Der letzte Schattenschnitzer von Christian von Aster

Das Buch „Der letzte Schattenschnitzer“ hatte mich schon beim Lesen der Leseprobe völlig in den Bann geschlagen, sodass ich es, nachdem die Post es mir heute vorbeigebracht hat, in einem durchgelesen habe.

Christian von Aster
Der letzte Schattenschnitzer
Verlag: Klett-Cotta
320 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3608939172
ISBN-13: 978-3608939170
19,95 €

Irgendwie schafft es der Klett-Cotta Verlag immer wieder, richtige Buchschätze zu entdecken:

Schon das Cover des Buches ist einen zweiten Blick wert: Eine Ansammlung von Schatten in (oder vor) einem hell erleuchteten alten Gebäude – wo sonst sollte man Schatten finden, wenn nicht im Licht?

Schlägt man das Buch dann auf und beginnt zu lesen ist man innerhalb weniger Sätze gefangen. Schon die Erzählperspektive ist mehr als ungewöhnlich – aber nicht minder gut. Soviel sei verraten, es ist kein Mensch, der die Geschichte von Jonas Mandelbrodt erzählt.

Schon kurz nach Jonas Geburt zeigt sich, dass er anders ist als die andern Kindern. Was als Autismus diagnostiziert wird ist eigentlich eine bedeutende Gabe: Jonas kann mit den Schatten kommunizieren. Eine Fähigkeit, für die einige Menschen in der Vergangenheit mehr als nur ihre Seele geopfert haben. Sein Schatten beschließt, ihn allen Gesetzen zum Trotz in die vergessene Kunst der Schattenschnitzer zu unterweisen – eine Tat, die nicht ohne Folgen bleiben wird.

Aber das ist nicht das einzige ungewöhnliche, das unsere Welt erschüttert: In Mexiko wird ein Mädchen ohne Schatten geboren. Von den einen verehrt von den anderen gefürchtet zeigt ihre Geburt den Beginn eines neuen Zeitalters an.

Christian von Aster hat mich schon mit den ersten Sätzen in seinen Bann geschlagen. Beim Lesen entfaltete sich dann Satz für Satz, Seite für Seite, ein völlig neuer Blickwinkel auf unsere Welt. – Man merkt, dass der Autor Germanistik studiert hat, denn die Geschichte besteht aus deutlich mehr als nur aus aneinandergereihten Worten.

Die Geschichte selbst ist mehr als nur ungewöhnlich. Als Leser kann man sich von allen erdenklichen Klischees verabschieden – das Buch ist einfach anders. Das fängt bei der Auswahl des Erzählers an, betrifft die handelnden Hauptpersonen und endet – wie sollte es anders sein 😉 – mit dem Ende der Buches.

Und trotz der für den Leser völlig unvorhersehbaren Ereignisse ist die Geschichte in sich völlig schlüssig. Selbst das Ende, das man definitiv nicht als klassisches „Happy End“ bezeichnen kann – es lässt sich wahrscheinlich sogar darüber streiten, ob es überhaupt eines ist – passt: Sowohl zu der Geschichte als auch zu den Figuren, die darin ihre Rolle spielen.

Ein Buch, dass das Zeug zum Bestseller hat – auf jeden Fall aber einen Geheimtipp wert ist. Christian von Aster hat mit „Der letzte Schattenschnitzer“ einen Fantasy-Roman abseits der Masse geschrieben. Seine Ideen und Figuren sind völlig neu und machen das Buch so zu einem ganz besonderen Leseerlebnis.

Advertisements
Published in: on September 6, 2011 at 11:00 pm  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

The URI to TrackBack this entry is: https://bibliofantastica.wordpress.com/2011/09/06/der-letzte-schattenschnitzer-von-christian-von-aster/trackback/

RSS feed for comments on this post.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: