[Rumpelkammer] Shannara wird verfilmt

Ich muss zugeben, die Reihe noch nicht gelesen zu haben (ich bin gerade mit der Vorgeschichte beschäftigt), habe es aber definitiv noch vor. Als ich erfahren habe, dass die Reihe von MTV verfilmt werden soll – und mir dann den Trailer angeschaut habe – ist die Lust auf die Bücher noch um einges gewachsen.

Was haltet ihr von einer Verfilmung? Und den Büchern?

Published in: on Juli 13, 2015 at 2:00 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Der geheime Name von Daniela Winterfeld

dergeheimename Daniela Winterfeld
Der geheime Name
Verlag: Knaur
528 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3426511274
ISBN-13: 978-3426511275
12,99 €

Das Cover des Buches zeigt die Spiegelung eines goldenen Blattes vor tiefschwarzem Hintergrund. Ein einfaches Cover, dass es doch irgendwie schafft, den Blick des Betrachters auf sich zu lenken und zumindest mich zum Buch hat greifen lassen. Tatsächlich ist es nicht nur hübsch anzusehen sondern passt sogar zur Geschichte – wenn auch nicht direkt auf den ersten Blick.

Seit sie denken kann ist Fina mit ihrer Mutter auf der Flucht. Angeblich fliehen sie vor Finas gewalttätigen Vater. Spätestens als Fina ihre Mutter vor dem nächsten plötzlichen Umzug mit ihrem Vater erwischt ist ihr klar, dass hier etwas faul ist. Spontan beschließt sie der stetigen Flucht und den Lügen ihrer Eltern zu entfliehen – zu ihrer Großmutter in die Lüneburger Heide. Unwissentlich begibt sie sich damit genau an den Ort, an dem die wahre Geschichte begann.

Wer kennt sie nicht die Geschichte vom Rumpelstilzchen und der Müllerstochter, die er lehrte Stroh zu Gold zu spinnen? Laut Daniela Winterfeld war er nicht der einzige seiner Art. Und wie bei Rumpelstilzchen und der Müllerstocher wird auch das Wesen in dieser Geschichte um seinen Lohn betrogen. Neben dem geheimen Namen des Wesens sind das die einzigen Gemeinsamkeiten, die “Der geheime Name” mit dem altbekannten Märchen “Rumpelstilzchen” hat.

Die Protagonisten ist nicht etwa die Müllerstochter, sondern deren Kind. Und der geheime Name des Wesens lautet auch nicht Rumpelstilzchen – das hätter Finas Mutter einiges an Ärger erspart. So ist sie nun seit nunmehr neunzehn Jahren mit ihrer Tochter auf der Flucht, während der Geheime seine Pläne schmiedet. Plänen, denen Fina in die Hand spielt, als sie Hals über Kopf zu ihrer Großmutter an den Rand des Moores zieht, in der ihre Mutter einst den Pakt mit dem Geheimen schloss.

Sein Gehilfe ist der Junge, den Finas Mutter an Finas Stelle ins Moor brachte: Mora. Ohne jemand anderen als den Geheimen zu kennen dient und leidet er schon seit Jahren unter dem Wesen. Nun soll er ihm bei der Erfüllung seiner Pläne helfen. Die Begegnung zwischen Mora und Fina ist dabei nur der erste Schritt.

Anders als der Leser rechnet der Geheime nicht mit den Gefühlen, die sich auf den folgenden Seiten langsam zwischen Mora und Fina entwickeln. Eine gegenseitige Faszination, der sich auch der Leser nicht entziehen kann. Und genau diese Beziehung ist es, die die Geschichte (und das Märchen) zum Leben erweckt. Anders als im Originalmärchen ist das Wesen, das auf die Erfüllung des Paktes drängt nicht besiegt. Grausam drängt es auf die Erfüllung des Pakts – ein Drängen das man zu einem gewissen Grad auch nachvollziehen kann. Die Vorgehensweise des Wesens lassen jedoch schnell eventuelle Sympathien des Lesers verschwinden. Nichtsdestotrotz ist “Der geheime Name” längst nicht so Schwarz-Weiß wie das eigentliche Märchen.

Finas Mutter hatte (wie auch im Originalmärchen die Müllerstochter) einen guten Grund für den Bruch des Paktes – auch wenn sie die getroffene Entscheidung noch jahrelang verfolgt. Aber auch der Geheime hat den Pakt nicht aus Böswilligkeit geschlossen, auch wenn er Finas Familie und auch Mora bösartig schikaniert. Jede der Figuren hat seine eigenen Facetten – und auch wenn man sie nicht alle mögen kann (und sollte) kann man ihr Verhalten durchgängig nachvollziehen.

Die Szenerie der Geschichte könnte – sobald man im Moor angelangt ist – einem alten Grimms Märchen entsprungen sein. Düster und schaurig sind Finas erste Begegnungen mit dem Moor und auch dem Leser läuft beim Lesen schnell ein Schauer über den Rücken. Ich hätte nach dem Lesen der Geschichte jedenfalls nicht gewagt bei Dunkelheit in ein solches zu wandern.

Das Ende ist (wie es sich für ein Märchen gehört) ein Gutes – zumindest für die menschlichen Protagonisten. Vielleicht ist es sogar eines der Enden, die mit “und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage” endet – ganz so weit geht die Autorin hier nicht, als Leser kann man es sich aber sehr gut vorstellen. Mit allen Mitteln, die in der modernen Welt und in dem alten Märchen gegeben sind, sind die Weichen dafür jedenfalls gut gestellt.

Mir hat die stimmungsvolle Neuadaption des alten Märchens wirklich gut gefallen. Wenn ihr auch einen Blick hineinwerfen wollt findet ihr hier eine kleine Leseprobe.

Published in: on Juni 25, 2015 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Blick über den Tellerrand] Der Geschmack von Wasser von Emmi Itäranta

“Der Geschmack von Wasser” ist kein Fantasy, sondern eine klassische Dystopie, die komplett ohne magische Elemente auskommt. Allerdings eine ungewöhnliche Dystopie. die mehr als nur einen kurzen Blick wert ist. Und damit gibt es heute mal wieder eine Rezension unter der Kategorie “Blick über den Tellerrand” – nicht, dass wir komplett im fantastischen Genre hängen bleiben ;-).

dergeschmackvonwasser Emmi Itäranta
Der Geschmack von Wasser
Verlag: dtv
340 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3423650095
ISBN-13: 978-3423650090
14,95 €

Das Cover des Buches zeigt eine hölzerne Wand (oder Tür), die mit einem blauen Kreis bemalt wurde. Eine Darstellung, die sich auf eine ungewöhnliche Art von den typischen Coverdarstellungen abhebt – und eine Darstellung mit eindeutigem Bezug zum Buch. Was dieses Symbol bedeutet, wird dem Leser im Verlauf der Geschichte deutlich. Ich finde die Wahl des Covers damit ziemlich gelungen, auch wenn ich nicht weiß, ob ich ohne Empfehlung aufgrund des Covers oder des Titels zu dem Buch gegriffen hätte.

Im Gegensatz zu den meisten Bewohnern ihres Dorfes leidet Noria nicht unter dem Mangel an Wasser. Eine geheime Quelle versorgt sie und ihre Familie mit Wasser – und macht den Tee ihres Vaters zu etwas Besonderem. Als geachteter traditioneller Teemeister geriet Norias Vater nie ins Visier des Militärs. Bis ein neuer Kommandeur das Kommando über das Dorf übernimmt, die Traditionen der Teemeister mit Füßen tritt und Norias Familie genau beobachtet. Und das zu Zeiten, wo das ganze Dorf inklusive Norias beste Freundin Sanja immer mehr unter der aktuellen Wassernot zu leiden beginnt und schlechtes Wasser immer mehr Menschen an den Rande des Todes bringt.

Es ist eine harte Welt, in der Noria lebt – auch wenn sie als Tochter des örtlichen Teemeisters nur wenig darunter leidet. Tatsächlich macht sie sich vermutlich nicht mal Gedanken über den Mangel an Wasser – auch wenn sie ihrer Freundin über Aufträge immer wieder welches zukommen lässt. Ihr Vater bildet sie in die Kunst der Teemeister aus: Das Ausführen von Teezeremonien und die Gedanken, die hinter diesen Zeremonien stecken. Traditionen und Zeremonien, die an das Japanische erinnern. Noria und ihren Vater lassen sie bei den Gedanken und Taten um die Zeremonien weise und ausgeglichen wirken. Der Bruch mit den Regeln der Zeremonien durch den neuen Kommandeur Taro zerstört die Ruhe und Gelassenheit – und das ist erst der Beginn seiner Mission.

Im weiteren Verlauf des Buches beginnt auch die vorher eher sorglose Noria sich Gedanken und Sorgen zu machen: Vor allem um ihre Eltern, aber auch um ihre Freundin Sanja und später sogar um die anderen Bewohner des Dorfes. Während die Traditionen, die ihr bisheriges Leben bestimmt haben, zu zerbrechen beginnen, muss sich Noria entscheiden: Zwischen Tradition und Mitgefühl, Angst und Hoffnung. Hoffnung, die durch Sanjas und Norias Deponiefunde über eine verbotene Mission genährt wird.

In Emmi Itärantas Geschichte gibt es keine Schlachten und Kämpfe mit den herrschenden Mächten. Der Widerstand ist klein und heimlich: Das Wahren alter Traditionen, die Suche nach verbotenem Wissen und das Hüten einer uralten Quelle. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Noria, ihre Gedanken und Entscheidungen und deren Folgen. Damit ist “Der Geschmack von Wasser” ziemlich philosophisch. Die um Noria schwebende Bedrohung durch das Militär ist stets präsent und hält die Geschichte trotz der Ruhe, die sie ausstrahlt spannend, auch wenn Gewalt und Gleichgültigkeit ziemlich einseitig vorherrschen.

Emmi Itärants Buch ist weder actionlastig noch romantisch. Sie lässt den Leser eher wie in einer Teezeremonie innehalten und nachdenken – vielleicht auch über den eigenen Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Erde. Das Ende der Geschichte ist – wie ein Großteil des Buches – ziemlich melancholisch, wenn auch nicht ohne Hoffnung. Sehr passend für eine Dystopie, auch wenn die Geschichte selbst eher ungewöhnlich ist.

Insgesamt ist “Der Geschmack von Wasser” vermutlich nicht jedermanns Geschmack, keine Mainstream-Dystopie, die Bestseller-Listen anführt, aber ein Buch, das nachhallt.
Es ist keine pure Unterhaltung – wer diese möchte, sollte ein anderes Buch wählen – sondern eine Geschichte zum Nachdenken, eine ziemlich gute sogar.

Wenn ihr es mal mit ihr versuchen wollt findet ihr hier eine Leseprobe.

Published in: on Juni 15, 2015 at 12:30 nachmittags  Comments (1)  
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Die Teppichvölker von Terry Pratchett

teppichvölker Terry Pratchett
Die Teppichvölker
Verlag: Piper Verlag
288 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3492703380
ISBN-13: 978-3492703383
19,99 €

Die erste Auflage des Romans erschien 1971 unter dem Titel “The Carpet People”. 1991 überarbeitete Terry Pratchett die ursprüngliche Version seines Romans zu der aktuellen Ausgabe, die der Piper Verlag nun, als vom Autor höchst selbst illustrierte Sonderausgabe, noch einmal neu herausgebracht hat.

Das Cover der Sonderausgabe ziert eine dieser Illustrationen: Eine versteinerte Statue, an der vermutlich der Held der Geschichte, Snibril, hängt. Es lässt sich darüber streiten ob die Illustration nun wirklich anziehend ist, aber als Zeichnung aus der Feder des Autors, die einen Bezug zur Geschichte hat, ist sie definitiv passend. Und bei dem Namen des Autors ist die Covergestaltung vermutlich eher nebensächlich.

Was, wenn sich unter Fuseln und Staub auf dem Teppich noch weit mehr befindet? Eine Zivilisation, deren Hauptstadt nicht größer als ein Stecknadelkopf ist? Was wäre das für ein Volk? Wie lebt es und mit welchen Schwierigkeiten hat es zu kämpfen?

Mit Seitenhieben auf die tatsächliche und auf so manche fantastische Welt erzählt Terry Pratchett die Geschichte vom Volk der Munrungs, speziell die der beiden Hauptlingssöhne Snibril und Glurk. Als ihr Dorf zerstört wird, beschließen die Munrugs sich einen neue Heimat zu suchen – wer würde hier von einer Flucht sprechen? Die Munrungs jedenfalls nicht (es war eh’ an der Zeit weiterzuziehen).

Auf ihrer Reise treffen sie weitere Völker (oder Vertreter der selbigen), Teppichbewohner mit unterschiedlichen Vorstellungen von Ordnung, Recht und Gesetz. Es gilt Abenteuer zu bestehen, alte mythische Wesen zu bekämpfen und nebenher die Bedrohung aufzuhalten, die das ganze Teppichvolk bedroht.

Dem Inhalt nach klingt “Die Teppichvölker” nach einem mehr oder weniger klassischen Fantasyroman, so gesehen ist es das auch. Die vielen Seitenhiebe, manchmal gut versteckt, manchmal recht offensichtlich und Bezüge zu den Welten jenseits des Teppichs – egal ob im übertragenen oder tatsächlichen Sinne (so manches Überbleibsel aus der Menschenwelt spielt in der Teppichwelt eine wichtige Rolle – ein abgebranntes Streichholz zum Beispiel) machen die Geschichte dennoch zu einem besonderen Lesegenuß.
Die Überraschungen finden sich hier eben nicht im Plot sondern in kleinen Details am Rande der Geschichte.

Die Figuren als solche sind natürlich längst nicht so detailliert und facettenreich, wie es der Leser von Pratchetts späteren Scheibenweltromane gewöhnt ist, nichtsdestotrotz kann man sich eine jede einzelne ziemlich gut vorstellen. Die klischeehaften Charakterzeichnungen und die ungewöhnliche Darstellung (in Wort und Bild) vermitteln den Leser einen guten Eindruck von jeder Einzelnen.

Insgesamt eine nette und sich im Bücherregal recht gut machende Erweiterung der Pratchett-Sammlung. Wer die ursprüngliche Version der Geschichte kennt, wird in dem Buch nicht viel neues Lesen. Dafür hat er die Gelegenheit, einen Blick auf den Ursprung der Teppichvölker zu werfen, die in den Wochen vor Weihnachten 1965 ihr Debüt als Fortsetzungsgeschichte bei der Lokalzeitung Bucks Free Press gaben. Außerdem werden die Teppichvölker in diesem Buch von vielen Zeichnungen des Autors beleuchtet, eine schöne Möglichkeit in die Vorstellungswelt des Autors einzutauschen, auch wenn man sich die unterschiedlichen Wesen selbst vielleicht ganz anders vorstellen würde.
Dem Leser, dem es “nur” um die Geschichte selbst geht, dem reicht sicherlich auch die einfache Taschenbuchausgabe. Und zumindest in diese sollte man durchaus mal einen Blick werfen – mir hat dieser Blick gereicht, um auch das restliche Buch im Nu zu verschlingen.

Den Anfang der Geschichte findet ihr hier.

Published in: on Juni 3, 2015 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Rumpelkammer] “Stadt im Schnee” von Tanja Rast jetzt vollständig online

Letztes Jahr im Mai hat Tanja Rast begonnen, ihren Roman “Stadt im Schnee” auf ihren Blog online zu stellen (ich berichtete). Heute ging der letzte Beitrag online und ihr könnt nun die komplette Geschichte online lesen – meiner Meinung nach eine Chance, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet (meine Rezension zum Buch findet ihr hier).

Über die Suche auf ihrem Blog bekommt ihr ziemlich schnell eine Übersicht der einzelnen Abschnitte. Den ersten Abschnitt findet ihr hier.

Published in: on Mai 31, 2015 at 3:35 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Phoenix – Tochter der Asche von Ann-Kathrin Karschnick

phoenixtochterderasche Ann-Kathrin Karschnick
Phoenix – Tochter der Asche
Verlag: Papierverzierer
400 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3944544501
ISBN-13: 978-3944544502
14,95 €

Schon die Aufmachung des Buches ist etwas Besonderes: Den Buchschnitt ziert eine große orangen Feder. Das Cover selbst zeigt eine geflügelte Frau, die (für die Geschichte nicht sehr zeitgemäß) mit einem Messer bewaffnet auf die verlassen wirkenden Häuser einer von dunklen Wolken umgebende Stadt hinunterblickt. Ich vermute, es handelt sich dabei um die Hauptperson der Geschichte, den Phoenix Tavi.

Seelenlos werden sie genannt, jene übersinnliche Wesen wie Hexen, Dämonen oder Phoenixe wie Tavi. Seit einem fehlgeschlagenen Experiment Anfang des 20. Jahrhunderts werden sie von den herrschenden Mächten, dem Saiwalo, gnadenlos gejagt und vernichtet.

Als Hamburg von einer Mordserie erschüttert wird, ist der Kontinentalarmee schnell klar, wer dahintersteckt: Seelenlose. Aber als der leitende Ermittler Leon bei seiner Suche auf den Phoenix Tavi trifft muss er anfangen, seine Überzeugungen zu überdenken. Warum nur scheint die Seelenlose ebenso wie er an der Aufklärung der Mordreihe interessiert zu sein?

Es ist eine ziemlich interessante Genremischung, die Ann-Kathrin Karschnick ihren Lesern in “Phönix – Tochter der Asche” bietet: Das Setting ist eine parallele Welt, die sich spätestens Anfang des 20. Jahrhunderts von der unseren zu unterscheiden beginn, auch wenn die Handlungsorte dem Leser durchaus bekannt sein sollten. Das Buch ist aber auch eine Dystopie, spielt es doch ein paar Jahrzehnte in der Zukunft. Magie und Wissenschaft spielen hier Hand in Hand. Teslaenergie versorgt fliegende Drohnen, während Geistseher mit ihren mythischen Kräften im Auftrag der Saiwalo Jagd auf magische Wesen jeglicher Art machen. Wesen, die ihren Ursprung in den Menschen haben, starke Gefühle zum Zeitpunkt des Todes entscheiden über eine Auferstehung als magisches Wesen.

Damit ist schon der Hintergrund des Buches ziemlich einzigartig und überaus faszinierend. Ein Hintergrund, der die Gedanken des Lesers auch mal von den Hauptdarstellern abschweifen und kreisen lässt und den Wunsch weckt, mehr über die Vergangenheit dieser Welt und den Personen die darin leben zu erfahren. Und ein paar Leckerbissen dieser Art sind tatsächlich gekonnt in die Geschichte eingewebt.

Nicht nur der Hintergrund der Welt ist bis ins letzte Detail ausgearbeitet, auch die Figuren sind sehr facettenreich dargestellt – allen voran natürlich Tavi, die aufgrund ihres Alters auf einige Erlebnisse und Erfahrungen zurückgreifen kann. Aber auch ihr junger Schützling Nathan ist als junger Teenager, der seine Macht und die Gefahr, die damit einhergeht, noch nicht wirklich verstehen kann, ebenso detailliert dargestellt wie der Soldat Leon, dessen Mutter ihn in die Jagd auf Seelenlose
eingeführt hat. Jeder von ihnen muss seinen Weg in der Welt finden – und viele der kleinen Ereignisse, die die Autorin schildert, führen sie in die eine oder andere Richtung.

Die Geschichte ist damit ziemlich emotional, nicht nur wegen der schon durch den Klappentext vorhersehbaren Liebesgeschichte – diese macht tatsächlich nur einen Teil des Buches aus. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf den unausgeglichenen Kampf zwischen Seelenlosen und Saiwalo und der Aufklärung der Mordreihe. Eine Mordreihe, die ebenso in diesen Kampf verwickelt ist wie Tavis Vergangenheit.

“Phoenix – Tochter der Asche” ist damit ebenso komplex wie die Genres, die Ann-Kathrin Karschnik darin vermischt hat. Eine Geschichte, die viel zu bieten hat: Spannung und Action in Form von Verfolgungsjagden, Versteckspielen und Kämpfen, die Suche nach Puzzlestücken, um auf die Spur des Mörders zu kommen und die wachsenden und sich verändernden Verbindungen zwischen den einzelnen Charakteren.

Mit dem Ende des Buches ist die Mordreihe aufgeklärt, die Geschichte von Tavi und Leon – und vielleicht auch die von Nathan – hat damit jedoch gerade erst begonnen. Ich bin gespannt, wie die Autorin sie in “Phoenix – Erbe des Feuers” fortführen wird.

Die ersten Seiten dieses Bandes findet ihr hier.

Published in: on Mai 26, 2015 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Naris – Die Legende von Mond und Sonne von Lucy Hounsom

naris Lucy Hounsom
Naris – Die Legende von Mond und Sonne
Verlag: Piper Verlag
528 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3492703488
ISBN-13: 978-3492703482
16,99 €

Das Cover des Buches zeigt eine junge Rothaarige, die von einem von dunklen Wolken umgebenden Hügel auf ein von Sonnenlicht erhelltes Tal hinabblickt. Ob es die junge Kyndra ist, die von dort einen Blick auf ihre Zukunft erhascht?

Die Zeremonie, die die jungen Menschen des Dorfes in die Gemeinschaft aufnimmt, ist mehr als bloß eine alte Tradition. Ein Artefakt zeigt den jungen Menschen, was ihnen die Zukunft bringen wird. Als es an Kyndra ist, ihr Schicksal zu erfahren, zerbricht das Artefakt und Kyndras Welt liegt in Scherben. Gehasst von den Menschen, unter denen sie aufgewachsen ist, bleibt ihr nur eines: Die Flucht. Gerettet von zwei merkwürdigen Fremden begibt sie sich auf eine lange Reise um zu erfahren, was ihr das Schicksal bestimmt hat. Und mit dem, was sie zu sehen bekommt, hätte sie nie gerechnet.

Kyndra ist eine interessante Hauptperson. Sie ist nicht unbedingt jemand, den man mit der ersten Begegnung gern hat, dafür jemand, den man wirklich gut verstehen kann. Sie ist weder perfekt, noch die geborene Heldin, sondern einfach die uneheliche Tochter der Dorfwirtin, die mit den Ereignissen völlig überfordert ist – und entsprechend reagiert: Mit Trotz, Wut und regelmäßiger Unvernunft und Naivität. Eine Figur, die damit ziemlich authentisch ist.

Das, was man von den anfänglich Fremden weiß, ist nicht viel. Sie sind magisch begabt und geheimnisvoll. Warum sie Kyndra gerettet haben ist anfangs ebenso unklar wie ihr Ziel. Ein Ziel, das trotz der hohen Entfernung schnellstmöglich erreicht werden muss. Trotz der großen Strecke, die Kyndra dadurch an der Seite ihrer neuen Gefährten Bregenne und Nediah hinter sich bringt, erfährt man allerdings recht wenig über die Welt, die sie durchqueren. Die durchreisten Städte dienen hauptsächlich der Nahrungsbeschaffung und zum Vorantreiben des Plots und selbst die Luftschiffe, die den Luftraum der Welt durchkreuzen werden zwar genutzt, aber nicht wirklich detailliert beschrieben. Ich bin kein Freund langatmiger Beschreibungen, hier hätten mir ein paar Details mehr aber durchaus gefallen.

Der Hauptteil der Geschichte spielt an dem Ort, an den Bregenne und Nedia Kyndra bringen: Naris. Der Ort, an dem Menschen wie sie leben und lernen. Bregenne ist sich sicher, dass Kyndra ebenso wie sie dorthin gehört. Eine Meinung, mit der sie ziemlich allein dasteht und die Kyndra in Lebensgefahr bringt.

Beziehungen und Gefühle spielen in “Naris – Die Legende von Mond und Sonne” eine wichtige Rolle, sie sind die Motive, die die Menschen vorantreiben. Sei es nun Kyndra, ihre beiden Gefährten oder die Menschen, die in Naris ihren Intrigen und Ränken nachgehen. Gefühle, die ich zwischen den einzelnen Seiten nur begrenzt spüren konnte. Als Leser weiß man von ihnen, kann sie aber nicht mit fühlen. Einzig bei Bregenne und Nediah bekommt man im Verlauf des Buches einen leichten Hauch ihrer Gefühle zu spüren – und das vermutlich nur, weil diese den Leser eigentlich umreißen müssten.

Der Plot und die Handlungsstränge sind gut durchdacht. Als Leser bekommt man trotz Perspektivwechsel und Kyndras Visionen nur langsam hinter das Geschehen, das sich Teilchen für Teilchen zusammensetzt und zum Ende hin tatsächlich ganz auflöst. Die Geschichte ist damit noch nicht vorbei, das recht abgeschlossene Ende allerdings eine Wohltat unter den ganzen Cliffhangern und offenen Enden der meisten anderen Bücher.

Trotzdem konnte mich die Geschichte nicht wirklich in ihren Bann ziehen, vermutlich fehlte es mir einfach an Tiefe. Der Plot ist interessant und schlüssig, die Handlungen der meisten Figuren nachvollziehbar. Dennoch sprang bei mir der Funke einfach nicht über, sind weder Welt noch Gefühle durch die Buchseiten zu mir durchgedrungen. Einen weiteren Band würde ich nur wegen Bregenne und Nediah lesen – wenn ich wüsste, dass sie in diesem noch eine wichtige Rolle spielen (ich befürchte allerdings, dass dies nicht der Fall sein wird).

Hier könnt ihr selbst einen Blick ins Buch werfen, vielleicht kann es euch ja mehr überzeugen als mich?

Published in: on Mai 11, 2015 at 8:34 vormittags  Comments (1)  
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[Auslosung] Genug gefeiert

War wohl eher eine kleine Feier zum fünfjährigen Jubiläum, mit einigen wenigen aber netten Gästen und jede Menge Reste am Buchbuffet. Da hat die Auswahl wohl nicht ganz gestimmt – oder war es der Zeitpunkt?

Aber zumindest für zwei der Bücher haben sich ein (oder auch zwei) Feinschmecker gefunden. “Der Triumph der Zwerge” geht an eine triumphierende PMelittaM (die völlig allein um das Buch herumschlich), während sich Sabine K. – dank ihres Extraloses für einen ausführlichen Kommentar – über “Traumjäger und Goldpfote” freuen kann (mit nur einer Mitbewerberin standen die Chancen aber auch einfach nur gut).

Vielen Dank auch an alle anderen Kommentatoren für die netten Glückwünsche. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich nicht alleine feiern musste :-).

Published in: on März 12, 2015 at 9:00 nachmittags  Comments (2)  
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[Gewinnspiel] 5 Jahre Biblio Fantastica – Das muss gefeiert werden!

Ich war doch ein wenig überrascht, als mir WordPress verkündete, dass mein Blog nun seit 5 Jahren besteht. Ein Grund zur Freude – und natürlich zum Feiern.

Bei Jubiläen ist ja eigentlich eine lange Rede üblich, da ich aber keinen Vlog betreibe bleibt es bei einem doch recht überschaubaren Text, bevor es ans Feiern geht.

Tatsächlich ging vor genau 5 Jahren meine erster Artikel online, eine kurze Vorstellung dicht gefolgt von meiner ersten Rezension: “Die Magier von Montparnasse“.

Mittlerweile habe ich 740 Artikel geschrieben und 763 Blogkommentare bekommen – ich hoffe natürlich noch auf viele weitere :-). Auch die Anzahl der Blogleser wächst stetig, mittlerweile sind es 109 Leser bei WordPress und 106 bei Facebook. Mit jenseits der 100 hätte ich jedenfalls beim Starten des Blogs nicht gerechnet – auch wenn es natürlich unzählige Blogs mit mehr Lesern gibt. Aber ich mag meinen kleinen (und feinen) Blog und jeden einzelnen Leser – auch wenn ich diejenigen, die mir hin und wieder auch einen Kommentar hinterlassen, ein ganz kleines bisschen lieber mag. Ich freu mich eben einfach immer wieder riesig über euer Feedback.

Und da eine Feier ohne Gäste langweilig ist – und ich euch leider weder Kaffee und Kuchen, noch Sekt oder Champagner anbieten kann, gibt es etwas, mit dem vermutlich jede Leseratte (und hoffentlich auch Leser des Blogs) etwas anfangen kann: Bücher!

5jahrebibliofantastica

Für jeden Leser habe ich leider kein Buch, daher wird das Los entscheiden, wer sich über ein Buch freuen darf.

Wer mitfeiern und gewinnen möchte brauch mir bloß bis zum 11.03.2015 17:59 ein Kommentar mit seinem Favorit aus der Auswahl zu hinterlassen.

Ich freue mich natürlich aber auch über etwas ausführlichere Kommentare nicht nur zu Buchgewinn und Jubiläum, deswegen werde ich wie gehabt ein paar Extralose für besonders schöne Kommentare mit in den Lostopf werfen.

Zu den Preisen im Einzelnen:

Der König und die Gärtnerin” von Carmen Winter – ein Märchen für Erwachsene (meine Rezension zum Buch findet ihr hier)

Der Triumph der Zwerge” von Markus Heitz – der fünfte (und brandneue) Teil der Zwerge-Reihe (meine Rezension findet ihr hier)

Downloadcode für “Die Zwerge – Das Interaktive A-Book” (in Ermangelung von Smartphone oder Tablet gibt es hier von mir keine Rezension oder Bewertung – ich würde mich aber über ein Feedback des Gewinners oder der Gewinnerin freuen)

Traumjäger und Goldpfote” von Tad Williams – eine signierte Ausgabe, die mir vor einiger Zeit eher zufällig in die Hände gefallen ist und die ich nach reiflicher Überlegung an einen Tad Williams- oder Tierfantasy-Fan abgeben möchte, mir hat das Buch nämlich nicht ganz so gut gefallen (meine Rezension findet ihr hier)

Ich hoffe, das für jeden etwas dabei ist – und erkläre das Buffet (und die Kommentarspalten) hiermit für eröffnet!


Das Kleingedruckte
Die Gewinner wird aus allen Teilnehmern ausgelost. Die Name/ Nicknamen der Gewinner werden nach der Auslosung auf meinem Blog veröffentlicht und die Gewinner außerdem per Email benachrichtigt (bitte denkt also daran, beim Kommentieren eine tatsächlich von euch genutzte Emailadresse zu benutzen). Melden sich einer (oder auch mehrere) der Gewinner nicht innerhalb von 14 Tagen, werden der Gewinn oder auch die Gewinne unter den übrigen Teilnehmern erneut verlost.

Die Adressdaten der Gewinner werden nur für den Versand benötigt und werden nicht an Dritte weitergegeben. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit diesen Bedingungen einverstanden.

Published in: on März 4, 2015 at 6:00 nachmittags  Comments (13)  

Der Triumph der Zwerge von Markus Heitz

triumphderzwerge Markus Heitz
Der Triumph der Zwerge
Verlag: Piper Verlag
656 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3492703518
ISBN-13: 978-3492703512
16,99 €

“Der Triumph der Zwerge” ist der fünfte Band der Zwerge-Reihe von Markus Heitz. Chronologisch schließt er sich an den letzten Teil der Albae-Reihe an.

Die letzten Schlachten scheinen geschlagen, die Herrscher von Elfen, Menschen und Zwergen sind friedlich im Gespräch vereint. Und doch liegt Düsternis über dem Bündnis. Eine Vielzahl von Elben strömt aus allen Richtungen ins Geborgene Land, ein kleines Mädchen gewinnt die Zuneigung der Monarchen und weit mehr Einfluss, als es eigentlich möglich sein sollte. Und wieder einmal sind es die Zwerge, die zwischen all dem stehen. Misstrauisch beäugen sie die Entwicklung bei Elben und Menschen, während sie sich gleichzeitig fragen, ob der gerade aus der Unterwelt entkommende Zwerg wirklich der lang vermisste Tungdil ist – gerade jetzt könnten sie ihn mehr denn je gebrauchen.

Es empfiehlt sich, die vorangegangen Zwerge- und Albae-Bände gelesen zu haben, bevor man mit “Triumph der Zwerge” beginnt. Ansonsten könnte man (wie ich) fälschlicherweise einige Figuren für wichtig erachten, die nur wenige Seiten später schon ihren Göttern überantwortet werden – mich hat das tatsächlich ein wenig geärgert. Ansonsten liefert Markus Heitz dem Leser jedoch alle für die Geschichte benötigten Informationen. In Nebensätzen und Gedanken von Figuren wird der Leser mit allem für die Geschichte Wichtigem (und sogar ein bisschen darüber hinaus) versorgt. Die Bindung zu den einzelnen Figuren ist nicht so groß, wie sie nach dem Lesen von vier oder mehr vorangegangenen Büchern wäre, aber starkt genug, um den Leser schnell in die Geschichte hineinzuziehen und mit Zwergen, Elfen, Menschen und sogar Albae über die nächsten Schritte der Völker und einzelnen Figuren nachzudenken. Der Schwerpunkt des Buches liegt natürlich auf den Zwergen, aber auch in den anderen Völkern findet sich sympathische Figuren – auch wenn man im Nachhinein doch so manche Sympathie überdenken muss.

Tatsächlich schafft es Markus Heitz den Leser immer wieder zu überraschen, oft sind die Überraschungen – wie das ganze Buch an sich – jedoch ziemlich düster. Die Grenze zwischen Freund und Feind, Feind oder Verbündeter ist fließend. So manches Zweckbündnis erweist sich als stabiler als eine sicher wirkende Freundschaft. Und heimliche Ränke und Intrigen stehen durchgängig auf der Tagesordnung, auch wenn man sie hinter dem Schlachtgetümmel und den Kämpfen leicht übersieht.

Grundsätzlich ist die Stimmung im Buch ziemlich düster – und das, obwohl die Völker erst seit kurzem friedlich vereint sind. Eine dunkle Macht zerrt von innen und außen am Bündnis, und das Vertrauen zwischen den Völkern ist noch nicht gefestigt genug, um dieser gemeinsam standzuhalten. Kein Wunder, dass die Zwerge misstrauisch werden, als es heißt, nur sie könnten die Dunkelheit vom Land abwenden. Wenn man sich das Verhalten von Menschen und Elben anschaut, hat man jedoch zumindest als Leser das Gefühl, dass dies durchaus zutreffen könnte: Einzig die Zwerge in ihrem Starrsinn scheinen vor Einflüssen von jeglicher Seite gefeiht zu sein.

Wenn man den Hinweisen des Autoren nachgeht merkt man, dass dieser einige Fäden aus anderen Büchern zusammenführt, vielleicht kann der aufmerksame Leser selbiger sogar schon früher einiges erahnen, was sonst überrascht. Ob die Fäden mit den letzten Seiten gelungen zusammen geführt werden vermag ich (ob meiner Unkenntnis, was die Vorgängerbände angeht) nicht zu sagen. Der Autor lässt mit dem Ende des Buches jedoch definitiv noch genug offen, um die Geschichte fortführen zu können, auch wenn das Ende an sich tatsächlich ein Triumph für die Zwerge und damit ein würdiger Abschluss ist.

Wer Zwerge in ihrer typischen kämpferischen, raubeinigen und zwergisch-humorvollen Art mag, wird seine Freude an dem Buch haben können. Es macht eben einfach Spass ihnen bei Kämpfen, Bier und Witzen zur Seite zu stehen. Ein Spass, der sich mit einem erneuten Wiedersehen allerdings deutlich potenzieren würde. Und damit würde ich das Buch – auch wenn man es durchaus ohne Vorkenntnisse lesen kann – nur denen empfehlen, die zumindest die vorangegangenen Zwerge-Bände gelesen haben. Alle anderen können einfach mit “Die Zwerge” in die Reihe eintauchen und sich bei Gefallen dann mit zeitlicher Verzögerung an diesen Band wagen.

Published in: on Februar 16, 2015 at 9:00 vormittags  Comments (1)  
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