Aethermagie von Susanne Gerdom

aethermagie Susanne Gerdom
Aethermagie
Verlag: Ueberreuter
446 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3800056860
ISBN-13: 978-3800056866
16,95 €

Schon das Cover des Buches hat mich neugierig gemacht: Die Zahnräder und Dampfleitungen deuten auf einen Steampunk-Roman hin, das blaue Licht inmitten eines Kreises mit mathematischen Zeichen und lateinischen Sätzen auf Magie und die junge Frau in praktischer Männerkleidung lässt auch einiges an Action vermuten. Für mich Grund genug, in das Buch hineinzulesen.

Katya und Kato, zwei Frauen mit einem Schicksal: Dem Kriegstreiben ein Ende setzen. Und doch sind diese zwei Frauen sehr verschieden: Katya Nagy ist Major der Vierten Abteilung (dem Sicherheitsbureau) und bemüht sich im Dienste ihrer kaiserlichen Majestät und in der des Zeitlosen Orden um den Frieden. Die junge Katya von Mayenburg gerät aufgrund ihrer Gabe, Aetherwesen zu sehen, in den Fokus der Kriegstreiber.

Susanne Gerdom versteht es, den Leser zu verwirren, bevor sie ihn Seite um Seite der Aufklärung ein Stück näher bringt. Schon die Namen der beiden Hauptpersonen auf den verschiedenen Erzählsträngen haben mich des Öfteren überlegen lassen an welcher Stelle ich mich gerade befinde, die Namen Katya und Kato sind sich eben einfach zu ähnlich. Auch was die Ziele des Zeitlosen Orden angeht, tappt man bis zum Ende im Dunklen, es scheinen jedoch durchaus gute Ziele zu sein, wenn eines davon das Ende des Krieges ist. Und auch die unterschiedlichen Figuren sind, abgesehen von Kato und Katya, nicht gerade durchsichtig: Die Motive des Pater Guardianus, dem Führer des Ordens der Unendlichkeit, stehen völlig im Dunklen. Herr Tiez, der Besitzer eines örtlichen Kuriositätengeschäfts, wirkt auf den ersten Blick wie ein netter älterer Herr, ein Herr, der ziemlich schnell meine Sympathie gewonnen hat. Sein Haus birgt allerdings so manches Geheimnis unter dem Zeichen der Lemniskate (dem Symbol für die Unendlichkeit). Und im weiteren Verlauf zeigt sich, dass nicht nur sein Laden einige Geheimnisse birgt, sondern auch er weit tiefer in die Geschichte verstrickt ist als man zu Beginn ahnt – auf welche Art und Weise bleibt allerdings bis zum Ende des Buches unklar.

“Aethermagie” ist kein klassischer Steampunk-Roman. Die Geschichte spielt nicht im britischen Hoheitsgebiet, sondern im kaiserlichen Reich. Es sind nicht Dampf oder Elektrizität, die die Geräte und Maschinen antreiben, sondern Aether. “Angewandte Aetherpysik” ist es, die den Aether in seine Bahnen lenkt. Für Kato sieht die Welt jedoch anders aus: Sie sieht kleine Wesen im Aether, Aetherwesen, die unter das Joch der Menschen gezwungen werden, um die Maschinen zum Leben zu erwecken. Eines dieser Wesen, das Plasmateufelchen Calander, haust in Katos Schreibtischlampe. Seine Nörgeleien ob der Langeweile in dieser Lampe und seine Bitten an Kato, ihm doch etwas vorzulesen, konnte ich mir wirklich bildhaft vorstellen – und der kleine Kerl ist mir damit ziemlich schnell ans Herz gewachsen.

Menschen wie Kato, die diese Aetherwesen sehen können, sind selten (auch wenn der Leser in “Aethermagie” auf einige dieser Menschen trifft). Ihre Gabe kann sie in eine Irrenanstalt bringen – und was dort geschieht, kann man nur vermuten (oder fürchten). Im Auftrag von Major Nagy wird Kommissar Jewgenij in die Irrenanstalt am Brünnlfeld eingeschleust – als Insasse. Dieser Strang der Geschichte bringt einiges ans Licht, verändert Jewgenij jedoch völlig.

Es ist eine faszinierende Welt und ein faszinierender Plot, die Susanne Gerdom in “Aethermagie” einführt. Die Spannung kommt größtenteils durch die Unwissenheit der Hauptfiguren und des Lesers sowie der langsamen Aufklärung zustande. Es gibt allerdings auch einige Stellen, bei denen man um liebgewonnene Figuren bangen muss. Zum Ende hin kommt es dann auch zum Einsatz von Waffengewalt und geballter Aethermagie. Mit der letzten Seite des Buches hat der Leser zumindest eine guten Überblick über die einzelnen Fronten und einen detaillierten Einblick in Katos und Katyas Welt sowie die der Aetherwesen bekommen. Es sind jedoch längst nicht alle offenen Fragen geklärt. Die Wichtigste, die dem Leser mit dem Ende auf der Zunge brennt, ist allerdings wohl diese: Wann geht es mit dieser Geschichte weiter?

Reinlesen könnt ihr hier.

Veröffentlicht in: on März 20, 2013 at 12:30 nachmittags  Kommentare (2)  
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Books & Braun – Das Zeichen des Phönix von Pip Ballantine und Tee Morris

“Das Zeichen des Phönix” ist der erste Band um die Agentin Eliza D. Braun und den Archivar Wellington Books. Der zweite Band der Reihe, “Die Janus-Affäre” erscheint im Dezember diesen Jahres.

Pip Ballantine und Tee Morris
Books & Braun – Das Zeichen des Phönix
Verlag: Egmont Lyx
508 Seiten
ISBN-10: 3802586433
ISBN-13: 978-3802586439
9,99 €

Das Cover zeigt einen Mann und eine Frau, Rücken an Rücken vor einem riesigen Zahnrad – der eindeutige Hinweis, dass es sich bei “Books & Braun” um einen Steampunk-Roman handelt. Der im Hintergrund zu erkennende Kirchturm, dem man als London-Besucher leicht als Big Ben identifizieren kann, legt nahe, dass dieser in London spielt. Soweit passt alles, einzig allein die weibliche Figur auf dem Cover passt so gar nicht zu dem Bild, dass ich mir von Eliza D. Braun gemacht habe, hier fehlen eindeutig die unverkennbaren Accessoires.

Nach einem weiteren explosiven Einsatz, bei der die Agentin Eliza D. Braun den Archivar Wellington Books im Auftrag ihrer Majestät aus der Gefangenschaft befreit, wird sie aufgrund des erneuten, hohen und von ihren Auftraggebern ungewollten Kollateralschaden strafversetzt – in Wellingtons Archiv. Nicht gerade Elizas Traumjob, bis sie im Archiv auf einen Raum voller “ungelöster” Fälle stößt. Einer dieser Fälle weckt Elizas Aufmerksamkeit – ist ihr vorheriger Partner doch über diesen Fall einer Geisteskrankheit verfallen. Sie beschließt, an der Seite ihres neuen Partners die Ermittlungen fortzuführen – mit oder ohne seine Zustimmung.

Explosiver als “Das Zeichen des Phönix” kann ein Roman wohl nicht starten. Und während der ersten Seiten blieb mir bei dem doch recht ungewöhnlichen Kennen lernen der zwei Agenten nicht viel Zeit zu verschnaufen. Ein Zustand, der mit Wellingtons Bemerkung “Mein Gott Frau. Sie sind ein Idiot.” schlagartig beendet wird. Hier haben die zwei Autoren ihr Pulver (im wahrsten Sinne des Wortes) wohl schon zu Beginn verschossen. Die im weiteren Verlauf der Geschichte vorkommenden Explosionen, Verfolgungsjagden und Streitgefechte sind gut, aber bei weitem nicht so gut wie die auf den ersten Seiten.

Die beiden Helden sind auf den ersten Blick völlig verschieden. Eine aus den Kolonien stammende Agentin, die während eines Einsatzes zwar auf Verstärkung, nicht aber auf die richtige Menge an Dynamit verzichten kann, und ein britischer Archivar aus Leidenschaft. Die eine völlig zwanglos, was Konventionen angeht, den Bruch sogar geradezu genießt, der andere penibel auf eben diese Konventionen bedacht. Streitgespräche und gegenseitige Provokation, wie z.B. Elizas “liebevolle” Verkürzung von Wellingtons Name zu “Welly”, sind hier vorprogrammiert und sorgen immer wieder für ein Schmunzeln. Erst einmal zusammengerauft sind die beiden als Team jedoch unschlagbar.

Neben den heftigen Explosionen und den Streitgesprächen, die für einen steten Lesefluss sorgen, ist mir der Plot allerdings ein wenig zu einfach geraten – und das, obwohl gleichzeitig neue Handlungsstränge aufgebaut, werden ohne die Hintergründe konkreter zu beleuchten. Was ich von Ministeriumsleiter Dr. Sound oder Elizas Agentenkollegen Bruce halten soll, ist mir immer noch nicht wirklich klar – hier gibt es noch einige offene Fragen. Andere Figuren, wie die “Hilfreichen Sieben des Ministerium”, eine Kinderbande, die Eliza tatkräftig unterstützt und ihr Hausmädchen Alice, das Eliza mit mechanischen Beinen ausgestattet hat, runden die Geschichte auf eine liebenswerte Art und Weise ab, sind allerdings für den weiteren Verlauf der Geschichte ohne jegliche Relevanz.

Meiner Meinung nach hätten Pip Ballantine und Tee Morris den eigentlichen Plot etwas mehr ausarbeiten können und dafür die vielen kleinen (meistens netten) Details etwas kürzen können. Sie haben eine faszinierende Welt mit faszinierenden Figuren erschaffen, sich aber vermutlich hin und wieder auch in eben dieser Welt verloren – und dabei die eigentliche Geschichte kurzzeitig vergessen.

Einen weiteren Blick in ihre Welt würde ich vermutlich schon wagen, dann allerdings mit der Hoffnung auf ein Weiterführen der über Dr. Sound und Bruce angedeuteten neuen Handlungsstränge und mit einem etwas raffinierten Plot. Gegen ein Wiedersehen mit Welly, Eliza oder den “Hilfreichen Sieben des Ministerium” unter diesen Prämissen hätte ich auf jeden Fall nichts einzuwenden.

Die erste von Elizas Explosionen findet ihr übrigens hier.

Veröffentlicht in: on September 13, 2012 at 6:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Mission Clockwork – Gefahr für das britische Empire von Arthur Slade

Arthur Slade
Mission Clockwork – Gefahr für das britische Empire
Verlag: Thienemann
350 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3522201310
ISBN-13: 978-3522201315
14,95 €

Das Cover zeigt ein Uhrwerk, durch das man einen Blick auf eine verhüllte Gestalt – ich vermute Modo – vor der Silhouette von London erkennen kann. Ein Cover, das definitiv zur Geschichte passt.

Seit ihn Mr. Socrates als einjähriges Kind zwei Schaustellern, die ihn als Teil ihrer Ausstellung benutzt haben, abgekauft hat, befindet sich Modo in der Ausbildung: Er lernt lesen, schreiben, Kampfkünste und seinen Kopf zu gebrauchen – all dies ohne je mit anderen Menschen als seinen Lehrern Kontakt zu haben. Denn Modo ist missgestaltet und einfach schrecklich anzusehen – seine Gabe, jedermanns Gestalt anzunehmen, macht ihn jedoch äußerst nützlich.

Als Agent in Mr. Socrates Dienst soll er helfen, eine Verschwörung gegen die Königin, das Verschwinden wichtiger Adeliger und auch das einiger Waisenkinder aufdecken. Ihm zur Seite steht die wunderschöne Octavia, eine weitere von Mr. Socrates Agentinen. Nun muss Modo nicht nur seine Tatkraft beweisen sondern auch seine wahre Gestalt vor Octavia verbergen…

Arthur Slade wechselt in seiner Geschichte häufig die Perspektive. Zu Beginn schauen wir Mr. Socrates bei der Untersuchung und schließlich dem Kauf von Modo über die Schulter, später Modo bei seiner Ausbildung. Auch die Entwicklung des Bösewichts kann man als Leser detailliert verfolgen. – Aber das sind nicht die einzigen Personen, denen man beim Lesen folgt. Trotz – oder gerade wegen – des häufigen Perspektivenwechsels bleibt es spannend. Man bekommt jeweils nur Stückchen des Gesamtgeschehens geliefert und muss sich einiges selber zusammenreimen – oder darauf warten, dass Modo und Octavia es tun.

Arthur Slade liefert jedoch nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch eine wirklich sympathische Hauptperson. Das kleine misshandelte Kind, das nach seiner Rettung voller Bewunderung zu Mr. Socrates aufschaut, entwickelt in seiner Mission seine eigene Meinung – und steht dafür ein. Es ist schade, dass ihm sein Äußeres so zu schaffen macht und er sogar – oder gerade – Octavia seine wahre Gestalt nicht zeigen möchte – aber verstehen kann man es.

Es ist leicht, den Bösewicht der Geschichte, Mr. Hayde zu hassen, aber letztendlich ist auch er nur ein kleines Rad im Getriebe – machen sich doch andere seine abnormale Genialität zu Nutze.

Mit dem Ende des Buches ist die erste Mission von Octavia und Modo beendet und auch das Buch abgeschlossen, nicht jedoch ihre Arbeit als Agenten und auch nicht die Reihe “Míssion Clockwork”. Im Februar 2012 widmen sich die beiden ihrer nächsten Mission – und ich werde schauen, dass ich ihnen auch dort über die Schultern schauen kann.

Neugierig geworden? Hier könnt ihr einen Blick ins Buch werfen.

Veröffentlicht in: on September 3, 2011 at 8:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Das Mädchen mit dem Stahlkorsett von Kady Cross

Kady Cross
Das Mädchen mit dem Stahlkorsett
Verlag: Heyne fliegt
368 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3453267400
ISBN-13: 978-3453267404
14,99 €

Das Cover ist definitiv eines: interessant. Ein junges Mädchen mit Zylinder, Fliegerbrille, schwarzer Lederjacke und schwarzen Lederhandschuhen, unter denen ein metallverkleideter Arm mit einigen Schräubchen und Rädchen zu erkennen ist, vor einem schwarzen Hintergrund. Da sticht der “pinkfarbene” Titel deutlich heraus.

Finley Jayne arbeitet als Zimmermächen, hat es aber bisher nie lange an einer Arbeitsstelle ausgehalten. Auch ihre jetzige Arbeitstelle verlässt sie früher als geplant – zurück lässt sie den bewusslosen Sohn ihres Arbeitgebers, der sich für eine Vergewaltigung definitiv das falsche Opfer ausgesucht hat. Denn in Finley steckt eine dunkle Seite, die sie um einiges stärker macht als sie aussieht.

Auf der Flucht vor den Folgen ihres Tuns läuft sie dem jungen Adeligen Griffin vor sein Veloziped. Dieser nimmt die verletzte Finley mit zu sich nach Haus, spürt er doch, dass sie einiges gemeinsam haben.

Genau wie Finley haben Griffin und seine Gefährten besondere Fähigkeiten, die sie streng geheim halten und dafür einsetzen, Verbrechen zu bekämpfen: Ihr aktuelles Ziel ist der Maschinist – ein geheimnisvoller Unbekannter, der mit Hilfe von Maschinen bereits einige Diebstähle begangen hat und einen ihrer Gefährten bei seiner letzten Aktion tödlich verwundet hat.

Kady Cross erzählt die Geschichte einer Einzelgängerin, Finley Jayne, die sich aufgrund ihrer Eigenart – sie hat ihre dunkle Seite nicht unter Kontrolle – nie lange an einem Ort aufgehalten hat. Ein Mädchen aus der Unterschicht, dass sich auf einmal im Haushalt des jungen Duke of Greythorne – Griffin – widerfindet, in einer Welt die nicht die ihre ist. – Nicht verwunderlich, dass sie den Menschen dort erst einmal mit Misstrauen begegnet. Genau dieses Misstrauen schlägt ihr allerdings auch von dort entgegen: Nicht alle empfangen das neue Mitglied des Haushaltes mit offenen Armen, bringt sie doch erst einmal nichts als Schwierigkeiten mit sich.

Durch Griffin vereint macht die Gruppe sich dennoch auf die Suche nach dem Maschinisten – ahnt Griffin doch, dass dieser mehr plant als nur einfache Diebstähle. Eine Tatsache, auf die der aufmerksame Leser um einiges schneller stößt als der geniale Griffin. Ich würde zwar nicht so weit gehen, die Geschichte als völlig vorhersehbar zu bezeichnen, aber die Figuren sind schon sehr stereotyp: Der gewitzte Anführer, der gedankenlose, aber starke Freund, eine kluge Tüftlerin und eine völlig Fremde, die in die Gruppe hineinrutscht. – Ein typischer Jugendkrimi also, wenn er auch in einer völlig fremden Welt spielt.

Eine Welt, in der man einiges entdecken kann: Maschinen, die Dienstboten ersetzten, Kleinstlebewesen, die unseren Körper kopieren und damit bei der Regeneration unterstützen können. Eine Quelle, die die Fähigkeiten der Menschen verbessert, sie verändert. Eine Welt, in der metallene, aber voll funktionsfähige Körperteile als Ersatz durchaus möglich sind (etwas, von dem man sonst eher in Science Fiction Romanen liest).

Alles in allem eine interessante Geschichte, die ich jedoch eher dem Kinder- und Jugendbuchbereich zuordnen würde als sie als All-Age zu bezeichnen – Durchaus lesenswert, aber eben eher für jüngere Leser. Nichts desto trotz kann man auch als Erwachsener durchaus ein paar vergnügliche Stunden in der Welt von Finley Jayne verbringen.

Eine Leserprobe findet ihr hier.

Veröffentlicht in: on September 2, 2011 at 4:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Worldshaker von Richard Harland

Ein Buch, das ich ohne Anette wahrscheinlich nicht in die Hand genommen hätte, was echt schade gewesen wäre …

Richard Harland
Worldshaker
Jacoby & Stuart
400 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 9783941787070
ISBN-13: 978-3941787070
EUR 16,95 €

Im Hintergrund des Cover ist (wahrscheinlich) einen Auschnitt aus der Worldshaker zu sehen. Es ist in schwarz-grautönen gehalten, man kann verschiedene Rohre und Türme sowie dunkle Rauchschwaden erkenne – die Worldshaker ist nun mal ein kohlebetriebenes Schiff. Im Vordergrund sieht man zwei Schattenbilder, die vermutlich die Hauptpersonen des Buches – Riff und Col – darstellen sollen. – Mich hat es weder zum Kauf verführt noch abgeschreckt, richtige Steampunk-Fans werden von dem Cover wahrscheinlich eher angezogen.

Der 16-jährige Col Porpentine gehört zur “High-Society” der auf der Worldshaker (das Weltschiff des britischen Königreichs) lebenden Menschen. Sein Großvater ist der Oberbefehlshaber und untersteht nur den Befehlen von Königin Victoria.
Betrieben wird die Worldshaker jedoch durch die Arbeitskraft der Unterschicht, durch die sogenannten “Dreckigen”, die von der Oberschicht nur verachtet werden.
Bis Riff – eine “Dreckige” – auf ihrer Flucht vor den Soldaten der Oberschicht in Cols Zimmer auftaucht, hält Col die “Dreckigen” für unterbemittelt. Riff entspricht jedoch so gar nicht seinem Weltbild. Sie ist klug, schnell und wirklich faszinierend. Sie bringt Col – den nicht weniger als die Nachfolge seines Großvaters erwartet – dazu, sein Weltbild zu überdenken. Schaffen sie es, gemeinsam das Leben auf der Worldshaker zu verändern?

Richard Harlands Buch spielt quasi auf engsten Raum, einziger Schauplatz der Handlung ist die Worldshaker – auch wenn diese für ein Schiff einiges an Platz bietet. Allein die Beschreibung des Juggernauts füllt einige Seiten, ohne dabei auf die die Worldshaker bevölkernden Menschen einzugehen. Was mit einer recht begrenzten Sicht durch Cols Augen beginnt, wird mit jedem Kapitel facettenreicher. Zusammen mit Col entdeckt der Leser, dass die Worldshaker mehr zu bieten hat als es auf den ersten Blick scheint. Aber nicht nur die Weiten der Worldshaker überraschen den Leser. Nicht nur die “Dreckigen” sind nicht das, was sie zu sein scheinen. Und so wartet Richard Harland dem Leser immer wieder mit Überraschungen auf – sowohl Positive wie auch Negative.

Ein Blick in die Außenwelt wird nur nebenher gewährt, ist aber auch nicht wirklich nötig. Die Worldshaker allein bietet genug zu entdecken.

Ein Buch, das zu keiner Zeit an Spannung verliert und mit einem wirklich fulminaten Finale endet – nun ja nicht ganz. Mit dem Ende des Buches bleiben noch einige Fragen offen, z.B. was die Beziehung zwischen Riff und Col angeht. Fragen, die sich wohl erst im Nachfolgeband “Liberator” klären werden.

Mir persönlich wäre ein abgeschlosseneres Ende lieber gewesen, so hängt der Leser ein bisschen in der Luft. Und muss – wenn er wissen will, wie es weitergeht – den Nachfolgeband in die Hand nehmen. Für die meisten ist das aber sicherlich kein Grund zur Trauer ;-) .

Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet ihr hier

Veröffentlicht in: on Juni 21, 2011 at 5:06 nachmittags  Kommentare (1)  
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