Der Krieger und der Prinz von Liane Merciel

Nach den Weihnachtsfeiertagen und mit einigen Büchern mehr 🙂 geht es (mit der wahrscheinlich letzten Rezension für dieses Jahr) weiter.

Liane Merciel
Der Krieger und der Prinz
Verlag: blanvalet
445 Seiten
ISBN-10: 3442268192
ISBN-13: 978-3442268191
8,99 €

Über die komplette Außenhülle des Buches zieht sich eine Landkarte. Vor dieser befindet sich auf der Vorderseite des Covers eine Axt. Eine Axt, in der sich das Gesicht eines Mannes spiegelt. Ob es den Helden der Geschichte darstellt (der absolut kein Axtkämpfer ist) sei dahingestellt, auf jeden Fall sieht es interessant aus.

Erzählt wird die Geschichte des Söldners Brys Tarnell. Brys und der Sohn seines Herrn Sir Galefrid von Bullenmark sind die einzigen, die einen Anschlag auf den Adligen samt Ehefrau und Gefolge überleben.

Brys versucht, den Säugling zu retten. Eine Aufgabe, die ihm nicht allzu leicht fällt, den was versteht ein Söldner schon von Babys?

Währenddezussen bittet die Herrscherin des Nachbarreiches, in dem Sir Galefrid sich zu seinem Todeszeitpunkt befand, den Gesegten Kelland und seine Gefährtin Bitharn, den Mord zu untersuchen. – Denn dieser Mord könnte den Ausbruch eines Krieges bedeuten. Einen Krieg, den sie schon lange zu vermeiden sucht.

Liane Merciel erzählt die Geschichte aus der Sicht mehrer Personen und rückt die Geschichte so Stück für Stücks ins richtige Licht, ohne dabei die Gepflogenheiten des Landes und die Kultur außer Acht zu lassen. So entsteht eine in sich völlig schlüssige Geschichte, bei der es dem Leser zu keiner Zeit schwer fällt, sich das Geschehen bildlich vorzustellen – auch wenn er dies manchmal vielleicht lieber nicht möchte. Denn die Welt, in der die Geschichte spielt, ist mehr als nur hart, die Geschichte keine Märchenerzählung mit Happy End – zumindest nicht für alle.

Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der Härte in dieser Welt und der Ungewissheit des Lesers, was das Überleben der Hauptpersonen angeht, ist das Buch fesselnd. Als Leser weiß man nicht wirklich, was als nächstes geschehen wird, wird immer wieder überrascht.

Auch die Helden sind nicht so strahlend, wie man es erwarten würde – aber nicht minder sympathisch, im Gegenteil: Dem Leser fällt es leicht, sich mit ihnen zu identifizieren, hofft um so mehr, dass sie ihr Ziel erreichen werden.

Das Ende ist definitiv nicht klassisch und ich würde es auch nicht wagen, es als „Happy End“ zu bezeichnen, aber es ist auch nicht wirklich schlecht. Es lässt vielmehr alles offen (außer die endgültigen Ereignisse) und schafft es dabei trotzdem, abgeschlossen zu sein.

Ein Buch abseits von vorgefertigen Klassen und Strukturen – auch wenn die Welt als solche eher klassisch daherkommt. Ein Buch, bei dem auch die Schurken zu Wort kommen und bei dem es nicht im Vorhinein festgelegt ist, dass die Helden das letzte Wort haben. Und damit ist es ein Buch für all‘ jene, die sich gerne von einer Geschichte überraschen lassen wollen – sofern sie auch härtere und blutige Szenen vertragen können.

Reinlesen könnt ihr hier.

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Published in: on Dezember 30, 2011 at 10:19 pm  Schreibe einen Kommentar  
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