Der geheime Name von Daniela Winterfeld

dergeheimename Daniela Winterfeld
Der geheime Name
Verlag: Knaur
528 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3426511274
ISBN-13: 978-3426511275
12,99 €

Das Cover des Buches zeigt die Spiegelung eines goldenen Blattes vor tiefschwarzem Hintergrund. Ein einfaches Cover, dass es doch irgendwie schafft, den Blick des Betrachters auf sich zu lenken und zumindest mich zum Buch hat greifen lassen. Tatsächlich ist es nicht nur hübsch anzusehen sondern passt sogar zur Geschichte – wenn auch nicht direkt auf den ersten Blick.

Seit sie denken kann ist Fina mit ihrer Mutter auf der Flucht. Angeblich fliehen sie vor Finas gewalttätigen Vater. Spätestens als Fina ihre Mutter vor dem nächsten plötzlichen Umzug mit ihrem Vater erwischt ist ihr klar, dass hier etwas faul ist. Spontan beschließt sie der stetigen Flucht und den Lügen ihrer Eltern zu entfliehen – zu ihrer Großmutter in die Lüneburger Heide. Unwissentlich begibt sie sich damit genau an den Ort, an dem die wahre Geschichte begann.

Wer kennt sie nicht die Geschichte vom Rumpelstilzchen und der Müllerstochter, die er lehrte Stroh zu Gold zu spinnen? Laut Daniela Winterfeld war er nicht der einzige seiner Art. Und wie bei Rumpelstilzchen und der Müllerstocher wird auch das Wesen in dieser Geschichte um seinen Lohn betrogen. Neben dem geheimen Namen des Wesens sind das die einzigen Gemeinsamkeiten, die „Der geheime Name“ mit dem altbekannten Märchen „Rumpelstilzchen“ hat.

Die Protagonisten ist nicht etwa die Müllerstochter, sondern deren Kind. Und der geheime Name des Wesens lautet auch nicht Rumpelstilzchen – das hätter Finas Mutter einiges an Ärger erspart. So ist sie nun seit nunmehr neunzehn Jahren mit ihrer Tochter auf der Flucht, während der Geheime seine Pläne schmiedet. Plänen, denen Fina in die Hand spielt, als sie Hals über Kopf zu ihrer Großmutter an den Rand des Moores zieht, in der ihre Mutter einst den Pakt mit dem Geheimen schloss.

Sein Gehilfe ist der Junge, den Finas Mutter an Finas Stelle ins Moor brachte: Mora. Ohne jemand anderen als den Geheimen zu kennen dient und leidet er schon seit Jahren unter dem Wesen. Nun soll er ihm bei der Erfüllung seiner Pläne helfen. Die Begegnung zwischen Mora und Fina ist dabei nur der erste Schritt.

Anders als der Leser rechnet der Geheime nicht mit den Gefühlen, die sich auf den folgenden Seiten langsam zwischen Mora und Fina entwickeln. Eine gegenseitige Faszination, der sich auch der Leser nicht entziehen kann. Und genau diese Beziehung ist es, die die Geschichte (und das Märchen) zum Leben erweckt. Anders als im Originalmärchen ist das Wesen, das auf die Erfüllung des Paktes drängt nicht besiegt. Grausam drängt es auf die Erfüllung des Pakts – ein Drängen das man zu einem gewissen Grad auch nachvollziehen kann. Die Vorgehensweise des Wesens lassen jedoch schnell eventuelle Sympathien des Lesers verschwinden. Nichtsdestotrotz ist „Der geheime Name“ längst nicht so Schwarz-Weiß wie das eigentliche Märchen.

Finas Mutter hatte (wie auch im Originalmärchen die Müllerstochter) einen guten Grund für den Bruch des Paktes – auch wenn sie die getroffene Entscheidung noch jahrelang verfolgt. Aber auch der Geheime hat den Pakt nicht aus Böswilligkeit geschlossen, auch wenn er Finas Familie und auch Mora bösartig schikaniert. Jede der Figuren hat seine eigenen Facetten – und auch wenn man sie nicht alle mögen kann (und sollte) kann man ihr Verhalten durchgängig nachvollziehen.

Die Szenerie der Geschichte könnte – sobald man im Moor angelangt ist – einem alten Grimms Märchen entsprungen sein. Düster und schaurig sind Finas erste Begegnungen mit dem Moor und auch dem Leser läuft beim Lesen schnell ein Schauer über den Rücken. Ich hätte nach dem Lesen der Geschichte jedenfalls nicht gewagt bei Dunkelheit in ein solches zu wandern.

Das Ende ist (wie es sich für ein Märchen gehört) ein Gutes – zumindest für die menschlichen Protagonisten. Vielleicht ist es sogar eines der Enden, die mit „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ endet – ganz so weit geht die Autorin hier nicht, als Leser kann man es sich aber sehr gut vorstellen. Mit allen Mitteln, die in der modernen Welt und in dem alten Märchen gegeben sind, sind die Weichen dafür jedenfalls gut gestellt.

Mir hat die stimmungsvolle Neuadaption des alten Märchens wirklich gut gefallen. Wenn ihr auch einen Blick hineinwerfen wollt findet ihr hier eine kleine Leseprobe.

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Published in: on Juni 25, 2015 at 12:30 pm  Comments (1)  
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Die Seele des Ozeans von Britta Strauss

seeledesozeans Britta Strauss
Die Seele des Ozeans
Verlag: Drachenmond Verlag
384 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3931989828
ISBN-13: 978-3931989828
14,90 €

Am besten lässt sich das Cover mit den Worten der Autorin beschreiben: „Eine wunderschöne Frau zierte das Cover. Nackt, mit anmutig vor der Brust gekreuzten Armen. Offenbar befand sie sich unter Wasser, denn die Strähnen ihres langen Haares umgaben sie wie wogender Tang.“ Das Cover ziert nämlich nicht nur die Ausgabe des Drachenmondverlags, sondern auch das des Buches, das den Protagonisten der Geschichte in den Bann zieht. Mir würde kein passenderes Cover für die Geschichte einfallen.

Es sind die merkwürdigen Worte seiner Mutter und ihre Bitte, die Kjell ihren Roman, „Die Seele des Ozeans“, aufschlagen lässt. Eine Geschichte, die ihn einmal begonnen nicht mehr aus seinen Bann lässt – und ihm ein Geheimnis enthüllt, dass sich mit der Tiefe des Ozeans messen kann. Denn „Die Seele des Ozeans“ ist weit mehr als nur eine einfache Geschichte.

Ebenso wie Kjell hat auch mich die Geschichte seiner Mutter gleich in den Bann gezogen. Zum Glück war er nach den ersten Seiten ebenso neugierig auf den Inhalt wie ich – nicht auszudenken, wenn er es achtlos hätte liegen lassen und ich damit nie in den Genuss der Geschichte gekommen wäre. Eine Geschichte über eine totkranke junge Frau, Fae, und einen geheimnisvollen Menschen aus dem Meer, der ebenso heißt wie die Hauptperson der Rahmenhandlung: Kjell. Es ist eine Geschichte über die Liebe zweier Menschen (oder Wesen) zueinander, aber auch eine Geschichte über die Liebe zum Ozean. Es liest sich wie ein Märchen und wie ein Märchen hat es auch seine dunklen Seiten: Hier ist es ein finsterer Mann, der mit Hilfe dunkler Mächte den weißen Wal, der Kjell schuf, schon seit Jahrhunderten jagt – eine Figur, die tatsächlich aus „Moby Dick“ sein könnte. Sein Motiv ist auf eine gewisse Weise durchaus nachvollziehbar: Rache für den Tod seiner Frau. Sympathisch macht es ihn nicht, lässt ihn aber von einem Hauch von Melancholie umwehen – zumindest anfangs.

Tod und Leben hängen in dem Buch genau so eng zusammen wie Liebe und Hass. Mit dem Tod beginnt diese Geschichte und mit dem Tod endet sie, nicht ungewöhnlich für die Geschichte eines Lebens. Die Gefühle in diesem Buch sind es allerdings schon, ungewöhnlich stark bilden sie einen bunten Strudel, der nicht nur Kjell in den Bann der Geschichte zieht. Eine Geschichte, die sowohl märchenhafte als auch überaus reale Elemente aufweist: Meeresfilmerei, Tauchgänge und die tödliche Krankheit sind weit von märchenhaften Erzählungen entfernt – umso schöner ist es, diese über den Ozean verbunden zu wissen, über die Begegnung von Märchen und Realität zu lesen. Zu merken, wie das, was märchenhaft scheint, sich langsam den Weg in Kjells Leben bahnt – oder war es einfach schon immer unbemerkt da gewesen? Die Unterwasserausflüge an Kjells Seite könnten jedenfalls genau so gut real wie auch einem Märchen entsprungen sein. Narwale, Delphine, Haie und Tintenfische in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, ein Teil davon zu sein – davon können viele Menschen nur träumen. An Kjells Seite oder durch die Kameralinse von Faes Begleiter wird man Teil davon. Die Liebe zwischen Kjell und Fae ist nicht die einzige, die man zwischen den Seiten spürt, auch die Liebe zum Meer, die die alte Generation mit der neuen verbindet, die Autorin mit dem Leser – und die Menschen mit dem Meer.

Mit dem Ende des Buches ist die Geschichte von Fae und Kjell zu Ende. Ich vermag nicht zu sagen, ob es ein gutes Ende ist, auf jeden Fall ist es eines, das der Geschichte würdig ist. Eines, bei dem sich Märchen und Realität einmal mehr vermischen. Kjells Geschichte hat jedoch gerade erst begonnen, mit der Rahmenhandlung des Buches legt die Autorin den Grundstein für seine Geschichte. Die Geheimnisse, die sich ihm beim Lesen und im Gespräch mit seiner Mutter offenbart haben, haben begonnen sein Leben zu verändern – und auch, wenn man als Leser seine Vermutungen hat, wird man wohl erst mit der Fortsetzung, „Das Herz des Ozeans“, erfahren, wie es mit ihm weitergeht. Ich jedenfalls bin gespannt.

Hier könnt ihr selbst einen ersten Blick ins Buch werfen – und euch dann vielleicht genau so verzaubern lassen wie ich.

Published in: on März 19, 2014 at 12:30 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Herz zwischen den Zeilen von Jodi Picoult und Samantha van Leer

RZ_Picoult_Herz.indd Jodi Picoult und Samantha van Leer
Mein Herz zwischen den Zeilen
Verlag: Boje
288 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3414823659
ISBN-13: 978-3414823656
14,99€

Das Cover von „Mein Herz zwischen den Zeilen“ könnte die Karte eines Kartenspiels zeigen, zumindest weisen die Buchstaben oben rechts und unten links darauf hin. Die Karte ist allerdings zweigeteilt, oben Dame, unten König: Der obere Teil zeigt eine junge Dame, respektive Mädchen vor blassrosa Hintergrund, während der untere Teil einen Jungen vor hellblauen Hintergrund zeigt. Eine schwarze Wolke aus Buchstaben den Schattenschnitten einiger Märchenfiguren verbindet die zwei Hälften. Das Cover ist damit wirklich gelungen – und voller Anspielungen auf die eigentliche Geschichte.

Deliah liebt das alte Märchenbuch „Ein Herz zwischen den Zeilen“, das sie in der Schulbibliothek gefunden hat – sie kann Stunden damit verbringen, die Geschichte wieder und wieder zu lesen. Als der Held der Geschichte, Prinz Oliver, Kontakt zu ihr aufnimmt und sie um Hilfe bittet, nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Aber können die Figuren eines Buches wirklich real sein?

Die Geschichte beginnt mit dem erste Kapitel des Märchenbuchs „Ein Herz zwischen den Zeilen“. Bebildert wie eines der alten Märchenbücher erzählt es den Beginn von Prinz Olivers Geschichte. Für die Figuren des Buches ist das Märchen jedoch nichts als ein Schauspiel, das ihr Leben immer wieder unterbricht. Ein Leben, das, wenn kein Leser seine Nase ins Buch steckt, ganz anders verläuft als man denkt. Und ein Schauspiel, das zumindest Oliver zum Hals raushängt. Deliah hingegen liebt dieses Schauspiel und könnte – welche Leseratte kann es ihr verdenken – Stunden mit der Nase in diesem Buch verbringen. Eine Tatsache, die sie dem Leser überaus sympathisch macht, ihre Mutter jeodch zur Sorge veranlasst (und einen Psychologen zu Rate ziehen lässt).

Als Leser springt man innerhalb des Buches zwischen dem Märchen, welches das Buch im Buch „Mein Herz zwischen den Zeilen“ erzählt, zwischen Olivers Leben zwischen den zugedeckten Buchdeckeln und Deliahs Leben in der realen Welt hin und her. Ein Leben, das für Delia nicht wirklich gut läuft – der Leser versteht schnell, warum sie ihm beim Lesen eines Buches entfliehen möchte. Als das Leben der Buchfiguren eine kleine Spur in der Geschichte hinterlässt, ist Deliahs überrascht – und als Prinz Oliver ihre Aufmerksamkeit spürt, fasst er all seinen Mut zusammen und nimmt Kontakt mit ihr auf. Ein Kontakt, der trotz der Barriere zwischen ihnen schnell enger wird: Endlich haben die zwei jemanden gefunden, der sie versteht. Und mit der Hoffnung der Jugend versuchen die zwei, die Barriere zwischen ihnen zu überwinden. Keine leichte Aufgabe, wenn einem niemand glaubt – weder zwischen den Seiten noch in der realen Welt. Und auch die Geschichte selbst hat ihren eigenen Willen.

Die Idee des Buches ist wirklich gut, auch ich habe beim Lesen überlegt, was die Figuren mancher meiner Bücher wohl in ihrer „Freizeit“ machen. Deliahs und Olivers Versuche, die Barriere zu überwinden, sind gut durchdacht – auch wenn sie von unzähligen Fehlschlägen überschattet sind. Fehlschläge, die den Leser immer tiefer in Olivers Welt führen, aber auch langsam die Hoffnung für die zwei verlieren lassen. Zum Glück gibt es dann wie im Märchen ein Happy End für die zwei mit einer Lösung, die absolut einleuchtend – schlussendlich sogar ziemlich einfach – ist. Der Art der Helden geschuldet ist die Geschichte allerdings auch recht unspektakulär, spannende Kämpfe fehlen ebenso wie der strahlende Held. „Mein Herz zwischen den Zeilen“ (beide Ausgaben) ist einfach ein romantisches Märchen, dessen Figuren mit einigen gewitzten Ideen aufwarten. Eine interessante Abwechslung für die Leser, die – wie Deliah – immer wieder ihre Nase in ein Märchenbuch vergraben.

Den Anfang des Märchens findet ihr hier.

Published in: on März 1, 2014 at 12:30 pm  Comments (1)  
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Im Garten der Pusteblumen von Noelia Blanco und Valeria Docampo

Mir hat damals schon der Buchtrailer gereicht, um zu wissen, dass „Im Garten der Pusteblumen“ eines der Bücher ist, die man wirklich gerne im Regal stehen hat – und auch immer wieder hervorholen wird.

imgartenderpusteblumen Noelia Blanco und Valeria Docampo
Im Garten der Pusteblumen
Verlag: mixtvision
40 Seiten
ISBN-10: 3939435260
ISBN-13: 978-3939435266
13,90 €

Das wunderschöne Cover des Bilderbuches zeigt eine junges Mädchen, mit vom Wind flatternden roten Haar, das umgeben von riesigen Pusteblumen eine einzelne Pusteblume mit ihren Wünschen dem Wind übergibt. Ein wunderschönes Bild, das mindestens zum Träumen, vielleicht sogar zum Wünschen anregt.

Mit der Erfindung der „perfekten Maschinen“ haben die Menschen im Tal der Windmühlen das Träumen und Wünschen verlernt – einzig die junge Schneiderin Anne träumt noch von mehr als dem perfekten Moment auf Knopfdruck. Und so macht sie sich auf die Suche.

Wie auch das Cover sind auch die Illustrationen im Buch wirklich gelungen. Die vernetzen Menschen in ihren trüben Farben, das farblose Windmühlental und die kleine Schneiderin Anna, die sich ihre Farben – und ihre Wünsche – noch bewahrt hat. Bei ihrer Suche stellt sie fest, dass sie das sie damit nicht allein ist: Es gibt noch andere Menschen mit Wünschen (und daher auch in Farbe). Beim Austausch werden die Bilder bunter und erreichen damit letztendlich auch die farblosen Menschen und ihre Maschinen. Wort und Schrift ergänzen sich durchweg perfekt, auch die Wörter schaffen es, in den Gedanken des Lesers farbenprächtige Bilder entstehen zu lassen.

Die Botschaft des Buches inmitten einer tatsächlich vernetzten Welt ist dabei – zumindest für die erwachsenen Leser – schnell klar: Egal wie perfekt (und nützlich) Maschinen sein können, man sollte darüber nie das Wünschen (und Träumen) verlernen. Denn wirklich fliegen kann man nur mit den eigenen Gedanken.

„Im Garten der Pusteblumen“ ist ein wunderschönes Bilderbuch, das wirklich zu Recht als Nachfolger zu „Die große Wörterfabrik“ gehandelt wird. Die Bilder im Buch sind genau so schön, vielleicht sogar ein bisschen schöner als die im Vorgänger – auch wenn mich die Geschichte von der Wörterfarbik ein klein wenig mehr mitreißen konnte. Freude beim Betrachten, Lesen und Erzählen garantiert „Im Garten der Pusteblumen“ aber ebenso wie sein Vorgänger.

Und auch wenn ich finde, dass für diese Geschichte der Trailer viel passender ist, als jede Leseprobe sein kann: Hier könnt ihr einen ersten Blick ins Buch werfen.

Published in: on Januar 11, 2014 at 9:00 am  Comments (2)  
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Magical von Alex Flinn

magical Alex Flinn
Magical
Verlag: Baumhaus
480 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3833901047
ISBN-13: 978-3833901041
12,99 €

Schon das Cover mit dem weißen Tanzschuh auf einem lilafarbenen Kissen vor schwarzem Hintergrund lässt den Leser an eine märchenhafte Geschichte denken, Aschenputtel vielleicht. Aber auch wenn „Magical“ eine etwas andere Art eines modernen Aschenputtel erzählt, bleibt es nicht nur bei diesem Märchen. Passend ist das Cover trotzdem, die Aspekte von Aschenputtel nehmen einen Großteil des Buches ein.

Kendra ist vierzehn, als die Pest im Jahre 1666 fast ihre ganze Familie dahinrafft. Einzig ihr Bruder Charlie ist ihr geblieben. Nur mit Hilfe von Magie kann sie sein Leben retten. Aus Angst vor einer Verfolgung als Hexe flieht Kendra mit ihrem Bruder – direkt in das Lebkuchenhaus einer alten Hexe. Doch das ist erst der Anfang von Kendras wenig märchenhaftem Leben.

Lesern von Alex Flinns „Beastly“ wird der Name Kendra bekannt vorkommen. Tatsächlich handelt es sich bei der Hauptperson von „Magical“ um eben jene Hexe, die den arroganten Kyle Kingsbury in eine Bestie verwandelte. Nach ein paar einleitenden Worten erzählt sie ihre eigene Geschichte (hin und wieder auch mit kleinen Verweisen auf „Beastly“ gespickt). Die Geschichte, wie sie zu dem wurde, was sie ist: Eine ausgebildete Hexe – und stets auf der Flucht. Eine Geschichte, die den märchenbewandeten Lesern ziemlich stark an das Märchen von „Hänsel und Gretel“ erinnert.

Aber die Zeiten ändern sich. Und nun steht Kendra vor der Entscheidung, jemandem beizustehen: Emma, deren Leben durch den Einzug ihrer Stiefschwester Lisette gehörig durcheinander gewirbelt wird. Die Hoffnung auf Freundschaft zwischen den Stiefschwestern erlischt schnell – und das, obwohl Emma mehr als nur Willens ist ihre Schwester willkommen zu heißen. In Fetzen und Asche geht Emma deswegen nicht, sie ist zumindest materiell gut abgesichert – und damit beileibe kein klassisches Aschenputtel. Ähnlich unglücklich ist sie vermutlich trotzdem.

Kendras Erinnerungen an und Erfahrungen aus den vergangenen Jahrhunderten, die Emmas Geschichte immer wieder unterbrechen, zeigen jedoch schnell, warum Kendra sich nicht voller Tatendrang an Emmas Unterstützung macht. Ihre früheren, durchweg gut gemeinten Einmischungen waren nicht immer von Erfolg gekrönt. Manchmal zwar erfolgreich für den Unterstützten (zumindest im Nachhinein), aber nicht für sie selbst. Andere hatten tatsächlich überhaupt kein gutes Ende – jeder kennt schließlich den Ausgang der Geschichte von der kleinen Meerjungfrau (auch hier war Kendra maßgeblich beteiligt). Die Einordnung der Märchen in den historischen Kontext, zum Beispiel den Untergang der Titanic, lassen sie dabei noch etwas wirklicher wirken als es Kendras Augenzeugenerzählungen allein tun. Man hat fast das Gefühl, die märchenhafte Magie in unserer Welt zu spüren.

Letzendlich geht es in „Magical“ allerdings nicht um Kendra, sondern um Emma: Sympatisch und hilfsbereit, nicht gerade in, aber durch den Reichtum ihrer Eltern gut versorgt. Ihre Stiefschwester ist das Gegenteil: Absolut hip, aber quasi „bettelarm“. Sie erschleicht sich Emmas Zuneigung und nutzt diese dann gnadenlos aus – zumindest bis zum Tod ihres gemeinsamen Vaters. Danach bleibt ihr nur noch emotionaler Terror – der Emma ziemlich mitnimmt. Zum Glück steht ihr zumindest eine Mitschülerin zur Seite: Kendra. Die üblichen Highschool-Verwicklungen bilden da nur den üblichen, aber ziemlich amüsanten Hintergrund. Ich habe zumindest noch nie davon gehört, dass jemand von der Schulleitung aufgefordert wird, kürze Röcke zu tragen (ansonsten ließen sich ja Waffen darunter verbergen).

Die Charaktere sind sympathisch (zumindest die meisten), die einzelnen Märchenadaptionen amüsant (und weit genug vom Original entfernt, um nicht vollständig vorhersehbar zu sein) und die kleinen Verweise auf „Beastly“ gelungen in die Geschichte eingearbeitet. Das ziemlich überraschende (und glückliche) Ende hat mich zum Schmunzeln gebracht (letzendlich ist nicht immer Magie von Nöten) und das Buch absolut zufrieden schließen lassen. „Magical“ ist damit für mich mindestens so gut wie „Beastly“ und weit besser als das doch sehr überfrachtete „Kissed“. Ich bin mir sicher, dass es den begeisterten Lesern von „Beastly“ ebenso gut gefallen wird wie mir.

In die Geschichte reinschnuppern könnt ihr hier.

Published in: on Januar 8, 2014 at 12:30 pm  Comments (5)  
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Besinnliche Weihnachtszeit

Morgen beginnt nun „offiziell“ die Adventszeit (auch wenn die Läden sich gefühlt schon seit Monaten in Weihnachtsstimmung befinden). Eine eher ruhige Zeit, die man (wenn man Zeit dafür hat – eigentlich sollte man sie sich nehmen) bei Kerzenschein, Weihnachtsliedern, selbst gemachten Plätzchen und dem ein oder anderen guten (Weihnachts-)Buch verbringen sollte.

Bei mir ist es dieses Jahr mit der Zeit etwas knapp. Und damit die Weihnachtszeit nicht zurückstehen muss, werde ich im Dezember mit dem Bloggen etwas kürzer treten. Ganz los werdet ihr mich allerdings nicht, einmal die Woche sollte ich schon zum Bloggen kommen.

Und damit euch in der Zeit nicht der Lesestoff ausgeht, habe ich euch hier eine kleine Auswahl von fantastisch weihnachtlichen oder winterlichen Büchern aus meinem Rezensionspool zusammengesucht.

Winterliche Fantasy
Der Spiegel von Feuer und Eis
Der Kuss des Kjer (noch ohne Rezension, vielleicht gibt es eine nach einem Re-Read in diesem Winter)
Frostblüte

Märchenhaft
Hör mein Lied (mein absoluter Favorit in dieser Kategorie)
Winterwelt
Ice – Hüter des Nordens

Romantisch (und ein wenig fantastisch)
Ein Highlander zu Weihnachten

Schokoladig (und vielleicht wegen der ganzen Pralinen auch ein kleines bisschen vorweihnachtlich)
Meleons magische Schokoladen

Und der Weihnachtsklassiker schlechthin (zumindest, wenn man der Anzahl an Wiederholung der Verfilmung um Weihnachten Glauben schenkt)
Das letzte Einhorn

Für Leute mit wenig Lesezeit gibt es außerdem noch eine Kurzgeschichte
Zwei Seelen

und zwei Anthologien, einmal weihnachtlich (zumindest ein wenig)
Werwölfe zu Weihnachten

und einmal winterlich fantastisch
Stille Nacht.

Published in: on November 30, 2013 at 9:00 am  Comments (5)  
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Wahre Märchen von Annie Bertram

wahremaerchen Annie Bertram
Wahre Märchen
Verlag: Ubooks
144 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3939239348
ISBN-13: 978-3939239345
14,95 €

„Wahre Märchen“ ist ein Bild- und Märchenband. Eine Sammlung von neu erzählten Märchen, die von Annie Bertrams Bildern in Szene gesetzt werden.

Schon das Cover zeigt eines ihrer Bilder: Eine Meerjungfrau mit schwarzen Haar, die nichts weiter trägt als einen Rock und einen Bustier aus Muscheln. Die Hauptfigur aus dem ersten Märchen, Rhinelde.

Es sind altbekannte Märchen wie „Die kleine Meerjungfrau“, „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ und „Rapunzel“, die von bekannten und weniger bekannten Autoren neu erzählt werden. Einige Geschichten bleiben nahe an dem altbekannten, andere wiederum erzählen die Märchen völlig anders. Eine dunkle Andersartigkeit, die sich durch alle Geschichten bis zum Ende hin durchzieht.

So erzählt Jeanine Krock in „Rhinelde“ das altbekannte Märchen um die kleine Meerjungfrau neu, ohne zu viel zu verändern. Die Hauptpersonen sind nun beide Prinzessinnen, es bleibt jedoch bei der Meerhexe und einem tragischen Ende. Auch ihr „Rapunzel“ bleibt nahe am Original. Nicolaus Equiamicus dagegen geht in seinem „Rotkäppchen“ nur von der gleichen Basis aus wie das altbekannte Märchen. Sein Wolf ist deutlich verschlagender als der aus den Märchen der Brüder Grimm – und somit ist auch das Ende ein anderes. „Hänsel und Gretel“ und „Dornröschen“ von Dirk Bernemann sowie „Der Schneekönig“ von Jana Krivanek sind ziemlich abstrakte und auch grausame Geschichten, zu denen ich persönlich überhaupt keinen Zugang gefunden habe. „König Drosselbart“ von Marion Altwegg fand ich nur merkwürdig, während „Schneewittchen“ von Elena Restayn für mich zumindest wieder etwas Sinn ergab. Ungewöhnlich, die Geschichte aus der Sicht der bösen Königin zu erzählen, aber zumindest absolut nachvollziehbar. „Der Vogel und die Prinzessin“ von Yasha Young ist das einzige Märchen, dass ich nicht erkannt habe, vielleicht sogar gar nicht kenne. Und auch wenn es ebenso düster ist wie die anderen Märchen, hat es mir deutlich besser gefallen als alle Vorgergenannten. Mein persönliches Highlight ist allerdings „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Christian von Aster. Mir gefiel sowohl die Idee, die Geschichte aus Sicht eines Zündholzes zu erzählen, als auch die Botschaft, die sie vermittelt. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und im Gegensatz zu den anderen Märchen im Buch auch etwas Wärme ausstrahlt.

Mit Annie Bertrams Fotos ist es wie mit den Märchen in diesem Buch. Bei den Märchen, die mir gefallen haben, haben mir auch die Fotos gefallen. Die abstrakten und düsteren Märchen wurden von ebenso düsteren und abstrakten Bildern begleitet, mit denen ich persönlich ebenso wenig anfangen konnte wie mit den Märchen. Man muss Annie Bertram daher wirklich ein Kompliment aussprechen, sie versteht es definitiv, die einzelnen Geschichten in Bilder zu fassen.

Da mir der Großteil der Geschichten nicht zugesagt hat, war das Buch damit nichts für mich. Einzig „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ kann ich wirklich weiterempfehlen – ob man dafür das ganze Buch kaufen will, sollte man sich meiner Meinung nach allerdings wirklich gut überlegen. Ich denke, dass „Wahre Märchen“ eher etwas für spezielle Leser ist, definitiv jedoch nichts für klassische Märchenliebhaber.

Reinlesen (und -schauen) könnt ihr hier.

Published in: on März 15, 2013 at 12:30 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Grimm von Christoph Marzi

Nach „Ice – Hüter des Nordens“ war ich irgendwie in Stimmung für Märchen und so habe ich als nächstes zu „Grimm“ gegriffen.

Christoph Marzi
Grimm
Verlag: Heyne fliegt
560 Seiten
ISBN-10: 3453266617
ISBN-13: 978-3453266612
17,99 €

Auf den Cover von „Grimm“ kann man Szenen aus verschiedenen Märchen erkennen. Ich kann nicht alle zuordnen, aber zumindest „Schneewittchen“, „Rapunzel“ und „Hänsel und Gretel“ konnte ich eindeutig identifizieren. Alle dieser Märchenszenen auf dem Cover haben eines gemeinsam: Sie befinden sich hinter Schloss und Riegel – und da haben wir auch den eindeutigen Bezug zum Buch, auch wenn man das erst im Nachhinein weiß. (Eines der Märchen scheint übrigens bereits ausgebrochen zu sein.)

Nach einem Vorfall an iher alten Schule musste Vesper zu ihrer Mutter nach Hamburg ziehen. An eine Schule, die noch schlimmer ist als ihre alte. Zumindest hat Vespa hier eine eigene Wohnung durchsetzten können und einen Job als Schneiderin bei einem kleinen Theater gefunden. Ein Job, den sie nicht wegen des Geldes macht, sondern weil ihr das Nähen Spass macht – und ihr zu einer Freundschaft mit ihrer Arbeitskollegin Ida und deren kleine Tochter Greta verholfen hat.

Und Vespa hat definitiv nicht viele Freunde. Als dann ihr Vater stirbt und ihr nichts weiter als einen Brief, einen Ring, einen Hinweis auf einen alten Freund und eine Warnung „vor den Wölfen“ hinterlässt, steckt Vespa in Schwierigkeiten. Um so mehr, als die Wölfe schon im Haus ihrer Mutter auf sie warten. Auf der Flucht vor den Wölfen versucht sie, das Geheimnis um die Hinterlassenschaft ihres Vaters aufzudecken.

Vespa als Hauptperson der Geschichte hat mich leider überhaupt nicht mitgerissen. Ihre Lügerei und Betrügerei an der Schule fand ich völlig überzogen – und ich finde nicht, dass man dieses Verhalten mit der ständige Abwesenheit und dem Desinteresse der eigenen Mutter begründen kann. Vespa hat auch ihre guten Seiten, für Ida und Greta ist sie zum Beispiel stets da, aber für mich ist Vespa definitiv kein Sympathieträger. Vermutlich einer der Gründe, warum mir die Geschichte nicht so gut gefallen hat.

„Grimm“ ist eine düstere Geschichte. Eine Geschichte, bei der man nicht weiß, wem man vertrauen kann – und selbst Gut und Böse verschwimmen. Die Ereignisse in „Grimm“ sind spannend – anders lässt sich die Flucht vor einem Rudel Menschenwölfe nicht beschreiben – aber auch skurril und teilweise ziemlich merkwürdig.

Vielleicht gibt „Grimm“ damit die Stimmung der klassischen Grimms Märchen wieder – ich muss zugeben, bisher nur die „zensierte“ Variante gelesen zu haben – aber mein Fall ist das Buch damit leider nicht. Für mich sind Märchen eher aus dem Stoff, aus dem Träume, und nicht Alpträume gemacht sind (auch wenn jedes für sich seine dunklen Seiten hat). Und was meiner Meinung nach auf jeden Fall in ein Märchen gehört, ist ein Happy End – und das hatte „Grimm“ definitiv nicht.

Damit hat „Grimm“ mich leider nicht wirklich überzeugen können. Und ich merke einmal mehr, dass Christopher Marzis Stil nicht wirklich mein Fall ist. – Auch wenn seine Geschichten immer wieder gut klingen.

Hier könnt ihr selber einen Blick ins Buch werfen.

Published in: on Mai 5, 2012 at 8:00 am  Comments (5)  
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Ice – Hüter des Nordens von Sarah Beth Durst

Gestern ist mein vorerst letzter Tauschticket-Tausch bei mir angekommen (mein Umstellungs-Guthaben ist jetzt aufgebraucht) – und wurde im Null Komma Nix verschlungen ;-).

Sarah Beth Durst
Ice – Hüter des Nordens
Verlag: Egmont Lyx
307 Seiten
ISBN-10: 3802586026
ISBN-13: 978-3802586026
12,99 €

Das Cover des Buches ist schön, aber relativ blass – und wirkt durch das Farbspiel von dem Hellblau und Weiß des Eisbären und der eisigen Umgebung zu den roten Frauenlippen und der lila Farbe im Hintergrund etwas unwirklich. Nichts desto trotz passt es genau zu der Geschichte -und ist wie gesagt sehr schön anzuschauen.

Von klein auf bekommt Cassie von iherer Großmutter eine Geschichte erzählt: Von einem Mann, der sich in die Tochter des Nordwindes verliebte – doch die Tochter des Nordwindes war dem Eisbärkönig versprochen und durch Liebe zu einem Menschen erzürnte sie ihren Vater. Die Tochter des Nordwindes versprach dem Eisbärkönig ihre Tochter zur Frau – im Gegenzug für seinen Schutz: Aber der Eisbärkönig konnte sie und ihren Mann nicht ewig schützen. Und so wurde die die Tochter des Nordwindes von ihrem Vater zu den Trollen verbannt.

Ein Märchen, das Cassie nicht mehr hört, seitdem ihr Vater ihre Großmutter fortgeschickt hat – seine Tochter sollte nicht mit solch einem Unsinn aufwachsen. Aber kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag beobachtet Cassie, wie ein von ihr verfolgter Eisbär einfach in einer Eiswand verschwindet. Und von da an ist es nicht mehr leicht, zwischen Märchen und Wirklichkeit zu unterscheiden…

Man sagt, dass in jedem Märchen ein wahrer Kern steckt – auch wenn es überraschend ist, wenn dann das ganze Märchen wahr ist.

Cassie ist auf einer Forschungsstation aufgewachsen und eigentlich ziemlich rational – wenn man allerdings einem sprechenden Eisbären begegnet, kann man sich durchaus davon überzeugen lassen, dass manche Märchen wahr sein können.

Als der Eisbär Cassie dann verspricht, ihre von ihr seit Jahren totgeglaubte Mutter von den Trollen zu retten, wenn sie seine Frau wird, sagt Cassie zu – ohne die Konsequenzen zu kennen.

Denn hinter dem sprechenden Eisbär verbirgt sich mehr als nur ein Märchenwesen. Der Bär ist einer von vielen Munaqsri, dafür verantwortlich, die Seelen der Sterbenden einzusammeln, um so den Neugeborenen eine Seele geben zu können. Eine Aufgabe, die nicht nur zeitaufwändig, sondern auch lebenswichtig für das Volk ist, das der jeweilige Munasqri hütet – in seinem Fall sind es die Eisbären. Denn ohne die Seelen, die der Munaqsri sammelt, können die Neugeborenen nicht leben – und sein Volk wäre zum Aussterben verdammt.

Wie in dem Märchen bringt die Neugier der Braut des Eisbärkönigs diesen in Gefangenschaft – und nun ist es an Cassie, ihren Mann zu retten. Allen Widerständen zum Trotz folgt sie seinen Spuren, die bis ans Ende der Welt führen.

Damit ist Cassie eine Hauptperson, mit der man sich leicht und gerne identifiziert. Kein hilfloses Mädchen, das sich von ihrer Umgebung – und sei sie noch so ungewohnt – einschüchtern lässt. Jemand der weiß, was er will – und dafür kämpft. Die ideale Besetzung für ein Märchen – und diese Geschichte.

Das Buch wäre kein Märchen, wenn es kein Happy End hätte – aber bis dahin gibt es für Cassie (und den Leser) einiges zu entdecken und so manches Hindernis zu überwinden. Und auch wenn abzusehen ist, dass das Buch ein gutes Ende haben wird – ist dieses doch überraschend.

Sarah Beth Durst hat es auf eine wunderschöne Art und Weise geschafft, das altbekannte Märchen vom Eisbärkönig in unsere Welt zu versetzen – mit nicht mehr als einen Hauch von Magie, auch wenn die Seelensammler dem sicherlich nicht zustimmen würden ;-). Eine Geschichte, die sich wunderschön bei Schnee und Eis vor dem Kamin lesen lässt – oder einen an einem warmen Frühlingstag wieder in den Winter entführt. So oder so ein Leseerlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Wer nicht auf Schnee und Eis warten möchte, findet hier eine Leseprobe.

Published in: on Mai 4, 2012 at 4:52 pm  Comments (4)  
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Der König und die Gärtnerin von Carmen Winter

Carmen Winter
Der König und die Gärtnerin
Verlag: Drachenmond
140 Seiten
ISBN-10: 3931989496
ISBN-13: 978-3931989491
14,95 €

Schon das Cover des Buches gefällt mir – und das, obwohl auch dieses hauptsächlich von dem Gesicht einer Frau eingenommen wird. Die Position, die die Frau auf dem Cover einnimmt, ist ungewöhnlich. Zusammen mit ihrem Gesichtsausdruck wirkt das Cover auf mich ziemlich traurig. Auf den zweiten Blick sind mir auf ihren Haaren versteckten Buchstaben oder Wörter aufgefallen, entziffern konnte ich sie bisher leider noch nicht.

Das Märchen beginnt damit, dass der König in seinem Garten der Gärtnerin begegnet. Da sie ihm gefällt, fordert er sie auf, ihre ganze Vergangenheit hinter sich zu lassen und so, wie sie auf die Welt gekommen ist, zu ihm zu kommen. Eine Aufforderung, die den Beginn der Beziehung zwischen den beiden einläutet.

Das Buch wird ziemlich treffend als „Märchen für Erwachsene“ bezeichnet. Es erzählt von der Liebe zwischen dem König und seiner Gärtnerin – mit allem, was dazugehört. Die Beziehung zwischen König und Gärtnerin beginnt mit der Aufforderung des Königs. Aber schon bei ihrem ersten Treffen muss dieser feststellen, dass die Gärtnerin nicht all‘ seinen Wünsche entspricht. Doch auch er muss einsehen, dass er nicht perfekt ist. Dadurch kommt es zu Auseinandersetzungen, trotzdem kommen sich die beiden langsam näher. Sie lernen voneinander und wachsen an ihren Herausforderungen – ebenso wie ihre Liebe.

Die Beziehung, die Carmen Winter in „Der König und die Gärtnerin“ beschreibt, unterscheidet sich nicht großartig von den Liebesbeziehungen in unserer Welt. Denn egal, ob ein Partner nun „König“ oder „Gärtner“ ist, die Beziehung zueinander bleibt doch die gleiche. In jeder Beziehung gibt es Probleme, die es zu beheben gilt und für jedes Problem lässt sich eine Lösung finden – die für verschiedene Paare durchaus eine unterschiedliche sein kann.

Die Geschichte ist eine ruhige, gefühlvolle Geschichte, ihr Schwerpunkt liegt auf der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Gärtnerin. Sie ist eine sympathische Person und mir ist es leicht gefallen, die Geschichte aus ihrer Sicht (mit) zu erleben und ihre Gefühle (nach) zu fühlen.

Damit ist das Buch ein Buch für Verliebte und Liebende, oder für jene, die von der Liebe träumen. Ein Buch für ruhige und kuschelige Stunden – und damit genau das Richtige für die aktuelle Wetterlage ;-).

Reinlesen könnt ihr hier.

Published in: on Februar 2, 2012 at 6:36 pm  Comments (1)  
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