Schattenwesen von Susanne Rauchhaus

Susanne Rauchhaus
Schattenwesen
Verlag: Ueberreuter
304 Seiten
ISBN-10: 3800055384
ISBN-13: 978-3800055388
14,95 €

Das Cover des Buches ist ziemlich interessant. Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau man darauf erkennen kann: Die linke Seite des Covers wird komplett von einer Tür (oder etwas ähnlichem) eingenommen – dieser Teil des Covers ist in Braun- und Rottönen gehalten. Auf der rechten Seite des Covers kann man in bläulichen Licht Treppenstufen erkennen. In der unteren Rechten Ecke kann man dann Teile zweier kleine Kommoden oder Schränke in einer der Tür ähnliche Farben erkennen. Über das ganze Cover zieht sich das durchscheinende Gesicht einer Frau – und darüber eine Art stilisierte Blumenranke – ebenfalls durchscheinend. Definitiv nicht alltäglich.

Nach dem Tod ihres Vaters muss die junge Kira sehen, wie sie zurecht kommt. Um sich ihr Studium zu finanzieren, verkauft sie ihr Elternhaus und ein Großteil des Hausstandes. Dazu kommt das verlockte Angebot eines reichen Eigenbrötlers, dass sie die von ihrem Vater angefangene Restaurierung eines Freskos übernehmen kann. Mit dem Geld könnte sie ihr komplettes Studium finanzieren.

Ohne zu zögern nimmt sie den Auftrag an – und befindet sich nur kurze Zeit später in der alten Villa, in der ihr Aufraggeber mit seiner Familie und seinem persönlichen Assistenten Cyriel wohnt.

Dass sich das zu restaurierende Fresko in den Kellergewölben des Hauses befindet ist nur die erste Überraschung, die Kira dort erwartet. Das mehrere Jahrhunderte alte Fresko zeigt die Familie ihres Auftraggebers – und Kira ist längst nicht die einzige, die an der Restaurierung arbeiten soll.

Der Titel des Buches ist Programm – auch wenn sich dem Leser der konkrete Zusammenhang nicht gleich erschließt. Denn die Geschichte beginnt doch relativ normal – das einzige ungewöhnliche ist die hohe Summe, die Kira für die Restaurierung des Freskos geboten wird.

Die Beschreibung der alten Villa, in der sie ihren Auftrag ausführen soll, die Lage des Freskos – im Gewölbe der Villa – und die ziemlich merkwürdigen Familie ihres Auftraggebers lassen beim Leser allerdings ein ungutes Gefühl entstehen.

Ganz anders ist da die zweite Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird. Die zweite Hauptperson, Jessy, befindet sich an einem ziemlich unheimlichen Ort. Sie hat keine Ahnung wie sie dort hingekommen ist und wird langsam in die dortigen Gebräuche eingeführt. Alle Menschen dort suchen nach einem Ausgang – niemand hat ihn bisher gefunden. Die Menschen werden versorgt, aber der Überbringer des Essens ist definitiv kein Mensch. Eine ziemlich düstere und gruselige Szenerie.

Was Jessy jedoch in diese Lage gebracht hat und warum die Menschen dort gefangen gehalten werden bleibt lange unklar, ebenso wie der Bezug zu Kira.

Susanne Rauchhaus schafft mit dem Wechsel zwischen diesen Perspektiven einiges an Atmosphäre. Die so normal wirkende Welt, in der Kira plötzlich an jeder Ecke Schatten sieht. Das Knarren und Trippeln in den Wänden. Auf der anderen Seite die düsteren Tunnel ohne Ausgang, die Jessy völlig auf sich allein gestellt erkundet.

Der Wechsel zwischen dunklen Gängen und einen normalen Zimmer, durch das merkwürdige Schatten huschen, lassen einem als Leser so manchen Schauder über den Rücken laufen – und die eigenen Schatten vorsichtig beäugen.

Die Figuren neben Kira und Jessie bleiben ziemlich im Dunkeln. Sie werden nicht wirklich genau beschrieben – und lassen den Leser auch was die Vertrauenswürdigkeit und die Motivation der Personen angeht völlig im Dunklen. Ich würde die Geschichte definitiv nicht als vorhersehbar bezeichnen – ich selber wurde mehrmals in die falsche Richtung gelotst. Die Auflösung der Geschehnisse kam ziemlich plötzlich – und auch für den Leser überraschend.

Die Idee und Hintergründe für die Geschichte waren mir völlig neu – und erfrischend anders. Die Geschichte ist etwas schaurig, aber es gibt ein Happy End :-). Einzig die Liebesgeschichte kam mir etwas konstruiert vor, hat meinen Lesegenuss aber nicht im Geringsten geschmälert. Und damit bin ich mir sicher, dass auch noch weitere Bücher der Autorin ihren Weg in mein Regal finden werden.

Hier könnt ihr selber einen Blick auf die ersten Seiten von „Schattenwesen“ werfen.

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Published in: on April 8, 2012 at 8:44 pm  Schreibe einen Kommentar  
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