Saeculum von Ursula Posznanski

Zurück von der Buchmesse. Mit jeder Menge Eindrücke und dem ein oder anderen neuen Buch :-).

Ursprünglich war ich nur wegen dem Geburtstagsgeschenk einer Freundin bei der Signierstunde von Ursula Posznanski, geendet hat es dann mit einem weiteren Buchkauf. Das selbstverständlich signierte Buch ist mittlerweile gelesen. Da es als Roman über Live-Rollenspiel fast in das Genre Fantasy gehört, auf jeden Fall aber ziemlich lesenswert ist, hier die Rezension:

Ursula Posznanski
Saeculum
Verlag: Loewe
496 Seiten
ISBN-10: 3785570287
ISBN-13: 978-3785570289
14,95 €

Die Aufmachung des Buches ist dunkel, größtenteils schwarz. Der Buchschnitt ist komplett in schwarz gehalten, ebenso wie Titel, Autorenname und die Bäume auf dem Cover. Es wirkt ein bisschen beklemmend, fast gruselig.

Bastian ist Medizinstudent – mit Mittelaltermärkten, Rollenspiel, oder sogar Live-Rollenspiel hat er nichts am Hut. Bis er Sandra kennen lernt. Sie überredet ihn erst nur zu einem gemeinsamen Besuch eines Mittelaltermarktes, später dazu, bei dem Live-Rollenspiel ihrer Gruppe, Saeculum, mitzumachen. Über das Pfingstwochenende ein paar Tage im Wald zu verbringen und die alte Zeiten zurück zu holen ist nicht ganz das, was Bastian sonst an einem Wochenende macht, aber er lässt sich überreden. Wider Erwarten ist er sogar ganz angetan von der Lokation und dem Gefühl, das Studium und den Lernstress für ein paar Tage hinter sich zu lassen.

Dieses Gefühl ändert sich jedoch schneller als erwartet. Die anfänglich noch als Spinnerin verlachte Doro und ihre Angst vor einem vor ein paar Jahrhunderten ausgesprochenen Fluch drücken die Stimmung. Ebenso wie das plötzliche Verschwinden einer der Spieler. Ist an dem Fluch doch etwas dran?

Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus Bastians Sicht. Dadurch, dass er ein Einsteiger in die Welt um Mittelaltermärkte und Live-Rollenspiel ist, bekommen man als Leser erst mal einen kurzen Überblick über diese Szene. Die Mitspieler der Gruppe sind Bastian ebenso neu wie dem Leser – und genauso undurchsichtig. Als Leser versteht man ebenso wie Bastian nicht die Hintergründe seiner Freundin Sandra, die ihn erst zu Saeculum gebracht hat, nur um ihn dann während der Con – dem Rollenspiel – einfach sitzen zu lassen. Über die Unheil verkündende und Schrecken verbreitende Doro, die den Fluch mehr als nur ernst zu nehmen scheint, kann man anfangs nur den Kopf schütteln – bis die Ereignisse ihren Lauf nehmen.

Die Hauptfigur ist ziemlich sympathisch, ebenso wie die zweite Erzählerin, Iris, die von Bastian langsam aus ihrem Schneckenhaus herausgelockte wird. Ist sie am Anfang noch eher nebensächlich, gewinnt sie im Verlauf der Geschichte langsam an Bedeutung. Sie ist die einzige, die man, neben Bastian, noch einordnen kann – und die aufkeimende Beziehung zwischen den beiden gibt der Geschichte noch die gewisse Würze. Denn Gefühle spielen in dieser Geschichte eine wichtige Rolle: Wie weit sind Menschen bereit zu gehen?

Ursula Posznanski erzeugt mit den Eigenarten der verschiedenen, recht stark ausgeprägten, Charaktere, dem unheimlichen Setting und dem, in den Köpfen der Charaktere herumspukenden und von Doro immer wieder in den Vordergrund gerückten, Fluch eine unheimliche, aber auch spannende Atmosphäre. Die aufeinander folgenden Ereignisse und Reaktionen der Charaktere lassen den alten Fluch real wirken – aber ist er es wirklich?

Als Leser ist man sich dahingehend bis zum Ende hin unsicher. Dann aber laufen die Fäden auf ziemlich überraschende Weise zusammen. Die Hintergründe werden erklärt, die Rätsel aufgelöst. Ob es sich nun bei der in „Saeculum“ erzählten Geschichte um einen Mystery-Thriller handelt oder es für die Geschehnisse eine logische Erklärung gibt müsst ihr selbst herausfinden. Wer sich darauf einlässt, kann mit düsteren und spannenden Lesestunden rechnen. Die Lesezeit ist es auf jeden Fall wert.

Einen kleinen Ausschnitt findet ihr hier.

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Published in: on März 18, 2012 at 7:36 pm  Schreibe einen Kommentar  
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