Der eiserne Wald von Chris Howard

dereisernewald Chris Howard
Der eiserne Wald
Verlag: Knaur
368 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3426512890
ISBN-13: 978-3426512890
9,99 €

Bei „Der eiserne Wald“ handelt es sich um den ersten Teil einer Reihe – eine Information, die der Leser leider erst mit dem Ende des Buches erhält.

Das Cover des Buches wird großflächig von einer Metallplatte eingenommen. Eine Platte, die in der Mitte geborsten ist – und hinter der sich nichts als Schwärze verbirgt. Der Titel des Buches hat die gleiche Farbe wie diese Metallplatte und passt damit sowohl von der Bedeutung als auch von der Farbgebung perfekt zum Cover.

Banyon ist ein Baumeister wie sein Vater. Jemand, der aus Schrott metallische Bäume, sogar ganze Wälder entstehen lassen kann. Diese Bäume sind – abgesehen von Legenden und Sagen – das einzige, was in seiner Welt noch an die Wälder von einst erinnert. In dieser Welt sind die einzigen Pflanzen genmodifizierter Mais, der von dem Hersteller, GenTech, teuer an die hungrigen Menschen verkauft wird.

Als er bei seinem aktuellen Auftrag Hinweise auf den Verbleib seines Vaters – und auf echte Bäume – erhält, macht er sich auf die Suche.

Die Welt, die Chris Howard beschreibt, ist hart und brutal. Essen und Benzin wird aus Mais gewonnen. Die Ernährung ist nicht gerade abwechslungsreich und sorgt hauptsächlich dafür, den Reichtum der Firma GenTech zu mehren. In dieser Welt ist jeder auf sich allein gestellt und Verbindungen sind eher zweckmäßig als freundschaftlich. Dementsprechend handeln auch die Figuren der Geschichte, was sie nicht gerade sympathisch macht.

Generell sind sowohl die Figuren als auch die Handlung ziemlich stereotyp. Auf der einen Seite der geld- und machtgierige Konzern und allesfressende (auch Menschen) Heuschrecken, auf der anderen Seite die armen Menschen, die irgendwie über die Runden kommen wollen und dafür selbst fast alle moralischen Grundsätze über den Haufen werfen. Dementsprechend brutal fällt auch das Geschehen aus, Aggressivität und Tod stehen an der Tagesordnung, das einzig schöne sind die metallernen Bäume, die in den Himmel ragen – was dem Leser eindrücklich vermittelt, wie schlimm es um die Welt steht, die Chris Howard beschreibt.

Mag sein, dass die Figuren besser sind als sie scheinen. Einigen, allen voran Banyon, tut leid, was sie tun müssen. Es ändert allerdings nichts an den Ergebnissen, auch wenn Banyon diese stets bedauert – weil er daran beteiligt war oder einfach nur ob seiner Machtlosigkeit. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass er immer erst nach seinen Taten über diese nachdachte (um sie dann zu bedauern). Banyons Motive an sich, die Suche nach seinem Vater und den letzten Bäumen, sind vermutlich gut zu nennen und man kann auch der Welt, in die er lebt, die Schuld an den Handlungen geben, die daraus folgen. Das macht allerdings weder ihn noch die Geschichte sympathischer.

Die Figuren, die er während seiner Suche trifft, sind wie er geprägt durch die Welt, in der sie leben – auch wenn sich manche durchaus ein wenig Freundlichkeit und andere Gefühle als Angst und Hass bewahrt haben. Damit kommt es zumindest auch zu ein paar freundschaftlichen, geschwisterlichen und sogar rosaroten Gefühlen, Chris Howard hat tatsächlich auch in diese Welt die mehr oder weniger typische Liebesgeschichte eingebaut. Sie passt sich allerdings ziemlich gut an das restliche Setting an und ist damit auch nicht übermäßig tiefschürfend oder handlungsbestimmend.

Mit dem Ende vermittelt Chris Howard zumindest ein kleines bisschen Hoffnung für die Welt – und ihre Bewohner. Als Happy End würde ich das Ende des Buches nicht bezeichnen, es passt allerdings zu dem dystopischen Setting und dem Rest der Geschichte. Wirklich gefallen hat mir die Auflösung dennoch nicht, mir war sie (wie auch der Rest des Buches) einfach zu brutal und zerstörerisch. Einzig die Idee, die dort begraben ist, hat mir gefallen, sie wäre definitiv ein guter Aufhänger für einen Science Fantasy Roman. Die Geschichte, die daraus erwachsen könnte (vielleicht einige 100 Jahre nach dem Geschehen in diesem Buch) könnte mir wirklich gut gefallen.

Insgesamt war „Der Eiserne Wald“ damit definitv nichts für mich. Die Kombination aus einer grausamen Welt und den Menschen, die daraus erwachsen sind, hat mir ebenso wenig gefallen wie die eher stereotype Zeichnung eben dieser Charaktere. Eine Leseempfehlung kann ich damit nicht aussprechen, auch wenn die Geschichte durchaus dem ein oder anderen Dystopie- und Actionfan gefallen könnte.

Wenn ihr euch selbst ein Bild von der Geschichte machen wollt, findet ihr hier die ersten Seiten des Buches.

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Published in: on November 1, 2013 at 12:30 pm  Schreibe einen Kommentar  
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