Die Furcht des Weisen 1 von Patrick Rothfuss

In „Die Furcht der Weisen“ setzt Patrick Rothfuss die Chroniken um den Magier Kvothe, die mit „Der Name des Windes“ begann, fort.

Patrick Rothfuss
Die Furcht des Weisen 1
Königsmörder-Chronik. Zweiter Tag
Verlag: Klett-Cotta
860 Seiten
ISBN-10: 3608938168
ISBN-13: 978-3608938166
24,95 €

Schon an der Gestaltung des Buches kann man erkennen, dass „Die Furcht der Weisen“ und „Der Name des Windes“ zusammengehören: Der Stil der Coverzeichnung ist ähnlich, der Autorenname ist exakt gleich positioniert und die Titelgestaltung, abgesehen von Farbe und Text, genau gleich. Ich gehe davon aus, dass die Gestalt auf den Covern jeweils Kvothe ist. Auf diesem Cover sieht man ihn mit einem Wanderstab vor einer noch ein paar Wanderstunden entfernten, in den Ferne erkenntlichen, Stadt. Vermutlich Severen, die Stadt, in der zweite Teil diesen Bandes spielt.

Auch in diesem Band erzählt der mittlerweile gealterte und unerkannt als Wirt in einem kleinen Dörfchen lebende Kvothe dem aus dem ersten Teil bekannten Chronisten seine Lebensgeschichte.

Er beginnt dort, wo er in „Der Name des Windes“ aufhörte: An der arkanischen Universität in Imre. Wie auch im ersten Teil mangelt es Kvothe an Geld und auch, wenn die Studiengebühren an der Universität pro Student erst nach der Trimesterprüfung festgelegt werden, weiß Kvothe jetzt schon, dass das, was er aktuell besitzt, nicht ausreichen wird. So muss er sich nicht nur um die Prüfung, sondern auch um die Studiengebühren sorgen – und das wird beileibe nicht seine einzige Sorge bleiben…

Es ist schon eine Weile her, dass ich „Der Name des Windes“ gelesen habe und daher konnte ich nur einige Namen direkt zuordnen, bei anderen musste ich dafür erst eine kleine Weile grübeln. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, mich schnell wieder mitten im Geschehen wiederzufinden – es wäre einfach nur besser gewesen, wenn das Lesen von Band eins nicht allzu lange zurückgelegen hätte.

Die Rahmenhandlung im Wirtshaus war für mich eher nebensächlich, was mich interessiert, mich gefesselt hat, war die Geschichte des jungen Kvothe. Einige Szenen der Rahmenhandlung sind mir dennoch gut im Gedächtnis geblieben und definitiv erwähnenswert: Zum einen die, in der Kvothe versucht, einen jungen Bauern davon abzuhalten, sich als Soldat rekrutieren zu lassen und ihm offenbart, wer er wirklich ist – der junge Bauer hält dies für einen guten Scherz und versichert Kvothe, dass „er ihm fast geglaubt hätte“. – Eine Szene die mich wirklich zum Schmunzeln gebracht hat. Zum anderen die Szene, in der Kvothe selbst eine Geschichte, eine legendäre Gestalt erfindet: Den Chronisten – einen kleinen Seitenhieb auf den manchmal doch sehr nervtötenden Schreiberling, der sich selbst als Chronist um die wahren Geschehnisse um Kvothe auserkoren hat.

Die Schilderungen von Kvothes Erlebnissen sind so spannend, wie sie es schon im ersten Band der Reihe waren. Mit dem zweiten Band vertieft der Leser nicht nur sein Wissen über Kvothes Welt, sondern erfährt langsam auch mehr über seine Freunde – und Feinde.

Kvothe selbst wird reifer. Seine ungewollte Begegnung mit einer Droge, die alle Schranken fallen lässt, lässt ihn etwas zurückhaltender werden – auch wenn er sich nicht immer unter Kontrolle hat. Aber Kvothe ist eben Kvothe und wird insgesamt doch bleiben wie er wahr: direkt und ungestüm.

Aufgrund eines Zwischenfalls in der Akademie soll Kvothe sein Studium für ein oder zwei Semester aussetzen. Er nutzt diese Zeit, um einen Gönner zu finden: Dank einer Empfehlung eines alten Freundes kommt er so nach Vintas. Den der Maer, der Herrscher von Vintas, benötigt einen jungen Mann mit Kvothes Begabungen.

Dieser etwas kürzere Teil der Geschichte ist ganz anders als der, der an der Akademie spielt. Hier wird Kvothe mit dem Leben und der Gepflogenheit des Adels vertraut gemacht und es erwarten ihn neue Herausforderungen. Erst inmitten der Höflinge, später mit vier Söldnern auf der Jagd nach Banditen.

Das Ende ist dann – obwohl bei „Die Furcht der Weisen“ das englische Original im Deutschen in zwei Teile aufgeteilt wurde – relativ abgeschlossen. Es ist definitiv kein Cliffhanger, auch wenn natürlich einige Fragen offen bleiben. Dafür, dass es quasi nur ein halbes Buch ist, ist es ein echt gutes Ende, auch wenn man als Leser natürlich sofort wissen will, wie es weitergeht. Zum Glück ist es bis zum Erscheinungstermin des zweiten Teiles von „Die Furcht der Weisen“ nicht mehr allzu lange hin.

Ein Blick ins Buch werfen könnt ihr hier.

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Published in: on Januar 8, 2012 at 3:20 pm  Comments (1)  
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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. […] freier Zeit einherging, auch gleich gelesen. Ich wollte schließlich schon seit dem Ende von “Die Furch des Weisen 1” wissen wie es mit Kvothes Geschichte […]


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