Sträflingskarneval von Anette Eickert

Anette Eicker
Sträflingskarneval
Verlag: AAVAA
311 Seiten
ISBN-10: 3845902442
ISBN-13: 978-3845902449
11,95 €

Der Titel des Buchs „Sträflingskarneval“ ist etwas irreführend – zumindest für geschichtlich nicht allzu bewandte Menschen (so wie mich ;-)). So habe ich mit dem Titel spontan einen Krimi assoziiert – und das ist „Sträflingskarneval“ definitiv nicht.

Der Autorin nach versteht man unter „Sträflingskarneval“ die öffentliche Folterung eines Gefangenen, um aus ihm ein Geständnis herauszupressen – sei er nun schuldig oder nicht (aus einem Interview auf Solitarys Rezensionsprotokoll). Und da in dem Buch Ähnliches passiert, ist der Titel wiederum sehr passend (wenn man es denn weiß).

Das Cover des Buches ist ziemlich interessant: Dunkle Wolken am Himmel, zwei aneinander gekettete Hände, eine schroffe Klipppe und ein junger Mann, den Kopf nachdenklich auf die Hand gestützt. Ein Cover, das abgesehen von der die Hände umgebenden, lilafarbenen Lichtspiegelung fast komplett nur in Grautönen gehalten ist. Auf mich wirkt es irgendwie mystisch und geheimnisvoll – und hat mich weit mehr angesprochen als der Titel.

Die alten keltischen Druidenorden haben überlebt, bis ins 21. Jahrhundert hinein agieren sie im geheimen – und bewahren alte Geheimnisse.

Aber nicht jedes Mitglied ist dem Orden treu ergeben. Verrat muss bestraft werden – aber wie hart? Und geben außergewöhnliche Situationen dem Großmeister des Ordens das Recht, mittelalterliche Regeln und Zustände wieder ins Leben zu rufen?

Der junge Druide Ryan Tavish ist sich da nicht so sicher…

Das Buch startet mit einer Gerichtsverhandlung. Der junge Aidan MacGrath soll für seinen Verrat gegenüber den Orden, den Druida Lova, verurteilt werden. Eine Verhandlung, die nicht mehr als eine Farce ist – das Urteil stand schon im Vorhinein fest.

Obwohl der junge Ryan Tavish fest davon überzeugt ist, dass Aidan für seinen Verrat bestraft werden muss – auch sein Großvater, der Großmeister des Ordens, kam durch den Verrat ums Leben – ist er erschreckt von der Vorgehensweise des Rates. Als er später die Folgen des Urteils mit eigenen Augen sieht, wird aus seinem anfänglichen Entsetzen über die Behandlung seines ehemaligen Schul“kameraden“ schnell mehr.

Im weiteren Verlauf des Romans werden Schritt für Schritt weitere Geheimnisse ans Licht gebracht, während sich die Grausamkeiten auf Kosten der Verurteilten anhäufen. – Grausamkeiten, von denen man sich nur schwer vorstellen kann, dass sie heute so innerhalb von Europa noch vorkommen könnten. Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob das so wirklich passieren könnte – egal wie abgeschieden der Orden lebt (ich hoffe auf jeden Fall, dass nicht).

Trotzdem kam mir die Geschichte beim Lesen nicht im Geringsten unwirklich vor, es hat irgendwie alles zusammen gepasst – auch wenn ich mir die Ereignisse so in der Nachbarschaft nicht vorstellen könnte (aber ich wohne ja auch nicht auf den britischen Inseln ;-)).

Die Hauptpersonen waren mir durchweg sympathisch – auch wenn ich Ryans Beweggründe nicht immer nachvollziehen konnte. Ryans Freundin Kim ist vielleicht ein bisschen zu gut für die Welt – aber das macht sie nicht minder sympathisch, im Gegenteil.

Die in die Geschichte eingebettete Liebesgeschichte (nein, es sind nicht Ryan und Kim, die ein Paar werden) hat mir gut gefallen. Sie hat die Geschichte wunderschön ergänzt, ohne dabei zu viel Raum einzunehmen. Sie gehörte einfach dazu – und ist vielleicht auch ein weiterer Antrieb für die Hauptpersonen.

Letztendlich geht es in der Geschichte um das Bewahren von Geheimnissen, das Einstehen für Freunde und um Beweggründe, die noch weit tiefer gehen.

„Sträflingskarneval“ ist eine wirklich gelungene Mischung aus Mystik, Spannung, Freundschaft und Intrigen. Es ist dabei nicht übermäßig temporeich, sondern gleicht eher einem geheimnisvollem Puzzle. Stück für Stück enthüllt sich dem Leser das Gesamtbild, um sich dann zum Ende hin dem Leser völlig zu enthüllen.

Mit dem Puzzle beginnen könnt ihr hier.

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Published in: on April 28, 2012 at 8:00 am  Comments (4)  
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4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Von diesem Buch habe ich noch nie gehört, es klingt aber total interessant! Danke für’s Vorstellen!

    • Gerne, dafür bin ich ja da 😉

  2. Freut mich, daß es Dir so gut gefallen hat 🙂

    Demnächst gibt es auch wieder neue Gewinnspiele bei mir 😉

    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Danke 🙂

      Ich schau immer wieder bei dir vorbei – und wenn bei deinen Gewinnspielen was für mich dabei ist bin ich natürlich gerne wieder dabei.

      Liebe Grüße,
      Melanie


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