Die Lehrjahre der Glasmalerin von Mindy L. Klasky

Mindy L. Klasky
Die Lehrjahre der Glasmalerin
Verlag: Blanvalet
383 Seiten
ISBN-10: 344224384X
ISBN-13: 978-3442243846
7,95 €

Das Cover des Buches zeigt eine junge Frau mit einer rosafarbenen Toga. Sie wirkt erschöpft, ihr Kopf liegt auf einem Tisch oder Stuhl. Über den ganzen Körper der Frau (auch über ihre Kleidung) ziehen sich Risse – Risse, wie man sie an einer Statue erwarten würde.

Die junge Rani hat es geschafft: Als Tochter eines Händlers wurde sie als Lehrling in die Gilde der Glasmaler aufgenommen. Eine Ehre, die ihre Eltern einige Opfer gekostet hat.
Ihre Lehrzeit ist jedoch kurz. Durch ihren Warnschrei gelingt es einem Attentäter, den Kronprinzen des Landes zu töten. Rani, ihre Familie und die Gilde werden des Hochverrates bezichtigt. Rani kann jedoch den Soldaten entkommen und ist nun völlig auf sich allein gestellt, den wahren Mörder zu finden und ihre Unschuld zu beweisen.

Rani lebt in einer Welt, in der ein Kastensystem das Leben der Menschen bestimmt. Als Händlerin gehört sie einer relativ niedrigen Kaste an, hat aber durch die Aufnahme in die Gilde der Glasmaler die nächste Stufe in diesem Kastensystem erreicht. Die Welt selber ist eher mittelalterlich: Ein König, der über das Land herrscht, die Gilden mit ihrer eigenen Gerichtsbarkeit und die Bettler und Diebe, die der niedrigsten Kaste angehören bzw. außerhalb des Kastensystems stehen.

In dieser Welt hat Rani etwas geschafft, was nur wenige schaffen: Sie gehört nun der Kaste der Gildenmitglieder an. Ein Zustand, der jedoch nicht lange anhält. Durch den vermeintlichen Verrat wird die Gilde der Glasmaler aufgelöst und Rani landet auf der Straße. Von hier aus kämpft sie sich durch und dabei ist ihr jedes Mittel recht. Eine Tatsache, die sie nicht gerade sympathisch macht. Diebstahl, den sie verübt, um an ihr tägliches Essen zu kommen, kann ich verstehen. Einen Mord an jemanden, den sie kennt und der sie nur freundlich behandelt hat, nicht. Für eine Dreizehnjährige ist sie überraschend skrupellos – und ich bin mir wirklich nicht sicher, ob die Umstände, in denen sie sich befindet, das rechtfertigen.
Als Leser sollte man mit seinen Sympathien gegenüber den anderen Protagonisten jedoch auch vorsichtig sein – wer weiß, wie lange sie leben ;-).

Die Geschichte selbst ist aber trotz der nicht ganz so sympathischen Hauptfigur ziemlich fesselnd. Was mit der Beschreibung eines mürrischen Lehrlings beginnt wird zu einer rasanten Auf- und Abfahrt, bei denen Schauplätze, Protagonisten und Ranis Kaste ständig wechseln. Man weiß nie, woran man bei ihr wirklich ist – bis zum Schluss. Dieser beendet den ersten Teil der Geschichte um die „Gilden von Morenia“ und lässt (was wirklich nicht selbstverständlich ist) den Leser nicht mitten in einer unvollendeten Geschichte stecken, sondern fügt die Handlungsstränge relativ vollständig und flüssig zusammen.

Das Buch lässt mich allerdings etwas unschlüssig zurück. Ich bin mir nicht sicher, ob es mir gefallen hat und ich die weitern Bände noch lesen werde. Die Antipathie gegenüber Rani auf der einen Seite und die Spannung der Geschichte auf der anderen reißen mich noch etwas hin und her, sodass ich mir den Kauf des nächsten Bandes „Die Gesellenjahre der Glasmalerin“ noch ein wenig durch den Kopf gehen lasse.

Published in: on Oktober 15, 2011 at 1:29 pm  Schreibe einen Kommentar  
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