Æthersturm von Susanne Gerdom

aethersturm Susanne Gerdom
Æthersturm
Verlag: Ueberreuter
400 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3764170123
ISBN-13: 978-3764170127
16,95 €

Das Cover des Buches ist wie sein Vorgänger, Æthermagie, in Blautönen gehalten. Es zeigt einen Magier mit Feuerball und kleinem Luftwirbel (oder auch einen Mensch mit seinen elementaren Begleitern). Der Mann steht auf einer von Wasser umgebenen Eisentreppe, im Hintergrund verläuft eine eiserne Brücke, auf der der Name der Autorin abgebildet ist. Mir persönlich gefällt das Cover des Vorgängers deutlich besser, aber letztendlich ist es ja der Inhalt, der zählt – und der gefällt mir definitiv.

Seit dem Tod seiner Mutter muss der Halbengel Jenö allein zurecht kommen – zumindest, was menschliche oder engelhafte Begleitung angeht. Ganz allein ist er nicht, stehen ihm doch seine vier Elementarfreunde zu Seite, die ebenso wie er unter seinem Leben in der Kanalisation und der ständigen Flucht leiden. Denn in Zeiten des Krieges zwischen Engel und Menschen sind Halbengel bei den wenigsten gern gesehen. Und doch macht sich Jenö genau zu dem Mann auf, der den Krieg durch die Gefangenname der Elementarwesen verursachte: Dem Zeitmeister Horatius Tiez.

Jenös Geschichte beginnt einige Wochen bevor Æthermagie zu einem Abschluss kommt und führt die dort begonnene Geschichte geschickt fort.

Die Welt ist dieselbe wie zuvor, allerdings kann man durch die Augen des Gassenjungen Jenö einen ganz anderen Blick auf das kaiserliche Reich und seine Bewohner werfen. Ein Reich, das kurz vor dem Krieg zwischen Engeln und Menschen steht, weil die Menschen ihre Energie durch die Versklavung der Ætherwesen gewinnen – Wesen wie Jenös und Katos Gefährten. Katos Gefährten hat man schon im letzten Band kennen und lieben gelernt, Jenös Gefährten erinnern ob ihrer Herkunft ein wenig an selbige, haben aber doch ganz eigene Charakterzüge. Mir persönlich ist vor allem der immer hungrige Gnom Brokk ans Herz gewachsen – er begleitet Jenö aufgrund seiner Stärke auch durch die meisten Abenteuer – aber auch die anderen drei haben sich schnell einen Platz in meinem Herzen gesichert – schon dadurch, dass Susanne Gerdom sie anfangs, anstatt Namen zu benutzen, durch ihre auffälligste Eigenschaft beschreibt: Der Dunkle, die Hitzige, Der Fließer, Die Singende.
Jenö selbst ist dem Leser des vorherigen Bandes unbekannt, wächst dem Leser aber fast genauso schnell ans Herz wie seine Gefährten. Durch ihn bekommt der Leser außerdem einen ganz anderen Blickwinkel auf einige bekannte Figuren, wie etwa auf den Zeitmeister Horatius Tiez oder den Engel Belpharion.

Nach Jenös Aufeinandertreffen mit den zwei genannten werden langsam auch die Handlungsstränge aus dem vorherigen Band weitergeführt. Der Leser trifft auf weitere liebgewonnene Bekannte, allen voran die zwei Milans, Kato, Luca und die kaiserliche Prinzessin Mizzy. Neben Jenö, der aus dem Verborgenen immer wieder da auftaucht, wo man ihn nicht erwartet, sind sie es, die die Geschehnisse vorantreiben und dem Leser damit so manches Geheimnis enthüllen.

Es sind allerdings nicht nur die Geheimnisse und Rätseleien, die den Leser am Ball halten. Letztendlich gilt es, mit den Auswüchsen des drohenden Kriegs zurecht zu kommen, selbigen durch die Befreiung der Elementare und der kaiserlichen Hoheit zu verhindern und nebenbei zu vermeiden, dass die Welt durch den kollabierenden Zeitkorridor von Professor Tiez in Stücke zerrissen wird. Aufgaben, für die jede mögliche Hilfe genutzt werden muss – trotz aller Befindlichkeiten. Und damit gibt es genügend Konflikte, aber auch hehre Ziele, um mehr als nur ein Buch zu füllen. Susanne Gerdom schafft es jedoch, alle in diesem einem Buch abzuhandeln – und damit strotzt die Geschichte nur so von Spannung, Action und Geheimnissen. Viel Zeit zum Verschnaufen (oder gar zum Unterbrechen des Buches) bleibt damit nicht – als Leser kann man es schließlich nicht verantworten, die Protagonisten in solch heiklen Situationen allein zu lassen. Sie belohnen es mit stetigem Einsatz, überraschenden Enthüllungen und in den wenigen ruhigen Minuten mit ein paar romantischen und emotionalen Szenen.

Die Auflösung ist dann so überraschend wie logisch, das fehlende Puzzlestück, das die gesamten Geschehnisse ins rechte Licht rückt und der Geschichte einen würdigen Abschluss verleiht. Die Andeutungen, was den weiteren Lebensweg unserer Helden angeht, können die Geschichte nun enden oder die Autorin ein neues Kapitel aufschlagen lassen – ich hoffe auf Letzteres. Diese Geschichte hier ist jedenfalls jede einzelne Seite und jede Minute Lesezeit wert – ihr solltet sie euch nicht entgehen lassen.

Die ersten Seiten findet ihr hier, zur Rezension von Band eins geht es hier entlang.

Published in: on Juli 16, 2014 at 12:30 pm  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ich habe „Aethermagie“ sehr genossen und war auch schon kurz davor, den Nachfolger zu bestellen. Schön zu lesen, daß auch „Aethersturm“ sich lohnt 🙂
    Mir gefallen übrigens beide Cover nicht so gut – „Aethermagie“ z.B. wirkte, als ob es sich stark auf die weibliche Hauptfigur konzentrieren würde; dabei gab es viel mehr interessante Protagonisten als erwartet, was mich dann positiv überrascht hat.

    • Es lohnt sich definitiv :-).

      Das Cover vom ersten Band hat mir eigentlich ganz gut gefallen – letztendlich kann ja maximal ein kleiner Eindruck vom Buch vermittelt werden und das hat es geschafft – da gibt es deutlich schlimmere Cover …

      Liebe Grüße,
      Melanie


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