Blutbraut von Lynn Raven

Lynn Raven
Blutbraut
Verlag: cbt
736 Seiten
ISBN-10: 357016070X
ISBN-13: 978-3570160701
14,99 €

Das Cover des Buches ist in dunklen Blautönen gehalten. Es zeigt eine sehr blasse Frau in einem schwarzen, hochgeschlossenes Kleid. Aus dem Augenwinkel der Frau tropft eine blutrote Träne – vielleicht ist es auch Blut. Ein düsteres Cover, das zumindest auf mich eher abschreckend wirkt. Es hat mich lange Zeit vom Kauf (oder Tausch) des Buches abgehalten und nur das Wissen um „Der Kuss des Kjer“ und „Der Spiegel aus Feuer und Eis“ sowie die doch sehr überzeugende Leseprobe konnten mich dann doch überzeugen, das Buch in meinem Besitz zu bringen.

Seit sie denken kann ist Lucinda auf der Flucht. Auf der Flucht vor Joaquin de Alvaro, dem Hexer, dessen Blutbraut sie werden soll. Sie hält sich nie lange an einem Ort auf – bis sie Chris kennen lernt. Er ist der erste, der ihren Vorsatz, sich nie lange an einem Ort aufzuhalten, ins Wanken bringt – und der Grund dafür, dass Joaquins Männer sie finden, denn Chris ist sein Bruder.

Durch Chris enttarnt wird Lucinda entführt und auf Joaquins Anwesen gebracht. Nichts mehr fürchtend als Joaquins Blutbraut zu werden, kann sie dort nur an eines denken: Flucht.

Während ihrer Anwesenheit muss sie jedoch erkennen, dass es schlimmeres gibt, als auf Joaquins Ranch gefangen zu sein – und dass Joaquin nicht das Monster zu sein scheint, für das sie ihn gehalten hat.

Vorne weg: „Blutbraut“ ist kein Horrorroman und auch keine klassische Vampirgeschichte. Es ist eine Liebesgeschichte in einem spannenden Setting, wie bei „Der Spiegel von Feuer und Eis“ und „Der Kuss des Kjer“. Die Geschichte spielt allerdings nicht in einer fantastischen Welt, sondern in unserer – mit ein paar kleinen Modifikationen (aber wer weiß schon, was sich auch bei uns noch im Verborgenen befindet ;-)).

Der Großteil der Geschichte wird aus Lucindas Sicht beschrieben – auch der Anfang. Als Leser bekommt man so zuerst ihre Sicht der Dinge präsentiert. Eine Sicht, die sich zum Teil aus Erlebten, zum Großteil aber aus den Erzählungen ihrer Tante Maria gebildet hat. Auch deren Tot durch einen Nosferatu – einen verrückt gewordenen Hexer – hat das seinige zu Lucindas Meinung und vor allem zu ihrer Furcht vor Joaquin beigetragen.

Aber Lucinda ist nicht die einzige, die einen Teil zu der Geschichte beiträgt. Immer wieder wechselt der Blickwinkel zu einem geheimnisvollen Patron, der seine ganz eigenen Pläne mit Lucinda und Joaquin hat. Ein Mann, der sehr mächtig zu sein scheint, nichts Gutes im Schilde führt und stets im Verborgenen agiert. Als Leser hat man keine Ahnung, wer er sein könnte, einzig und allein die Identität desjenigen, der ihn auf den Laufenden hält, kann man als Leser erahnen.

Einen weiteren Teil der Geschichte macht Joaquins Sicht aus. Die Szenen sind jedoch ebenso wie die des Patrons eher wenige. Dennoch sind sie um einiges bedeutungsvoller. Die Taten, die er in diesen durchführt, bringen den Leser dazu, die durch Lucinda Sichtweise geprägte Meinung noch einmal zu überdenken.

Die Geschichte lebt von den Personen und ihren Beziehungen zueinander, trotzdem ist sie nicht nur eine Liebesgeschichte, sie hat auch etwas von einem spannenden Thriller: Als Leser ist kann man sich nie sicher sein, wem Lucinda trauen kann – was Wahrheit oder Täuschung ist. Sympathische Personen verbergen etwas, Gefürchtete sind vielleicht nicht so angsteinflößend wie gedacht. Die in dem Buch befindliche Magie – immerhin handelt es sich hier um Hexer – und die Magie und Liebe, die Lynn Raven in die Beschreibung des Settings und die Historie der Hexer gesteckt hat, sorgen für ein Übriges. Den ein oder anderen Leser mögen die immer wieder eingebrachten spanischen Sätze stören, bei mir haben sie nur den Lesespass und die Authentizität der Figuren erhöht.

Eine spannende Liebesgeschichte für all‘ jene, die sich auch früher schon von Lynn Raven in ihre fantastische Welt haben entführen lassen – aber auch für Neueinsteiger, die sich von der im Buch innewohnenden Romantik verhexen lassen wollen.

Published in: on Februar 22, 2012 at 9:34 pm  Comments (1)  
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  1. Klingt interessant das werd ich mal mit auf meine Wunschliste setzen.
    Liebe Grüße


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