Das Herz im Glas von Katharina V. Haderer

dasherzimglas Katharina V. Haderer
Das Herz im Glas
540 Seiten
Ebook
ASIN: B00L4IB6SW
5,99 €

Das Cover des Buches zeigt genau das, was der Titel verspricht: Ein Herz in einem Glas – einem Einmachglas, um genau zu sein. Eingelegt in eine zum Glück nicht näher definierte Flüssigkeit nimmt das Herz leuchtend das Zentrum des Covers ein. Was die Meise auf dem Glas zu suchen hat, kann ich nicht sagen – ich wüsste auch nicht, dass sich im Verlauf des Buches ein Vogel darauf niedergelassen hätte. Es ist ein ziemlich interessantes Cover, das mich allerdings nicht zum Griff zum Buch verleiten würde. Die Leseprobe hingegen hat mich völlig in den Bann geschlagen und dann doch das ganze Buch verschlingen lassen.

Ein menschliches Herz, dem Eigentümer aus der Brust geschnitten, um die darin wohnende Magie nutzen zu können, entschwindet den Tätern, um dann in die Hände einer Prinzessin ohne Königreich zu gelangen. Sie erkennt den menschlichen Ursprung und beschließt, die Täter zu finden und aufzuhalten. An der Seite ihrer Brüder macht sie sich auf zur Stadt der Sünde, Terra Talioni. Dem Ort, an dem sie am ehesten etwas über die Herkunft des Herzens erfahren kann. Ein Ort voller Geheimnisse, Intrigen und Gefahren. Ein Ort, der sie mit jedem Schritt hinein tiefer in die Dunkelheit reißt.

„Das Herz im Glas“ ist keine Geschichte für zartbesaitete Leser, solche hätten sich aber vermutlich auch schon vom Cover abschrecken lassen. Spätestens der Prolog lässt einen dann die ganze Härte spüren – die Entnahme des titelgebenden Herzens wird sehr detailliert beschrieben.

Was nach der Entnahme geschieht, ist von den Tätern nicht geplant und das Herz gerät eher zufällig in die Hände von Prinzessin Aenne. Eine Tatsache, die der „rechtmäßige“ Besitzer schnellstens ungeschehen machen möchte. Dass Aenne eben jenen finden möchte, bringt sie daher in höchste Gefahr. Ein gedungener Mörder, geflüsterte Warnungen und Tod führen den Leser an Aennes Seite bis ins Zentrum der Stadt, bis in den Tempel der Göttin Epena.

Die wenigsten Menschen, die man im Verlauf des Buches kennen lernt, sind das, was sie zu sein scheinen. Nicht einmal Profession und Status sind auf den ersten Blick zu erkennen – und weiß man dieses, hat man doch nicht die geringste Ahnung, was sich hinter der offensichtlichen Person verbirgt. Einzig bei den Hauptfiguren weiß man, woran man ist – und selbst diese haben ihre kleinen Geheimnisse und Probleme.

Und so kommt es, dass sich Aenne immer mehr im Ränkespiel des obersten Priesters der Epenai verstrickt, während ihr Bruder Caedes begleitet von den geflüsterten Warnungen einer Sklavin bis in die tiefsten Abgründe der Stadt vordringt. Abgründe, die weit gefährlicheres zu bieten haben als die Drachen, denen er sonst im Kampf begegnet. Und doch ist das Leben auf der Tanzfläche der Cousine des örtlichen Herrschers für ihn weitaus gefährlicher als die Abwasserkanäle der Stadt.

An der Seite der beiden kommt der Leser dem Ziel nur langsam näher, während die Gefahren stetig zunehmen, sich der Kreis ihrer Freunde lichtet und der eigene Tod immer näher rückt. Eine Tatsache, die nicht nur den Hauptfiguren das Herz bis zum Hals schlagen lässt.

Mit dem Ende kommt auch die Auflösung des Geschehens – eine Auflösung, mit der ich nicht im geringsten gerechnet hätte. Wie schon im ganzen restlichen Buch ist nichts wie es scheint. Und auch, wenn mit der letzten Seite einiges geklärt ist, gibt es für niemanden ein wirklich glückliches Ende. Denn in „Das Herz im Glas“ bedeutet das Richtige tun, nicht automatisch ein vom Glück gesegnetes Heldenleben – auch wenn bösen Taten nicht ungestraft bleiben.

Tatsächlich wimmelt es im Buch nur so von Grautönen, warum sollte das Ende also rosarot sein? Es ist eine ungewöhnliche Geschichte, die den Leser auf falsche Fährten lockt, die Helden in tödliche Gefahren schickt und nicht unversehrt – manchmal sogar gar nicht – zurück kehren lässt. Ein Buch, das auch vor der dunklen Seite keinen Halt macht (nicht einmal bei den Hauptfiguren) und damit dem Leser nicht nur durchgängige Spannung verschafft, sondern ihn auch immer wieder zu überraschen vermag. Mir hat es Spass gemacht, Aennes Quest beizuwohnen – und einem weiteren Ausflug in ihre Welt wäre ich ganz sicher nicht abgeneigt.

Published in: on Februar 12, 2015 at 12:30 pm  Kommentar verfassen  
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Legend – Das Prequel von Marie Lu

legendprequel Marie Lu
Legend – Das Prequel
Verlag: Loewe
44 Seiten
Ebook
ASIN: B00K9RYMOO
0,00 €

Wie der Titel schon verrät, handelt es sich bei dem Ebook um die Vorgeschichte zur „Legend“-Reihe von Marie Lu. Es enthält zwei Kurzgeschichten, eine für jede der zwei Hauptpersonen der Reihe.

Einzig die Hintergrundfarbe – schwarz – und der Titel unterscheiden das Cover von dem des ersten Bandes, „Legend – Fallender Himmel“: Es zeigt das goldgelbe Symbol der Republik.

Allein und auf sich gestellt versucht der zwölfjährige Day sich mit Diebstählen über Wasser zu halten. Bis er am Hafen die junge Charlie trifft.

Die überaus begabte zwölfjährige June hat ihren ersten Tag an der Drake-Universität, als jünge Studentin die jemals zugelassen wird. Eine Tatsache, die nicht allen ihrer Mitkommilitonen schmeckt – und sie gleich zu Anfang durch deutlich mehr auffallen lässt, als ihr Alter.

Die Geschichten sind relativ kurz gehalten, versorgen den Leser aber gleich zu Anfang mit allen nötigen Informationen, sodass man die Geschichten auch lesen kann, ohne eines der Bücher der Reihe gelesen zu haben. Für alle die es haben, ordnet die Autorin die Geschichten chronologisch ein und setzt sie in Bezug zu dem Rest der Reihe.

Überraschenderweise sind beide Geschichten gleich spannend – und das, obwohl Day bereits damals tagtäglich ums Überleben kämpfen musste und June nur ein Tag an der Universität bevorsteht. Außerdem hängen beide zeitleich sehr eng aneinander.

Days Geschichte lässt ihn einen ersten Schritt in die Richtung gehen, die ihm zu den Helden und stärksten Gegner der Republik werden lässt. Sie gibt ihm einen Grund zu kämpfen, der über das tagtägliche Überleben hinausgeht – und erzählt, wie er zu seinem ersten Kuss kommt.

Junes erster Tag an der Universität beginnt mit einer Verspätung – warum, kann man Days Geschichte entnehmen – und endet mit einer Art Belobigung und einer Verwarnung. Schon der erste Tag lässt damit auf ihren restlichen Studienverlauf blicken.

Viel zu kurz ruft „Das Prequel“ dem Leser die zwei Protagonisten noch einmal in Erinnerung und lässt sie einen noch tiefer ins Herz schließen. Wer die beiden noch nicht kennt bekommt eine kleine Ahnung davon, was ihn in Legend zu erwarten hat. Ich könnte mir gut vorstellen, dass einige (wie ich) danach Lust bekommen, gleich im Anschluss mit der Reihe weiterzumachen.

Über die Homepage des Verlages kommt ihr zu den diversen Online-Buchhändlern, bei denen ihr das Ebook kostenlos herunterladen könnt. Und hier geht es zu meiner Rezension zu Band 1.

Published in: on Juli 9, 2014 at 12:30 pm  Comments (2)  
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Im Bann des Dämons von Elvira Zeißler

imbanndesdämons Elvira Zeißler
Im Bann des Dämons
29 Seiten
Ebook
ASIN: B00EDGGW72

Das Cover des Buches zeigt eine dunkle Steinmauer. Inmitten dieser Steinmauer befindet sich eine Tür, vor der der Betrachter eine durch Feuerschein erhellte Gestalt ausmachen kann. Vielleicht der Dämon aus der Geschichte? Damit würde das Cover zum Buch passen, mir persönlich ist es allerdings etwas zu düster.

Als Jill auf einem Flohmarkt ein merkwürdiges Buch ergattert, dessen Klappentext eindrücklich vor dem Aufschlagen warnt, kann sie nicht widerstehen. Damit gerät allerdings auch sie in den Bann des Fluches, der einen Dämonen in eben diesem Buch festhält.

Schon mit der ersten Seite hat Elvira Zeißler mich in ihren Bann geschlagen. Die Identifikation mit der Hauptperson ist mir jedenfalls schon mit der Bücherkiste, die sie vom Flohmarkt mit nach Hause bringt, geglückt. Und einem mysteriösen Buch könnte auch ich nicht widerstehen – ebenso wenig wie einer Geschichte darüber.

Mit dem Lesen des Buches erfährt Jill die Geschichte des Fluches – und, dass sie nun ebenfalls Teil dieser Geschichte ist. Ihr bleibt nur wenig Zeit, diese Erkenntnis zu verarbeiten – und vor allem zu akzeptieren. Zum Glück gibt es Beweise, die vermutlich jeden Zweifler überzeugt hätten.

Dank kompetenter Hilfe findet Jill rechtzeitig die ebenso einfache wie geniale Lösung, den Fluch zu brechen und die Geschichte zu einem guten Ende zu bringen.

„Im Bann des Dämons“ zählt nur wenige Seiten, dennoch hat es Elvira Zeißler geschafft, auf diesen wenigen Seiten eine wirklich fesselnde und in sich abgeschlossene Geschichte zu schreiben, die vermutlich jede mysterybegeisterte Leseratte ansprechen wird.

Die ersten Seiten findet ihr hier.

Published in: on August 17, 2013 at 9:00 am  Kommentar verfassen  
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Zwei Seelen von Emily Bold

zweiseelen Emily Bold
Zwei Seelen
24 Seiten
Ebook
ASIN: B00AEB5MWQ
0,89 €

Das Cover des Buches zeigt zwei Hände, die aufeinander zuzugehen scheinen. Die eine Hand ragt aus einer weißen Robe herausragt, die zweite ist dunkel mit einem roten Schmimmer und wirkt eher wie eine Klaue als eine Hand. Ein interessantes Cover, das definitiv zum Inhalt passt.

Lisas Schwester Tanja ist ein stetiger Streitpunkt zwischen ihr und ihrem Freund Ben, auch in der besinnlichen Weihnachtszeit. Dennoch lässt sich Lisa auch von ihrer fortgeschritten Schwangerschaft nicht davon abbringen, nach ihrer Schwester zu sehen. In der Wohnung ihrer Schwester überrascht sie zwei unliebsame Besucher und wird schwer verletzt. Ihre Seele verlässt den Körper und trägt sie an einen anderen Ort. Ein Ort, an dem ihr ein Handel vorgeschlagen wird: „Zwei Seelen gegen zwei Seelen“.

Emily Bold erzählt die Geschichte aus Lisas Sicht, eine Person, die man wirklich nur als „gut“ bezeichnen kann – zu „gut“, wie ihr Freund Ben findet, als er sich mal wieder darüber ärgert, dass Tanja Lisas Zeit beansprucht. Mit den Folgen des Besuches hat er allerdings nicht gerechnet, ist er in Gedanken doch schon dabei, ihr den Verlobungsring seiner Großmutter zu schenken. Gedanken, die ein jähes Ende finden, als er Lisa nachgeht und sie blutend am Boden findet.

Lisas Seelenreise ist ziemlich abstrakt, eine Begegnung zwischen Wachen und Träumen und dennoch wirkt es erstaunlich real. Und während Ben und Lisas Schwester um Lisa und ihr ungeborenes Kind bangen, muss sie über den Handel nachdenken – und eine Entscheidung treffen. Eine Entscheidung, die sicher niemand wilkürlich treffen würde.

Mit dem Ende ist man sich als Leser, ebenso wie Lisa, nicht sicher, ob die Seelenbegegnung real oder Einbildung war, oder ob ein derartiger Handel ebenso alltäglich ist wie die Arbeit im Unfall-OP. Lisas Entscheidung allerdings ist klar – und unumstößlich.

Der Untertitel „Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte“ passt, denn eine typische Weihnachtsgeschichte ist „Zwei Seelen“ definitiv nicht. Ich würde fast soweit gehen, sie völlig von Weihnachten zu lösen: Der einzige Bezug dazu ist meiner Meinung nach das Datum, an dem die Geschichte spielt. Nichtsdestotrotz ist „Zwei Seelen“ wirklich lesenswert, über die wenigen Seiten erstreckt sich eine faszinierende Geschichte, die einem als Leser ziemlich nachdenklich zurücklässt: Wie weit würde man selbst gehen, um das Glück festzuhalten?

Eine Leseprobe habe ich nur bei Amazon entecken können, hier geht es direkt dorthin.

Published in: on Januar 21, 2013 at 12:30 pm  Comments (3)  
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Serafina – Das Königreich der Drachen: Wie alles begann … von Rachel Hartman

„Serafina – Das Königreich der Drachen – Wie alles begann …“ ist die kurze Vorgeschichte zu „Serafina – Das Königreich der Drachen“.

Serafina00 Rachel Hartman
Serafina – Das Königreich der Drachen – Wie alles begann …
Verlag: cbj
54 Seiten
E-Book
ASIN: B00AE8DT7O
kostenlos

Das Cover des Buches gleicht dem des eigentliches Buches, abgesehen von dem gelb hinterlegten Titel der Kurzgeschichte „Wie alles begann …“: Es zeigt ein junges Mädchen, zum Teil von Schatten verborgen, vor einem die Flügel spreizenden Drachen.

Trotz des Widerstands ihres Vaters hat sich Serafina um die Position als Gehilfin des Hofkomponisten beworben. Und trotz der geringen Wahrscheinlichkeit, die ihr Musiklehrer, der Drache Orma, ihr bescheinigt (mittlerweile ist er bei 12%), hat sie es unter die letzten drei Bewerber gebracht. Nun steht ihr ein Vorspiel am Hofe des Königs bevor.

Der Beschreibung nach könnte die Geschichte mit strengen Auswahlverfahren und höchster Musikkunst aufwarten – aber das tut sie nicht. Denn die junge Prinzessin Glisselda, die der Gehilfe des Hofkomponisten zu unterrichten hat, hat ihre ganz eigenen Vorstellungen, was die Prüfung der Bewerber angeht: Kohlekeller, Irrgarten oder doch lieber ein Eimer voll glibbriger Fischeingeweide? – Spaß ist dem Leser, wenn auch nicht den Bewerbern, in dieser Geschichte auf jeden Fall garantiert.

„Wie alles begann …“ gibt den Leser einen kleinen Einblick (es sind eben nur wenige Seiten) in Serafinas Welt und stellt einige der Figuren des Buches auf humorvolle Art und Weise vor. Mir hat Rachel Hartmann damit definitiv Lust auf das Buch gemacht. Und ich bin sicher, dass sie damit noch weitere Leser zu einem Blick ins Buch verleiten kann. Ich werde auf jeden Fall gleich damit beginnen.

Die kostenlose Kindle-Version bekommt ihr hier.

Published in: on Januar 12, 2013 at 9:00 am  Comments (1)  
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