Mastiff von Tamora Pierce

„Mastiff“ ist der dritte und letzte Band der Geschichte um Beka Cooper, der letzte der bisher in Tamora Pierce Tortall-Universum erschienenen Romane. Lesen sollte man das Buch (und die Rezension) nur, wenn man zumindest die ersten zwei der „Beka Cooper“-Romane gelesen hat. Ich würde sogar empfehlen, die Tortall-Romane nach Erscheinungsdatum sortiert zu lesen und daher mit „Die schwarze Stadt“ zu beginnen.

Tamora Pierce
Mastiff
Verlag: Random House
608 Seiten
ISBN-10: 0375814701
ISBN-13: 978-0375814709
14,80 €

Obwohl das Buch von der Gestaltung her an die Vorgängerbände angelehnt ist, gefällt es mir bei weitem nicht so gut wie die anderen zwei: Es zeigt eine junge Frau in Kettenhemd sowie einen Hund und eine Katze vor einer Gebirgskette. Vermutlich soll es Beka, Poune und Achoo bei der Jagd darstellen. Aber die unnatürliche Körperhaltung der Frau lässt die ganze Szenerie auf mich ziemlich unwirklich wirken.

Eine geheimnisvolle Mission ist es, die Beka noch in der Nacht nach der Beerdigung ihres Verlobten Holborn zur Pflicht ruft. Eine Mission, von der nicht weniger als die Zukunft des ganzen Königreiches abhängt.

Nach den ersten Verwirrungen zu Anfang des Buches – ich bin mir ziemlich sicher, dass Beka im Vorgängerband noch nicht verlobt war (und konnte ihren Verlobten auch im Personenverzeichnis des Vorgängerbandes nicht finden) – bin ich ziemlich schnell wieder in Bekas Tortall hineingekommen. Viel Zeit dafür war allerdings auch nicht vorhanden, schon auf den ersten Seiten wird Beka vom Lord der Garde zu einer geheimen Mission beordert – an seiner Seite. Auf die erste Verwirrung und dem direkt darauf folgenden Rätseln um die geheime Mission folgt die Aufklärung und der Beginn der Jagd mit stetem Spannungspegel.

Aufgelockert wird die Jagd durch den ziemlich halunkenhaft wirkenden Magier Farmer Cape: Mal durch seine Scherze, mal mit seinen ziemlich ungewöhnlichen Umgang mit der Magie – mir ist er schon kurz nach seinem ersten Auftreten ans Herz gewachsen. Sein ganzer Stil, das jugendhafte Grinsen, die stete Untertreibung was seine Macht angeht erinnern er mich an George Cooper aus der Alanna-Reihe – ein liebenswerter Halunke eben.

Aber auch die alten Bekannten aus den ersten zwei Bänden der Reihe machen die Jagd wie gewohnt um einiges amüsanter. Ohne die Kommentare von Pounce (Leser der Alanna-Reihe ist er auch unter dem Namen „Immertreu“ bekannt) würde der Geschichte einiges fehlen. Aber es nicht nur ein Wiedersehen, die Figuren – allen voran Beka – haben sich weiterentwickelt und sie entwickeln sich auch im Verlauf der Geschichte weiter. Dank Farmers regelmäßigem Einbezug seiner Gefährten in seine Zauber – ob gewollt oder ungewollt (fragt sich bloß von wem) – verliert Beka zum Beispiel etwas von ihrem Unbehagen gegenüber von Magie – und das ist beileibe nicht die einzige Entwicklung, die sie oder ihre Gefährten durchmachen. Nicht alle dieser Entwicklungen sind vorhersehbar (eigentlich sind es die meisten nicht) – oder erfreulich. Aber genau das ist es, was eine gute Geschichte – und das ist „Mastiff“ definitiv – ausmacht.

Beim Lesen sind mir außerdem mehrere kleine Anmerkungen zu Themen aus anderen Büchern des Tortall-Universums, wie die Wilden Magie, die Ysandir oder die Sturmflügel, aufgefallen durch die Tamora Pierce die Fäden zwischen den einzelnen Tortall-Romanen enger verknüpft. Eine Verbindung, die Tamora Pierce mit der Weiterführung der im ersten Band gestartete Rahmenhandlung gekonnt zu einer Brücke zum ersten Band der Alanna-Reihe „Die schwarze Stadt“ ausbaut und damit bei mir definitiv die Lust geweckt hat, einen Re-Read der Tortall-Romane zu starten.

„Mastiff“ ist daher – ebenso wie die anderen Bücher aus Tamora Pierce Feder – eines der Bücher, die man immer wieder aufs Neue lesen kann. Und auch wenn ich nicht glaube, dass jemand, der die ersten zwei Bücher der „Beka Cooper“-Reihe schon kennt, noch einen Anreiz braucht, hier könnte man in die ersten Seiten des Buches hineinschnuppern.

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Published in: on Oktober 25, 2012 at 12:30 pm  Schreibe einen Kommentar  
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