Dragons Schwur von P.C. Cast und Kristin Cast (Hörbuch)

Nachdem mir „Lenobias Versprechen“ so gut gefallen hat, das Hörbuch zu „Dragons Schwur“ immer noch ungehört auf meinem SUC (Stapel ungehörter CDs) lag und eine längere Autofahrt anstand, stand nicht mehr viel zwischen mir und Dragons Geschichte.

P.C. Cast und Kristin Cast
Dragons Schwur
Sprecher: Marie Bierstedt
Verlag: Lübbe Audio
2 CDs (158 Minuten)
ISBN-10: 3785746784
ISBN-13: 978-3785746783
9,99 €

Schon das Cover des Hörbuchs gefällt mir: Vor dem lilafarbenen Hintergrund kann man einen Teil des Knaufes und der Klinge eines Schwertes erkennen. In der Klinge spiegelt sich das Gesicht einer Frau, vielleicht das Gesicht von Anastasia, Dragons einziger Liebe. Die kleine Mondsichel in der unteren rechten Ecke rundet das Cover perfekt ab.

Von seinem Vater, dem Earl of Langfort, verstoßen, wird der junge Brian Langford von den Soldaten seines Vaters zum Hafen gebracht. Hier sollen sie dafür sorgen, dass Brian an Bord eines Schiffes nach Amerika geht und England für immer verlässt.
Und Brian verlässt England. Nicht jedoch, wie sein Vater geplant hat, an Bord eines Handelsschiffes, sondern an Bord eines Vampyrschiffes. Denn im Hafen gezeichnet hat sich für Brian ein ganz anderer Weg aufgetan, der Weg der Vampyre.

Als junger Schwertmeister trifft er im Tower Grove House of Night auf die ebenfalls noch sehr junge Lehrerin für Zauberei und Magie, Anastasia. Ein Treffen, das ihr beider Leben für immer verändern wird.

Eingeleitet von einer mystischen Melodie erzählt Marie Biersted in „Dragons Schwur“ nicht nur die Geschichte von Brian „Dragon“ Langfort, sondern auch die seiner großen Liebe, Anastasia. Die Geschichte eines jungen englischen Adeligen und einer amerikanischen Quäkerin. Zwei verschiedene Personen, die durch Marie Bierstedts Erzählweise gekonnt zum Leben erweckt werden. Der ziemlich selbstbewusste, leicht arrogante Dragon, der Anastasia durch seine Art zu der Frage „Hat dir jemand schon mal den Unterschied zwischen Arroganz und Selbstbewusstsein erklärt?“ verleitet. Sein jungenhaftes Grinsen stand mir eigentlich bei jedem seiner Worte vor Augen. Anastasia ist quasi sein Gegenpart, eine junge, noch unsicherere Lehrerin, die sich züchtig und schulmeisterhaft kleidet, um von ihren Schülern trotz ihres jungen Alters für voll genommen zu werden. Sie eine Pazifistin, er ein Krieger.

Als Leser der „House of Night“-Reihe weiß man, dass die beiden zueinander finden. Die ziemlich düstere Rahmenhandlung gibt auch Neueinsteigern diese Informationen, überdeckt dabei jedoch die ganze Geschichte mit Düsternis und Melancholie, denn der Dragon, der am Scheiterhaufen eines Schülers mit dem Schicksal hadert, das ihm seine Geliebte genommen hat, ist ein ganz anderer als der junge, verschmitzte Vampyr, den Anastasia im Tower Grove House of Night kennen lernt. Der Schwur, den er gegen Ende am Scheiterhaufen leistet, ist düster und zornig, nicht so wie der, den er Anastasia einst gab. – Welcher der beiden Schwüre wohl dem Buch seinen Titel gab?

Ohne die Rahmenhandlung würde „Dragons Schwur“ nur die fantastische Liebesgeschichte zweier junger Vampyre und ihren Kampf gegen das Böse erzählen. Mit der Rahmenhandlung jedoch schlagen P.C. und Kristin Cast eine dunkle Brücke zur „House of Night“-Reihe und zu den Ereignissen nach Anastasias Tod. Dragons Verzweiflung ist jetzt spürbar, seine Handlungen nachvollziehbar, sein Schicksal lässt sich damit wohl nur als tragisch beschreiben.

„Dragons Schwur“ ist eine schöne Ergänzung zur „House of Night“-Reihe, die von Lübbe Audio gekonnt in Szene gesetzt wurde. Ich kann die Geschichte jedem „House of Night“-Fan nahe legen, damit sie nichts vorweg nimmt, sollte „Dragons Schwur“ allerdings erst nach Band 8 der Reihe gelesen oder angehört werden.

Wer Reinlesen möchte findet hier eine Leseprobe, Reinhören könnt ihr hier.

Published in: on September 18, 2012 at 6:00 am  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Solchen Zusatzgeschichten stehe ich immer etwas kritisch gegenüber. Zum einen wünscht man sich weitere Bücher zu einer lieb gewonnenen Serie, besonders wenn diese bereits abgeschlossen ist, zum anderen schwebt immer die Gefahr im Raum, dass diese weiteren Geschichten nur geschrieben wurden, um den Hype der Serie weiter auszunutzen und dabei inhaltlich nicht wirklich etwas bieten. Da mich genau aus diesen Gründen schon einige solcher Geschichten enttäuscht haben, war ich gespannt, wie es mit der ersten House of Night Story aussehen würde. Um es vorweg zu nehmen: Ganz überzeugen konnte mich „Dragons Schwur“ leider nicht.

    • Mir hat „Dragons Schwur“ gefallen, auch wenn es nicht ganz an „Lenobias Versprechen“ heranreicht.

      Meiner Meinung überwiegt die Möglichkeit mehr über liebgewonnene Charaktere zu erfahren nach das von dir genannte Risiko enttäuscht zu werden bei weitem – und wie gesagt, ich wurde nicht enttäuscht :-).

      Liebe Grüße,
      Melanie


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