Die Bibliothek der Schatten von Mikkel Birkegaard

Nachdem mich eine üble Erkältung für einige Tage aus dem Verkehr gezogen hat bin ich mittlerweile nur noch ein wenig verschnupft und wieder zum Lesen bereit :-).

Ich habe mich dann relativ spontan für „Die Bibliothek der Schatten“ entschieden, nachdem ich entdeckt habe, dass es morgen wieder zurück in die Bibliothek muss…

Mikkel Birkegaard
Die Bibliothek der Schatten
Verlag: Page & Turner
512 Seiten
ISBN-10: 3442203627
ISBN-13: 978-3442203628
19,95 €

Schon der Titel des Buches hat mich fasziniert, obwohl ich zugeben muss, dass mir der dänische Originaltitel „Libri di Luca“ noch um einiges besser gefällt.

Das Cover des Buches zeigt ein einzelnes Buch. Ein Buch, dass allein auf einem Rednerpult liegt, hinter ihm ein dunkler Vorhang. Ein Cover, dass ein Buch in den Vordergrund hebt ist mir bisher noch nicht untergekommen – aber es gefällt mir. Und ich vermute, dass es die Interesse eines jeden Bibliophilen zu wecken vermag.

Die Hauptperson des Buches, Jon Campelli, ist ein Anwalt. Ein Anwalt, dessen Schlussplädoyer von seinen Gegnern mehr als gefürchtet sind. Ein Mann, der in seinem Beruf aufgeht und sicher nicht vorhat, ihn zu wechseln. Eine Entscheidung, die er mit dem Tod seines Vaters – mit dem er seit seinem 18. Lebensjahr keinen Kontakt mehr hatte – überdenken muss. Denn sein Vater hat ihm sein Antiquariat, das „Libri de Luca“ vermacht. Und an diesem Vermächtnis hängt nicht nur das Geschäft, sondern weit mehr, als Jon je zu ahnen gewagt hätte.

Mikkel Birkegaard beginnt sein Buch mit dem Tod von Luca Campelli. Seinen Worten nach starb Luca Campelli so, wie er es sich wünschte, „umgeben von seinen geliebten Büchern“. Ein Tod, der als Herzversagen deklariert ist, aber dem Leser trotz allem vielleicht etwas merkwürdig erscheinen mag.

Merkwürdigkeiten, die sich im Verlauf des Buches häufen und Jon Campelli relativ früh erklärt werden. Alles beruht auf eine Gabe, die einige Menschen schon seit Jahrhunderten bewahren. Die Gabe, Menschen durch geschriebenes Wort zu beeinflussen. Eine Gabe, die nicht nur zum Guten genutzt werden kann. Und mit seinen Nachforschungen, diesen Missbrauch betreffend, scheint Luca jemanden Mächtigen ziemlich nahe gekommen zu sein – zu nah.

Nun ist es an Jon, sich in dieser neuen, fantastischen Welt zu Recht zu finden. Seine Gabe zu aktivieren, den Tod seines Vaters aufzuklären und die Menschen mit ihren literarischen Gaben dazu zu bringen, wieder an einem Strang zu ziehen.

Die Welt, in der Jon lebt, ist die unsere. Die Gaben, von denen er erfährt, sind geheim, die Begabten bleiben im Verborgenen. Das lässt das Geschehen fast real wirken – und pflanzt dem Leser die Idee von Geschichten ein, die mehr sind als nur Geschichten. Durch die Begabten beeinflussen sie aktiv unser Leben – und tun sie das nicht schon heute?

Die Figuren, von denen Mikkel Birkegaard schreibt, sind ganz normale Menschen, nicht alle in der Lage zu lesen, auch wenn sie das geschriebene Wort täglich erleben. Eine von ihnen ist Katharina, eine sympathische Frau – und Legasthenikerin. Eine Legasthenikerin, die in einem Antiquariat arbeitet. Klingt seltsam, ist aber völlig logisch – zumindest in diesem Buch.

Mit ihr an seiner Seite entdeckt Jon seine eigene – überaus stark ausgeprägte – Gabe. Und macht sich auf, die Verschwörung aufzudecken, der schon sein Vater auf der Spur war. Eine Verschwörung, die ihren Ursprung zu den Zeiten der Bibliothek von Alexandria hat – und nun ihre Fühler nach nicht weniger als der Weltherrschaft ausstreckt.

Was zunächst nach einem typischen Thriller mit phantastischem Einschlag klingt, wird durch die Bedeutung des geschriebenen Wortes schnell mehr. Aber nicht das geschriebene Wort macht den Unterschied, sondern der für den Leser alltäglichen Griff zum Buch, zur Zeitung oder nur zum Blatt Papier – denn genau dort werden wir beeinflusst, von den Menschen, über die dieses Buch geschrieben ist.

Ein spannender Thriller für alle Lesebegeisterten. Phantastisch ist hier allerdings nur die Gabe der Hauptakteure. Aber Achtung, durch das Lesen des Buches könnten sie euch beeinflussen ;-).

Die ersten Seiten findet ihr hier.

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Published in: on November 25, 2011 at 9:11 pm  Schreibe einen Kommentar  
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