Der Kuss der Göttin von Aprilynne Pike

derkussdergoettin Aprilynne Pike
Der Kuss der Göttin
Verlag: cbj
416 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3570156184
ISBN-13: 978-3570156186
16,99 €

„Der Kuss der Göttin“ ist der Auftakt einer neuen Reihe um das mysteriöse Mädchen Tavia.

Das Cover des Buches ist in gold-gelben Farben gehalten und zeigt nichts weiter als eine junge Frau, die verwundert ihrer Hände betrachtet. Mich hat es ziemlich neugierig gemacht – und im Nachhinein kann ich sagen, das diese Verfassung ziemlich gut die Gefühlswelt der Protagonistin Tavia widerspiegelt.

Auf unerklärliche Weise überlebt Tavia einen Flugzeugabsturz, der mehr als 200 Menschen inklusive ihren Eltern das Leben kostete. Bei entfernten Verwandten versucht sie, wieder auf die Beine zu kommen und die Folgen des Absturzes hinter sich zu lassen. Die merkwürdigen Dreiecke, die sie seit dem zu verfolgen scheinen, und die Menschen, die an Orte verschwinden die es gar nicht geben kann, lassen sie an ihrem Verstand zweifeln – bis sie ein Gespräch belauscht, dass nicht für ihre Ohren bestimmt war.

Wenn man nicht gerade den Klapptentext des Buches gelesen hat ist „Der Kuss der Göttin“ ziemlich mysteriös. Der Großteil der Geschichte wird aus Tavias Sicht erzählt, beginnend mit dem Absturz, der ihr ganzes Leben veränderte. Tavia Gedankengänge sind ziemlich nachvollziehbar und ihr Leben relativ normal – so normal, wie es für eine schwer verletzte Waise nach einem Flugzeugabsturz sein kann. Die Dinge, die sie sieht, verwirren sie ebenso wie den Leser, der ihren Entdeckungen genauso ungläubig gegenübersteht wie sie. Kann es sein, dass diese Dinge einfach nur Folgen ihres Hirntraumas sind? Wie hängt der geheimnisvolle Fremde, Quinn Avery, der auf Wegen geht, denen sie nicht folgen kann, mit den ganzen Komplex zusammen?

Zum Glück steht Tavia diesen Verwirrungen nicht allein gegenüber – tun ihre Verwandten und auch ihre Therapeutin doch alles, um sie zu unterstützen (glaubt man zumindest anfangs). Und auch ihr bester (und einziger) Freund Benson ist ihr eine starke Stütze. Wirklich vertrauen kann Tavia aber eigentlich niemanden, denn spätestens das Telefongespräch, das sie belauscht, stellt ihre ganze Welt auf den Kopf.

Einzig Benson steht ihr nun zur Seite um den Hinweisen zu folgen, die die Geheimnisse um Tavias Person zu enthüllen. Und damit folgen sie der Spur, die Quinn ausgelegt hat, ohne zu wissen, ob sie ihm trauen kann. Seine leicht gruselige Aura und die starke Anziehungskraft, die er auf Tavia ausübt, haben zumindest bei mir diese Vorgehensweise durchgängig in Frage gestellt.

Grundsätzlich stellt man als Leser ebenso wie Tavia mit jedem Hinweisschnipselchen, das sie findet, die zuvor getroffenen Gedankengänge (und damit eigentlich alles) in Frage. Wem kann Tavia nun wirklich trauen? Was ist es, das in Tavia steckt und so mancher unbedingt aus ihr herauskitzeln will? Die Gedankengänge einer weiteren geheimnisvollen Person, mit der manche der Kapitel enden, lassen den Leser schnell feststellen, dass Tavia zumindest eines nicht ist: verrückt. Was sie ist, erfährt man dadurch allerdings auch nicht. Die Andeutungen, die gemacht werden, schüren nur weiter die Neugier des Lesers, schieben sie in eine oder die andere Richtung und machen die Geschichte dadurch immer spannender.

Mit der schlussendlichen Aufklärung werden sämtliche Gedankengänge noch einmal über den Haufen geworfen, um dann jeden Hinweis, jede einzelne Handlung ihren richtigen Platz in der Gesamtgeschichte einnehmen zu lassen. Mich hat die Aufklärung überrascht – und schockiert. Die Fronten sind mit dem Ende geklärt (vorerst) und zumindest Tavia hat nun ihren Platz gefunden. Ihre Geschichte ist aber noch längst nicht zu Ende. Eigentlich hat sie jetzt sogar erst begonnnen.

Mysteriös, spannend und völlig unvorhersehbar: „Der Kuss der Göttin“ ist einer der Romane, die einen tatsächlich von der ersten bis zur letzten Seite im Unklaren und damit einfach nicht aus ihren Fängen lassen (egal was um einen herum passsiert). Mit der letzten Seite sind dann alle Puzzlestücke an der richtigen Stelle und man stellt fest, dass man nur die Hälfte gepuzzlet hat. „Der Kuss der Göttin“ ist der Auftakt einer Reihe, bei der man nun weiß, um was es geht (zumindest im Groben). Ich würde damit jetzt eigentlich gerne wissen wie es weitergeht, während ich gleichzeitig nicht einmal mehr über die Reihe, geschweige denn von einer Fortsetzung weiß. Das Buch ist klasse, ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich weiteren Lesern die Ungewissheit darüber, wie es weitergeht, zumuten soll. Vielleicht solltet ihr mit dem Lesen warten, bis die Fortsetzung in greifbare Nähe rückt.

Falls ihr dafür zu neugierig seid, findet ihr hier die ersten Seiten des Buches, aber nicht vergessen: Lasst den Klappentext außen vor!

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Published in: on November 6, 2013 at 12:30 pm  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Klingt gut, kommt auf meine Liste 🙂

    • Lass sie ruhig noch eine Weile darauf liegen, vielleicht kannst du Band eins und zwei dann gleich hintereinander lesen 😉

      Liebe Grüße,
      Melanie


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