Die Erbin der Welt von N. K. Jemisin

N. K. Jemisin
Die Erbin der Welt
Verlag: Blanvalet
448 Seiten
ISBN-10: 3442266696
ISBN-13: 978-3442266692
9,95 €

Verhüllte Frauen auf den Covern von Fantasy-Romanen sind nichts ungewöhnliches – mir ist bei dem Cover spontan die „Wahrheit“-Reihe von Dawn Cook in den Sinn gekommen – und auch, dass ein Cover nicht wirklich zum Buch passt, ist leider nicht allzu ungewöhnlich. In diesem Fall kann die Frau auf dem Cover auf keinen Fall die Hauptperson darstellen, diese hat nämlichen einen ziemlich dunklen Teint und definitiv keine blonden Haare.
– Nichts desto trotz ist das Cover ganz nett anzuschauen und würde mich sicher nicht von dem Kauf des Buches abhalten.

Yeine würde nichts lieber tun, als in ihrer Heimat Darr ihren Pflichten als Stammesfürstin nachzukommen. Als der Befehl ihres Großvaters sie ereilt, sich unverzüglich in seinem Palast, dem Familiensitz der Arameri, einzufinden, muss Yeine diesen befolgen, denn ihr Großvater ist der Herrscher der Welt.

Im Palast angekommen ist Yeine mehr als nur überrascht: Trotz der Tatsache, dass er ihre Mutter verstoßen hat, ernennt ihr Großvater Yeine zu seiner dritten Erbin – und stößt sie damit völlig unvorbereitet in den Kampf um seine Nachfolge.

Es ist Yeine selbst, die ihre Geschichte erzählt, die Geschichte eines Mädchens, das fernab der „Zivilisation“ der Arameri aufwuchs und sich nun inmitten von Menschen befindet, die sich gegenseitig an Kälte und Grausamkeit übertreffen. Sie erzählt ihre Geschichte so, als ob sie sie einem Fremden erzählt, jemanden, der nichts von ihrer Welt weiß. Daher fügt sie in ihrer Erzählung immer wieder Einschübe ein – sei es, um die Örtlichkeit zu beschreiben, auf Menschen und Götter einzugehen oder einfach nur ein paar historische Begebenheiten aufzuzählen, die zu der jetzigen Situation geführt haben. Diese Erklärungen passen sich gut in die Geschichte ein und runden die Geschehnisse um Yeine sehr gelungen ab.

Yeines Chancen im Palast der Arameri zu überleben scheinen anfangs aussichtslos, bis sie auf die „Waffen“ der Arameri trifft: Gefangene Götter, die durch Magie dazu gezwungen werden, den Arameri zu dienen.

Die Götter hassen ihr Dasein als Sklaven der Arameri und erklären sich bereit, Yeine zu helfen um dieses zu beenden – ob Yeine ihnen vertrauen kann bleibt jedoch lange unklar. Denn die Götter gehen ihre eigenen Wege. So nett der junge, kindliche Gott Si’eh auch wirkt, er ist hunderte von Jahren älter als Yeine. Und wer kann schon erahnen, ob der gefährliche Gott der Finsternis nicht längst dem Wahnsinn verfallen ist? Einige der Szenen deuten durchaus darauf hin.

Dadurch, dass Yeine nicht weiß, wem sie trauen kann – und sich dies im Verlauf der Geschichte nur Schritt für Schritt enthüllt – bleibt die Geschichte spannend – vom Anfang bis zum Ende.

Mit „Die Erbin der Welt“ erwartet den Leser kein klassischer Fantasyroman. Es gibt keinen Krieg zu gewinnen, es existiert kein böser Herrscher – zumindest im klassischen Sinne – und auch die Magie spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Es ist ein Roman über Gefühle – vornehmlich Rachegefühle -, Intrigen und über eine junge Frau, die im Mittelpunkt des ganzen Geschehens steht. Eine Geschichte, die einiges an Spannung bietet, allerdings eine andere Spannung als die, die man erwartet hat – ungewöhnlich, aber gut.

Hier könnt ihr euch selbst einen ersten Einblick verschaffen.

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Published in: on Januar 31, 2012 at 12:15 pm  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ich habe das Buch noch ungelesen hier liegen, darum habe ich die Rezi nicht gesamt gelesen. Das hole ich dann nach dem eigenen Lesen nach 😉
    Aber zum Cover wollte ich erwähnen, dass sich die Autorin davon auch sehr irritiert gezeigt hat und auf Nachfrage die Antwort erhielt, dass Kapuzen in der Fantasy sehr angesagt sind. So richtig hat sie also auch keine Antwort zu den blonden Haaren bekommen. Schade.

    • Das mit den Coverbildern ist manchmal echt komisch, aber letztendlich zählt eh‘ nur das geschriebene Wort.

      Also nicht über die Buchcover wundern, sondern einfach gleich anfangen zu lesen … 😉

  2. […] “Die Gefährtin des Lichts” ist der zweite Band um N. K. Jemisins Trilogie um Götter, Gottkinder, Menschen und Dämonen. Meine Rezension zum ersten Band, “Die Erbin der Welt” findet ihr hier. […]


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