Diebesgeflüster 2

„Diebesgeflüster 2“ ist die zweite Sammlung von Diebes- und Gaunergeschichten aus dem Aeternica-Verlag. Geschichten, die man „sich nur hinter vorgehaltener Hand“ erzählt – die sich aber ganz sicher nicht verstecken müssen.

cover_diebe02_max Diebesgeflüster 2
Verlag: Aeternica
114 Seiten, E-Book
ASIN: B00AM4METE
2,99 €

Das Cover des Buches ähnelt dem vom Band eins: Eine von einem dunklen Mantel verhüllte Gestalt, die durch einen nur vom Mondlicht und Kerzenschein erhellten Gang schleicht. Vielleicht ist es sogar die gleiche wie im ersten Band? Das wird der Leser wohl nie erfahren.

Wie in „Diebesgeflüster 1“ sind in diesem Band vier Schurken- und Diebesgeschichten enthalten:

„Das Kupferherz“ von Stefanie Mühlsteph
Eine gemeinsame Aktion von Diebes- und Mördergilde ist es, die Alice und Elijah zusammenführt. Als Diebin mit mechanischen „Grundkenntnissen“ ist Alice wie geschaffen für den Diebstahl des „Kupferherzens“. Ein Perpetuum Mobile, dass das Ende des jetzigen Zeitalters einläuten würde – ein Ende, das weder die Gilden noch Alice wünschen. Um das Gelingen der gefährlichen Aktion sicherzustellen wird Alice der Assassine Elijah zur Seite gestellt. Eine Aktion, die beide an die Grenzen ihres Könnens treibt.

„Schwert, Magie und Musik – Kollekte“ von Elvira Stecher
Eine gar fromme – manch‘ einer mag sie auch konservativ nennen – Stadt ist es, in die es Elissa, Mogan und Yelas geführt hat. Eine Stadt, in der sie weder spielen noch sonstigen Künsten nachgehen können, um ihr Geld zu verdienen. So bleibt ihnen wohl nur, sich dieses anderweitig zu verdienen. Bei der bürgerlichen Spendenabgabe zur Sündentilgung am örtlichen Tempel zum Beispiel.

„Drachenperle“ von Tanja Rast
Ein gefährlicher Coup ist es, der fast allein auf den Schultern des kleinen Drachen Mrimbrim ruht. Sein menschlicher Diebesgefährte Turan kann nur für Ablenkung sorgen und die Flucht unterstützen. Ob den beiden ihr Diebstahl gelingen wird?

„Wayra“ von Sabrina Železný
Wayra erzählt von einer Begegnung, die das Leben des Diebes Lucas Pumacallpa für immer verändert. Ob es eine Veränderung zum Guten ist?

Mein persönliches Highlight der Sammlung ist wiedermal Tanja Rasts Geschichte. Ich habe mich gleich in den kleinen Drachen Mrimbrim verliebt und anschließend mit seinem menschlichen Gefährten Turan während der Diebestour um ihn gebangt. Seine Auftritte konnte ich nur mit einem Grinsen quittieren – und ich sehe ihn immer noch bei seinen gezielten Abstürzen bildlich vor mir. Von Turans Selbstbeherrschung kann sich vermutlich jeder Leser eine Scheibe abschneiden, ich hätte mir an seiner Stelle niemals das Lachen verkneifen können. „Drachenperle“ bietet dem Leser wirklich alles: Spannung, einen guten Schuss Humor und zwei wirklich sympathische Schurken.

„Das Kupferherz“ ist eine gelungene Steam-Punk-Geschichte, die den Leser mit leichter Hoffnung für die weitere Zusammenarbeit der beiden Protagonisten zurücklässt. Bei diesem Coup läuft ihre Zusammenarbeit jedenfalls gut – bis auf kleine Unwägbarkeiten, erste Abneigungen und das Thema anschließende Flucht. Mir haben die Wortgefechte der beiden, ihr Geschick und ihr Coup jedenfalls gefallen.

Während in „Kupferherz“ das Artefakt auf übliche Weise gewonnen wird, verdienen sich die drei „Helden“ aus „Schwert, Magie und Musik“ ihr Geld auf wirklich humorvolle Art und Weise. Den Bürgern sei der Verlust ob ihres Verhaltens gegenüber den dreien wirklich gegönnt, genau wie den dreien ihr Gewinn nach der für den Leser wirklich gelungenen Vorstellung.

Am wenigsten gefallen hat mir „Wayra“, vermutlich war mir die Geschichte einfach zu düster, zu tragisch. Die Begegnung, die der Dieb Lucas Pumacallpa macht, ist nämlich bei weitem nicht so gut wie sie scheint. Und auch wenn der Diebstahl, den Wayra ihm vorschlägt, so verlockend ist wie sie selbst und auch wenn die Künste, die sie ihn lehrt, ihn in den Meisterstand seiner Kunst erheben, sind die Folgen seiner Tat weit größer als er ahnt.

Und obwohl mir die düstere Geschichte zum Schluss nicht ganz so gut gefallen hat: Gelungen ist die Auswahl definitiv – und gefesselt hat mich jede der kleinen Geschichten. Manch‘ eine hat mich sogar mit der starken Hoffnung auf eine Fortsetzung zurückgelassen. Und damit wird auch das nächste „Diebesgeflüster“ ganz sicher in mein (virtuelles) Regal einziehen.

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Published in: on Januar 2, 2013 at 12:30 pm  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. […] Stechers Geschichte aus Diebesgeflüster 2 habe ich verschlungen, ihr Roman “Drache im Ei” liegt allerdings noch ungelesen auf […]

  2. […] mich Tanja Rasts Kurzgeschichte über den Drachen Mrimbrim in “Diebesgeflüster 2″ verzaubert hat, wanderte auch ihre 2010 erschiene Kurzgeschichte “Stadt im Schnee” auf […]


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