Earth Girl – Die Prüfung von Janet Edwards

Eigentlich rezensiere ich auf meinem Blog ja nur Fantasy, aber “Earth Girl” ist auch als Science-Fiction wirklich fantastisch und definitiv eine Erwähnung (und auch eine Rezension) wert. Als Blick über den Tellerrand würde ich es trotzdem nicht bezeichnen, so artfremd sind Science Fiction und Fantasy schließlich nicht.

Janet Edwards
Earth Girl – Die Prüfung
Verlag: rororo
448 Seiten
ISBN-10: 3499259028
ISBN-13: 978-3499259029
9,99 €

Mir gefällt das in dunklen Blautönen gehaltene Cover, auch wenn es längst nicht an das Originalcover heranreicht. Der helle, aus Tropfen zu bestehen scheinende Ring, aus dessen Mitte dem Betrachter eine junge Frau entgegen blickt, hat es auf jeden Fall vermocht, meine Neugier zu wecken.

Jarra ist ein „Earth Girl“, eine der wenigen Menschen, denen es aufgrund einer Immunschwäche nicht möglich ist, durch die Portale, die die verschiedenen menschlichen Planeten verbinden, zu reisen. Von dem Großteil der Menschen als „Affe“ (oder höflicher: als „Behinderte“) bezeichnet möchte Jarra beweisen, dass sie mindestens ebenso viel wert ist wie alle anderen. Sie schreibt sich an einer intergalaktischen Universität ein, um gemeinsam mit den „normalen“ Menschen ihr erstes Semester auf der Erde zu verbringen. Mit Ablauf des Semesters plant sie, ihren Mitstudenten die Wahrheit über ihre Herkunft mitzuteilen und ihnen damit ihre Arroganz vor Augen zu halten. Das Semester verläuft jedoch ganz anders als von Jarra geplant.

„Earth Girl“ ist ein Buch über Vorurteile, allerdings ein verdammt Spannendes: Mit dem achtzehnten Lebensjahr gilt Jarra offiziell als erwachsen. Ihr Status als „Earth Girl“ sichert ihr einen kostenlosen Studienplatz an der University Earth, Jarra hat jedoch weit größere Pläne. Aufgrund ihres Faibles für Geschichte ist ihr Studienfach schnell klar, sie will jedoch nicht an einer Universität der Erde studieren. Sie entscheidet sich für ein Studium an der Asgard Universität und für die Verheimlichung ihres Status. Die erfundene militärische Hintergrundgeschichte bringt sie das ein oder andere Mal ins Schwitzen, ihre Vorkenntnisse bei Ausgraben kommen ihr dabei jedoch mehr als einmal zu Gute. Überhaupt sticht sie durch ihre langjährige Erd- und auch Ausgrabungserfahrung schnell aus der Gruppe heraus. Abgesehen von ihrem Minderwertigkeitsgefühl und dem Lügengespinst, das sie deshalb spinnt, ist sie quasi perfekt – zumindest für das Geschichtsstudium und die Ausgrabungen an den alten irdischen Städten wie New York.

Die Ausgrabungen an sich sind ebenfalls wirklich interessant. Von Schutzanzügen und der Rettungsleine ihres Supports geschützt markieren Tagger die Steine, die wegtransportiert werden müssen, um möglicherweise Stasisboxen mit Hinweisen auf vergangene Zeiten freizuräumen. Ich stelle mir diese Art der Arbeit weitaus spannender vor als Ausgrabungen in unserer heutigen Zeit – vermutlich wegen des hohen Risikos, dem die Tagger bei ihrer Arbeit ausgesetzt sind: Strahlung, wilde Tiere und einstürzende Hochhausruinen stehen hier täglich auf dem Programm. Aber es gilt auch noch weit größere Herausforderungen zu meistern als das sichere Bergen von Stasisboxen.

Während des Studiums gewinnt Jarra jedoch nicht nur den Respekt ihrer Mitstudenten (die ja nicht wissen, dass es sich bei ihr um ein Earth Girl handelt) und ihres Dozenten sondern lernt auch, diese zu respektieren. Ihr Verhalten und ihre Einstellungen überraschen Jarra mehr als einmal – und einen ihrer Mitstudenten gewinnt sie sogar ziemlich gern. Und auch wenn der Fokus selbstverständlich auf Jarra gelegt ist, beschreibt Janet Edwards auch die Nebenfiguren bis ins kleinste Detail. Jeder der Figuren hat ihre eigene Geschichte, eigene Probleme und einige von ihnen auch eine wirklich gute Portion Humor, die mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Jede von Janet Edwards Figuren erweckt einen Teil der Geschichte zum Leben, die detaillierte Beschreibung der Welt in der sie leben tut ihr übriges, um den Lesern einen Lesegenuss der Extraklasse zu liefern.

Die Mischung aus Studium, futuristisch-archäologischen Ausgrabungen, Katastrophen, Rettungsmissionen, Zwischenmenschlichem und etwas Romantik macht „Earth Girl“ zu einer absolut faszinierenden Geschichte. Es ist fast schade, dass man an Jarras Seite nur einen Teil von Janet Edwards Universum besuchen kann – auch wenn dieser auf unserem Planeten spielender Teil schon wirklich unglaublich und immer wieder überraschend ist. Dennoch würde ich nur zu gern mal einen Blick durch eines der intergalaktischen Portale werfen – nicht nur durch die im Buch vorkommenden Vids. Vielleicht habe ich ja in einem der Folgebände die Gelegenheit dazu, allzu lange würde ich aber auch dort nicht von Jarras Seite weichen wollen – womöglich würde ich etwas echt Spannendes verpassen.

Wenn ihr euch den Lesespaß ebenfalls nicht entgehen lassen wollt, könnt ihr hier einen Blick in die Leseprobe werfen.

Veröffentlicht in: on November 20, 2012 at 6:00 vormittags  Kommentare (1)  
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Die Herrin der Wölfe von Tara K. Harper

Lang ist es her, dass ich den letzten Oldie vorgestellt habe. Höchste Zeit für einen Weiteren: “Die Herrin der Wölfe” ist der erste Band der “Wolfwalker”-Reihe von Tara K. Harper. Die englische Originalausgabe erschien 1990 unter dem Titel “Wolfwalker”, die deutsche Erstveröffentlichung ist von 1998.

Tara K. Harper
Die Herrin der Wölfe
Verlag: Goldmann
446 Seiten
ISBN-10: 3442247721
ISBN-13: 978-3442247721

Das Cover des Buches zeigt eine junge Frau vor einen seltsamen Turm, an ihrer Seite ein heulender Wolf. Im Hintergrund kann man Wälder erahnen. Ein Cover, das inhaltlich absolut zu dem Buch passt – auch wenn ich es optisch nicht ganz so ansprechend finde.

Dion ist eine Heilerin und eine Wolfsläuferin. Als die Ältesten des Stammes entscheiden, dass Dion an der Seite ihres Zwillingsbruders die “große Wanderung” durchlaufen wird – ein Ritual, dem sich sonst nur die Männer des Stammes unterziehen – sorgt dies erst für Empörung, aber schon bald zeigt sich, dass es die einzig richtige Entscheidung war.

“Die Herrin der Wölfe” ließe sich sicherlich auch dem Science Fiction zuordnen, spielt es doch ebenso wie Anne McCaffreys “Drachenreiter von Pern” in einer Zeit nach einer weit entwickelten Zivilisation. Eine Zivilisation, die ihre Spuren hinterlassen hat, auch wenn sie selbst nur noch durch Sagen und Legenden sowie einzelne Ruinen in Erinnerung geblieben ist.

Die Hauptperson der Geschichte, Dion, ist etwas Besonderes, die Teilnahme an der “großen Wanderung” nur das Ergebnis ihrer Einzigartigkeit. Dennoch ist Dion für den Leser längst nicht unnahbar. Sie fühlt Schmerz und Leid wie jeder andere auch, strebt aber auch dann noch ihr Ziel an, wenn andere schon längst aufgegeben hätten. Ich bin mir allerdings sicher, dass sie ohne “ihre” Wölfin Gray Hishn längst nicht so viel ertragen könnte – manchmal ist es nur dem Zuspruch von Hishn zu verdanken, dass sie nicht aufgibt. Generell scheinen die Wölfe in Tara K. Harpers Welt anders zu sein als unsere Wölfe, ich würde sagen intelligenter, aber auch weniger wölfisch – generationenlange telepathische Verbindung kann meiner Meinung nach durchaus zu einer derartigen Entwicklung führen.

Gegenüber Dion und Hishn rücken die anderen Figuren etwas an den Rand. Als ihr Zwillingsbruder Rhom sich einer Gruppe anschließt, die drei Mädchen aus der Gewalt eines Sklavenjägers befreien will, folgt Dion ihm ohne weiter darüber nachzudenken. Weder Rhoms noch Dions Motivation wird hier weiter erläutert. Und auch die Motivation der anderen Teilnehmer der Gruppe hätte durchaus tiefgreifender beschrieben werden können. Die Grundmotive werden gesetzt, ich hätte mir allerdings etwas mehr Verflechtung der Motive mit der Geschichte gewünscht. Den Lesespaß grenzt dieses Manko aber höchstens geringfügig ein.

Nachdem die Suche nach den Mädchen erst einmal begonnen ist, wird die Spannung nur noch durch die Flachsereien der Gruppe aufgelockert. Und die Befreiung der Mädchen ist weder leicht noch das Ende der Geschichte. Die Gruppe muss stetig Verluste hinnehmen und das, was sie im weiteren Verlauf der Geschichte auf- und entdecken, ist erst der Beginn von etwas weitaus größeren. Etwas, das sowohl die Errungenschaften und den Untergang der früheren Zivilisationen betrifft als auch die Zukunft von Dions und Hishns Volk. Mit dem Ende des Buches haben Dion und ihre Gefährten somit nur ein Etappenziel erreicht. Das schwer erworbene Wissen ist vermutlich der Auftakt für die nachfolgenden Bände – und lässt dort vielleicht auch den ein oder anderen ihrer Gefährten in den Fokus der Geschichte rücken.

Insgesamt ist “Die Herrin der Wölfe” damit zwar ein Buch mit kleinen Schwächen – diese werden aber von den zwei Hauptpersonen und der Welt, in der sie agieren, bei Weitem ausgeglichen. Ich kann das Buch damit nur weiterempfehlen und bin bereits auf der Suche nach den nächsten Bänden der Reihe.

Veröffentlicht in: on November 4, 2012 at 9:00 vormittags  Kommentare (3)  
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Ready Player One von Ernest Cline

Ernest Cline
Ready Player One
Verlag: Penhaligon
512 Seiten
ISBN-10: 3764530901
ISBN-13: 978-3764530907
19,99 €

Das Cover des Buches fällt einem schnell ins Auge. Es ist ungewöhnlich, dass ein Coverbild so verpixelt ist. Durch die Darstellung, die an ein altes Computerspiel erinnert, hebt sich das Cover deutlich von den hochauflösenden Standardcovern ab. Das Pacman-Symbol in der obersten Zeile rundet das Ganze ziemlich treffend ab.

Schon der Leseprobe des Buches kann man den groben Inhalt der Geschichte entnehmen: Der Multi-Millionär und Erfinder der Onlinewelt OASIS James Halliday hat in seinem Testament denjenigen zu seinem Alleinerben erklärt, der das von ihm versteckte Easter-Egg in OASIS findet. Die Hinweise auf das Easter-Egg haben schon viele verzweifeln lassen, bis der junge Wade Watts den ersten von drei Schlüsseln, die zu dem Easter-Egg führen, findet. Damit tritt er eine Lawine los, die sich nicht mehr aufhalten lässt. Denn einige der Jäger scheuen vor nichts zurück, um Hallidays Easter-Egg in die Finger zu bekommen. Die Jagd ist eröffnet – und nun schwebt nicht nur Wades Avatar in der Onlinewelt OASIS, sondern auch er selbst in höchster Gefahr.

Die Geschichte wird durch den achzehnjährigen Wade erzählt, der damit klarstellen möchte, was bei der Suche nach dem Easter-Egg wirklich passiert ist. Er will der Öffentlichkeit die ganze Wahrheit erzählen. Wade beginnt seine Erzählung zu dem Zeitpunkt, an dem er bereits achtzehn ist, berichtet aber nebenher über die Ereignisse, die sein Leben geprägt haben, von seinen Gedanken und Gefühlen und von den Hintergründen, die ihn dazu gebracht haben, nach Hallidays Easter-Egg zu suchen. Dadurch kommt der Leser Wade näher als sein engster Freund Aech – und das macht die Geschichte auch für den Leser persönlich.

Die Onlinewelt OASIS ist ein virtuelles, voll vernetztes Universum, der Zugang ist für alle, die eine Grundausstattung besitzen, kostenlos. Ein Universum, das von nur einem Mann initiiert wurde: James Halliday. Innerhalb dieses Universums gibt es fast unendlich viele Welten, unendlich viele Möglichkeiten, sich zu beschäftigen – und virtuelles Geld auszugeben. Eine virtuelle Welt, die die Möglichkeiten des heutigen Internets bei weitem übersteigt.

Der Erschaffer dieser Welt hatte ein Faible für die Achtziger-Jahre, für Rollenspiele, Spielmaschinen, alte Computer und die darauf laufenden Spiele. Eine Leidenschaft, die er durch die von ihm initiierte Jagd nach dem Easter-Egg weitergeben wollte – und dies auch getan hat. Und damit hat er sicher nicht nur die OASIS-Nutzer, sondern auch die Leser des Buches schnell infiziert. Die vielen Verweise auf Filme, Spiele und Musik machen das Buch zu einem besonderen Genuss für diejenigen, die einen Teil davon schon kennen. Die Leser, die das nicht tun, werden entweder neugierig gemacht oder das Buch wird komplett an ihnen vorbeigehen. Damit hat das Buch definitiv das Potential zu polarisieren – ich befinde mich auf dem Pluspol ;-) .

Es fällt mir schwer, das Buch zu kategorisieren, ich würde es spontan in die Kategorien Thriller, Science Fiction und Virtual Realtiy mit Schwerpunkt auf Rollenspiel – ob D&D oder MMOG sei mal dahingestellt – einordnen. Durch das breite Spektrum, das Ernest Cline mit dem Buch abdeckt vermute ich, dass dem Großteil der Leser das Buch gefallen wird. Und es hat wirklich einiges zu bieten: Klassische Rollenspielhelden, typische “Jugendliche”, eine kleine Liebesgeschichte, epische Schlachten – vermutlich das Highlight für klassische High Fantasy-Leser – illegale Handlungen, Action und jede Menge Spannung – sowohl Out- als auch Ingame – und das alles in einer nicht allzu unwahrscheinlich wirkenden Zukunftsvision.

Damit ist es ein Buch, das ich uneingeschränkt allen lesebegeisterten Rollenspielern – insbesondere D&D-Fans -, MMOG-, Automaten- und “Oldie”-Computerspielern empfehlen kann, bei dem aber auch klassische Fantasyleser auf ihre Kosten kommen können.

Mit dem Ende der Geschichte gibt Ernest Cline dem Leser dann noch eine Moral mit auf dem Weg – eine Moral, die sich auch in der heutigen Zeit der eine oder andere zu Herzen nehmen sollte.

Veröffentlicht in: on März 26, 2012 at 6:30 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Die Enklave von Ann Aguirre

Auch wenn ich es quasi direkt nach dem Auspacken gelesen habe, hat die Rezension etwas auf sich warten lassen (es lebe die LoRe ;-) ), jetzt ist sie da :-) .

Ann Aguirre
Die Eklave
Blanvalet
352 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3442268125
ISBN-13: 978-3442268122
EUR 16,90

Bei diesem Buch war es das Cover, das meine Aufmerksamkeit erregt hat. Es hat mich irgendwie an “Tinker” erinnert und damit an der Angel gehabt. Es zeigt eine Frau (wahrscheinlich “Zwei”, die durch eine verbogene Metallwand nach draußen (in Richtung des Lesers) blickt. Am Metall kann man eine Ranke erkennen, das Metall scheint also recht alt zu sein.

“Zwei” ist in der Enklave geboren und aufgewachsen. Sie ist stolz, dass sie das Ritual ihrer Namensgebung zu einer “Jägerin” macht, auch wenn sie sich einen anderen Jagdgefährten als “Bleich” ausgesucht hätte.
Ihre gemeinsamen Jagdausflüge aus der Enklave hinaus in die umliegenden Tunnel (und darüber hinaus) schweißen sie jedoch schnell zusammen. Als “Zwei” für ein Verbrechen (laut den Gesetzen der Enklave), das sie nicht begangen hat, verbannt wird, folgt “Bleich” ihr in die Verbannung. Er weiß nämlich etwas, was die Bewohner der Enklave nicht wissen (und auch nicht wissen wollen): Das Leben an der Oberfläche ist nicht gefährlicher als das in den Tunneln. Und auch dort gibt es sichere Orte. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, diesen Ort zu finden…

Ann Aguire beschreibt in ihrem Roman eine Zukunft, die, so düster sie auch scheinen mag, tatsächlich Wirklichkeit werden könnte: Eine Katastrophe, die das Leben in bestimmten Gebieten unmöglich macht, Reiche und Mächtige werden evakuiert, die restlichen Menschen werden ihrem Schicksal überlassen. Einige überleben – mehr oder weniger menschlich – aber alles hat sich verändert. Neue Kulturen entstehen, sowohl auf als auch unter der Erde. Nicht alles wurde zerstört und “Artefakte” aus der alten Welt sind wertvolle Handelsware. In dieser Welt leben “Zwei” und “Bleich” – auch ihre Namen sind Teil der neuen Kultur, in der sie leben.

Die Geschichte wird aus der Sicht von “Zwei” geschrieben, für die die Welt “oben” völlig neu ist. Gemeinsam mit ihr entdeckt der Leser, was aus der Erde geworden ist und bekommt durch “Zwei”s Augen einen völlig neuen Blickwinkel auf altbekannte Gegenstände.

Das Verhalten der Menschen (egal ob “oben” oder “unten”) ist anders als unseres, aber durchaus nachvollziehbar – es ist vorstellbar.

Das Buch ist gut recherchiert und wirklich durchdacht, die Figuren wirken fast real und die Geschichte ist einfach spannend. Auch wenn die Geschichte ein klares Ende hat, war ich froh, als ich festgestellt habe, dass die Autorin bereits an einem Nachfolgeband schreibt: “Outpost”.

Reinlesen könnt ihr hier.

Veröffentlicht in: on Juli 2, 2011 at 4:20 nachmittags  Kommentare (1)  
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Infinity: Der Turm von Wolfgang Hohlbein

Infinity kann man meiner Meinung nach eher der apokalyptische Science Fiction als der Fantasy zuordnen. Das sollte dem Lesespass aber keinen Abbruch tun:

Wolfgang Hohlbein
Infinity: Der Turm
Verlag: Piper
625 Seiten , Hardcover
ISBN-10: 3492702236
ISBN-13: 978-3492702232
19,95 €

Das Cover des Buches ist in dunklen Blautönen gehalten. Im Zentrum des Covers befindet sich ein Turm – Der Turm. Am Fuße des Turmes ist eine Tür geöffnet, aus der ein seltsam geformter Lichtstrahl zur Spitze des Turmes strebt. Außerdem kann man dort einen Menschen entdecken – winzig im Vergleich zum Turm. – Ein düsteres, geheimnisvolles Cover, das zum Lesen einlädt.

Im Buch werden drei Handlungsstränge verfolgt. Diese erzählen von Prinzessin Infinity, dem Mädchen Gea und von General Mardu:

Prinzessin Infinity steht kurz vor ihrer Krönung, als der Tag des Empfangs ansteht: Die traditionelle Begegnung zwischen der Herrscherin des Turmes und dem Heerführer von Belagerung, der vor dem Turm liegenden Stadt. Ein Treffen, das zu einer weiteren Waffenruhe führen soll.

Während das Treffen naht, zündet General Mardu im Auftrag des Heerführers, Craiden, eine Atombombe – mit verheerender Wirkung: Auch wenn der Schild des Turmes nicht durchbrochen wird, werde die dem Turm am nächsten gelegenen Stadtviertel völlig zerstört und überall in der Stadt finden sich nicht zu löschende Brandherde. Mardus Begleiter sind tot und so muss er sich erst einmal alleine durch die Stadt zurück zum Heer schlagen.

Der dritte Handlungsstrang liegt in der Vergangenheit: Craidens Vater ist der Führer des Heers. Craiden ein junger Soldat, der ein Mädchen in der Stadt vor Plünderern retten: Gea. Ein völlig furchtloses Mädchen im Besitz mächtiger Tech-Magie, das keine Ahnung von dem Leben in Belagerung hat.

Wolfgang Hohlbein erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und springt dabei zwischen den Handlungssträngen hin und her. Dies ist jedoch nicht allzu verwirrend, da die unterschiedlichen Perspektiven auch als solche gekennzeichnet sind. Sie ermöglichen es dem Leser, die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben – wirkliche Klarheit bringen sie jedoch nicht in die Geschichte. Es werden nicht wirklich Hintergründe erläutert, sondern nur das erzählt, was im Moment geschieht. Die Gedanken der Hauptpersonen beschränken sich auf das Hier und Jetzt. Das ist es auch, was die Geschichte wirklich komplex macht. Der Leser wird in eine Situation hineingeworfen, ohne etwas über sie zu wissen. Er macht sich Gedanken über Zusammenhänge, bestätigt werden diese jedoch in den seltensten Fällen. Damit bleibt für den Leser einiges im Dunklen.

Gerade das ist es, was die Geschichte ausmacht und die Spannung hervorruft (und über das komplette Buch hält). Der Leser weiß nicht, was ihn erwartet. Für ihn sind die Situationen genauso unvorhergesehen wie für die Akteure.
Es kann aber auch frustrierend sein, wenn sich dem Leser nicht der komplette Zusammenhang erschließt – auch nicht mit dem Ende des Buches. Dort sind immer noch zu viele Handlungsstränge nicht abgeschlossen, zu viele Fragen offen.

Einem Interview mit Wolfgang Holhbein auf Geisterspiegel zufolge wird die Geschichte weitergeführt werden. Ich finde es ein wenig frustrierend, wenn eine Geschichte nicht wirklich beendet ist und mag es nicht, auf die nächsten Bände warten zu müssen. Daher empfehle ich potentiellen Lesern, auf das Erscheinen des nächsten Bandes oder der weiteren Bände zu warten, bevor sie sich an das Buch machen. Wer seine Neugier jedoch nicht bezähmen kann wird von dem Buch sicherlich nicht enttäuscht werden, ihn erwartet eine düstere und spannende Story.

In dem Buch findet sich ein Code, den ihr auf der Website von Schandmaul für das Lied “Geas Traum” – dem Lied zum Buch – einlösen könnt. Ohne Code kann man sich dort zumindest den Trailer anschauen.

Reinlesen könnt ihr hier.

Veröffentlicht in: on Februar 27, 2011 at 7:30 nachmittags  Kommentare (1)  
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Magie oder Wissenschaft? Oder beides?

Wo liegen die Grenzen zwischen Fantasy und Science Fiction? Was ist Science Fantasy?

Es gibt Bücher da verschwimmen die Grenzen. Mir fällt hier zum Beispiel die Darkover-Reihe von Marion Zimmer Bradley oder der Pern-Zyklus von Anne McCaffrey ein. Je nachdem welches Buch der Reihe man gerade liest könnte man die Reihe als Fantasy – oder als Science Fiction – Roman bezeichnen. Oder man wählt die Bezeichnung Science Fantasy.

Aber was ist Science Fantasy? Im Internet wird man hier nicht wirklich fündig :-( . Die einzige Definition die ich gefunden habe ist relativ kurz: “Science Fantasy ist ein Genre der Literatur, das aber auch in Filmen und Spielen vorkommt. Es vereinigt Science Fiction und Fantasy, zwei populäre Genres.” Nach Rod Serling – einem bekannten Autor und Filmproduzent – macht Science Fiction das unwahrscheinliche mögliche, während Fantasy das unmögliche möglich macht. Aber was ist unwahrscheinlich und was unmöglich? Sind PSI-Kräfte wie Telepathie und Telekinese nicht eigentlich nur wissenschaftliche Beschreibungen für die in der Fantasy eingesetzten Zauberkräfte?

Da bleibt dem Leser oder Blogger wohl nichts anderes übrig, als eine eigene Definition zu finden. Für mich ist Science Fantasy Science Fiction mit magischen Elementen – egal ob diese wissenschaftlich erklärt werden können oder nicht. Demnach wäre auch Star Wars Science Fantasy – denn die “Macht” ist eigentlich nichts anderes als Magie, die in modernste Umgebung eingesetzt wird.

Warum ich mir darüber Gedanken mache? Nun ich habe einen Fantasy-Blog und jede Menge Bücher die nicht 100% ins Schema passen – aber trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) sehr lesenswert sind. Und unter dem Begriff Science Fantasy passen sie eindeutig auch hierher ;-) .

Veröffentlicht in: on Februar 6, 2011 at 8:26 vormittags  Kommentare (3)  
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