Die Furcht des Weisen 2 von Patrick Rothfuss

Den zweiten Teil des zweiten Tages der Königsmörder-Chroniken habe ich bei Literatopia gewonnen – und da das Eintreffen des Buches mit etwas freier Zeit einherging, auch gleich gelesen. Ich wollte schließlich schon seit dem Ende von „Die Furch des Weisen 1“ wissen wie es mit Kvothes Geschichte weitergeht.

Patrick Rothfuss
Die Furcht des Weisen 2
Verlag: Klett-Cotta
522 Seiten
ISBN-10: 3608939261
ISBN-13: 978-3608939262
22,95 €

Vorne weg: Das Buch (und auch diese Rezension) sollte nur gelesen werden, wenn auch die vorherigen Bände bekannt sind. Liest man das Buch ohne Vorwissen, wird einiges für das Verständnis fehlen und somit der Lesespaß deutlich geschmälert. Liest man die Rezension ohne Band eins von „Die Furcht des Weisen“ gelesen zu haben, bekommt man ein paar Kleinigkeiten vorweg genommen, auch das ist definitiv nicht das Ziel meiner Rezension.

Auch dieses Buch passt sich, was Größe und Cover angeht, perfekt in die Reihe ein – nur die etwas geringere Seitenzahl fällt hier auf. Autorenname und Buchtitel bleiben, was die Gestaltung angeht, gleich, nur die Szenerie auf dem Cover ist eine andere: Ein rothaariger Wanderer, der vor den Weiten einer Hügellandschaft an seinem Lagerfeuer sitzt – Kvothe an einer weiteren Station seiner Lebensgeschichte.

Nach der Erfüllung des Auftrages des Maer bleibt Kvothe eigentlich nichts weiter, als mit seiner Beute und der Nachricht seines Sieges nach Severen zurückzukehren. Eine Aufgabe, die sich als weit schwieriger erweist als gedacht. Denn zwischen ihm und dem Maer steht ein wunderschönes Feenwesen und der Kampf um die Ehre eines Freundes.

„Die Furcht der Weisen 2“ beginnt da, wo der letzte Band endete. Ganz ohne schnörkelige Einleitung oder Prolog. Der Leser befindet sich in dem von Kvothe und seinen Gefährten zerstörten Banditenlager, seit ihrer Tat sind nur wenige Stunden vergangen.

So einfach wieder mitten ins Geschehen hinein katapultiert ist man als Leser gedanklich schnell wieder an Kvothes Seite. Die Geschichte geht weiter, ebenso wie die Handlungsstränge aus den vorherigen Bänden.

Im Gegensatz zu diesen ist „Die Furcht der Weisen 2“ jedoch eher ruhig. Ein Buch über Kvothes Lehrzeit abseits der Universität. Auch Kvothes Lehrmeister sind es, die ihn zu einer Legende machen: Wer kann schon von sich behaupten, von einer Fae höchst selbst in die Liebeskünste eingewiesen zu sein? Seine Kampftechniken von den Adem gelernt zu haben? Kvothe entwickelt sich stetig weiter. Aber er bleibt auch er selbst – und seinem Volk, den Edema Ruh treu, auch wenn ihn dies immer wieder in Schwierigkeiten bringt.

Die neuen Welten, die sich Kvothe durch seine Lehrmeister eröffnen, sind ebenso detailliert beschrieben wie in den ersten Bänden. Aus Kvothes Sicht – „Ich glaube nicht an Feen“ – bekommt der Leser einen Eindruck von den Fae und der Welt, in der sie leben. Und ebenso wie Kvothe lernt der Leser die Adem – und damit auch seinen Gefährten Tempi – besser zu verstehen.

Als Kvothe dann gegen Ende des Buches an die Universität zurück kehrt ist er ein anderer. Er nimmt seine Studien und seine alten Beziehungen wieder auf – die Voraussetzungen haben sich jedoch geändert.

Ist die Geschichte um den jungen Kvothe hier eher ruhig, aber nicht minder spannend, nimmt nun die Rahmenhandlung einiges an Fahrt auf. Als Leser fragt man sich einmal mehr, was es mit Bast auf sich hat, warum er seine Zeit mit Kvothe verbringt. Gerade mit dem Ende des Buches stößt Patrick Rothfuss die Überlegungen des Lesers zu Bast in eine völlig andere Richtung – nur um ihn dann bis zum Erscheinen des nächsten Bandes allein darüber grübeln zu lassen.

Der dritte Tag der Königsmörder-Chroniken verspricht damit einiges an Spannung, sowohl in der Rahmenhandlung als auch in der Geschichte um den „jungen“ Kvothe. Denn noch immer ist kein König gemordet, sind die Chandrian nicht gefunden. Bleibt mir wohl nichts anderes übrig als zu hoffen, dass ich nicht zu lange auf den „nächsten Tag“ warten muss ;-).

Einen Blick ins Buch werfen könnt ihr hier.

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Published in: on März 11, 2012 at 10:58 am  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Diese Reihe gehört wohl zum Besten, was Fantasy in den letzten Jahren hervorgebracht hat… 🙂

    • Du wühlst dich ja gerade ganz schön durch meinen Blog :-). Und was die Reihe um Kvothe angeht kann ich dir nur zustimmen. Die ersten drei Bücher haben schon einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal – und ich hoffe auf baldigen Nachschub…

      Liebe Grüße,
      Melanie


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