Mercy – Ist Liebe ewig?: Gefangen von Rebecca Lim

„Gefangen“ ist der erste Band der Reihe um die Souljackerin Mercy.

Rebecca Lim
Mercy – Ist Liebe ewig?: Gefangen
Verlag: Ravensburger
253 Seiten
ISBN-10: 3473400645
ISBN-13: 978-3473400645
14,99 €

Auf dem Cover von „Gefangen“ ist ein Ausschnitt eines Gesichtes zu sehen, aus dem sich das Auge deutlich hervorhebt. Ein strahlend blaues Auge, in einem sonst ziemlich blassen Gesicht. – Ein Auge, das es eindeutig vermag, den Blick eines Betrachters auf sich zu ziehen.

Mercy weiß nicht, wer sie ist. Sie wacht einfach irgendwann in einem fremden Körper auf, ohne zu wissen, wie lange sie dort bleibt. „Souljacking“ nennt sie das.

Diesmal erwacht Mercy in der jungen Sängerin Carmen auf einem musikalischen Schülerauschtausch, als Star des Ensembles – und das ohne die geringste Ahnung von Noten und Gesang.

Der Sohn ihrer Gasteltern, Ryan, ist ihr jedoch weit mehr als ein Ausgleich für diese Situation und so ist Mercy nur zu gern bereit, ihm bei der Suche seiner seit zwei Jahren verschollenen Schwester zu helfen.

Rebecca Lim stößt den Leser nicht mitten in die Geschichte hinein – zumindest nicht zu schnell. Das Buch beginnt mit einer Einleitung, in der Mercy etwas über ihre seltsame Fähigkeit erzählt – und philosophiert. Danach geht es allerdings direkt zur Sache. Eh‘ man es sich versieht, befindet sich Mercy in einem neuen Körper – Carmens Körper.

Der Fokus der Geschichte liegt auf Mercy, aus deren Sicht die Geschichte auch erzählt wird. Andere Figuren erlebt man nur durch sie hindurch, was aber nicht heißt, dass diese farblos wirken – im Gegenteil. Dadurch, dass Mercy keine der Personen aus Carmens Umfeld kennt, kann sie diese ohne Vorbelastung beurteilen – und beschreibt sie sicher genauer, als Carmen es täte. Sehr hilfreich ist Mercy dabei ihre Gabe, über Berührungen mehr über die Personen zu erfahren.

Was Mercy aber offenbar weniger interessiert, ist die Umgebung, in der sie sich befindet – abgesehen von der Ortsbezeichnung könnte die Geschichte überall spielen.

Zu Ryan, der zweiten Hauptperson der Geschichte, fühlt Mercy sich von Anfang an hingezogen – und das, obwohl sie weiß, dass sie nicht lange bei ihm bleiben wird, schließlich ist ihre Zeit in den fremden Körpern stets begrenzt. Trotzdem beschließt Mercy, in seiner Nähe zu bleiben – und ihm zu helfen. Er ist der einzige, der glaubt, dass seine seit zwei Jahren verschollene Zwillingsschwester, Lauren, noch lebt – und verzweifelt nach ihr sucht. Eine Suche, die Mercy nun mit all‘ ihren Fähigkeiten unterstützt.

Aber obwohl Ryan und Mercy auf der Suche nach einem Verbrechen sind, würde ich das Buch nicht einfach als Krimi bezeichnen – will ich auch gar nicht ;-). Die Suche nach Lauren nimmt zwar einen Teil der Geschichte ein, ist aber längst nicht alles.

Ein Großteil der Geschichte wird von Mercy eingenommen. Ihre Versuche, sich an früher zu erinnern, ihre ständigen Träume oder Visionen von einem Jungen namens Luc, der ihr rät, sich vor den „Acht“ zu verstecken – und Mercys Suche nach dem Grund für ihr ständiges Souljacking (das Wort finde ich übrigens echt klasse). – Ich muss ehrlich zugeben, dass mich Mercy weit mehr fasziniert hat, als es ihre und Ryans gemeinsame Suche nach Lauren getan hat. Als überaus sympathische Hauptperson war sie es, die mich in den Bann gezogen hat – und das Buch in einem Rutsch durchlesen hat lassen.

Der kriminalistische Teil des Buches wird in „Gefangen“ abgeschlossen, Mercys „Aufgabe“ in Carmen ist erfüllt. Trotzdem lässt das Ende den Leser eher wehmütig zurück: Ryan und Mercy haben sich gerade erst kennen gelernt – und lassen den Leser auf mehr zwischen den beiden hoffen – als Mercy gehen muss.

Außerdem bleibt noch einiges im Dunklen: Die Hintergründe für die Rahmenhandlung – ich frage mich immer noch, wer Luc eigentlich ist (ich habe da allerdings so meine Vermutung) – und auch Mercys Vergangenheit, die immer wieder nur durchschimmerte. Und das ist definitiv genug, sich ganz schnell an den nächsten Band der Reihe zu machen.

Wenn ihr Mercy kennen lernt wollt, könnt ihr hier starten.

Published in: on April 25, 2012 at 6:00 pm  Comments (1)  
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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Danke für die Rezi, auf die habe ich schon gewartet. 😉 Klingt echt ganz gut!


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