Ready Player One von Ernest Cline

Ernest Cline
Ready Player One
Verlag: Penhaligon
512 Seiten
ISBN-10: 3764530901
ISBN-13: 978-3764530907
19,99 €

Das Cover des Buches fällt einem schnell ins Auge. Es ist ungewöhnlich, dass ein Coverbild so verpixelt ist. Durch die Darstellung, die an ein altes Computerspiel erinnert, hebt sich das Cover deutlich von den hochauflösenden Standardcovern ab. Das Pacman-Symbol in der obersten Zeile rundet das Ganze ziemlich treffend ab.

Schon der Leseprobe des Buches kann man den groben Inhalt der Geschichte entnehmen: Der Multi-Millionär und Erfinder der Onlinewelt OASIS James Halliday hat in seinem Testament denjenigen zu seinem Alleinerben erklärt, der das von ihm versteckte Easter-Egg in OASIS findet. Die Hinweise auf das Easter-Egg haben schon viele verzweifeln lassen, bis der junge Wade Watts den ersten von drei Schlüsseln, die zu dem Easter-Egg führen, findet. Damit tritt er eine Lawine los, die sich nicht mehr aufhalten lässt. Denn einige der Jäger scheuen vor nichts zurück, um Hallidays Easter-Egg in die Finger zu bekommen. Die Jagd ist eröffnet – und nun schwebt nicht nur Wades Avatar in der Onlinewelt OASIS, sondern auch er selbst in höchster Gefahr.

Die Geschichte wird durch den achzehnjährigen Wade erzählt, der damit klarstellen möchte, was bei der Suche nach dem Easter-Egg wirklich passiert ist. Er will der Öffentlichkeit die ganze Wahrheit erzählen. Wade beginnt seine Erzählung zu dem Zeitpunkt, an dem er bereits achtzehn ist, berichtet aber nebenher über die Ereignisse, die sein Leben geprägt haben, von seinen Gedanken und Gefühlen und von den Hintergründen, die ihn dazu gebracht haben, nach Hallidays Easter-Egg zu suchen. Dadurch kommt der Leser Wade näher als sein engster Freund Aech – und das macht die Geschichte auch für den Leser persönlich.

Die Onlinewelt OASIS ist ein virtuelles, voll vernetztes Universum, der Zugang ist für alle, die eine Grundausstattung besitzen, kostenlos. Ein Universum, das von nur einem Mann initiiert wurde: James Halliday. Innerhalb dieses Universums gibt es fast unendlich viele Welten, unendlich viele Möglichkeiten, sich zu beschäftigen – und virtuelles Geld auszugeben. Eine virtuelle Welt, die die Möglichkeiten des heutigen Internets bei weitem übersteigt.

Der Erschaffer dieser Welt hatte ein Faible für die Achtziger-Jahre, für Rollenspiele, Spielmaschinen, alte Computer und die darauf laufenden Spiele. Eine Leidenschaft, die er durch die von ihm initiierte Jagd nach dem Easter-Egg weitergeben wollte – und dies auch getan hat. Und damit hat er sicher nicht nur die OASIS-Nutzer, sondern auch die Leser des Buches schnell infiziert. Die vielen Verweise auf Filme, Spiele und Musik machen das Buch zu einem besonderen Genuss für diejenigen, die einen Teil davon schon kennen. Die Leser, die das nicht tun, werden entweder neugierig gemacht oder das Buch wird komplett an ihnen vorbeigehen. Damit hat das Buch definitiv das Potential zu polarisieren – ich befinde mich auf dem Pluspol ;-).

Es fällt mir schwer, das Buch zu kategorisieren, ich würde es spontan in die Kategorien Thriller, Science Fiction und Virtual Realtiy mit Schwerpunkt auf Rollenspiel – ob D&D oder MMOG sei mal dahingestellt – einordnen. Durch das breite Spektrum, das Ernest Cline mit dem Buch abdeckt vermute ich, dass dem Großteil der Leser das Buch gefallen wird. Und es hat wirklich einiges zu bieten: Klassische Rollenspielhelden, typische „Jugendliche“, eine kleine Liebesgeschichte, epische Schlachten – vermutlich das Highlight für klassische High Fantasy-Leser – illegale Handlungen, Action und jede Menge Spannung – sowohl Out- als auch Ingame – und das alles in einer nicht allzu unwahrscheinlich wirkenden Zukunftsvision.

Damit ist es ein Buch, das ich uneingeschränkt allen lesebegeisterten Rollenspielern – insbesondere D&D-Fans -, MMOG-, Automaten- und „Oldie“-Computerspielern empfehlen kann, bei dem aber auch klassische Fantasyleser auf ihre Kosten kommen können.

Mit dem Ende der Geschichte gibt Ernest Cline dem Leser dann noch eine Moral mit auf dem Weg – eine Moral, die sich auch in der heutigen Zeit der eine oder andere zu Herzen nehmen sollte.

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Published in: on März 26, 2012 at 6:30 am  Schreibe einen Kommentar  
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