Die Feengabe von Barbara Schinko

Nachdem mein alter Rechner aktuell wieder funktioniert (warum, verstehe ich immer noch nicht) werde ich versuchen, den Rezensionsstau wieder aufzuholen. Los geht es mit „Die Feengabe“:

Barbara Schinko
Die Feengabe
Verlag: Mondwolf
300 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 395030021X
ISBN-13: 978-3950300215
14,55 €

Das Cover des Buches gefällt mir. Mit seinem Aussehen hebt es sich deutlich von den anderen Mainstream-Covern ab: Der Hintergrund ist in orange-braun gehalten, darauf befindet sich ein pergamentfarbenes Bild, auf dem ein Turm gezeichnet ist. Im Hintergrund kann man Bäume erahnen. Die Zeichnung ist von einer grünen Rankenbordüre umgeben, der Titel ist in gelber, eher altertümlicher Schrift über das Bild gedruckt.

Mavie und Stella, die Töchter des Gouverneurs der Insel Dalin, kommen nach einem herrlichen Sommer bei ihrer Großmutter Grannie zurück nach Dalin. Dort träumt Stella nur von ihrem angehenden reichen Ehemann – den es noch gar nicht gibt – während der Wildpfang Maevie die Gegend unsicher macht. Bei einem nächtlichen Streifzug beobachtet sie den örtlichen Geisterer bei einem Ritual zur Abwehr der Feen, die nur zu gerne Menschen ins Feenreich entführen.
Zu dem Ritual gehört auch der Tod einer Katze, doch das junge Kätzchen, dass der Geisterer für sein Ritual ausgewählt hat, gehört dem Sohn des Daliner Abeckers, Sorley. Dieser hat – genau wie Mavie – etwas gegen ihre Opferung und gemeinsam verhinderen sie das Ritual und den Tod der Katze.

Eine Tat, die nicht ohne Folgen bleibt: Mavies Schwester Stella wird vom Elfenprinz in sein Reich gelockt. Da Mavie Stella trotz der ständigen geschwisterlichen Streiterein liebt, hat sie nun nur noch ein Ziel: Die Schwester aus dem Feenreich zurück nach Dalin zu holen.

Barbara Schinko schreibt die Feengabe so, wie Märchen erzählt werden. „Die Geschichte [Die Feengabe] trug sich vor langer Zeit zu …“, so beginnt Maevie die Geschichte aus ihrer Kindheit. Und eh‘ sich der Leser versieht befindet er sich an Maevies Seite zu der Zeit, als Maevie ihr großes Abenteuer erlebte – ein Sommer, in dem sie einiges lernt – über die Liebe, die Feen, die Freundschaft, aber auch über sich selbst.

Die zum Teil altertümliche Sprache könnte den ein oder anderen ins Stocken bringen – ich bin mir nicht sicher, ob jeder Leser (gerade Jüngere) mit Begriffen wie Abdecker oder Geisterer (der Begriff kam auch mir nicht im Geringsten bekannt vor) etwas anfangen können. Aber zu einem Märchen passen diese Begriffe, sie sind eben einfach märchenhaft 😉 – und da sich die Meisten aus dem Kontext erschließen, sollte es, abgesehen von leichten Anfangsschwierigkeiten, keine Probleme geben.

Die Feen – die Fay – sind so beschrieben, wie ich mir die kaltblütigen Feen aus den irischen Sagen vorstelle: Sie entführen Menschen, ohne ein Gedanken an diese oder ihre Hinterbliebenen zu verschwenden – genau so, wie sie es mit Maevies Schwester Stella machen. Aber trotz allem sind sie auch schön, magisch und verführerisch. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass auch Mavie und Sorley ihrem Bann erst einmal erliegen. Aber wie in den alten Märchen gibt es immer eine Chance, die Feen zu besiegen – eine Chance, die auch Sorley und Maevie haben und die man ihnen als Leser auch wirklich gönnt. Schließlich sind die beiden trotz – oder gerade wegen ihrer Macken – äußerst liebenswert.

Ein rundum gelungenes Märchen für Liebhaber von Feengeschichten oder irischen Sagen. Ein Buch, auf das man sich einlassen muss – aber wenn man es tut, erwartet einen ein märchenhaftes Lesevergnügen – ob man es nun nur für sich liest oder beim Vorlesen mit jemandem teilt.

Reinlesen könnt ihr hier.

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Published in: on Oktober 5, 2011 at 9:34 pm  Schreibe einen Kommentar  
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