Das verbotene Eden von Thomas Thiemeyer

Thomas Thiemeyer
Das verbotene Eden
Verlag: PAN
464 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3426283603
ISBN-13: 978-3426283608
16,99 €

Das Cover des Buches gefällt mir nicht ganz so gut, obwohl ich zugeben muss, dass man hier die Personen auf dem Cover gut als Hauptpersonen des Buches identifizieren kann – etwas, das leider viel zu oft nicht der Fall ist. Meiner Meinung nach passen die beiden Personen im Vordergrund allerdings nicht ganz so gut zum Hintergrund, auch wenn die Idee mit der grün hinterlegten Landkarte wirklich gut ist. 🙂

Eine verheerende Katastrophe machte Männer und Frauen zu Feinden. Ein gemeinsames Leben als Mann und Frau ist undenkbar geworden.

In dieser Welt wachsen David und Juna auf. David im Kloster des heiligen Bonifazius, Juna in der Hauptstadt der Frauen, Glanmor. Beide werden mit dem Wissen aufgezogen, dass das andere Geschlecht der Feind ist. Und nun bedrohen die aktuellen Ereignisse den momentanen Waffenstillstand, den man fast als Friede bezeichnen könnte.

Ein Krieg scheint unvermeidlich, Friede ist so undenkbar, wie die Liebe zwischen Mann und Frau.

Thomas Thiemeyer schildert eine Zukunft, wie sie durchaus vorstellbar ist. Schon der Prolog schlägt die Brücke zwischen unserer Welt und der, in der Juna und David aufwachsen. Aus dem Gedankenspiel des Mediziners im Prolog ist bitterer Ernst geworden.

Die beiden Hauptpersonen sind mir richtig schnell sympathisch geworden. Sowohl der Stubenhocker und Bücherwurm David, als auch die kriegerische Juna.

Richtig gut gefällt mir, dass es auf beiden Seiten, sowohl bei den Frauen, als auch bei den Männern „gute“ und „böse“ Menschen gibt: Menschen, die die einzige Lösung im Krieg sehen, weil sie das andere Geschlecht pauschal verdammen, aber auch Menschen, die dem anderen Geschlecht relativ offen gegenüberstehen und die bestehenden Dogmen „Frauen sind Hexen“ und „Männer sind Teufel“ in Frage stellen. Und selbst diejenigen, die das andere Geschlecht verdammen haben durchaus ihre Gründe dafür. – Damit zeichnet Thomas Thiemeyer eine Welt, die nicht nur aus Schwarz und Weiß besteht, sondern auch Grautöne zulässt und damit lässt er die Figuren – und die Welt – um einiges realistischer wirken.

Aber trotz der eher verhärrteten Fronten kommt auch die Romantik nicht zu kurz. Das Buch „Romeo und Julia“ spielt eine wichtige Rolle – man könnte sagen, es bringt das, was zwischen David und Juna entsteht, erst ins Rollen. Und wem das gegenseitige Vorlesen aus „Romeo und Julia“ nicht romantisch genug ist, dem sei verraten, dass auch der ein oder andere Kuss ausgetauscht wird ;-).

Eine spannende Geschichte, eine faszinierende (wenn auch düstere) Welt, junge Liebe und der Kampf um eine bessere Zukunft – damit bietet das Buch wohl alles, was eine gute Geschichte braucht. Ein Buch, das sowohl Romantiker als auch Abenteurer überzeugen sollte.

Hier könnt ihr euch selbst ein Bild von der Geschichte machen.

Published in: on September 1, 2011 at 8:58 pm  Comments (6)  
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6 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ich hab’s mich bisher noch nicht wo getraut zu sagen, aber für mich klingt die Inhaltszusammenfassung schon so dusslig, dass ich das Buch freiwillig nie anpacken würde. Und was soll daran glaubhaft und denkbar sein?

  2. Also mir erschien die Idee eines Virus bzw. eines Impfstoffes, der die Gefühle für das andere Geschlecht ins Gegenteil verkehrt durchaus glaubwürdig. Und das in so einem Fall die Zivilisation zusammenbricht ebenfalls.
    – Du könntest ja einfach mal in den Prolog des Buches reinlesen, vielleicht wirst du ja positiv überrascht.

    Liebe Grüße,
    Melanie

  3. […] nachdem die Rezension zu „Das verbotene Eden“ gestern online gegangen ist hier der erste Post für die […]

  4. Das mit dem Impfstoff höre ich grad zum ersten Mal und selbst da muss ich mit den Augen rollen. Reingelesen habe ich schon und es war auch in dieser Hinsicht leider nicht mein Fall. Aber den Autor würde ich sehr gern einmal ausprobieren … nur wohl eher nicht mit diesem Werk.
    Deine Rezi, das wollte ich aber noch sagen, ist wie immer gut zu lesen und sehr hilfreich gewesen.

  5. […] „Das verbotene Eden“ gewinnen möchte oder einfach nur noch etwas Farbe ins Spiel bringen will sollte sich also […]


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