Syrenka – Fluch der Tiefe von Elizabeth Fama

syrenka Elizabeth Fama
Syrenka – Fluch der Tiefe
368 Seiten
arsEdition
ISBN-10: 3760787509
ISBN-13: 978-3760787503
18,99 €

Man muss schon genau hinschauen, um zu erkennen, dass das Cover des Buches eine Meerjungrau und kein einfaches Mädchen zeigt: Nur der Ansatz des Schwanzes und ein Stück der Flossen sind im unteren Teil des Covers zu sehen. Die Meerjungrau selbst ist wirklich schön anzusehen und selbst das im Wasser wehende Haar ist zu erkennen. Ich vermute, sie ist auf dem Weg zur Oberfläche, den das Wasser ist bereits von Sonnenstrahlen erhellt. Die schimmernde Oberfläche des Covers gefällt mir nicht ganz so gut wie der Rest des Covers – machen es aber definitiv zu etwas besonderem.

Schon immer starben die Frauen in Hesters Familie wenige Tage nach der Geburt ihrer ersten Tochter. Genug Zeit, um die kleine Herzkette an ihre Töchter weiterzugeben, aber nicht genug, um sie aufwachsen zu sehen. Darum ist Hester sich sicher: Sie wird für immer Single bleiben und nie eigene Kinder bekommen. Der Fremde, den sie am Meer trifft, ist der erste, der von einem Fluch spricht. Einem Fluch, den man brechen kann. Und damit macht sich Hester auf die Suche nach den Ursprügen.

Es ist die Meerjungfrau Syrenka, die die Geschichte ins Rollen bringt – aber es nicht allein ihre Geschichte. Nachdem ein jungen Indianer, in den sich Syrenka verliebt hat, bei ihrer ersten Begegnung ertrinkt, dauert es eine Weile, bis sich Syrenka im 19. Jahrhundert erneut einem Menschen, Eszra, zeigt. Eine Begegnung, auf die viele weitere Folgen und eine Begegnung, die schreckliche Folgen für die nächsten Generationen hat, bis hin zu Hesters Generation.

Elizabeht Fama springt in ihrer Geschichte gekonnt zwischen den Jahren und erzählt sowohl Syrenkas als auch Hesters Geschichte. Geschichten, die eng miteinander verknüpft sind, deren Fäden der Leser aber erst im weiteren Verlauf der Geschichte langsam entwirren kann. Dabei werden einem sowohl Syrenka als auch Hester schnell sympathisch. Syrenka ist allerdings um einiges kaltblütiger als Hester – aber auch verzweifelter. Eine Meerjungfrau hat nur eine Möglichkeit, um an eine Seele zu kommen, eine Möglichkeit, die wirklich nur grausam zu nennen ist. Syrenkas Leben steht damit unter keinem guten Stern. Hesters Leben könnte sich zum Bessern wenden, wenn sie die Fäden der Vergangenheit entwirren und den Fluch brechen kann. Die mysteriösen Tode der Frauen ihrer Familie sind erste Indizien, der Pfarrer der Kirche und der geheimnisvolle Fremde vom Strand bringen Hester schnell auf weitere Spuren. Der Leser hat Hester gegenüber einen Vorteil bei der Entwirrung der Geschichte, da Elizabeth Fama ihm auch Syrenkas tragische Geschichte erzählt.

Elizabeth Fama wechselt stetig zwischen Teilen von Syrenkas Lebensgeschichte und Hesters (historischen) Forschungen , die sie immer näher an die Auflösung des Fluches und an die Verzweiflung bringen, die auch Syrenka gespürt hat. Um den Fluch zu brechen, macht Hester schließlich auch vor Einbruch und Diebstahl keinen Halt. Das größte Wagnis ist aber die Konfrontation mit der Hexe des Meeres, Noo’kas. Mit dieser Konfrontation beginnt Elizabeth Fama den Showdown ihrer Geschichte.

Tragik und Meerjungrauen verleihten „Syrenka“ einen Flair wie Hans Christian Andersens „Die kleinen Meerjungfrau“ – Syrenka und die kleine Meerjungfrau haben ein ähnliches Schicksal. Mit Geistern und einem dunkler Fluch überführt Elizabeth Fama ihrer Geschichte in die heutige Zeit. Mit historischen Forschungen und einer guten Portion Mut lässt sie Hester die Geschichte zu einem besseren Ende bringen – und das ganz ohne die typischen Love-Story-Elemente.

„Syrenka“ ist damit erfrischend anders, während es den Leser gleichzeitig alte Märchen über die Meere in Erinnerung ruft. Ich finde die Geschichte wirklich gut gelungen und sehr empfehlenswert.

Den Beginn von Syrenkas Geschichte findet ihr hier.

Published in: on Juni 12, 2013 at 12:30 pm  Kommentar verfassen  
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The Curse – Vanoras Fluch von Emily Bold

Mein Exemplar von „Vanoras Fluch“ wird für mich immer etwas Besonderes sein: Zum einen ist es noch eines von der „alten“ Ausgabe (mit dem meiner Meinung nach um einiges schönerem Cover), zum anderen ist es persönlich signiert :-). An dieser Stelle daher noch mal ein herzliches Dankeschön an Emily Bold.

Und bevor es jetzt zu meiner Rezension kommt, gibt es hier für euch noch den Buchtrailer zur Einstimmung – er ist wie das Buch definitiv einen Blick wert:

vanorasfluch Emily Bold
The Curse – Vanoras Fluch
Verlag: Create Space
382 Seiten
ISBN-10: 1477678603
ISBN-13: 978-1477678602
9,95 €

Das Cover meiner Ausgabe ist in grün gehalten und zeigt (vermutlich) ein Bild aus den schottischen Highlands. Das Zentrum des Covers ziert das Amulett, das die siebzehnjährige Samantha im Nachlass ihrer Großmutter findet und mit der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist. Im oberen Bereich des Covers finden sich ein paar Worte in dunkelgrüner Schrift – ich konnte sie leider nicht entziffern, aber sie passen zu dem mystischen und geheimnisvollen Cover. Ich finde es wirklich schade, dass die aktuelle Ausgabe ein anderes Cover ziert.

Sind es wirklich Zufälle, die Samantha (Sam) nach Schottland geführt haben – oder war es Schicksal? Das alte Buch und das Amulett, das Sam in dem Nachlass ihrer Großmutter gefunden hat, sind nur die ersten Hinweise. Die Träume, die ihr nach ihrem schottischen Gastvater ihre Bestimmung zeigen, die nächsten. Ob ihre Begegnung mit dem Highlander Payton der Grund ist? Eine Begegnung, die jedoch unter keinem guten Stern steht – ein uralter Fluch lastet auf ihm und seiner Familie: Vanoras Fluch.

Mit dem Prolog entführt Emily Bold den Leser ins historische Schottland, mitten in einen Kampf, genau an den Zeitpunkt, zu dem Vanoras Fluch gesprochen wurde. Eine Szene aus der Vergangenheit, die man als Leser erst mit der Zeit zu deuten weiß.

Und auch, wenn Sams und Paytons Geschichte darin begründet ist, beginnt ihre Geschichte viele Jahre später. Alles beginnt mit Sams Durchforsten des Nachlasses ihrer Großmutter und ihrem Fund: Ein Amulett und ein altes Buch, einem Hauch von Vergangenheit – kein Wunder, dass Sam hier des Öfteren Indiana Jones in den Kopf kommt. Ich mag Sam, auch wenn sie sich selbst gegenüber ihr Licht eindeutig unter den Scheffel stellt – zumindest weiß man, dass sie es ernst meint und es nicht nur vorspielt. Und vielleicht macht gerade dieser Aspekt meine Sympathie aus – wer mag schon perfekte Helden? Auch Payton ist alles andere als perfekt. Sein erster Auftritt ist sogar ziemlich daneben, beim ersten bewussten Zusammentreffen zwischen ihm und Sam ist er allerdings wirklich charmant – die geneigte Leserin könnte sich hier fast selbst ihn in verlieben.

Ihr Aufeinandertreffen hat allerdings Auswirkungen; Auswirkungen, mit denen keiner gerechnet hat – und über die beileibe nicht alle erfreut sind. Paytons Brüder sind nach Payton die ersten, die diese Auswirkungen spüren – und zumindest einer hat dabei wirklich gut lachen. Andere fürchten die Auswirkungen und sind bereit, alles zu tun, um den Status Quo aufrecht zu erhalten. Wenn man Payton anfangs für gefühlskalt gehalten hat, wird man mit dem Auftreten weiterer Personen schnell eines Besseren belehrt. Es ist mehr als nur ein dunkler Schatten, der über Paytons und Sams Beziehung schwebt, die Gefahr ist sogar für den Leser zu spüren.

Selbst Sams Verlassen der Highlands, die Trennung von Paytons gälischen (Liebes-)Worten und die Flucht in ihre Heimat – Amerika – birgen nur Wehmut (für Sam und auch den Leser), allerdings keinen Schutz: Dieser liegt allein in der Vergangenheit – und es ist an Sam und Payton diese aufzudecken, wenngleich sie den Fluch nicht alleine brechen können.

„Vanoras Fluch“ ist eine Geschichte über schottische Magie, einen jahrhundertealten Fluch und das Schicksal. Vielleicht war es Schicksal, dass die Geschichte geschrieben wurde, eine schottische Sage, die noch erzählt werden musste – so zumindest wirkt sie auf mich (auch wenn ich zugeben muss, bisher noch nicht viele schottische Geschichten gelesen oder gehört zu haben – aber genau so stelle ich sie mir vor). Und wer sich von der Magie der Highlands verzaubern lassen kann, den wird ganz sicher auch „Vanoras Fluch“ verzaubern.

Weitere Infos zum Buch (unter anderem auch eine Leseprobe) findet ihr hier.

Published in: on Januar 9, 2013 at 12:30 pm  Comments (1)  
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Die Schattenträumerin von Janine Wilk

Janine Wilk
Die Schattenträumerin
Verlag: Planet Girl
384 Seiten
ISBN-10: 3522502701
ISBN-13: 978-3522502702
14,95 €

Auf dem Cover des Buches kann man durch den Eingang eines alten Hauses (viel mehr als diesen kann man vom Haus nicht erkennen) einen Blick auf ein strahlendes Venedig erhaschen. Einzig der dunkle Schatten im Kanal verdunkeltes das Bild. Ein interessantes Cover, das durchaus auch einen zweiten Blick wert ist.

Obwohl Francesca di Medici ihre italienische Großmutter liebt ist sie alles andere als erfreut, ihre Weihnachtsferien in Venedig verbringen zu müssen. Bei ihrer italienischen Verwandtschaft geht es drunter und drüber – es gilt, eine Pension einzurichten – und die immer schlimmer werden Alpträume lassen den Urlaub nicht gerade zu einem Vergnügen werden.

Hinter den Alpträumen steckt jedoch weit mehr als Francesca je vermutet hätte. Ihre Großmutter bringt Francesca auf die Spur eines alten und dunklen Familiengeheimnisses. Ein Geheimnis, das die ganze Stadt in den Abgrund zu reißen droht.

Die Geschichte beginnt in der Vergangenheit, dort, wo das finstere Geheimnis der Familie Medici seinen Anfang nimmt: In Venedig, im Jahre 1618.

Jahrhunderte später macht sich Francesca auf den Weg zu ihrer italienischen Familie, ohne etwas von eben jenem Geheimnis zu ahnen. Aber dieser unbeschwerte Zustand ändert sich schneller, als man denkt. Die Alpträume, die Francesca schon seit ihrer Kindheit verfolgen, sind erst der Anfang ihrer Geschichte.

Francescas Verwandtschaft ist unglaublich sympathisch – selbst der Francesca immer wieder stichelnde Cousin Luca. Janine Wilk schafft es, mit ihnen perfekt das Klischee einer „typischen“ italienischen Familie darzustellen. Streit und Verbundenheit liegen hier sehr dicht zusammen. Nicht nur bei Francesca und Luca. Aber keine Sorge, mehr als verwandtschaftliche Beziehungen gibt es hier nicht zu entdecken.

Francescas Alpträume, die dunkle Gestalt, die ihr nicht nur in ihren Alpträumen folgt und die finsteren Gassen, durch die sie von ihrer Suche geführt wird, stehen dazu in einem ziemlich heftigen Gegensatz und lassen einem umso eher die kalten Schauer über den Rücken laufen (selbst jetzt noch). Für zartbesaitete Gemüter ist das Buch damit sicherlich nichts (außer man hat eh‘ vor, vor dem Schlafengehen noch einmal alle Ecken des Zimmers zu untersuchen).

Über den Fluch der Medici weiß der Leser, ebenso wie Francesca, nur wenig. Selbst die Szenerie zu Beginn des Buches liefert nicht viele Hinweise. Sie führt nur die dunkle Gestalt aus Francescas Alpträumen ein. Die Hintergründe enthüllen sich dem Leser nur langsam. Der Tod ihres Großvaters gibt Francesca erste Hinweise, nicht nur auf den Fluch, sondern auch auf die Möglichkeit, diesen zu brechen. Die schon für sich allein spannende Suche wird durch den Druck, der von der finsteren Gestalt auf Francesca ausgeübt wird, noch weiter verschärft. Die Lösung für die Geschehnisse liegt in der Vergangenheit. Nicht in der zu Beginn geschilderten Szenerie, auch nicht in dem überraschenden Tod ihres Großvaters, sondern noch einige Jahre weiter zurück. Francescas Recherchen bringen Stück für Stück mehr ans Licht – aber manche der Bücher, die sie öffnet, hätten besser geschlossen bleiben sollen.

„Die Schattenträumerin“ lebt von der Stimmung, die Janine Wilk verbreitet. Sie zeichnet ein düsteres, schauriges Bild von einem nebelverhangenen Venedig. Ein Bild mit dunklen Gassen und finsteren Gestalten. In dieser Szenerie gilt es, ein altes Geheimnis aufzudecken – und aufzulösen.

Schon die Szenerie bietet Spannung genug – die Geschehnisse toppen diese jedoch noch. Und so folgt man als Leser gerne den Figuren über die Seiten des Buches, versucht mit ihnen die einzelnen Schnipsel zu einem Ganzen zusammen zu setzen, während man immer wieder auf der Suche nach Verfolgern in die dunklen Ecken schielt. Aufhören zu lesen, zu rätseln und mit Francesca mit zu fiebern kann man erst mit den letzten Seiten des Buches: Eine weitere Geschichte über Venedigs Vergangenheit, ein langsamer Ausklang von Francescas Geschichte.

„Die Schattenträumerin“ ist eine spannende, aber auch dunkle und schaurige Geschichte – etwas zu schaurig für meinen Geschmack. Nichtsdestotrotz habe ich es bis zur letzten Seite verschlungen – ein Aufhören ohne die Auflösung der Geschehnisse war so gut wie unmöglich.

Die ersten Seiten des Buches findet ihr hier.

Published in: on Juli 3, 2012 at 12:00 pm  Kommentar verfassen  
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