Die Rivalin der Götter von N.K. Jemisin

„Die Rivalin der Götter“ ist der letzte Band von N. K. Jemisins Trilogie um Götter, Gottkinder, Menschen und Dämonen.

N.K. Jemisin
Die Rivalin der Götter
Verlag: Blanvalet
608 Seiten
ISBN-10: 3442266718
ISBN-13: 978-3442266715
9,99 €

Grafisch ist das Cover von „Die Rivalin der Götter“ an die vorangegangenen Bände angelehnt. Wieder zeigt es eine verhüllte Gestalt, diesmal in einem roten Mantel. Sie ist jedoch nicht so eindeutig weiblich wie die anderen Coverfiguren – und nach dem Lesen des Buches vermute ich fast, dass sie den Gott Si’eh zeigt.

Als Si’eh als Gott der Kinder einen Pakt der Freundschaft mit zwei aramerischen Kindern schließen will, passiert etwas Unvorhergesehenes: Eine gewaltige Explosion tötet beinahe beide Kinder – und raubt Si’eh die Unsterblichkeit.

Das Einzige, was bleibt, ist die einander geschworene Freundschaft – und die wird auf eine harte Probe gestellt.

Ich finde Klappentext und Titel nicht sehr gut gewählt. Die Hauptperson der Geschichte ist nicht Shalar Arameri, eines der Kinder, die Si’eh die Freundschaft schworen, sonder der Gott Si’eh selbst. Titel und Klappentext, ja sogar die vorangegangen Bücher, lassen den potentiellen Leser hier auf etwas anderes schließen. Ein Schluss, der jedoch mit den ersten Seiten des Buches schnell zunichte gemacht wird. Dann, wenn Si’eh beginnt, seine Geschichte auf „sterbliche Weise“ zu erzählen. Shalar Arameri und ihr Bruder Dekarta spielen in dieser Erzählung zwar durchaus eine wichtige Rolle, der Schwerpunkt liegt allerdings eindeutig auf Si’eh.

Si’ehs Erzählung konnte mich allerdings trotz des ähnlichen Schreibstils nicht so fesseln konnte wie die vorangegangen Bände. Vielleicht bin ich zu „menschlich“, um eine Geschichte aus Sicht eines egozentrischen Gottes mitfühlen zu können und mit den durch die göttliche Sicht entstehenden Zeitsprüngen umzugehen. Mir hat diese Erzählweise nur die sterblichen Figuren weiter entfremdet. Und auch der jetzt alterne Si’eh ist mir längst nicht so sympathisch wie der junge Si’eh, der er zumindest zu Beginn der Geschichte noch ist – hier hat mich die Geschichte auch noch gefesselt. Im weiteren Verlauf der Geschichte habe ich immer wieder gehofft, etwas vom Hauch der vorangegangen Bände und dem Anfang dieses Bandes zu erhaschen. Mehr als ein Hauch habe ich dann allerdings nicht finden können. Si’ehs Lebengeschichte – sowohl die vergangene als auch die erzählte – ist wohl einfach nicht mein Fall, auch wenn man ihr durchaus einiges an Originalität zugestehen kann.

Was allerdings mein Fall war, ist die im Anhang versteckte, kleine Bonusgeschichte, die die Geschichte von Intempas und Oree (aus „Die Gefährtin des Lichts“) zu einem süßen Abschluss bringt – eine Geschichte, die mir weit besser gefallen hat als der Rest des Buches – und vielleicht sogar ein Kaufgrund darstellen könnte.

Falls ihr, wie ich, nach „Die Gefährtin des Lichts“ und „Die Erbin der Welt“ dennoch noch einmal in N.K. Jemisins Welt eintauchen wollt, findet ihr hier eine Leseprobe.

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Published in: on September 7, 2012 at 6:00 am  Schreibe einen Kommentar  
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