre Gefährtin Dasis kann ihre Qual nicht verstehen – und überzeugt Stashie, mit ihr in die Hauptstadt zu reisen, um dort die Gelegenheit auf weit mehr Geld als sie je verdient haben am Schopfe zu ergreifen: Denn der König sucht zwei Herzleser, die ihm sagen können, welcher seiner beiden Söhne nach ihm den Thron besteigen soll.

Der König will seinen Thron dem Prinzen mit dem reinen Herzen überlassen – ganz im Gegensatz zu seinem obersten Heerführer Tarne, der nur seine Macht weiter ausbauen möchte.

Wie werden sich die Herzleserinnen entscheiden?

Kristine Kathryn Rusch geht nicht gerade zimperlich an die Beschreibung der Geschehnisse. So wird der Überfall auf Stashies Dorf mit all’ seiner Brutalität ziemlich detailliert beschrieben – eine Tat, die auch Stashies späteres Leben weiterhin überschattet.

Wie Stashie zur Herzleserin wurde, beschreibt Kristine Kathryn Rusch allerdings nur in Nebensätzen und Gedanken der Hauptpersonen. Über die Profession der Herzleser erfährt man jedoch mehr. Die Herzleser treten immer als Paare auf, meistens Frauen. Ein Paar in Liebe vereint – Untreue würde das Ende ihrer Profession bedeuten – die eine mit der Gabe, die Herzen der Menschen zu malen, die andere mit der Gabe, diese zu deuten.

In der Beziehung der beiden Herzleserinnen Stashie und Dasis kriselt es, als sie in die Hauptstadt kommen. Und die Anwesenheit Tarnes macht es nicht einfacher.

Aber Stashie und Dasis machen nur einen Teil der Geschichte aus, der andere Teil gehört den Prinzen, Zwillingsbrüdern. Es ist Tradition, dass nur einer von ihnen König werden kann – eine Tradition, die die beiden seit ihrer Kindheit Seite an Seite stehenden Brüder zu entzweien droht (was von Tarne nur gefördert wird).

Abgesehen von Tarne gibt es keinen wirklichen Bösewicht in der Geschichte. Die Hauptpersonen sind Menschen mit Stärken und Schwächen, Fehlern und Tugenden. Die Herzleser zeigen den Menschen diese auf, aber wer liest ihre Herzen?

“Die Herzleser” erzählt nicht von Kriegen, auch wenn welche enthalten sind, und auch die gesponnen Ränke und Intrigen sind nicht das, was wirklich zählt. “Die Herzleser” erzählt von Liebe und Vertrauen, sie erzählt eine Geschichte über die Herzen der Menschen, seien es nun Prinzen oder Herzleser.

Ich kann nicht sagen, ob “Die Herzleser” damit ein wirkliches Goldstück ist, lesenswert ist es aber allemal.

Published in: on April 16, 2012 at 8:07 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags: , ,

Oldies but Goldies: Das verhexte Schwert von Lawrence Watt-Evans

Ich habe den Wunsch nach weiteren Oldies nicht vergessen, es hat allerdings eine Weile gedauert, bis ich dieses Buch hier in den Tiefen meiner Bücherregale gefunden hatte.

Die deutsche Erstveröffentlichung von “Das verhexte Schwert” erschien 1989, das englische Original 1985 unter dem Titel “The Misenchanted Sword” – dieser Titel gefällt mir um einiges besser als der deutsche.

Lawrence Watt-Evans
Das verhexte Schwert
Verlag: Heyne
382 Seiten , Taschenbuch
ISBN-10: 3453031660
ISBN-13: 978-3453031661

Schon am Cover sieht man, dass es sich um einen älteren Fantasyroman handelt. Es zeigt einen sehr leicht bekleideten, muskulösen Mann, an den sich eine Frau schmiegt, die nicht wesentlich mehr trägt als der Mann. Ein typisches Achtziger-Jahre-Fantasy-Cover, das mit dem Inhalt des Buches eigentlich überhaupt nichts zu tun hat.

Der junge Soldat Valder war als Späher unterwegs, als er unerwartet auf eine feindliche Truppe stieß. Seitdem ist er auf der Flucht. Nach einer mehrtägigen Sumpftour trifft er überraschenderweise auf einen alten Einsiedler. Dieser ist zunächst erfreut, endlich wieder mit einem Landsmann reden zu können, als er jedoch von Valders Verfolgern erfährt und sich diese kurz darauf vor seiner Hütte wiederfinden, ist er es nicht mehr. Mit Hilfe eines einfachen Zaubertricks – bei dem Einsiedler handelt es sich um einen Hexenmeister – kann er sich und Valdan vor dem Tod bewahren, sein Hab und Gut wird allerdings zerstört.

Um endlich wieder seine Ruhe genießen zu können bietet der Hexenmeister an, Valders Schwert zu verhexen. Mit den im Sumpf und in den Resten seines Hauses verfügbaren Mitteln vertieft er sich mehrere Stunden in seine Arbeit. Anschließend überreicht er Valder das Schwert, das nun den Namen Wirikidor trägt. Dann fordert er Valder auf, endlich mit Wirikidor zu verschwinden.

Der Leser bekommt keine lange Einleitung, sondern wird von Lawrence Watt-Evans gleich mitten in die Geschichte hinein katapultiert. Hintergründe und Zusammenhänge sind dem Leser hier noch unklar und werden auch im weiteren Verlauf der Geschichte nur langsam preisgeben.

Dies merkt man auch schon bei der Begegnung zwischen Valder und dem Einsiedler: Denkt man am Anfang noch an einen verrückten alten Kauz, erfährt man im weiteren Verlauf der Begegnung, dass Valder einen Hexenmeister getroffen hat. Im Verlauf der Geschichte werden die Macht und die Identität des Hexenmeisters deutlicher. Die Vermutungen über ihn werden allerdings nie definitiv bestätigt.

Auch über die Auswirkungen der Hexerei auf Valders Schwert bekommt man als Leser, ebenso wie Valder, nur langsam eine Ahnung. Und auch die Art der Benutzung muss mühsam in Erfahrung gebracht werden. Der Hexenmeister hatte sich nämlich nicht die Mühe gemacht, Valder über die Auswirkungen seiner Hexerei zu informieren. Einen ersten Vorgeschmack bekommt Valder kurz nachdem er den Hexenmeister verlassen hat: Einmal gezogen, lässt sich Wirikidor nicht ohne weiteres in die Scheide zurückstecken – das bedeutet allerdings nicht, dass Valder das Schwert in der Hand halten muss; er kann es auch an seine bloßen Füße heften oder an der Nase kleben lassen – auch wenn er in diesem Fall spürt, dass dies Wirikidor nicht ganz so recht ist.

In “Das verhexte Schwert” (die Betonung sollte hier auf dem “ver” liegen, wie gesagt, mir gefällt “misenchanted” deutlich besser) erzählt Lawrence Watt-Evans die Lebensgeschichte des Soldaten Valder, die durch die Begegnung mit dem Einsiedler und seiner Hexerei massiv verändert wird. Die neuen Eigenschaften sind höchst ungewöhnlich – selbst für ein magisches Schwert – und die Auswirkungen auf Valders Leben zum Teil doch sehr überraschend.

Damit ist die Geschichte nicht nur fesselnd, sondern regt auch immer wieder zum Schmunzeln an – ohne dabei jemals ins Lächerliche ab zu rutschen. Auch das Ende des Buches – das sowohl abgeschlossen als auch “happy” ist – ist sehr gelungen und schließt mit einer ziemlich guten Pointe ab.

Ein Klassiker, in den jeder Fantasy-Fan zumindest einmal hineingelesen haben sollte.

Published in: on Februar 10, 2012 at 7:29 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags: , ,

Oldies but Goldies: Festung der Nacht von Celia S. Friedman

Nachdem der letzte Oldie schon einige Zeit her ist, kommt hier der nächste: Nach dem Lesen habe ich festgestellt, dass man auch “Die Festung der Nacht” den Oldies zuordnen kann.
Kaum ist es auch meinem SUB gelandet war es auch schon gelesen. Deshalb kann ich euch jetzt den nächsten Oldie präsentieren:

“Festung der Nacht” ist der erste Band der Kaltfeuer-Reihe von Celia S. Friedmann (ja, mein Verdacht hat sich bestätigt ;-) ). Dieser erschien 1991 im englischen Original unter dem Titel “Black Sun Rising”. Im Deutschen wurde der Roman auf zwei Bücher aufgeteilt: “Festung der Nacht” und “Zitadelle der Stürme”.

Celia S. Friedman
Festung der Nacht
Verlag: Knaur
406 Seiten , Taschenbuch
ISBN-10: 3426702819
ISBN-13: 978-3426702819

Das Cover des Buches gefällt mir, auch wenn ich die verschiedenen Szenen (die sich auch über die Rückseite ziehen) darauf nicht alle der Geschichte zuordnen kann: Das Gesicht eines alten Mannes, ein Magier mit einem Schwert – vielleicht der Priester Damien? – und verschiedene merkwürdig wirkende Menschen in einem Wald – es könnte sich hierbei durchaus um den im Buch erwähnten verbotenen Wald handeln.

Das Buch erzählt die Geschichte der Sagenmeisterin Ciani. Bei einem Überfall durch magische Wesen werden ihr ihr Wissen (das Handelsgut der Sagenmeister) und ihre Fähigkeit das Fae – die Magie der Welt – zu sehen, genommen.

Das ist ein schwerer Schlag für sie und ihre Freunde, den Priester Damien und ihr Mitarbeiter Senzei. Diese beschließen, sich auf die Jagd nach den Wesen zu machen, um Cianis Gabe und ihr Wissen zurück zu erlangen.

Auf ihrer Suche kreuzen sie den Weg eines Mannes, Gerald, der nicht mehr wirklich menschlich ist: Ein Mann mit einer dunklen Gabe, der ebenso wie sie auf der Jagd nach den Wesen ist, die Ciani verletzt haben. Gemeinsam setzen sie ihre Suche fort…

Celia S. Friedman schafft eine magische Welt, die sich deutlich von anderen Welten abhebt. Magische Fäden – die Fae – durchziehen die Welt. Einige Menschen sind in der Lage, sie zu sehen und zu manipulieren. Und auch wenn die Kirche Menschen, die dazu in der Lage sind, als Hexer verdammt, gibt es auch unter ihren Priestern Menschen, die in der Lage sind, die Fae zu nutzen. Einer von ihnen ist der Ordenskrieger Damien. Ein Mensch mit Prinzipien, wenn er diese im Verlauf des Buches auch mal beugen muss.
Die Sagenhüterin Ciani ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte: Die Frau, die durch die Helden gerettet werden muss. Sie ist allerdings keine der klassischen hilfsbedürftigen Jungfrauen, sondern eine erfahrene Frau. Eine Frau, der zwar ihr Wissen genommen wurde, nicht jedoch ihr Wissensdurst und ihre Kombinationsgabe. Eine Tatsache, durch die sie deutlich interessanter wird als nur eine Frau, für die Heldentaten vollbracht werden müssen.
Gerald ist eher düster, scheint mehr ein Bösewicht als ein Held zu sein. Dennoch schließen sich Ciani, Damien, Senzei und Gerald für ihre Jagd zusammen. Eine Gemeinschaft, bei der das Vertrauen nicht gerade groß geschrieben ist – keine klassische Heldentruppe, aber eine interessante.
Ihre Gegner sind dunkle Wesen, die diese Welt durch die Menschen geschaffen hat – denn auch die Welt ist keine klassische fantastische Welt; hier werden Wesen durch die Gedanken (und Ängste) der Menschen geboren und wenn Kriege und Düsternis eine Welt überziehen sind die Gedanken nicht immer schön. Und auch wenn die Welt jetzt eher friedlich ist und die Ureinwohner durch eine magische Barriere von den Menschen, die erst nach ihnen auf diese Welt gekommen sind, getrennt sind, sind die düsteren Gedanken und ihre Folgen längst nicht verschwunden.

Alles in allem eine spannende Geschichte in einer interessanten Welt mit noch interessanten Charakteren. Es gibt einige gute und vor allem unkonventionelle Ideen. Man merkt dem Buch allerdings an, dass es zweigeteilt wurde – das Ende von “Festung der Nacht” ist sehr offen. Einen Abschluss wird es hoffentlich mit “Zitadelle der Stürme” geben.

Published in: on August 18, 2011 at 6:55 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags: , ,

Keine Teilnehmer – keine Gewinner …

Tja, der Andrang bei meinem Gewinnspiel lag deutlich unter dem Erwarteten: Ganze null Teilnehmer haben an meinem Gewinnspiel teilgenommen, sodass die Glücksfee heute arbeitslos war.

Published in: on Juni 5, 2011 at 6:15 nachmittags  Kommentare (6)  
Tags: , ,

Oldies but Goldies: Gewinnspiel

Der diesmonatige (selbstverständlich wieder recht späte) Oldie-Artikel ist etwas anders als die bisherigen.

Diesmal seid ihr an der Reihe: Habt ihr noch Fantasy-Oldies im Regal stehen? Oder früher mal gelesen und seitdem nicht vergessen? Postet mir eure Buchvorschläge.

Damit sich das ganze für euch lohnt verlose ich unter allen Kommentatoren einen echten Oldie:

Die erste Auflage der 1996 Ausgabe von “Die Brautprinzessin” von William Goldmann. – Das Cover dieser Ausgabe finde ich übrigens um einiges besser als die jetzigen.

Um am Gewinnspiel teilzunhmen mailt mir bitte an die im Impressum genannte Emailadresse eine Kopie eures Kommentars und eure Adresse (die Adressen werden nach Beendigung des Gewinnspiels selbstverständlich gelöscht).

Einsendeschluss ist nächste Woche Sonntag (05.06.2011) 15:00. Anschließend wird der Gewinner ausgelost und das Buch verschickt.

Ich bin gespannt auf eure Vorschläge.

Published in: on Mai 29, 2011 at 1:57 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags: ,

Oldies but Goldies: Die schwarze Stadt von Tamora Pierce

Und wieder kommt er nicht rechtzeitig, der allmonatliche Oldie – sagen wir einfach, der März-Oldie fällt aus. ;-)
Und damit präsentiere ich euch den Oldie des Monats April, der durch meine Anthologie-Rezension “Tortall and other Lands” inspiriert wurde. Der vorgestellte Titel ist das erste veröffentlichte Buch von Tamora Pierce. Die Originalausgabe erschienen 1983 unter dem Titel „Alanna: The First Adventure“, die erste deutsche Ausgabe 1985.

Tamora Pierce
Die schwarze Stadt
Verlag: Arena
207 Seiten , Taschenbuch
ISBN-10: 3401018159
ISBN-13: 978-3401018157

Das Cover dieser Ausgabe zeigt ein Mädchen – wahrscheinlich die Heldin der Geschichte, Alanna – auf einem Pferd. Zur linken der Reiterin befindet sich ein Schloss (das des Königs von Tortall vielleicht) und in der rechten oberen Ecke eine dunkle Stadt. Außerdem kann man noch drei weitere Reiter auf dem sehr grün gehaltenen Cover entdecken.

Das Buch erzählt die Geschichte der jungen Alanna, die es sich in den Kopf gesetzt hat, ein Ritter bzw. eine Ritterin zu werden. Aber nicht sie, sondern ihr Zwillingsbruder Thom soll zum Ritter ausgebildet werden. Sie dagegen soll im Kloster in die Kunst der Magie unterwiesen werden. Da Thom von der Tatsache, ein Ritter zu werden, allerdings ebenso angetan ist wie Alanna davon, ins Kloster zu gehen, tauschen sie kurzerhand die Plätze.

Ein von Thom gefälschter Brief ermöglicht es beiden, dem Ziel ihrer Wünsche näher zu kommen: Alanna geht als Alan von Trebond nach Corus, um dort zum Ritter ausgebildet zu werden, während Thom sich auf den Weg ins Kloster macht, um ein mächtiger Zauberer zu werden. – Jetzt gilt es nur noch, ihre Begleitungen und die an ihrem Reiseziel auf sie wartenen Personen zu überzeugen (oder zu täuschen).

Mit Alanna beschreibt Tamora Pierce keine typische Heldin. Sie hat durchaus ihre Zweifel und auch ihre Schwächen und ist im Gegensatz zu den “normalen” Helden nicht perfekt. Sie versucht jedoch, sich ihren Zweifeln und Ängsten zu stellen. Sie wagt Dinge, die andere nie für möglich gehalten haben und meistert sie mit Hilfe ihres Durchhaltevermögens (manch’ einer nennt es auch Sturheit). Alanna ist eine Heldin, die man einfach gern haben muss.

Tamora Pierce beschreibt jedoch nicht nur Alanna – auch wenn es ihre Geschichte und sie damit die Hauptperson ist. Alanna findet ihre Freunde (und Feinde) nicht nur im Palast. Und auch, wenn die jungen Pagen bei ihrer Ausbildung zum Ritter Ehrgefühl und gutes Benehmen lernen sollen, ist Adel ist noch lange kein Garant für diese.

Durch die handelnen Personen gibt Tamora Pierce dem Leser einen Einblick in die Welt von Tortall, speziell in seine Hauptstadt Corus. Man lernt nicht nur den Palast und den Adel kennen, sondern auch die gewöhnlichen Bürger (mit ihren mehr oder weniger gewöhnlichen Arbeiten).

Eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt (oder schreiben könnte); Figuren, die es dem Leser einfach machen, sich mit ihnen zu identifizieren oder sich in sie zu verlieben. Und damit Ein Buch, das nicht damit endet, im Schrank zu verstauben, sondern immer wieder zum Lesen herausgenommen wird.

Was soll ich sagen? Es ist eindeutig eines meiner Lieblingsbücher und ich habe es schon mehrfach gelesen – und werde es ganz gewiss auch noch öfter lesen. Es macht einfach immer wieder Spaß, in die Welt von Tortall einzutauchen. Sei es mit einem neuen Buch (das nächste erscheint voraussichtlich im November) oder mit einem alten, schon mehrfach gelesenen.

Published in: on April 4, 2011 at 8:50 nachmittags  Kommentare (1)  
Tags: , ,

Oldies but Goldies: Hawklan der Heiler – Aufbruch nach Riddin von Roger Taylor

Nehmen wir einfach an, diese Jahr wäre ein Schaltjahr: Dann wäre heute der 29. Februar und der Februar-Oldie noch rechtzeitig veröffentlich worden … (der Februar ist einfach zu kurz ;-) )

Roger Taylor
Hawklan der Heiler – Aufbruch nach Riddin
Verlag: Bastei-Lübbe
281 Seiten , Taschenbuch
ISBN-10: 3404202805
ISBN-13: 978-3404202805

Der erste Band der Reihe um den Heiler Hawklan wurde 1988 im englischen Original unter dem Titel “The Call of the Sword” veröffentlicht. Die deutsche Erstausgabe ist von 1996.

Das Cover der deutschen Ausgabe zeigt einen Reiter vor einer Festung in den Bergen. Die Gegend ist wunderschön: Berge, grüne Wiesen und ein klarer Fluss. – Ich denke, dass das Cover Hawklan vor Anderras Darion zeigen soll (auch wenn Hawklan eher zu Fuß als mit dem Pferd unterwegs ist).

Die Menschen aus Orthlund leben ein einfaches Leben. Die verschlossene Festung Anderras Darion in den nahen Bergen interessiert sie nicht. – Bis sich die Tore für den geheimnisvollen Fremden ohne Gedächtnis öffnen. Wegen seines Aussehens nennen sie ihn Hawklan – und als sie feststellen, dass er ein begabter Heiler ist wird er schnell in die Gemeinschaft aufgenommen.

Als ein Kesselflicker verderbte Spiel- und Werkzeuge in Orthlund verkauft und damit die Dorfgemeinschaft in Unfrieden stößt, macht sich Hawklan auf den Weg, die Ursache für die Verderbnis zu finden.

Mit Aufbruch nach Riddin leitet Roger Taylor die Saga um Hawklan ein. Als Flüchtling findet Hawklan Zuflucht in Orthlund. Er wird ein Teil der Gemeinschaft, um dann im Dienste dieser Gemeinschaft wieder auf die Reise zu gehen. Trotz seines Gedächtnisverlustes entdeckt er im Laufe der Geschichte Stück für Stück seine Talente: Erst das Heilen, später das Kämpfen – Schwert und Rüstung aus der Festung passen ihm wie angegossen und er scheint auch damit umgehen zu können.

Die Dialoge zwischen Hawklan und seinem Gefährten – die sprechende Krähe Gavor – lockern die Geschichte immer wieder auf und sorgen so für Abwechslung.

Die Geschichte handelt jedoch nicht nur von Hawklans Suche nach sich selbst. Sie handelt auch von dem ständigen Kampf zwischen Gut und Böse. Von ganz normalen Menschen (und auch Tieren), die in diesen Kampf hineingeraten um dort über sich selbst hinauszuwachsen.

Auch dieses Buch ist nur der Auftakt zu einer Saga und damit nicht wirklich abgeschlossen. Die Saga um Hawklan ist es jedoch. Als überzeugter Leser kann man also direkt zum nächsten Band der Reihe greifen, ohne lange darauf warten zu müssen (vorausgesetzt man kommt noch daran – gedruckt wird die Geschichte aktuell leider nicht mehr :-( ).

Wer Lust auf eine spannende und abwechslungsreiche Geschichte ohne die übliche Lovestory (diese fehlt hier völlig) hat sollte in jedem Fall einen Versuch wagen. Ich bin sicher er wird nicht enttäuscht werden.

Published in: on März 1, 2011 at 8:48 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags: , ,

Oldies but Goldies: Das Letzte Einhorn und Zwei Herzen von Peter S. Beagle

Wie versprochen ist der diesmonatige Oldie “Das letzte Einhorn und zwei Herzen”. Der eigentliche Oldie ist “Das letzte Einhorn”, das 1961 in den USA veröffentlicht wurde. Die Kurzgeschichte “Zwei Herzen” wurde als Fortsetzung zum letzen Einhorn 2005 veröffentlicht und erhielt dafür sowohl den Nebula als auch den Hugo-Award.

Peter S. Beagle
Das letzte Einhorn und zwei Herzen
Verlag: Klett-Cotta
304 Seiten , Hardcover
ISBN-10: 3608938729
ISBN-13: 978-3608938722

Das Cover der aktuellen Ausgabe gefällt mir deutlich besser als das der älteren Ausgaben. Es zeigt eine strahlende Landschaft, in der man das letzte Einhorn und ein Mädchen mit ihrem Hund (wahrscheinlich die Heldin aus zwei Herzen mit ihrem Hund – Sooz und Malka) erkennen kann.

Wer kennt sie nicht? Die Suche des letzten Einhorns nach ihren verschollenen Artgenossen.
Eine Reise, die in dem Wald des Einhorns seinen Anfang nimmt, als es zwei Jäger in seinem Wald sagen hört, dass es das letzte der Einhörner sei.

In der Welt außerhalb ihres Waldes erkennen sie jedoch die wenigsten als das, was sie ist. Unbedarft, fast naiv, wie das Einhorn ist, gerät es in die Gefangenschaft einer Hexe, die mit ihrer Sammlung an “Monströsitäten” durch die Dörfer reist. Mit Hilfe des magisch nicht ganz so begabten Zauberer Schmendrick gelingt dem Einhorn jedoch die Flucht.

Gemeinsam machen sie sich auf die Reise ins Reich von König Haggard. Hierhin soll der von König Haggard beschworene rote Stier die übrigen Einhörner getrieben haben.

Schon mit dem ersten Satz des Buches hat mich Peter S. Beagle in die Geschichte gezogen. Er erzählt die Geschichte als Beobachter, auch wenn er die Gedanken des Einhorns und auch ihrer Begleiter kennt. Man könnte meinen, die Erzählung durch einen allwissenden Erzähler mache die Geschichte langweilig, aber gerade das Gegenteil ist der Fall. Dadurch, dass man als Leser so viel von der Geschichte und den handelnden Personen mitbekommt, fühlt man sich nur näher an der Geschichte, erfährt sie sozusagen aus erster Hand.

Wie ich vorher schon erwähnt habe: Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom letzten Einhorn? Ich habe den Film bereits als Kind geliebt und weiß nicht, warum ich mich erst jetzt an das Buch getraut habe. Beim Lesen merkt man, das Peter S. Beagle auch das Drehbuch geschrieben hat: Film und Buch passen einfach zusammen. Beim Lesen des Buches lernt man die Hauptpersonen jedoch viel besser kennen, als man es im Film je konnte.
Die Weiterführung der Geschichte um das letze Einhorn in “Zwei Herzen” ist ein weiterer Bonus. Eine Chance zu sehen, wie die Geschichte unserer Helden nach “Das letze Einhorn” weitergegangen ist, und eine neue Heldin kennenzulernen.

Eine Geschichte für all diejenigen, die sich schon als Kinder von dem Film um das letze Einhorn haben verzaubern lassen und für jene, die sich auch heute noch von Märchen verzaubern lassen wollen. Wer weiß schon, ob sich nicht in irgendeinen unserer Wälder auch heute noch ein Einhorn herumtreibt?

Published in: on Januar 25, 2011 at 5:20 nachmittags  Kommentare (3)  
Tags: , , ,

Oldies but Goldies: Der schwarze Drache von Barbara Hambly

Und hier kommt der Oldie für den Dezember:

Barbara Hambly
Der schwarze Drache
Verlag: Bastei-Lübbe
506 Seiten , Taschenbuch
ISBN-10: 3404203887
ISBN-13: 978-3404203888

Die englischsprachige Ausgabe des Buches wurde 1985 veröffentlicht, die erste deutsche Ausgabe erschien 1986.

Das Cover meiner Ausgabe zeigt einen schwarzen Drachen, der eine Frau in den Armen hält. Vom rechten Bildrand her sieht man zwei Männer über eine Treppe auf die beiden zukommen. Im Hintergrund kann man eine Burg erkennen. – Mir gefällt das Cover sehr gut, man kann jede Menge in das Bild hineininterpretieren. Die Beziehung zwischen den Männern, der Frau und dem Drachen bleibt völlig unklar und macht auf den Inhalt des Buches neugierig.

Das Buch erzählt die Geschichte des Drachentöter John Aversins und seiner Geliebten, die Magierin Jenny. Diese leben zusammen mit ihren zwei Kindern weitab vom Königshof und sind mit ihrem Leben durchaus zufrieden. Als der junge Gareth die beiden aufsucht, um Johns Hilfe gegen einen Drachen zu erbitten, ist er bitter enttäuscht. Der Drachentöter entspricht überhaupt nicht seinen Vorstellungen und als er erfährt wie dieser seinen ersten und einzigen Drachen getötet hat vergrößert sich diese nur. Hat John diesen doch nicht in einem “fairen” Kampf, sondern nur durch eine List besiegt.

Trotz allem schafft es Gareth jedoch Jenny und John zu überreden ihm beizustehen und zusammen machen sie sich auf den Weg zum Königshof. Dort erleben alle drei eine Enttäuschung. Der König ist nicht bereit sie zu empfangen und selbst die durch den Drachen vertriebenen Gnome geben ihre Informationen über den Drachen und seine Höhle nur spärlich preis.

Barbara Hambly hat mit “Der schwarze Drache” einen erfrischend anderen Fantasy-Roman geschrieben. Der Held der Geschichte, der Drachentöter John Aversin ist eher Gelehrter als Krieger und seinen in vielen Liedern besungene Tat war nichts anderes als das Abschlachten eines in einen Hinterhalt geratene Tier.
Die Mutter seiner Söhne, Jenny, ist nicht seine Ehefrau und ihre magischen Kräfte sind überaus beschränkt. Und auch der junge Gareth ist alles andere als ein Krieger und dazu völlig weltfremd. – Nicht gerade die klassische Heldengruppe. Aber gerade der fehlende Glanz an den “Helden” macht die Geschichte “wirklicher” und ehe es sich der Leser versieht befindet er sich mitten im Geschehen.

Eine Geschichte, die einiges zu bieten hat. Es werden nicht nur die üblichen Klischees über den Haufen geworfen, sondern auch einige neue Ideen ins Spiel gebracht und damit jede Menge Lesespaß garantiert.

Published in: on Dezember 8, 2010 at 12:44 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags: , , ,

Oldies but Goldies: Die Zauberin von Ruwenda von Marion Zimmer Bradley, Julian May und Andre Norton

Der letzte Oldie ist schon eine Weile her (ziemlich genau einen Monat und einen Tag) und trotz der Tatsache, dass mir niemand bei der Definition von “Oldie” wirklich weiterhelfen konnte will ich es mir nicht nehmen lassen den nächsten Oldie vorzustellen:

Marion Zimmer Bradley
Die Zauberin von Ruwenda
Verlag: Heyne
541 Seiten , Taschenbuch
ISBN-10: 345309221X
ISBN-13: 978-3453092211

Die englische Erstausgabe erschien 1990, die deutsche Erstausgabe 1994. Mittlerweile ist das Buch nur noch gebraucht zu erhalten, dafür allerdings ziemlich günstig :-) .

Das Cover des Buches zeigt sowohl in der Hardcover- als auch in der Taschenbuchausgabe drei unterschiedliche Frauen (wahrscheinlich die Prinzessinnen von Ruwenda), die im Schnee vor einen zwischen zwei Felswänden liegenden Turm stehen.

Das Buch erzählt die Geschichte dieser drei Prinzessinen: Kadiya, Anigel und Haramis. Schon ihre Geburt war außergewöhnlich: Nur durch die Hilfe der Erzzauberin Binah konnten sowohl die Drillinge als auch ihre Mutter gerettet werden. Bevor die Erzzauberin die Königsfamilie wieder verlässt übergibt sie jeder der Prinzessin ein Amulett in Form einer der magischen Drillingsblüten und prophezeit ihnen eine große Aufgabe in einer dunklen Zeit.

Die Zeit vergeht und die Prophezeiung gerät in Vergessenheit. Bis zu dem Zeitpunkt an dem der Herrscher des Nachbarreiches in Ruwenda einfällt, König und Königin tötet und auch die Prinzessinnen tot sehen möchte. Mit Hilfe der Erzzauberin und den ihnen treu ergebenen Seltlingen, ein menschenähnliches Volk aus den Sümpfen Ruwendas, können die Prinzessinnen aus dem Schloss ihrer Eltern entkommen. Auf ihrer Flucht werden sie getrennt und müssen jede für sich den Weg zur Erzzauberin finden. Und auch dort ist ihre Reise längst nicht zu Ende. Die Erzzauberin schickt die Prinzessin auf die Suche nach drei Talismane mit dessen Hilfe sie das Schloss ihrer Eltern zurückerobern können.

Ein Buch, das nicht nur die unterschiedlichen Charaktere sondern auch die fremde Welt bis ins Detail beschreibt. Ob es jetzt die Landschaft, die fremdartigen Wesen, die Haupt- oder auch Nebencharaktere sind.

Die drei Prinzessinnen – Kadiya, Anigel und Haramis begeben sich auf der Suche nach den Talismanen in nicht nur Ihnen unbekannte Gebiete, lernen neue Persönlichkeiten kennen und erfahren auch über die alten Bekannten und sich selbst mehr als sie je gedacht hätten. Jede Prinzessin geht dabei ihren eigenen Weg und macht ihre eigenen Erfahrungen. Dabei stellen Sie sich nicht nur ihren Ängsten sondern auch ihren Vorurteilen.

Innerhalb der Geschichte wird jedoch nicht nur die Suche der Prinzessinnen, sondern auch die Handlungen des “Bösewichts” genau beschrieben. So weiß man als Leser manchmal mehr als die Prinzessin und kann nur hoffen, dass sie ihm nicht in die Falle gehen.

Das Ende ist durchaus gut, aber nicht wie (von mir) erwartet – mehr werde ich euch dazu an dieser Stelle jedoch nicht verraten. ;-)

Alles in allem eine gelungene Fantasygeschichte – nicht nur für Frauen -, die einen leichten Science-Fiction Einschlag hat (Maschinen bzw. “magische Geräte” aus der Zeit der Ahnen). Mich hat das beim Lesen nicht im Geringsten gestört, aber demjenigen, den so etwas nicht gefällt empfehle ich dann doch die Finger davon zu lassen. Alle anderen können sich an einer guten Fantasygeschichte abseits der Masse erfreuen.

Published in: on November 25, 2010 at 12:18 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
Tags: , ,
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.