[Gastrezension] Der Dieb von Megan Whalen Turner

Auf vielen Blogs tummeln sie sich: Die Gastrezensionen – meistens im Gegenzug für den Erhalt eines Rezensionsexemplares.

Diese Gastrezension ist anders: Diesmal geht es zum einen (natürlich) um das Buch, zum anderen darum, den Bloglesern auch auf andere schöne Blogs aufmerksam zu machen. Tolle Idee, finde ich – und war damit nach Soleils Anfrage auch sofort dabei.

Und nach diesen einleitenden Worten will ich euch ihre Rezension natürlich nicht vorenthalten:

dieb Megan Whalen Turner
Titel: Der Dieb
Originaltitel: Attolia 1. The Thief
Serie: Die Legenden von Attolia 01
Verlag: Blanvalet
301 Seiten
ISBN: 3442268435
8,99 €

Inhalt

Gen ist ein Dieb und wäre das nicht bereits gefährlich genug, gibt er mit seinem Tun auch noch an. Das trägt ihm die Gefangenschaft im Kerker ein, aus dem ihn der Magus des Königs herausholt. Er überredet Gen, mit ihm auf eine Reise zu gehen, an deren Ende er den Stein der Götter stehlen soll. Allein um aus der Gefangenschaft zu entkommen, willigt der Dieb ein – und balanciert plötzlich das Schicksal von drei Königreichen in seinen Händen.

Cover

Die Umschlagillustration stamt von Vince Natale und ist im Wesentlichen vom Original übernommen worden. Bürosüd hat es weiterverarbeitet.
Gelungen, da es sowohl zum Genre, als auch zum Titel passt. Im Nachhinein scheint es jedoch ein wenig zu viel vom Ende vorweg zu nehmen. Der Klappentext ist arg spartanisch, auch wenn im Umschlag der Klappenbroschur mehr Inhalt preis gegeben wird.

Meinung

Megan Whalen Turner schreibt im Anhang des Romans, dass sie 1993 das erste Mal Griechenland besucht habe. Eine Reise, die sie nachhaltig beeindruckt haben muss, denn sie hat die Geschichte um die Legende von Attolia in einer sehr ähnlichen Umgebung spielen lassen. „Es gibt keinen bestimmten Zeitpunkt in unserer Welt, der dem Entwicklungsstand von Gens Welt entspricht, aber sie ähnelt gewiss eher dem Byzantinischen Zeitalter als dem klassischen Griechenland.“
Auch was die Götter angeht, die durchaus spürbar mitmischen, hat sich die Autorin hier Inspiration geholt. Dabei wurden aber Bedeutungen, Aufgaben und sogar Geschlechter der eigentlichen Geschichte um Gen angepasst.
„Der Dieb“ erzählt seine Geschichte in der Ich-Form selbst, Orte und Personen werden allein durch seine Gedanken lebendig. Zwar ist Gen sehr symphatisch, wirkt aber manchmal noch ein wenig konstruiert, was allerdings auch mit dem eher überraschenden Ende zusammenhängen kann.
Ins Geschehen wird sehr direkt und schnörkellos eingestiegen, dann jedoch verliert sich einiges der anfänglichen Spannung. Denn außer reiten und Lagerfeuerromantik verbreiten, geschieht danach nicht. Unterbrochen wird die Reise durch immer wiederkehrende Erzählungen über einzelne Götter, von denen es offenbar verschiedene Versionen gibt. Das macht alles leider ein wenig zäh, wenn auch nicht so sehr, dass es langweilig werden würde.
Seltsam ist, dass die Welt damit anschaulich beschrieben wird, es aber dennoch sehr schwer ist, die politische Lage zu verstehen. Aus welchem der drei Länder ist Gen aufgebrochen und woher stammen seine Gefährten? Für wen arbeitet er nun genau – denn unser Dieb arbeitet ja grundsätzlich nur für den Meistbietenden. Auch welcher Gott zu welcher Berufsgruppe wie eingestellt ist und warum es diese unterschiedlichen Versionen der Legenden gibt, war schwierig zu verstehen.
Im Grunde ist das aber nicht so schlimm, es liest sich auch gut ohne diese Informationen. Überhaupt wächst das Buch mit jeder Seite, obwohl es mit knapp dreihundert davon eher zu den leichteren Fantasyromanen gehört.
Am Ende des zweiten Drittels nimmt die Handlung dann so richtig Fahrt auf und zieht den Leser förmlich mit. Wer bisher nicht von „Der Dieb“ überzeugt war, wird es spätestens hier sein.
Whalen Turner hat den ersten Teil für junge Leser geschrieben, die Art wie sie das gemacht und die Begeisterung beim Lesen die sie zu wecken verstanden hat, machen den Roman aber geeignet für alle Altersklassen.

Die Legenden von Attolia:
1. The Thief (Der Dieb)
2. The Queen of Attolia (Die Königin)
3. The King of Attolia (Der Gebieter)
4. A Conspiracy of Kings (Die verschwörer)
„HWM: Will A Conspiracy of Kings be the final book in the series?
Megan Whalen Turner: Oh, no. There should be two more books after this one.“ (Goodreads)

http://meganwhalenturner.org/
Megan Whalen Turner, geboren 1965, ist eine amerikanische Fantasy-Autorin. Sie studierte Anglistik an der University of Chicago und arbeitete einige Jahre lang als Buchhändlerin, bevor sie sich endgültig ihrer Karriere als Autorin widmete. Sie lebt mit ihrem Ehemann in Ohio.

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Published in: on November 23, 2013 at 9:00 am  Schreibe einen Kommentar  
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