Der siebte Kristall von Wolfgang Zickler

Wolfgang Zickler
Der siebte Kristall
Verlag: Safeline-Media
631 Seiten
ISBN-10: 3000361197
ISBN-13: 978-3000361197
27,50 €

Das Cover des Buches ist ziemlich dunkel gehalten, im oberen Bereich des Covers kann man – neben dem Titel – einen spärlich beleuchteten Himmelskörper – vermutlich den Mond – erkennen. Im Zentrum des Covers erstrahlt ein Himmelskörper – vielleicht unsere Erde – im hellen Glanz. Ein Himmelskörper, der sich beim Aufklappen des Buches als eine zwischen zwei Händen schwebende Kugel entpuppt. Ein Cover, das sich eindeutig von üblichen Fantasy-Covern abhebt, den Betrachter vielleicht aber auch ein wenig in Richtung Science Fiction tendieren lässt.

Bastian ist ein ganz normaler fußballbegeisterter 11jähriger Junge mit den üblichen Problemen: Eine nervige Schwester, Eltern, die von ihm erwarten, auf den Hof zu helfen und die schwierige Entscheidung, ob man sich mehr auf das anstehende Fußballspiel Schalke – Dortmund, die Sommerferien oder seinen 12. Geburtstag freuen soll.

Doch mit dem Nahen seines 12. Geburtstags geschehen merkwürdige Dinge. Er trifft auf einen alten Mönch, der ihm von einer noch älteren Weissagung erzählt. Unheimliche Leute erkundigen sich in seinem Umfeld nach ihm und seinem genauen Geburtsdatum. Und seit kurzem wird er von einer Rabenkrähe verfolgt.

Mit Bastis 12. Geburtstag nimmt die Weissagung dann ihren Lauf.

Die Geschichte beginnt relativ „normal“, zieht den Leser aber schnell in den Bann. Bastians alltägliches Leben, der Hof seiner Eltern – und die darauf lebenden Tiere – sind so gut beschrieben, dass man sie fast vor Augen hat. Mir haben es hier besonders die „Wachgans“ Berta und das zickige, mit einer perfekten inneren Uhr ausgestattete Pferd Gitta angetan. Auch die Streitereien zwischen Basti und seiner Schwester – und ihre persönlichen Rachestreiche (oder Ideen für die selbigen) sind immer wieder für ein Schmunzeln gut.

Auch das Einbringen der „Dämonen“ und ihr im christlichen Glauben begründeter Hintergrund in unsere Welt sind ziemlich gut gelungen und haben mich im Verlauf der Geschichte auch einmal in die verkehrte Richtung lotsen können.

Bastis Freunde Floh und Pepe begleiten ihn fast durchgehend durch die ganze Geschichte. Die Freundschaft zwischen den dreien ist einer der Angelpunkte, um die sich die Geschichte dreht. Pepe ging mir allerdings mit seiner ständigen Fresslust – und dem Nachgehen derselben – nach einiger Zeit ziemlich auf die Nerven. Dagegen ist mir der ziemlich im Hintergrund bleibende Floh regelrecht sympathisch.

Mit Eintritt in die ziemlich skurrile Welt der Träume verlor die Geschichte für mich jedoch schnell einiges von ihrem Glanz. Mit der Welt als solche – und den dort lebenden Figuren – setzt Wolfgang Zickler zwar einige neue Ideen um – rasende Schneckentaxis und fliegende Rochen sind definitiv einen zweiten Blick wert – richtig mitreißen konnten sie mich jedoch nicht. Auch der wirklich hilfsbereite und eigentlich sympathische Traumweltbewohner FrieDu ging mir mit seinem ständigen „alles Flopp“ irgendwann nur noch auf die Nerven.

Die Ereignisse und Herausforderungen, vor die Basti und seine Freunde in der Traumwelt gestellt werden, wurden für mich viel zu einfach überwunden. Frei nach dem Motto „Mit Freundschaft und Gottesglaube“ – was an sich ein gutes Motto ist – lassen sich alle Hindernisse überwinden. Etwas weniger „Deus ex machina“ hätte der Geschichte meiner Meinung nach aber gut getan. Wo bleibt denn die Herausforderung – und die Spannung, wenn man durch den Einsatz eines magischen Tuches alle Ziele erreichen kann?

Ich würde das Buch damit wirklich nur jüngeren Lesern empfehlen – am besten fußballbegeisterten. Für mich war die Geschichte mit dem Eintritt in die Traumwelt einfach etwas zu vorhersehbar, das Ziel viel zu einfach zu erreichen – und das hat der Geschichte einiges an Spannung genommen.

Nichtsdestotrotz hat der erste Teil des Buches mir einige vergnügliche Lesestunden beschert und die Botschaft, die das Buch dem Leser mitgibt, ist es sicherlich wert, sie sich einmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Hier könnt ihr selber einen ersten Blick ins Buch werfen. Auf der Homepage des Autoren findet ihr außerdem ein paar Bilder zu der Geschichte – die sich genauso auch im Buch wiederfinden.

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Published in: on April 4, 2012 at 7:21 pm  Schreibe einen Kommentar  
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