Rabenblut drängt von Nikola Hotel

rabenblutdrängt Nikola Hotel
Rabenblut drängt
Verlag: CreateSpace
450 Seiten
ISBN-10: 1477635599
ISBN-13: 978-1477635599
12,95 €

Das Buchcover von Rabenblut drängt ist größtenteils in Blautönen gehalten. Es zeigt Teile einer Stadt, ich vermute Prag: Eine Brücke über einen breiten Fluss, im Hintergrund ein paar größere Gebäude. Der Titel des Buches prangt in schwarz in der Mitte des Covers, der obere Teil wird von einem schwarzen Rabenflügel eingenommen: „Rabenblut drängt“.

Als Praktikantin unterstützt die Studentin Isa die beiden Forscher Lara und Marek bei ihrer Arbeit in den tschechischen Wäldern. Ein Bauer ruft die beiden hinzu, nachdem seine Schafherde von wilden Hunden angegriffen wurde. Als Isa und Marek zu ihm stoßen, finden sie einen toten Wolf und einen nackten Mann, der in seinen Händen einen toten Raben hält. Völlig unterkühlt bringen sie den Fremden ins Krankenhaus. Aber mehr als seinen Namen, Alexej, gibt er dort nicht preis – er behauptet, sein Gedächtnis verloren zu haben.

Vorerst kann der geheimnisvolle Fremde bei Lara und Marek unterkommen und für Kost und Logis einen Teil der Arbeit übernehmen. Alexej fasziniert Isa, die ahnt, dass er ein dunkles Geheimnis verbirgt – aus gutem Grund.

Schon mit dem Zitat zu Anfang des Buches hat mich „Rabenblut drängt“ in seinen Bann geschlagen: „If men had wings and bore black feathers, few of them would be clever enough to be crows“ (Henry Ward Beecher) – Wenn Männer Flügel hätten und schwarze Federn trügen, wären nur wenige von ihnen schlau genug um Krähen zu sein.

Mit dem Prolog steigt man als Leser düster in die Geschichte ein, auch wenn der Ich-Erzähler als glücklicher Mann stirbt. Im weiteren Verlauf der Geschichte wechselt die Erzählperspektive zwischen Alexej und Isa, zwischen Rabe und Mensch. Isa als Praktikantin in einem Land, dessen Sprache sie nicht versteht und dessen Kälte sie immer wieder zum Zittern bringt (auch wegen der defekten Heizung in ihrer Hütte) ist leicht zu deuten, leicht zu verstehen. Ganz im Gegensatz zu Alexej, dem Anführer des merkwürdigen Rabenschwarms, der schon lange nicht mehr unter den Menschen weilte – aus gutem Grund, wie er glaubt.

Als Leser weiß man gleich, was Alexej ist; Isa macht sein Verhalten wie zum Beispiel der unbewusste Verzehr einiger Asseln und sein merkwürdiges Verhältnis zu dem gestorbenen Raben Pavel misstrauisch. Aber auch dem Leser werden längst nicht alle von Alexejs Geheimnissen enthüllt, er ist und bleibt geheimnisvoll. Seinem Charme können sich allerdings die wenigsten entziehen, weder der Leser noch die anderen Figuren des Buches (wenn sie nicht gerade von Hass zerfressen sind).

„Rabenblut drängt“ ist allerdings nicht bloß eine Liebesgeschichte zwischen Rabe und Mensch. Es ist auch eine Geschichte von Musik – eine weitere Facetten von Alexejs Leben; von Rabenblut, denn Alexej ist längst nicht der einzige dieser besonderen Raben und auch sein Schwarm nimmt einen Großteil der Geschichte ein – besonders Pavels kleiner Bruder Jaro hat mich immer wieder zu einem Grinsen verleitet (wer könnte einem jungen, vergnügten Raben mit Heißhunger auf Pommes schon wiederstehen?); von den tschechischen Wäldern – durch Isas Ausflüge und Betrachtung sieht man zumindest ein Teil der Landschaft und die dort lebenden Tiere bildlich vor sich; aber auch von jahrelangem Hass. Einem Hass, dessen Besitzer lange aus dem verborgenen agiert, der aber schon einigen Raben das Leben gekostet hat – und auch Isa und Alexej in Gefahr bringt.

“Rabenblut drängt” ist eine spannende, aber auch romantische Geschichte fernab des Mainstreams. Eine Geschichte voller Romantik, Mystik und Spannung – und damit ein Buch, an dem sicherlich viele ihre Freude haben können – mich jedenfalls hat es von der ersten bis zur letzten Seite in seinem Bann gehalten hat. Und mit dem letzten Satz bin ich wirklich neugierig auf den vermutlich noch in diesem Jahr erscheinenden Folgeband. Einen weiteren Ausflug in die Welt von Isa und Alexej werde ich mir sicher nicht entgehen lassen.

Eine Leseprobe findet ihr hier.

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Published in: on Januar 19, 2013 at 9:00 am  Schreibe einen Kommentar  
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