[Gewinnspiel] 5 Jahre Biblio Fantastica – Das muss gefeiert werden!

Ich war doch ein wenig überrascht, als mir WordPress verkündete, dass mein Blog nun seit 5 Jahren besteht. Ein Grund zur Freude – und natürlich zum Feiern.

Bei Jubiläen ist ja eigentlich eine lange Rede üblich, da ich aber keinen Vlog betreibe bleibt es bei einem doch recht überschaubaren Text, bevor es ans Feiern geht.

Tatsächlich ging vor genau 5 Jahren meine erster Artikel online, eine kurze Vorstellung dicht gefolgt von meiner ersten Rezension: “Die Magier von Montparnasse“.

Mittlerweile habe ich 740 Artikel geschrieben und 763 Blogkommentare bekommen – ich hoffe natürlich noch auf viele weitere :-). Auch die Anzahl der Blogleser wächst stetig, mittlerweile sind es 109 Leser bei WordPress und 106 bei Facebook. Mit jenseits der 100 hätte ich jedenfalls beim Starten des Blogs nicht gerechnet – auch wenn es natürlich unzählige Blogs mit mehr Lesern gibt. Aber ich mag meinen kleinen (und feinen) Blog und jeden einzelnen Leser – auch wenn ich diejenigen, die mir hin und wieder auch einen Kommentar hinterlassen, ein ganz kleines bisschen lieber mag. Ich freu mich eben einfach immer wieder riesig über euer Feedback.

Und da eine Feier ohne Gäste langweilig ist – und ich euch leider weder Kaffee und Kuchen, noch Sekt oder Champagner anbieten kann, gibt es etwas, mit dem vermutlich jede Leseratte (und hoffentlich auch Leser des Blogs) etwas anfangen kann: Bücher!

5jahrebibliofantastica

Für jeden Leser habe ich leider kein Buch, daher wird das Los entscheiden, wer sich über ein Buch freuen darf.

Wer mitfeiern und gewinnen möchte brauch mir bloß bis zum 11.03.2015 17:59 ein Kommentar mit seinem Favorit aus der Auswahl zu hinterlassen.

Ich freue mich natürlich aber auch über etwas ausführlichere Kommentare nicht nur zu Buchgewinn und Jubiläum, deswegen werde ich wie gehabt ein paar Extralose für besonders schöne Kommentare mit in den Lostopf werfen.

Zu den Preisen im Einzelnen:

Der König und die Gärtnerin” von Carmen Winter – ein Märchen für Erwachsene (meine Rezension zum Buch findet ihr hier)

Der Triumph der Zwerge” von Markus Heitz – der fünfte (und brandneue) Teil der Zwerge-Reihe (meine Rezension findet ihr hier)

Downloadcode für “Die Zwerge – Das Interaktive A-Book” (in Ermangelung von Smartphone oder Tablet gibt es hier von mir keine Rezension oder Bewertung – ich würde mich aber über ein Feedback des Gewinners oder der Gewinnerin freuen)

Traumjäger und Goldpfote” von Tad Williams – eine signierte Ausgabe, die mir vor einiger Zeit eher zufällig in die Hände gefallen ist und die ich nach reiflicher Überlegung an einen Tad Williams- oder Tierfantasy-Fan abgeben möchte, mir hat das Buch nämlich nicht ganz so gut gefallen (meine Rezension findet ihr hier)

Ich hoffe, das für jeden etwas dabei ist – und erkläre das Buffet (und die Kommentarspalten) hiermit für eröffnet!


Das Kleingedruckte
Die Gewinner wird aus allen Teilnehmern ausgelost. Die Name/ Nicknamen der Gewinner werden nach der Auslosung auf meinem Blog veröffentlicht und die Gewinner außerdem per Email benachrichtigt (bitte denkt also daran, beim Kommentieren eine tatsächlich von euch genutzte Emailadresse zu benutzen). Melden sich einer (oder auch mehrere) der Gewinner nicht innerhalb von 14 Tagen, werden der Gewinn oder auch die Gewinne unter den übrigen Teilnehmern erneut verlost.

Die Adressdaten der Gewinner werden nur für den Versand benötigt und werden nicht an Dritte weitergegeben. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit diesen Bedingungen einverstanden.

Published in: on März 4, 2015 at 6:00 nachmittags  Comments (3)  

Der Triumph der Zwerge von Markus Heitz

triumphderzwerge Markus Heitz
Der Triumph der Zwerge
Verlag: Piper Verlag
656 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3492703518
ISBN-13: 978-3492703512
16,99 €

“Der Triumph der Zwerge” ist der fünfte Band der Zwerge-Reihe von Markus Heitz. Chronologisch schließt er sich an den letzten Teil der Albae-Reihe an.

Die letzten Schlachten scheinen geschlagen, die Herrscher von Elfen, Menschen und Zwergen sind friedlich im Gespräch vereint. Und doch liegt Düsternis über dem Bündnis. Eine Vielzahl von Elben strömt aus allen Richtungen ins Geborgene Land, ein kleines Mädchen gewinnt die Zuneigung der Monarchen und weit mehr Einfluss, als es eigentlich möglich sein sollte. Und wieder einmal sind es die Zwerge, die zwischen all dem stehen. Misstrauisch beäugen sie die Entwicklung bei Elben und Menschen, während sie sich gleichzeitig fragen, ob der gerade aus der Unterwelt entkommende Zwerg wirklich der lang vermisste Tungdil ist – gerade jetzt könnten sie ihn mehr denn je gebrauchen.

Es empfiehlt sich, die vorangegangen Zwerge- und Albae-Bände gelesen zu haben, bevor man mit “Triumph der Zwerge” beginnt. Ansonsten könnte man (wie ich) fälschlicherweise einige Figuren für wichtig erachten, die nur wenige Seiten später schon ihren Göttern überantwortet werden – mich hat das tatsächlich ein wenig geärgert. Ansonsten liefert Markus Heitz dem Leser jedoch alle für die Geschichte benötigten Informationen. In Nebensätzen und Gedanken von Figuren wird der Leser mit allem für die Geschichte Wichtigem (und sogar ein bisschen darüber hinaus) versorgt. Die Bindung zu den einzelnen Figuren ist nicht so groß, wie sie nach dem Lesen von vier oder mehr vorangegangenen Büchern wäre, aber starkt genug, um den Leser schnell in die Geschichte hineinzuziehen und mit Zwergen, Elfen, Menschen und sogar Albae über die nächsten Schritte der Völker und einzelnen Figuren nachzudenken. Der Schwerpunkt des Buches liegt natürlich auf den Zwergen, aber auch in den anderen Völkern findet sich sympathische Figuren – auch wenn man im Nachhinein doch so manche Sympathie überdenken muss.

Tatsächlich schafft es Markus Heitz den Leser immer wieder zu überraschen, oft sind die Überraschungen – wie das ganze Buch an sich – jedoch ziemlich düster. Die Grenze zwischen Freund und Feind, Feind oder Verbündeter ist fließend. So manches Zweckbündnis erweist sich als stabiler als eine sicher wirkende Freundschaft. Und heimliche Ränke und Intrigen stehen durchgängig auf der Tagesordnung, auch wenn man sie hinter dem Schlachtgetümmel und den Kämpfen leicht übersieht.

Grundsätzlich ist die Stimmung im Buch ziemlich düster – und das, obwohl die Völker erst seit kurzem friedlich vereint sind. Eine dunkle Macht zerrt von innen und außen am Bündnis, und das Vertrauen zwischen den Völkern ist noch nicht gefestigt genug, um dieser gemeinsam standzuhalten. Kein Wunder, dass die Zwerge misstrauisch werden, als es heißt, nur sie könnten die Dunkelheit vom Land abwenden. Wenn man sich das Verhalten von Menschen und Elben anschaut, hat man jedoch zumindest als Leser das Gefühl, dass dies durchaus zutreffen könnte: Einzig die Zwerge in ihrem Starrsinn scheinen vor Einflüssen von jeglicher Seite gefeiht zu sein.

Wenn man den Hinweisen des Autoren nachgeht merkt man, dass dieser einige Fäden aus anderen Büchern zusammenführt, vielleicht kann der aufmerksame Leser selbiger sogar schon früher einiges erahnen, was sonst überrascht. Ob die Fäden mit den letzten Seiten gelungen zusammen geführt werden vermag ich (ob meiner Unkenntnis, was die Vorgängerbände angeht) nicht zu sagen. Der Autor lässt mit dem Ende des Buches jedoch definitiv noch genug offen, um die Geschichte fortführen zu können, auch wenn das Ende an sich tatsächlich ein Triumph für die Zwerge und damit ein würdiger Abschluss ist.

Wer Zwerge in ihrer typischen kämpferischen, raubeinigen und zwergisch-humorvollen Art mag, wird seine Freude an dem Buch haben können. Es macht eben einfach Spass ihnen bei Kämpfen, Bier und Witzen zur Seite zu stehen. Ein Spass, der sich mit einem erneuten Wiedersehen allerdings deutlich potenzieren würde. Und damit würde ich das Buch – auch wenn man es durchaus ohne Vorkenntnisse lesen kann – nur denen empfehlen, die zumindest die vorangegangenen Zwerge-Bände gelesen haben. Alle anderen können einfach mit “Die Zwerge” in die Reihe eintauchen und sich bei Gefallen dann mit zeitlicher Verzögerung an diesen Band wagen.

Published in: on Februar 16, 2015 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Das Herz im Glas von Katharina V. Haderer

dasherzimglas Katharina V. Haderer
Das Herz im Glas
540 Seiten
Ebook
ASIN: B00L4IB6SW
5,99 €

Das Cover des Buches zeigt genau das, was der Titel verspricht: Ein Herz in einem Glas – einem Einmachglas, um genau zu sein. Eingelegt in eine zum Glück nicht näher definierte Flüssigkeit nimmt das Herz leuchtend das Zentrum des Covers ein. Was die Meise auf dem Glas zu suchen hat, kann ich nicht sagen – ich wüsste auch nicht, dass sich im Verlauf des Buches ein Vogel darauf niedergelassen hätte. Es ist ein ziemlich interessantes Cover, das mich allerdings nicht zum Griff zum Buch verleiten würde. Die Leseprobe hingegen hat mich völlig in den Bann geschlagen und dann doch das ganze Buch verschlingen lassen.

Ein menschliches Herz, dem Eigentümer aus der Brust geschnitten, um die darin wohnende Magie nutzen zu können, entschwindet den Tätern, um dann in die Hände einer Prinzessin ohne Königreich zu gelangen. Sie erkennt den menschlichen Ursprung und beschließt, die Täter zu finden und aufzuhalten. An der Seite ihrer Brüder macht sie sich auf zur Stadt der Sünde, Terra Talioni. Dem Ort, an dem sie am ehesten etwas über die Herkunft des Herzens erfahren kann. Ein Ort voller Geheimnisse, Intrigen und Gefahren. Ein Ort, der sie mit jedem Schritt hinein tiefer in die Dunkelheit reißt.

“Das Herz im Glas” ist keine Geschichte für zartbesaitete Leser, solche hätten sich aber vermutlich auch schon vom Cover abschrecken lassen. Spätestens der Prolog lässt einen dann die ganze Härte spüren – die Entnahme des titelgebenden Herzens wird sehr detailliert beschrieben.

Was nach der Entnahme geschieht, ist von den Tätern nicht geplant und das Herz gerät eher zufällig in die Hände von Prinzessin Aenne. Eine Tatsache, die der “rechtmäßige” Besitzer schnellstens ungeschehen machen möchte. Dass Aenne eben jenen finden möchte, bringt sie daher in höchste Gefahr. Ein gedungener Mörder, geflüsterte Warnungen und Tod führen den Leser an Aennes Seite bis ins Zentrum der Stadt, bis in den Tempel der Göttin Epena.

Die wenigsten Menschen, die man im Verlauf des Buches kennen lernt, sind das, was sie zu sein scheinen. Nicht einmal Profession und Status sind auf den ersten Blick zu erkennen – und weiß man dieses, hat man doch nicht die geringste Ahnung, was sich hinter der offensichtlichen Person verbirgt. Einzig bei den Hauptfiguren weiß man, woran man ist – und selbst diese haben ihre kleinen Geheimnisse und Probleme.

Und so kommt es, dass sich Aenne immer mehr im Ränkespiel des obersten Priesters der Epenai verstrickt, während ihr Bruder Caedes begleitet von den geflüsterten Warnungen einer Sklavin bis in die tiefsten Abgründe der Stadt vordringt. Abgründe, die weit gefährlicheres zu bieten haben als die Drachen, denen er sonst im Kampf begegnet. Und doch ist das Leben auf der Tanzfläche der Cousine des örtlichen Herrschers für ihn weitaus gefährlicher als die Abwasserkanäle der Stadt.

An der Seite der beiden kommt der Leser dem Ziel nur langsam näher, während die Gefahren stetig zunehmen, sich der Kreis ihrer Freunde lichtet und der eigene Tod immer näher rückt. Eine Tatsache, die nicht nur den Hauptfiguren das Herz bis zum Hals schlagen lässt.

Mit dem Ende kommt auch die Auflösung des Geschehens – eine Auflösung, mit der ich nicht im geringsten gerechnet hätte. Wie schon im ganzen restlichen Buch ist nichts wie es scheint. Und auch, wenn mit der letzten Seite einiges geklärt ist, gibt es für niemanden ein wirklich glückliches Ende. Denn in “Das Herz im Glas” bedeutet das Richtige tun, nicht automatisch ein vom Glück gesegnetes Heldenleben – auch wenn bösen Taten nicht ungestraft bleiben.

Tatsächlich wimmelt es im Buch nur so von Grautönen, warum sollte das Ende also rosarot sein? Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, die den Leser auf falsche Fährten lockt, die Helden in tödliche Gefahren schickt und nicht unversehrt – manchmal sogar gar nicht – zurück kehren lässt. Ein Buch, das auch vor der dunklen Seite keinen Halt macht (nicht einmal bei den Hauptfiguren) und damit dem Leser nicht nur durchgängige Spannung verschafft, sondern ihn auch immer wieder zu überraschen vermag. Mir hat es Spass gemacht, Aennes Quest beizuwohnen – und einem weiteren Ausflug in ihre Welt wäre ich ganz sicher nicht abgeneigt.

Published in: on Februar 12, 2015 at 12:30 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Lesungsbericht] Triumphierende Zwerge und ein sympathischer Autor

Auf zum zweiten Teil meines Berichtes über den Besuch von Piper Fantasy in München. Auch wenn der Verlagsbesuch als solches schon alle meine Erwartungen erfüllt hatte, war der Tag mit dem Blick hinter die Kulissen noch längst nicht vorbei.

Gegen Nachmittag stand eine exklusive Vorablesung zu “Triumph der Zwerge” mit Markus Heitz auf dem Programm.

triumphderzwerge_heitz

Anschließend beantwortete er Fragen, nicht nur zu dem aktuellen Zwergeband – auch wenn der Fokus der Fragen eindeutig zwergelastig war:

Ob es nun um die Auflösung des Witzes ging, bei dem der Ork den Zwerg nach dem Weg fragt (die er leider nicht mit uns teilte) oder um weitere Infos zur Zwergeverfilmung. Diese ist weiterhin geplant, da aber einer der Mitproduzenten auch bei “Game of Thrones” mitwirkt, müssen sich die Zwerge-Fans wohl noch etwas gedulden. Dafür kann man sich auf einen erneuten Auftritt von “Die Zwerge live” freuen, ab Ende des Jahres geht diese auf Tour durch Deutschland. Und auch die Idee für ein sechsten Band der Reihe gibt es schon, auch wenn andere Projekte erst einmal Vorrang haben. Zwergefans können sich derweil mit dem im März erscheinenden Kartenspiel oder dem im Oktober erscheinenden zweiten Comic über Wasser halten – oder den “Triumph der Zwerge” lesen (das Buch erscheint am 16.02.15 – Markus Heitz zufolge das ideale Valentinstagsgeschenk für den Partner).

Und damit ihr bis zum 16.02.15 nicht völlig ahnungslos bleiben müsst, findet ihr auf Philips Welt ein ziemlich amüsantes Interview mit Ingrimmsch und Carmondai*, anschließend könnt ihr hier mit einer exklusive Leseprobe zum Buch direkt in den aktuellen Band einsteigen.

Ich bereite derweil meine Rezension zum Buch vor – und überlege, ob ich nicht doch zuvor die weiteren Zwerge-Bände sowie die Albae-Reihe hätte lesen sollen.


* Wer die beiden nicht kennt, sollte erst einmal in “Die Zwerge” von Markus Heitz hineinschnuppern.

Published in: on Februar 4, 2015 at 8:00 vormittags  Comments (1)  
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Ein Tag im Piper Verlag oder Wie ein Buch entsteht

Mein Wochenende war fantastisch. Beim Piper Fantasy Treffen in München hatte ich – zusammen mit einigen anderen ausgewählten Personen – die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulisse des Verlags zu werfen. Eine Kulisse, die schon auf dem ersten Blick ziemlich eindrucksvoll wirkt, hat der Piper Verlag doch seinen Sitz in einer 1880 von Architekten August Thiersch erbauten Villa.

piperverlag_georgenstraße

In dem ehemaligen Büro des Verlagsgründers Reinhard Piper hatten wir dann die Gelegenheit, die Mitarbeiter rund um die Fantastik persönlich kennen zu lernen und löchern zu dürfen. Und so weiß ich jetzt ziemlich genau, wie aus einem Manuskript ein Buch wird – auch wenn natürlich nicht jedes Schreibwerk diesen Schritt schafft.

Drei Lektoren sind tagtäglich auf der Suche nach neuen Lesestoff für Piper Fantasy und IVI; eine Suche, bei der sie nicht nur auf die Angebote von verschiedenen Agenturen oder Autoren zurückgreifen, sondern auch die Weiten des Netzes durchforsten. Indieautoren sind dabei ebenso interessant wie die zahlreichen Bewertungen von fremdsprachiger Literatur, unter anderem auch auf Goodreads. Auch Aktionen wie der von wattpad und dem Piper Verlag gestartete #erzählesuns können neue Autoren in den Verlag spülen. Tatsächlich lesen die Lektoren sogar die unangefordert eingesandten Manuskripte – bisher hat es allerdings nur eines davon in das Programm des Verlags geschafft.

Ein Großteil der Manuskripte lesen die Lektoren in ihrer Freizeit, die Liebe zum Buch und zur Fantastik sollte für den Job also durchaus vorhanden sein. Dafür wird man aber auch mit einem wirklich fantastischen Büro belohnt. Welche Leseratte würde nicht davon träumen?

piperverlag_lektorat

Gefällt ein Manuskript einem der Lektoren, lesen es alle und entscheiden anschließend gemeinsam, ob das Buch veröffentlicht werden kann. Man steigt in die Verhandlungen ein und mit etwas Glück (oder viel Geld ;-)) hat der Verlag dann die Rechte am Buch.

Weiter geht es mit Autoren- und Buchbetreuung von A-Z. Eine Aufgabe, die mit deutschen Autoren natürlich deutlich einfacher ist als mit fremdsprachigen. Man spart sich nicht nur die Übersetzung, sondern hat auch deutlich leichteren Zugriff auf den Autor. Das Manuskript wird lektoriert und korrigiert, anschließend muss ein Cover für das Buch gefunden werden. Dafür gibt es im Piper Verlag tatsächlich ein zweiseitiges Formular, das mit ein paar Bildvorschlägen ausgefüllt an eine Grafikagentur geht. Und nicht immer kommt das zurück, was sich der Lektor wünscht.

Ist das Buch erst einmal im Satz, kommen Presse und Marketing zum Einsatz. Das Buchprogramm muss erstellt und präsentiert werden; Online- und Printkampagnen ins Leben gerufen werden; Redaktionen, Blogger und Buchhandel informiert werden. Dadurch, dass der fantastische Bereich im Feuilleton eher ein Schattendasein fristet, spielen wir Blogger und Leser hier tatsächlich eine recht große Rolle. Messen, Lesereisen und der Autor selbst machen das Buch noch bekannter, ebenso wie Merchandiseprodukte und Events wie dieses hier (das mit dem Blick hinter die Kulissen noch lange nicht vorbei war – mehr dazu folgt in Kürze).

Letztendlich sorgt aber der Leser dafür, dass ein Buch wirklich erfolgreich wird – durchs Kaufen, Lesen und Weiterempfehlen. Und damit sind wir doch alle zumindest einer kleiner Teil des großen Buchsystems.

Published in: on Februar 2, 2015 at 12:30 nachmittags  Comments (2)  
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[Überraschungspost] Ein exklusiver Blick auf Neumondschatten

Heute hat mich ein kleiner, von außen recht unscheinbarer Brief im Briefkasten überrascht – wer mir wohl geschrieben hat?

Der Briefumschlag war schnell geöffnet und das Rätsel damit gelöst. Stefanie Hasse hat mir (und wohl auch einigen wenigen anderen) eine Postkarte und damit einen exklusiven Blick auf das Cover ihres neuen Romans, “Neumondschatten”, werfen lassen. Einen Blick, den ich euch nicht vorenthalten will:

neumondschatten

Mit einem Klick auf das Bild solltert ihr sogar etwas mehr über den Inhalt erfahren können. Wann es wohl die erste Leseprobe gibt?

Published in: on Januar 28, 2015 at 8:15 nachmittags  Comments (1)  
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Die Bestimmung – Fours Geschichte von Veronica Roth

Die Bestimmung Fours Geschichte von Veronica Roth Veronica Roth
Die Bestimmung – Fours Geschichte
Verlag: cbt
320 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3570163636
ISBN-13: 978-3570163634
14,99 €

In “Fours Geschichte” nimmt Veronica Roth den Leser noch einmal mit in die Welt aus “Die Bestimmung”. Sie bietet den Lesern damit die Möglichkeit, den männlichen Protagonisten Four besser kennen zu lernen und einige der bekannten Szenen aus seinen Augen noch einmal zu erleben.

Wer “Die Bestimmung” gelesen (oder den Film zum Buch gesehen) hat, wird schon beim Cover des Buches an Four denken. Das Riesenrad ist ein gutes Symbol für ihn und spielt in dem Buch, in dem man ihn kennen lernt, durchaus seine Rolle. Warum das Riesenrad brennt und über der Stadt schwebt, kann ich wirklich nicht sagen, vermutlich fand der Gestalter einfach, dass es gut aussieht – meiner Meinung nach hat er damit eindeutig Recht.

Das Buch beginnt mit vier längeren Kurzgeschichten von jeweils gut siebzig Seiten. “Der Fraktionswechsler”, “Der Initiant”, “Der Sohn” und “Der Verräter” sind chronologisch angeordnet, beginnend mit Fours Initation und seinen Gründen, sich für die Ferox zu entscheiden. Für mich waren die ersten drei Geschichten die Highlights des Buches, aber auch die letzte der vier hat durchaus noch etwas Charme.

Ich mochte Four schon in “Die Bestimmung” sehr gerne und habe es daher sehr genossen mehr über ihn zu erfahren, an seiner Seite nochmal in die Geschichte aus “Die Bestimmung” eintauchen zu können und dabei das ein oder andere bisher unbekannte Detail zu erfahren. Es ist eben einfach etwas anderes, von Gerüchten um Fours Vater zu wissen, als zu lesen, wie er Four nun wirklich behandelt hat. Und auch Erics und Fours gegenseitige Abneigung lässt sich nach der Lektüre um einiges besser verstehen – auch wenn sie zumindest an meinen Gefühlen nichts geändert hat.

Im Anschluss an diese vier Kurzgeschichten hat das Buch noch ein paar wirklich kurze Geschichten zu bieten. Sie umfassen jeweils nur ein paar Seiten und waren für mich damit eher kurze Spotlights als eigenständige Geschichten. Dadurch, dass sie sich chronologisch nicht mehr an die vorherigen Geschichten anschließen, können sie den Leser allerdings etwas durcheinanderbringen – selbst, wenn man den eigentlichen Verlauf bereits aus “Die Bestimmung” kennt. Thematisch handeln jede einzelne von Tris und Four. “Erste Springerin – Tris!” erzählt von ihrer ersten Begegnung, “Vorsicht, Tris” beschreibt wie Four sie warnt, sich zu viel einzumischen und zu offen zu reden und in “Du siehst gut aus, Tris” spürt man, wie sich Four langsam beginnt, in Tris zu verlieben. Eigentlich sind die Geschichten viel zu kurz und verraten wenig Neues, aber ich habe sie trotzdem genossen. Sie sind eben einfach eine schöne Möglichkeit, noch mal zurück zu gehen. Und sie machen definitiv Lust, sich nochmal an die Reihe (oder zumindest den ersten Band) zu machen.

Man kann sich vermutlich streiten, ob der Kurzgeschichtenband wirklich nötig ist. Wirklich interessant ist er sicherlich nur für Fans – und zumindest den ersten Teil der Reihe sollte man gelesen haben, um seine Freude daran zu haben. Mir persönlich hat das Buch gut gefallen, schon allein wegen der ersten drei Geschichten kann ich es den Fans der Reihe guten Gewissens weiterempfehlen. Die weiteren Geschichten im Buch sind dann eine nette Zugabe, die das Gesamtpaket gut abrunden.

Hier könnt ihr selbst einen ersten Blick ins Buch werfen.

Published in: on Januar 14, 2015 at 12:30 nachmittags  Comments (2)  
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Besser spät als nie … Jahresrückblick & wie es weiter geht

Der letzte Artikel ist schon eine Weile her, letztes Jahr war das – zum Glück ist das nicht so lange her, wie es klingt, auch wenn natürlich schon ein paar Tage (und ein Jahreswechsel) ins Land gegangen sind.

Die Statistiken sind – vermutlich aufgrund der geringen Anzahl an Artikeln seit Oktober – etwas nach unten gerutscht, aber da noch immer Leute vorbeischauen und ich sogar Leserzuwachs auf Facebook und WordPress (mittlerweile bin ich bei über 100 Lesern auf beiden Platformen :-) ) verzeichnen kann bin ich mit ihr doch recht glücklich. Und ich freu mich noch immer über jeden neuen Leser.

Aber genug der Statistiken vom Vorjahr, davon gab es in den letzten Tagen auf den verschiedensten Blogs vermutlich genug. Schauen wir doch lieber auf das neue Jahr:

Für 2015 habe ich mir für den Blog eigentlich nur eines vorgenommen: Weiterschreiben und nicht aufzuhören.

Einige der Blogs, die ich gerne gelesen habe sind im letzten Jahr im Nirwana verschwunden, das will ich meinem Blog und meinen Lesern eigentlich nicht antun. Und da ich auch sehr gerne einigen Blogs folge, die nicht täglich oder wöchentlich schreiben, und mich über jeden einzelnen Artikel der Blogger freue, plane ich ebenso wie sie dabei zu bleiben. Vor einer Mailflut als Abonnent braucht sich aber vermutlich keiner zu fürchten ;-).

Demnächst gibt es sicherlich ein oder zwei Rezensionen und für Anfang Februar ist ein Buchevent eingeplant, spätestens da sollte es also wieder was zu Lesen geben.

Published in: on Januar 9, 2015 at 6:00 nachmittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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Karon – Kein Kampf ist gerecht von Leonore Pothast

Karon Leonore Pothast
Karon – Kein Kampf ist gerecht
1000 Seiten
E-Book
ASIN: B00LENE3SM
5,99 €

Es ist ein interessantes Cover, das das Buch ziert. Und welche Art von Roman es sich handelt, kann man daran nicht erkennen, nur vermuten, dass die Person auf dem Cover wichtig für die Geschichte ist. Die drei kleinen Zeichnungen im Hintergrund geben einen kleinen Einblick in den Plot und lassen Kämpfe und Zerstörung vermuten. Mich hat das Cover damit neugierig genug gemacht, um das Buch aufzuschlagen und hinein zu lesen.

Stell dir eine Welt vor, in der einzig die Farbe deiner Haare dein Schicksal bestimmt. Die Schwarzhaarigen stehen an der Spitze der Gesellschaft, mit braunen Haaren gehört man der Mittelklasse an, als Rothaariger bleibt man bis zum Ergrauen der Haare ein Sklave. Karon ist rothaarig und weder eigene Entscheidungen noch Freundlichkeit gewöhnt – bis ihn der berühmte Schwertkämpfer Siamanra auf Geheiß eines Schwarzhaarigen in der Kampfkunst ausbildet, um ihn bis zur Akademie von Kytheira zu bringen. Eine Aufgabe, die Siamanra an den Rand der Verzweiflung treibt, bis er schließlich feststellt, was wirklich in Karon steckt.

Vom Plot her ist die Geschichte nicht wirklich ungewöhnlich, abgesehen davon, dass einige Autoren und Verlage die Geschichte vermutlich in mehrere Bände aufgeteilt hätten – ich bin allerdings froh, dass die Autorin das nicht getan hat. So kann man auf den rund tausend Seiten fast an Karons komplettem Leben teilhaben, mit ihm zusammen erkennen, was in ihm steckt, Geheimnisse enthüllen, die die Grundfeste der Gesellschaft erschüttern könnten und später an der Seite bisher als verschollen geglaubter Menschen eben jene Erschütterungen auffangen. Tatsächlich lernt man an Karons Seite nicht nur ihn selbst, sondern eine ganze Welt und ihre Bewohner kennen. Und damit liest sich das Buch trotz seines fantastischen Inhaltes fast wie eine spannende Reiseerzählung. An Karons Seite, der bisher nicht viel von der Welt gesehen hat, erkundet man Orte, die Rothaarige normalerweise nie zu sehen bekommen und ferne Winkel, die auch der Großteil der Adeligen nie bereist.

Warum gerade Karon zum Schwertkämpfer ausgebildet werden soll bleibt dem Leser, ebenso wie Karon und seinem Lehrer, lange verborgen. Die Ausbildung und Umstellung ist jedoch schwer genug, sodass man sich selbst als Leser im ersten Teil des Buches darüber nur wenig Gedanken macht. Schlussendlich gibt es schon hier genug Prüfungen und Entscheidungen, die Karon zu meistern hat.

Leonore Pothast versteht es jedoch, das Buch mit weiteren Herausforderungen und Entdeckungen zu füllen. Der Großteil der Spannung und Leselust entsteht allerdings nicht durch den Plot oder durch die Kämpfe, die Karon bestehen muss, sondern durch die Figuren selbst. Die Geschichte der Charaktere und die Entwicklungen, die sie im Laufe der Erzählung durchmachen sind es, die den Leser ans Buch fesseln und die Geschichte lebendig werden lassen. Der Schwerpunkt liegt hier natürlich auf Karon, die Autorin lässt aber auch andere Figuren ganze Kapitel aus ihrer Sicht erzählen und tatsächlich macht jede einzelne noch so kleine Randfigur eine Entwicklung durch. Ich habe selten so einen starken Fokus auf Charaktereigenschaften, Motivationen und Gedanken gelesen. Das macht es einfach, sich mit den Akteuren zu identifizieren – oder sie weit von sich zu weisen. In jedem Fall hat man das Gefühl sie gut zu kennen, als Leser kann man damit sowohl ihre Gedanken als auch ihre Entwicklung nachvollziehen – auch wenn manche der Motive lange im Dunklen bleiben. Mir hat diese Art der Charakterbeschreibung es aber auch erschwert, ein wirkliches Bild der Figuren vor Augen zu haben. Vermutlich ist das der Grund, warum Leonore Pothast jedem Kapitel eine Zeichnung ihrer Hauptfiguren vorangestellt hat.

Mich haben (vermutlich dem Stil der Autorin geschuldet) vor allem die Figuren begeistern können, auch wenn Hintergrund und Plot ebenfalls stimmig und gut durchdacht sind. Man muss allerdings schon ein Faible für ausgeprägte Charaktere und persönlichkeitsorientierte Geschichten haben, um “Karon – Kein Kampf ist gerecht” zu mögen. Es ist tiefgründiger als so manche Geschichte und darauf sollte man sich auch einstellen.

Wer sich unsicher ist, kann einfach einen Blick in die (doch recht umfangreiche) Leseprobe werfen, danach wisst ihr, was euch erwartet – ich hatte nach dem Genuss selbiger jedenfalls große Lust, auch den Rest des Buches zu lesen.

Published in: on Dezember 14, 2014 at 9:00 vormittags  Hinterlasse einen Kommentar  
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[Blogtour Hochverrat] Interview mit Sebastien de Castell

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Wie ihr vermutlich schon nach der Rezension festgestellt habt, haben mich Sebastien de Castells Romane wirklich umgehauen. Und da es bis zum Erscheinungstermin des nächsten Bandes noch eine Weile dauert, habe ich nach anderen Möglichkeiten gesucht, in die Welt der Greatcoats einzutauchen – im Netz gibt es zum Glück noch einige Möglichkeiten.

Nach fleißiger Recherche habe ich schlussendlich beschlossen, den Autor selbst zu löchern. Vielleicht verrät er ja noch ein bisschen über sich oder die Hintergründe zum Buch?

@Sebastien de Castell: Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, ein bisschen mit mir über die Greatcoats zu plaudern
Es ist mir ein Vergnügen – ich freue mich, hier zu sein!

@Sebastien de Castell: Wenn man sich deine offizielle Beschreibung durchliest erfährt man, dass du Archäologie studiert hast, aktuell als Musiker, Projektmanager, Kampf-Choreograph und Schauspieler arbeitest. Du bist mit einer Bibliothekarin verheiratet und lebst mit ihr und zwei Katzen in Vancouver. Magst du vielleicht noch ein bisschen mehr über dich verraten?
Trotz all meiner Jobs bin ich im Herzen ein Wanderer auf der Suche nach der Quelle der Wunder. Als ich jünger war, las mir meine Schwester C. S. Lewis “Der König von Narnia” vor. Wie viele Kinder, habe ich den Rest meiner Kindheit damit verbracht, den Weg nach Narnia zu finden. Eher ungewöhnlich ist die Tatsache, dass ich den Großteil meines Erwachsenenlebens ebenfalls damit verbracht habe. Damit meine ich nicht die Suche nach einem magischen Welt außerhalb der unseren, sondern die Suche nach dem Gefühl der Verzauberung, dass mir diese älteren Fantasyromane gegeben haben. Die verschiedenen Orte, die ich besucht habe und die verschiedenen Berufe, die ich ausgeübt habe, haben mir die Möglichkeit gegeben Dinge zu finden, die mich inspirieren. Ein Autor zu sein gibt mir die Möglichkeit, diese mit anderen zu teilen.

@Sebastien de Castell: Nähern wir uns deinem Buch mal von außen. Wie gefällt dir das Cover? Ich persönlich finde es ja ein bisschen blutig.
Ich liebe das Cover! Es gibt soviele Fantasycover die einander gleichen wie ein Ei dem anderen. Das Cover von “Blutrecht” – das in Deutschland entstand und später auch die Britische Version des Covers zierte – sticht hier deutlich hervor. Und obwohl die Charaktere in Blutrecht in ihren Konversationen sehr humorvoll sein können ist ihre Welt doch eine ziemlich Düstere.

@Sebastien de Castell: Auf Graeme’s SFF hast du einen Gastbeitrag zu Thema “Kampfszenen schreiben” verfasst. Ein Artikel, der zumindest ein bisschen verrät, wo du deine Inspirationen her bekommen hast. Anscheinend spielten unter anderem “Die Brautprinzessin” und “Die Duellisten” eine Rolle. Haben dich die Filme zum Buch inspiriert? Gab es vielleicht andere Filme oder Bücher, die dich auf dem Weg zu “Blutrecht” begleitet haben?
Wie die meisten Autoren lasse ich mich von vielen verschiedenen Quellen inspirieren. Ich liebe die Verspieltheit in den Kampfszenen der Brautprinzessin, aber die dunkle Seite von “Blutrecht” verdanke ich eher der Sensibilität von Filmen wie “Die Duellisten” von Ridley Scott. Außerdem wurde ich stark durch den Stil der Dialoge von Aaron Sorkins Serie “The West Wing – Im Zentrum der Macht” (ein amerikanisches Polit-Drama ohne jegliche Fantasyelemente aber mit brillanten Dialogen zwischen den Charakteren) beeinflusst.
Manchmal ist auch Musik eines der Schlüsselelemente für die Kreation einer Szene. Tatsächlich hat jeder der Greatcoats einen eigenen Song, der seinen Kampfstil beschreibt. Beim Schreiben der Kampfszenen habe ich die Lieder immer wieder abgespielt um die Schritte und den Rhythmus der Kämpfer zu finden.
Außerdem gibt es natürlich viele verschiedene Autoren, die mich stark beeinflusst haben, unter anderem Steven Brust, dem Autor von “Jhereg” und Roger Zelazny, der neben vielen anderen klassischen Romanen auch die Reihe um die “Die Prinzen von Amber” schrieb.

@Sebastien de Castell: Das klingt tatsächlich ziemlich interessant. Welche Lieder repräsentieren denn die verschiedenen Charaktere? Mich würde speziell Falcios Lied interessieren. Wechseln oder verändern sich die Lieder im Laufe der Geschichte?
Kests Kampfstil wird durch das elektronische Musikstück “Mirando” von Ratat repräsentiert. Es passt zu seinem unvorhersehbaren und kraftvollen Rhytmus seiner Schwertführung. Zu Brastis Kampfstil passt das Lied “Cobra Style” von den Teddybears (featuring Mad Cobra) – ein unbarmherziges Lied aus dem Pop/Rap-Szene, dass deutlich schneller ist als die meisten Stücke dieses Genres. In dem langsameren Teilen des Stücks kann man sich Brastis Schüsse vom Zug bis zum Schuss fast bildlich vorstellen.
Falcios Lied im ersten Band der Reihe ist “You Know My Name” von Chris Cornell. Es ist das Lied, das in dem Intro des James Bond Films “Casino royale” gespielt wird. Die Häufung der Schläge vor dem Einsetzen des Chors passt genau zu Falcios Vorbereitung für die eine perfekte Attacke. Außerdem harmonisiert der Text außerordentlich gut mit Falcios dunkler Seite.
Es gibt noch eine ganze Menge andere Lieder, die ich mir angehört habe, während ich die Schlüsselszenen der Geschichte geschrieben habe. Irgendwo in den weiten des Internets gibt noch einen Artikel über die Musik von “Blutverrat”, in dem ich tatsächlich auf alle eingehe.

@Sebastien de Castell: In einem deiner früheren Interviews habe ich gelesen, dass dich die historischen Wanderrichter zu den Greatcoats inspiriert haben. Was ist mit den Dashini? Gibt es auch hier historische Vorbilder? Werden auch sie durch ein (oder auch mehrere) Lieder repräsentiert?
Die Dashini gehen auf die Nizari Ismailis zurück, die manchmal auch als “Hashishiyya” (das bedeutet “ohne Erklärung”) bezeichnet werden. Sie sind eine der ersten organisierten Gruppen, die große politische Veränderungen durch den Tod einzelner Machtfiguren hervorgerufen haben.
Ich habe die Dashini in die Geschichte eingebracht um den Greatcoats etwas zu geben, vor dem selbst sie sich fürchten. Die Greatcoats wurden als Gegenpol zu den Rittern aufgebaut, die Dashini sind etwas ganz anderes und weit älteres – eine Macht, von der die Greatcoats nicht mal hoffen können, sie zu Fall zu bringen. Als Falcio zwei von ihnen tötet ist es das erste Mal, dass ein Greatcoat eine solche Attacke überlebt hat, und im zweiten Teil von “Hochverrat” werdet ihr sehen, dass er dafür noch bezahlen muss.
Kennt ihr das Lied “Baghdad” von Jesse Cook? Das habe ich im Hintergrund gehört, als ich die Kampszene zwischen Falcio und den Dashini schrieb.

@Sebastien de Castell: Durch deine Arbeit als Choreograf hast du vermutlich den größten Teil des Buches bildlich vor dir. Könntest du dir eine Verfilmung des Buches vorstellen? Hast du vielleicht selber schon ein paar Szenen im Buch – die Kampfszenen zum Beispiel – nachgespielt?
Es gibt gravierende Unterschiede zwischen dem Schreiben einer Kampfszene für einen Roman und dem Erstellen eine Choreografie für Theater oder Film. Am einfachsten ist es so zu erklären: Für Film oder Theater muss man jede einzelne Bewegung und Aktion genau beschreiben und sie so ausführen, dass der Zuschauer sie sehen kann. In einem Roman würde eine solche Beschreibung die Geschichte unnötig in die Länge ziehen und den Leser damit langweilen. Stattdessen muss man versuchen den Leser gerade soviele Details zu geben, dass er sich die Bewegungen und Aktionen anhand der Motive und Gedanken der Figuren selber vorstellen kann. Damit ist es meine Aufgabe, dem Leser so viel über Schwertkampf beizubringen, dass er die Kampfszenen vor seinem inneren Auge selbst choreografieren kann.

@Sebastien de Castell: Und nun zur Frage, die vermutlich alle bewegt, die wie ich die ersten Band um die Greatcoats verschlungen haben. Wann geht es weiter? Band zwei, “Hochverrat”, erscheint im Dezember. Für wann sind denn die darauf folgenden zwei Bände geplant? Kannst du uns schon ein bisschen mehr zum Inhalt verraten?
Das zweite Buch wird in der Tat bereits im Dezember veröffentlicht – sechs Monate, bevor die englischsprachigen Leser es in der Hand halten können. Hochverrat führt die Hauptcharaktere auf eine Reise, die düsterer und gefährlicher ist als jede, die sie bisher angetreten haben. Falcio wird seine idealisierten Erinnerungen von König Paelis in Frage stellen, Kest muss nun den Preis dafür zahlen, der größte Schwertkämpfer der Welt zu sein, und Brasti muss erkennen, dass es nicht mehr ausreicht einfach nur ein charmanter Schurke zu sein. Valiana, Aline und die Schneiderin werden im zweiten Buch immer mehr an Bedeutung bekommen und der Konflikt der verschiedenen Ansichten von Recht und Unrecht wird Tristia in seinen Grundfesten erschüttern.

Ich bin gerade dabei Band drei zu schreiben, in welchem die verschollenen Greatcoats zurückkehren und der Leser endlich erfahren wird, ob Falcio die Mission, die ihm sein König gab, erfüllen kann.

Wann Band drei und vier genau erscheinen werden kann ich aktuell noch nicht sagen. Jedes der Bände wird allerdings eine komplette in sich schlüssige Geschichte enthalten. Ich selber hasse es, wenn ein Buch endet, ohne dass die Geschichte wirklich beendet ist und ich Monate warten muss, bevor ich die Fortsetzung lesen kann. Deswegen habe ich “Blutrecht” so enden lassen, dass der Leser anstelle eines Cliffhangers eine zufriedenstellende Auflösung bekommt. Ein Ziel, dass ich auch für “Hochverrat” angestrebt habe. Ich hoffe sehr, dass es den Lesern gefällt.

@Sebastien de Castell: In Deutschland wurde das zweite Buch in zwei Teile aufgeteilt. Du sagst, du hasst es, wenn ein Buch endet, ohne dass die Geschichte wirklich beendet ist, ich schätze das ist der Grund dafür, dass du ein zusätzliches Schlusskapitel für das Buch geschrieben hast. Wie ist dir die Idee für das Kapitel gekommen? Wird das Kapitel auch in der kanadischen Version enthalten sein?
Als ich erfahren habe, dass das “Hochverrat” (aufgrund seiner Länge – es ist um 50% länger als “Blutrecht”) in zwei Teile aufgesplittet werden muss, war ich ziemlich nervös. Ich wollte nie, dass die Leser nur einen Teil der Geschichte lesen können. Mit meinem Lektor habe ich mich dann ziemlich schnell darauf geeinigt, dass ich eine neue Schlusszene für Teil eins und eine neue Eröffnungszene für Teil zwei schreibe, um die Teile zufriedenstellend abzurunden.
Die Art der Herangehensweise war, sich in Erinnerung zu rufen, das für das Ende eines Buches nicht zwingend alle Fragen beantwortet werden müssen, sondern es reicht, dass die Hauptcharaktere realisieren, wie sie und die Welt um sie herum sich verändert haben. In diesem Fall ist das Ende von Teil eins der Moment, in dem Falcio merkt, wie die Ereignisse der Geschichte ihn selbst, Kest, Brasti und Valiana verändert haben. Zum ersten Mal erkennt er, dass sie alle auf die ein oder andere Art gebrochen wurden – und trotzdem sind seine Gefährten genau die Richtigen, um sich mit ihnen der herannahenden Dunkelheit zu stellen.
Ich hoffe sehr, dass diese zusätzlichen Szenen den deutschen Lesern gefallen. Ob sie in der britischen, kanadischen oder amerikanischen Version enthalten sein werden, kann ich aktuell noch nicht sagen. Jeder Lektor hat seine eigene Art und damit kann es durchaus passieren, dass sie mit anderen Herangehensweisen die Geschichte und den Lesespaß optimieren wollen.

@Sebastien de Castell: Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Ich freu mich schon darauf, bald wieder von dir zu lesen.
Ich habe zu danken. Für mich hat die Greatcoats-Reihe höchste Priorität, gerade weil ich weiß, dass dort draußen einige wundervolle Leser darauf warten den Rest der Serie zu lesen. Neben diesen Büchern arbeite ich noch an verschiedenen anderen Büchern und ich hoffe, dass meine andere Fantasyreihe “Spellsinger” (eine Art Western-Fantasy-Märchen über einen ausgestoßenen Mager und seine ziemlich ungewöhnlichen Gefährten) bald für meine Leser erhältlich ist.

Und auch wenn ich kein Deutsch spreche (und überaus dankbar bin, den bemerkenswerten Andreas Decker – der auch die “Rad der Zeit”-Reihe übersetzt hat – als Übersetzer der Greatcoats zu haben) freue ich mich immer von den Lesern meiner Bücher zu hören. Ihr findet mich auf www.decastell.com oder via Twitter über @decastell.

Published in: on Dezember 10, 2014 at 7:01 vormittags  Comments (3)  
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