Die Seelen der Nacht von Deborah Harkness

Deborah Harkness
Die Seelen der Nacht
Verlag: Blanvalet
800 Seiten
ISBN-10: 3764503912
ISBN-13: 978-3764503918
19,99 €

Auf dem Cover des Buches sind mehrere lila Blüten und deren Blütenblätter vor schwarzem Hintergrund zu sehen. Ich habe keine Ahnung, wie das Cover zustande gekommen ist, ein Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches konnte sich mir zumindest nicht erschließen. Es ist ganz nett anzuschauen, als Fantasyleser hätte es mich allerdings nicht im Geringsten dazu verleitet, das Buch in die Hand zu nehmen, was ziemlich schade gewesen wäre.

„Es beginnt mit Mangel und Verlangen. Es beginnt mit Blut und Angst. Es beginnt mit einem Hexenfund.“ – So beginnt das Buch. Die Wissenschaftlerin und Hexe Diana Bishop macht in der Bibliothek einen Fund, der die mystische Welt in Aufruhr versetzt. Ein Buch, das von Hexen, Dämonen und Vampiren gleichermaßen begehrt ist, für sie, dank ihrer Abneigung gegen die Hexenkunst, aber nicht von weiterem Interesse. Daher lässt sie es zurückgehen. Eine Tat mit weitreichenden Folgen.

Seit dem Fund beobachten Hexen und Dämone Diana und lassen ihr keine Ruhe. Bis der mysteriöse Wissenschafter – und Vampir – Matthew Clairmont auftaucht. Er schützt Diana vor seines- und ihresgleichen, seine Motive bleiben jedoch im Dunklen…

Deborah Bishop ist die Tochter zweier mächtiger Hexen. Seit dem Tod ihrer Eltern, dessen Ursache sie in deren Hexenkräften sieht, bemüht sie sich jedoch, nach Kräften ihre eigenen Fähigkeiten zu ignorieren und so gut wie nie einzusetzen. Ein Vorsatz, den sie schon seit Jahren erfolgreich umsetzt (zumindest, was den bewussten Einsatz ihrer Magie angeht). Sie arbeitet erfolgreich als Historikerin an der Universität Oxford. Die Folgen ihres Hexenfunds zwingen sie jedoch, ihre Einstellung zu überdenken.

Matthew Clairmont ist eher geheimnisvoll, der typische Vampir – auch wenn sein Beruf zumindest für klassische Vampire eher ungewöhnlich ist – nicht so in Deborah Harkness Roman, hier gehen Vampire typischerweise einem Beruf als Wissenschaftler nach.

Auch die im Buch vorkommenden Dämonen verhalten sich anders als erwartet. Dämonen sind hier Menschen, die zwischen Genie und Wahnsinn schwanken.

Deborah Harkness beschreibt die Welt und ihre Bewohner jedoch nicht einfach nur; sie erklärt sie durch Matthews Forschungen auch wissenschaftlich. Blutuntersuchungen und genetische Forschungen bringen einiges ans Licht.

Das Forschungsgebiet von Diana, Alchemie, Wissenschaft und Philosophie unter einen Hut zu bringen, sorgt für einen weiteren Blickwinkel. Im weiteren Verlauf des Buches erklärt sich dadurch auch das Interesse der „magischen“ Wesen an dem von ihr gefundenen alchimistischen Dokument.

Dianas Tanten, die ebenfalls Hexen sind, und Matthews vampirische Mutter versorgen den Leser mit Erklärungen zu der gesellschaftlichen Struktur der „magischen“ Wesen.

Nicht nur die Welt wird von Deborah Harkness sehr detailliert beschrieben, auch die einzelnen Figuren sind bis ins Detail ausgearbeitet. Sei es nun Matthews Mutter mit ihrer starken Abneigung gegen Hexen, die in dem Buch durchaus begründet wird, oder Dianas überbesorgte Tante und Ziehmutter Sarah. Über all diese Details hin schafft es Deborah Harkness dann noch, die Figuren auch innerhalb ihrer Geschichte weiter zu entwickeln.

Die Geschichte ist damit ziemlich vielschichtig und komplex und kann auf den ersten Blick durch die doch recht untypische Darstellung von Vampiren und Dämonen vielleicht sogar merkwürdig wirken. Das ist die Geschichte aber definitiv nicht. Sie wirkt weder überladen noch merkwürdig. Die Darstellung ist sogar mehr als nur glaubwürdig und gewinnt durch die Vielzahl an gut eingearbeiteten Fakten einiges an Tiefe.

Damit ist „Die Seelen der Nacht“ eine gelungene Mischung aus Wissenschaft, Fantasy und Romantik. Seite für Seite erschließt sich dem Leser eine neue Welt und zieht ihn damit langsam immer tiefer in den Bann.

Das Geheimnis um das von Diana Bishop gefundene Dokument enthüllt sich mit dem Ende des Buches jedoch nicht komplett. „Die Seelen der Nacht“ ist erst der erste Band der „All Souls“-Trilogie. Der zweite Band erscheint im englischen Original „Shadow of Night“ im Juli diesen Jahres – Ich hoffe, der Blanvalet Verlag lässt sich nicht allzu lange Zeit mit der Übersetzung.

Hier könnt ihr selber einen ersten Blick in das Buch werfen.

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Published in: on Februar 15, 2012 at 8:43 pm  Comments (1)  
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  1. […] am Cover ersichtlich, trotz der doch sehr unterschiedlichen Darstellung: Während das Cover zu “Die Seele der Nacht” fast schwarz ist, ist das Cover zu “Wo die Nacht beginnt” in Grüntönen gehalten. […]


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