Diebesgeflüster 1

Diebesgeflüster 1
Verlag: Aeternica
100 Seiten, E-Book
ASIN: B009SD2P3A
2,99 €

„Diebesgeflüster 1“ ist eine Sammlung von Geschichten, die man „sich nur hinter vorgehaltener Hand“ erzählt: „Erzählungen, Gerüchte, Sagen und Legenden über Diebe, Gauner, Trickbetrüger, Hochstapler, Agenten und einige handeln sogar von Assassinen“ – Besser als durch diese Beschreibung des Verlages lässt sich die Sammlung nicht beschreiben – auch wenn sie sich damit offensichtlich auch schon auf die (hoffentlich) noch erscheinenden Folgebänder bezieht.

Das Cover des Buches zeigt eine von einem schwarzen Mantel verhüllte Gestalt vor einem nur durch den Mond erhellten Torbogen. Eine Gestalt, die in jede der Geschichte passt, ob sie nun Wächter, Dieb oder Assasine ist – und ein Cover wie geschaffen für eine Sammlung von Schurkengeschichten.

„Diebesgeflüster 1“ enthält vier dieser Schurkengeschichten und jeder von ihnen ist mehr als nur eine kurze Erwähnung wert:

Dame Jiro von Tanja Rast
In dieser Nacht wird der Dieb Jiro den von ihm und Evanne lang geplanten Diebstahl durchführen: Seine Tarnung als Frau soll ihm den Zugang zur Villa des magischen Rates verschaffen – doch das ist nur der erste Schritt ihres waghalsigen Plans.

Das Grauen im Spiegel von Angelika Diem
Die Wette seines Freundes Beregor und der darauf folgende wagemutiger Diebstahl bringen den jungen Kalim in ernsthafte Schwierigkeiten. Ob seine Beute ausreicht, diesen Schwierigkeiten zu entkommen?

Pascal und der Gentleman von Dennis Frey
Als der junge Pascal bei einem seiner abendlichen Spaziergang sieht, wie ein Edler seine Frau misshandelt, beschließt er etwas zu unternehmen: Der „Mechanieche Rähcher“ ist geboren.

Horus, Sohn der Diebe von Felicitas Brandt
Ein geheimnisvoller, fast unheimlicher Fremder trifft bei seiner verzweifelten Suche nach einem Mädchen auf eine Gruppe junger Diebe. Eine Begegnung, die das Leben des Anführers der Bande, Jac, für immer verändert wird.

Die Herausgeber haben bei ihrer Geschichtenauswahl definitiv ein gutes Händchen bewiesen. Vier Diebesgeschichten, die trotz ihrer Unterschiede gut harmonieren und dem Leser stets auf eine andere Art und Weise zu unterhalten wissen.

Bei „Die Dame Jiro“ taucht der Leser erst zu dem Zeitpunkt in die Geschichte ein, als die zwei Hauptpersonen Jiro und Evanne ihren Coup bereits starten. An Jiros Seite stürzt man sich ins Abenteuer – und wird, während man ständig Jiros Enttarnung befürchtet, Stück für Stück mit Informationen versorgt. Die schnell entstehende Sympathie für die Hauptpersonen und die stetig steigende Spannung gipfeln dann in die finale und recht überraschende Auflösung des ganzen Geschehens.

Auch das „Das Grauen im Spiegel“ lässt den Leser einen Blick auf zwei sympathische Diebeskumpanen werfen. Freunde, die für einander einstehen. Neugierig verfolgt man Kalims Flucht vor den Häschern des Bestohlenen – und den nunmehr verzauberten Freund. Die magischen Gegenstände – mehrere Tarnamulette und eine wirklich faszinierende Gürtelschnalle – die er dank seines Diebstahls erstehen kann, erleichtern sein Tun. Sie sorgen allerdings auch für ein Ende, dass noch genügend Stoff für weitere Geschichten bietet. Eine Geschichte, die mit einem Grinsen der Hauptperson endet, lässt einen als Leser jedenfalls mit Hoffnung auf eine Fortsetzung zurück.

„Pascal und der Gentleman“ hingegen ist eine humorvolle Geschichte. Die Idee der Geschichte an sich ist vielleicht nicht neu, aber die Erfindungen der Hauptperson und seine mal genialen, mal völlig weltfremden Gedankengänge lassen sie in einem völlig neuem Glanz erstrahlen. Der humorvolle Ausflug ins steampunkige London ist jedenfalls genau das richtige um einem trüben Herbsttag für eine kurze Weile zu entfliehen.

Felicitas Brandt erzählt dann in „Horus, der Sohn der Diebe“ gleich zwei Geschichten: Die eines unbekannten Fremden und die eines jungen Diebes. Geschichten, die sie langsam immer tiefer mit einander verwebt, um dann das größte der Geheimnisse erst mit den letzten Sätzen zu lüften.

Diebesgeflüster ist eine Sammlung von fesselnden Geschichten aus der Welt der Diebe. Mir hat der Ausflug in diese Welt gefallen und ich würde zu gern einen Blick auf weiteres Diebesgeflüster erhaschen. Ich hoffe, der Verlag lässt sich nicht zu viel Zeit mit der nächsten Anthologie.

Published in: on Oktober 28, 2012 at 9:00 am  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. […] in die Welt der Diebe bei Diebesgeflüster 1 wirklich gut gefallen hat (meine Rezension findet ihr hier) habe ich mich umso mehr gefreut, als ich heute bei FictionFantasy die Info entdeckt habe, dass man […]

  2. […] in “Diebesgeflüster 1” sind in diesem Band vier Schurken- und Diebesgeschichten […]

  3. […] Diems Geschichte beschert dem Leser von “Diebesgeflüster 1” ein freudiges Wiedersehen mit Kalim aus “Das Grauen im Spiegel”. Eine […]


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