Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

Schon die Leseprobe zu „Die Flüsse von London“ hatte es mir angetan und so musste das Buch nicht wirklich lange auf meinem SUB verweilen.

Ben Aaronovitch
Die Flüsse von London
Verlag: dtv
480 Seiten
334480ISBN-10: 3423213418
ISBN-13: 978-3423213417
9,95 €

Das Cover ist etwas skurril. Der Name des Autors ist auf einen Wimpel gedruckt, über diesem kann man „Big Ben“, darunter eine Kamera erkennen. Rechts davon sieht man einen Totenkopf mit Zylinder, links davon einen Totenkopf mit Polizistenhelm. Unter dem Titel befindet sich ein Ausschnitt aus einer Karte von London, durch eine Lupe hervorgehoben kann man darauf den „Convent Garden Market“ erkennen – ein wichtiger Schauplatz des Buches. Der Ausschnitt der Themse auf dieser Karte ist blutrot verfärbt – und tropft. Damit ist das Cover vor allem auffällig, aber es passt auch ziemlich gut zu dem Inhalt des Buches.

Der Titel des Buches „Die Flüsse von London“ ist eine direkte Übersetzung des Originaltitels und passt wie die Faust aufs Auge ;-).

Peter Grant, seines Zeichens Police Constable, droht bereits ein Schreibtischjob, als ihm ein unerwartetes, ziemlich unglaublich klingendes Angebot gemacht wird: Er soll der Abteilung für Spezialermittlungen beitreten, einer Einheit, die bis dato aus genau einem Mann bestand, Chief Inspektor Thomas Nightingale – einem waschechten Zauberer. Peter nimmt das Angebot an und tritt seine Stelle als Police Constabler und Zauberlehrling an. – Eine Stelle, die es in sich hat: Bei der Suche nach einem geisterhaften Serienkiller trifft Peter auf einige Wesen, an die er bisher noch nicht mal im Traum gedacht hatte: Vampire, Trolle, Themsengötter und natürlich Geister!

Schon Ben Aaronovitchs Schreibstil ist einfach unglaublich gut: Mit seinen Worten zeichnet er Bilder von einem auf mich sehr realistisch wirkenden London. In diesen lässt er eine gute Portion Humor einfließen, ein Humor, der auf mich ebenfalls sehr britisch wirkt. Vielleicht liegt es daran, dass er gebürtiger Londoner ist, er weiß also ziemlich genau, wovon er schreibt.

Der Held der Geschichte, Peter Grant, ist eine sehr sympathische Figur, die mit der Enthüllung, dass es Wesen wie Geister, Vampire und Götter tatsächlich gibt, erstaunlich gut umgeht – aber was soll man auch tun, wenn einem sich ein leibhaftiger Geist als Zeuge anbietet? „Können Sie beweisen, dass Sie tot sind?“ ist zumindest Peters erste Reaktion.

Nachdem die Tatsachen feststehen, zeigt Peter höchsten Einsatz: Sei es bei seinen magischen Übungen – Licht erscheinen zu lassen, ohne sich die Hand zu verbrennen oder Äpfel magisch zu bewegen, ohne sie gleich explodieren zu lassen – oder bei den laufenden Ermittlungen. Bei diesen Ermittlungen unterstützt ihn nicht nur seine Kollegin Lesley – bei der sich Peter schon immer amouröse Hoffnungen gemacht hat – sondern auch die Tochter der Flussgöttin der Themse, Beverly – ihr Interesse liegt dabei aber hauptsächlich auf der dadurch gebotenen Möglichkeit, in Nightingales Jaguar mitzufahren.

Ebenso wie das Cover sind auch die Figuren leicht skurril und machen das Buch zu einem humorvollen Lesevergnügen. Die kriminalistischen Verwicklungen sind dabei nicht wirklich vorhersehbar – dafür sind es auch einfach zu viele – aber gerade dadurch bleibt die Verbrecherjagd eben spannend.

Insgesamt ist das Buch eine gelungene Mischung, an der nicht nur Krimi-Fans – zu denen gehöre ich nämlich definitiv nicht – sondern auch Urban-Fantasy-Leser ihren Spass haben können.

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Published in: on Januar 15, 2012 at 6:48 pm  Comments (1)  
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  1. […] “Die Flüsse von London” ist “Schwarzer Mond über Soho” der zweite Band um den Londoner Bobby und […]


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