Missverstandene Monster von Ingrid Pointecker (Hrsg.)

missverstandenemonster Ingrid Pointecker
Missverstandene Monster
Verlag ohneohren
207 Seiten
E-Book
ASIN: B00N7CFSDC
4,99 €

Ich muss gestehen, dass mich schon der Titel der Anthologie zum Schmunzeln gebracht hat – und das kleine Monsterchen auf dem Cover sieht tatsächlich eher bemitleidenswert als gruselig oder gar monsterlich aus: Winzig klein, mit der Leine eines zerstörten Luftballons in den Klauen, dazu der starre Blick aus dem roten und gelben Auge. Nicht gerade zum Knuddeln, aber auch ganz sicher nicht zum Davonlaufen, im Gegenteil: Es verleitet den Betrachter dazu, das Buch aufzuschlagen und mehr über dieses und die anderen missverstandenen Monster zu erfahren.

Dazu bekommt man auch sehr schnell die Gelegenheit, denn in ihrem „Protestbrief“ an Herrn König (Ludwig der VII., König von Frankreich), nimmt die Drachin Tarasque kein Blatt vor dem Mund und zählt jedes der unlängst passierten „Missverständnisse“ auf – bevor sie sehr desillusioniert das Land verlässt.

Danach geht es über kleine und niedliche Monsterchen (je nach Gemütsfassung), Todesfeen und berufliche Schreckgespenster bis hin zum „Großen Grausamen Tod“. Letzterer ist mit seinem Namen nicht wirklich glücklich, führt er doch dazu, dass er sich stets allein in den Ruinen schleunigst verlassener Städte herum treiben muss.

Und während einige Monster nur ein kleines, ruhiges, menschen- und vor allem kinderfreies Eckchen suchen und dafür sogar an Monstertherapien, einem Treffen der „Anonymen Pädophobiker“ oder einem einfachen „Monster helfen Monster“-Workshop teilnehmen, hoffen andere wie „Willo, das Irrlicht“ aus der Feder von Nina C. Egli, sehnlichst auf Besuch. Ein Ereignis, das trotz allen Einsatzes von Willo wohl nie eintreten wird. Ihn habe ich gegen Ende seiner Geschichte tatsächlich sehr bedauert – trotz der Folgen für die Menschen, die einen Besuch tatsächlich in Erwägung zogen.

Das Zusammentreffen mit Menschen ist in den wenigsten Fällen erfreulich zu nennen: Krux aus „Grässlich bleibt grässlich, da helfen keine Pillen“ Zusammentreffen mit einem Menschen endet trotz eines guten Starts in einem Desaster – ihm hätte die nähere Betrachtung eines Pornos vermutlich weitaus mehr gebracht als die Filmromanze, die er zufällig mit anschauen konnte. Dem Leser bringt sein Versuch allerdings ein höchst vergnügliches Leseerlebnis. Und auch die „Arachne organophilia“ würde die regelmäßigen Zusammenstöße mit der Putzfrau (und ihrem spinnenwebenzerstörenden Staubwedel) sicherlich nur zu gern vermeiden – und das, obwohl man diese Spinne im weitesten Sinne sogar als nützlich erachten muss.

Wenig monströs ist dahingegen Claire aus Sophia Bergs „Ein Katzenschwanz zum Verzweifeln“, tatsächlich ist sie wohl eher süß als monströs zu nennen – und so ist es kein Wunder, dass sie das Verständnis, das sie sucht, sehr zur Verzweiflung ihrer Eltern nicht unter den Monstern findet. Eine wirklich süße (vielleicht auch ein klein wenig kitschige) Geschichte.

Mein absolutes Lieblingsmonster ist allerdings das kleine Monsterchen aus Tanja Rasts „Das aus dem Keller“. Wenn man ihm nicht gerade im Dunkeln begegnet, oder nur sein Scharren und Schnaufen hört, muss man sich einfach in das Kleine verlieben – mein Herz hat es jedenfalls im Sturm erobert.

Und mit der letzten Seite haben zumindest ein paar der Monster ihr Image merklich aufpoliert. Mit dem Streikberater aus Helen B. Krafts Geschichte würde ich allerdings trotzdem nicht tauschen wollen – wer würde schon gerne an einem Monsterstreik teilnehmen, wenn einige der Monster noch von den schönen Zeiten mit den Dörflern und ihren Mistgabeln träumen? Diese Zeiten sind ebenso vorbei, wie das Image des klassischen Monsters passe` ist – spätestens nach der Lektüre dieser Anthologie. Und mit der letzten Seite wird jeder der Leser mit einem leichten Schmunzeln auch sein Monsterbild überdenken. Dafür ist es auch höchste Zeit!

Hier könnt ihr selbst einen ersten Schritt auf die „Missverstandenen Monster“ zugehen.

Published in: on September 10, 2014 at 12:30 pm  Schreibe einen Kommentar  
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5 Jahre 5 Geschichten von Annika Dick, Julia Drube, Bianca Iosivoni, Nadine Kühnemann, Laura Nefzger

5jahre5geschichten Annika Dick, Julia Drube, Bianca Iosivoni, Nadine Kühnemann, Laura Nefzger
5 Jahre 5 Geschichten
Verlag: Egmont Lyx
432 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3802588827
ISBN-13: 978-3802588822
5 €

Anlässlich seines 5jährigen Jubiläums im Jahr 2012 hat sich der Egmont Lyx Verlag etwas Besonderes einfallen lassen: Ein Buch von und für Egmont Lyx – Fans. Jedermann oder -frau konnte sich mit einer Geschichte bewerben, wer letztendlich in die Anthologie aufgenommen wurde, entschieden die Fans. Diese durften dann auch über das Cover entscheiden. Selbiges gefällt mir ziemlich gut: In verschiedenen Blautönen gehalten zeigt es eine junge Frau in einem Ballkleid, umgeben von hellem Licht und blauen Blumenornamenten – ziemlich passend für einen Liebesroman und offen genug, um in jede der fünf Geschichten hinein zu passen.

Die Geschichten sind allesamt fantastische Liebesromane und reichen von Göttern über Engel bis zu Gestaltwandlern:

Die Entführung der Persephone von Annika Dick
Nachdem Corrie nach einem Autounfall sämtliche Erinnerungen verloren hat, plagen sie dunkle Träume über einen alles verschlingenden Nebel, hinter dem ihre Erinnerungen gut verborgen langsam zu verblassen beginnen. In der Welt der Götter hingegen kämpft der Gott der Unterwelt vergeblich um die ihm entrissene Gattin: Persephone.

Seelenfänger – Ready to fall von Julia Drube
Nicht die Engel sind es, die die Seelen der Toten sammeln und weitergeben. Seit Jahrhunderten ist dies die Aufgabe der Seelenfänger. Mit dem Tod eines Engels durch den abtrünnigen Seelenfänger Matthew eskaliert der seit jahrhunderten schwelende Konflikt zwischen Engeln und Seelenfängern. Dennoch ist die Leiterin des Instituts der Seelenfänger, Grace, nicht bereit, ihre alte Liebe einfach auszuliefern.

Bis der Tod uns vereint von Bianca Iosivoni
Ein Autounfall reißt die junge Kara während der Beerdigung ihrer Großmutter aus ihrem Leben. Ein tödlicher Unfall, ein Fehler im Gewebe des Schicksal. Ein Fehler, der durch eine zweite Chance behoben werden soll. Aber kann Kara ihr altes Leben wirklich hinter sich lassen? Nur dann kann sie ihr neues Leben weiterleben – an der Seite des geheimnisvollen und charmanten Noah.

Tränen der Ewigkeit von Nadine Kühnemann
Emine ist die Tochter eines Engels und daher der Gabe des Heilens mächtig. Eine Gabe, die sie schon jahrhundertelang an der Seite menschlicher Beschützer ausübt. Als dunkle Magie sie in einen menschlichen Körper presst, eilt ihr ein alter Bekannter zu Hilfe. Aber auch er ist nicht das, was er zu sein scheint.

Das Tier in mir von Laura Nefzger
Jahrelang hält der Leopardengestaltwandler Keenan seine zukünftige Gefährtin Lana auf Abstand – auch wenn sie schon lange das Gegenteil ersehnt. Als ein unbekannter Mörder Gestaltwanderfrauen fängt, quält und tötet, erwacht sein Beschützerinstinkt. Hat Lanas Liebe nun doch eine Chance?

Die Auswahl der Geschichten hat es tatsächlich geschafft, mich positiv zu überraschen. Ich hatte anhand der Leseprobe damals einzig für Annika Dicks „Die Entführung der Persephone“ abgestimmt. Und auch wenn sie beileibe nicht die einzige Geschichte im Buch ist, die mir gefallen hat, war sie für mich definitiv das Highlight im Buch. Die (größtenteils) liebenswerten Protagonisten haben mich im Nu in ihren Bann gezogen. Und auch, wenn die Auflösung recht vorhersehbar war, habe ich vom Anfang bis zum Ende mit dem verliebten Paar mitgefiebert – und das, wo Hades nicht unbedingt mein Liebling in der griechischen Mythologie ist.

„Bis der Tod uns vereint“ von Bianca Iosivoni kommt ziemlich nah an mein Highlight heran. Auch in dieser Geschichte hat wirklich alles gestimmt: Der Hintergrund der Geschichte ist innovativ und Bianca Iosivoni hat es tatsächlich geschaft, einen konstanten Spannungspegel zu halten, ohne irgendeine Art von Gegenspieler eingreifen zu lassen. Die Geschichte wird allein von den Gefühlen und Gedanken der Figuren beherrscht – beides ist fast greifbar und durchgängig nachvollziehbar. Und damit liegt die Geschichte wirklich nur marginal hinter „Die Entführung der Persephone“.

Auch „Seelenfänger – Ready to fall“von Julia Drube und „Tränen der Ewigkeit“ von Nadine Kühnemann haben mich gut unterhalten. Erste würde ich als solide Liebesgeschichte im Genre Urban Fantasy einorden, zweitere ist vor allem wegen ihres historisch-fantastischen Setting und dem etwas melancholischen Ende erwähnenswert.

Einzig die letzte Geschichte konnte mich nicht wirklich überzeugen. Hier waren mir sowohl die erotischen Szenen zu plump als auch der Plot an sich zu genretypisch. (Mich hat die ganze Geschichte sehr stark an eine andere Kurzgeschichte aus dem Genre erinnert – und die hat mir deutlich besser gefallen.)

Für Leser fantastischer Liebesromane ist das Buch aber schon wegen der zwei erstgenannten Geschichten sehr empfehlenswert – und für den Preis sicherlich nahezu unschlagbar.

Auf der Aktionsseite zum Buch könnt ihr in jede der fünf Geschichten hineinschnuppern und euch selbst eine erste Meinung bilden.

Published in: on Januar 15, 2014 at 12:30 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Aralorn – Der Verrat von Patricia Briggs

Briggs_Aralorn_Verrat.indd Patricia Briggs
Aralorn – Der Verrat
Verlag: Bastei – Lübbe
368 Seiten
ISBN-10: 3404206878
ISBN-13: 978-3404206872
9,99 €

Das Cover des Buches zeigt eine junge Frau in einem Kapuzenmantel, an ihrer Seite ein schwarzer Wolf. Auch wenn die Frau auf dem Cover ziemlich jung aussieht gehe ich davon aus, dass das Cover Aralorn und Wolf zeigen soll – die beiden Hauptpersonen der Geschichte.

Es ist ein trauriger Grund, der Aralorn zurück in ihre Heimat führt: Die Beerdigung ihres Vaters, dem Löwen von Lammfeste. Nicht alle dort sind erfreut, Aralorn wiederzusehen. Die Nachricht, die Aralron ihnen, nachdem sie ein paar Minuten allein mit ihrem Vater verbracht hat, überbringen kann erfreut dagegen jeden: Der Löwe von Lammfeste ist nicht tot, sondern verzaubert. Eine Nachricht, die die Trauer- in eine Freudenfeier verwandelt – und Aralorn vor ihre nächste Aufgabe stellt: Den Verursacher des Bannzaubers zu finden und den Zauber zu lösen, bevor ihr Vater an den Folgen der Magie tatsächlich zu Grunde geht.

„Der Verrat“ ist der zweite Teil der Reihe um die Söldnerin Aralorn – und sollte auch erst im Anschluss an den ersten Teil gelesen werden. Zwar versteht man die Geschichte auch, ohne den ersten Band gelesen zu haben; das Band, dass den Leser und die Protagonisten verbindet wird aber längst nicht so stark sein – und auch Aralorns Träume und die Gedanken an die vergangenen Abenteuer würden für den Leser etwas verblassen. Mit „Die Wandlerin“ im Hinterkopf allerdings startet es sich gleich doppelt gut in die Geschichte.

Der Beginn lässt den Leser auch nicht lange außen vor. Eh‘ man sich versieht befindet man sich an Aralorns Seite umzingelt von Wegelagerern. Eine scheinbar gefährliche Situation – bis Aralorn den Mund aufmacht und schließlich, dem Anführer der Gesellen noch einen guten Rat auf den Weg gebend, von dannen reitet. Ein humorvoller Einstieg, der in einem ziemlich heftigen Gegensatz zu Aralorns Alpträumen steht, die sie schon seit einiger Zeit heimsuchen.

Aralorns Familie selbst hat mich genauso schnell eingenommen wie Aralorn. Ein wirklich sympathischer Haufen, den ich mir wirklich gut in einer Söldnertruppe vorstellen könnte – zumindest was Aralorns Brüder angeht. Und die nächste Generation ist ebenso bezaubernd wie sie es von Aralorns Geschichten sind. Der Bannzauber auf dem Löwen von Lammfeste, die Alpträume, die sich nicht allein auf Aralorn beschränken und die Gefahr, die Wolf von seiner eigenen Magie drohen, stören das harmonische Bild jedoch massiv. Und so geht es an die Ermittlungen: Erste Verdachtsmomente gibt es einige – Momente, die der Leser im Gegensatz zu Aralorn vermutlich jedoch um einiges schneller entschlüsseln kann. Diese sorgt sich nämlich um Wolf und fasst einen ziemlich drastischen, wenn auch süßen Entschluss, um ihn wieder ganz ins Leben zu ziehen. Die beiden sind wirklich ein tolles Pärchen und könnten die Geschichte auch völlig allein tragen.

Im Vergleich mit „Die Wandlerin“ ist das Buch etwas ruhiger, es gibt weniger Schwertgefechte und weniger Intrigen. Es sind die Personen und ihre Interaktionen, die im Vordergrund stehen, selbst die Auflösung des Rätsels muss da etwas in den Hintergrund rücken. Da es so viel Neues über die liebgewonnen Hauptpersonen zu entdecken gibt, hat es mir jedoch wenig ausgemacht.

Ein ruhiges Buch, mit einem leicht kriminalistischen Hauch, einer guten Portion Gestaltwandlermagie und einer langsam immer tiefer werdenden Liebe. Übermäßig viel Action kann man hier nicht erwarten, allerdings eine wunderschöne Fortsetzung, die sicher jedem, der Wolf und Aralorn ins Herz geschlossen hat, gefallen wird. Für mich rundet es das Geschehen aus dem ersten Band gekonnt ab und bringt die Geschichte zu einem würdigen Abschluss – auch wenn ich natürlich ganz sicher nichts dagegen hätte, mehr von Wolf und Aralorn zu lesen.

Die ersten Seiten findet ihr hier.

Published in: on Januar 30, 2013 at 12:30 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Rabenblut drängt von Nikola Hotel

rabenblutdrängt Nikola Hotel
Rabenblut drängt
Verlag: CreateSpace
450 Seiten
ISBN-10: 1477635599
ISBN-13: 978-1477635599
12,95 €

Das Buchcover von Rabenblut drängt ist größtenteils in Blautönen gehalten. Es zeigt Teile einer Stadt, ich vermute Prag: Eine Brücke über einen breiten Fluss, im Hintergrund ein paar größere Gebäude. Der Titel des Buches prangt in schwarz in der Mitte des Covers, der obere Teil wird von einem schwarzen Rabenflügel eingenommen: „Rabenblut drängt“.

Als Praktikantin unterstützt die Studentin Isa die beiden Forscher Lara und Marek bei ihrer Arbeit in den tschechischen Wäldern. Ein Bauer ruft die beiden hinzu, nachdem seine Schafherde von wilden Hunden angegriffen wurde. Als Isa und Marek zu ihm stoßen, finden sie einen toten Wolf und einen nackten Mann, der in seinen Händen einen toten Raben hält. Völlig unterkühlt bringen sie den Fremden ins Krankenhaus. Aber mehr als seinen Namen, Alexej, gibt er dort nicht preis – er behauptet, sein Gedächtnis verloren zu haben.

Vorerst kann der geheimnisvolle Fremde bei Lara und Marek unterkommen und für Kost und Logis einen Teil der Arbeit übernehmen. Alexej fasziniert Isa, die ahnt, dass er ein dunkles Geheimnis verbirgt – aus gutem Grund.

Schon mit dem Zitat zu Anfang des Buches hat mich „Rabenblut drängt“ in seinen Bann geschlagen: „If men had wings and bore black feathers, few of them would be clever enough to be crows“ (Henry Ward Beecher) – Wenn Männer Flügel hätten und schwarze Federn trügen, wären nur wenige von ihnen schlau genug um Krähen zu sein.

Mit dem Prolog steigt man als Leser düster in die Geschichte ein, auch wenn der Ich-Erzähler als glücklicher Mann stirbt. Im weiteren Verlauf der Geschichte wechselt die Erzählperspektive zwischen Alexej und Isa, zwischen Rabe und Mensch. Isa als Praktikantin in einem Land, dessen Sprache sie nicht versteht und dessen Kälte sie immer wieder zum Zittern bringt (auch wegen der defekten Heizung in ihrer Hütte) ist leicht zu deuten, leicht zu verstehen. Ganz im Gegensatz zu Alexej, dem Anführer des merkwürdigen Rabenschwarms, der schon lange nicht mehr unter den Menschen weilte – aus gutem Grund, wie er glaubt.

Als Leser weiß man gleich, was Alexej ist; Isa macht sein Verhalten wie zum Beispiel der unbewusste Verzehr einiger Asseln und sein merkwürdiges Verhältnis zu dem gestorbenen Raben Pavel misstrauisch. Aber auch dem Leser werden längst nicht alle von Alexejs Geheimnissen enthüllt, er ist und bleibt geheimnisvoll. Seinem Charme können sich allerdings die wenigsten entziehen, weder der Leser noch die anderen Figuren des Buches (wenn sie nicht gerade von Hass zerfressen sind).

„Rabenblut drängt“ ist allerdings nicht bloß eine Liebesgeschichte zwischen Rabe und Mensch. Es ist auch eine Geschichte von Musik – eine weitere Facetten von Alexejs Leben; von Rabenblut, denn Alexej ist längst nicht der einzige dieser besonderen Raben und auch sein Schwarm nimmt einen Großteil der Geschichte ein – besonders Pavels kleiner Bruder Jaro hat mich immer wieder zu einem Grinsen verleitet (wer könnte einem jungen, vergnügten Raben mit Heißhunger auf Pommes schon wiederstehen?); von den tschechischen Wäldern – durch Isas Ausflüge und Betrachtung sieht man zumindest ein Teil der Landschaft und die dort lebenden Tiere bildlich vor sich; aber auch von jahrelangem Hass. Einem Hass, dessen Besitzer lange aus dem verborgenen agiert, der aber schon einigen Raben das Leben gekostet hat – und auch Isa und Alexej in Gefahr bringt.

“Rabenblut drängt” ist eine spannende, aber auch romantische Geschichte fernab des Mainstreams. Eine Geschichte voller Romantik, Mystik und Spannung – und damit ein Buch, an dem sicherlich viele ihre Freude haben können – mich jedenfalls hat es von der ersten bis zur letzten Seite in seinem Bann gehalten hat. Und mit dem letzten Satz bin ich wirklich neugierig auf den vermutlich noch in diesem Jahr erscheinenden Folgeband. Einen weiteren Ausflug in die Welt von Isa und Alexej werde ich mir sicher nicht entgehen lassen.

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Published in: on Januar 19, 2013 at 9:00 am  Schreibe einen Kommentar  
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ARALORN – Die Wandlerin von Patricia Briggs

Briggs_Aralorn.indd Patricia Briggs
Aralorn – Die Wandlerin
Verlag: Bastei – Lübbe
384 Seiten
ISBN-10: 3404206800
ISBN-13: 978-3404206803
9,99 €

Das Cover des Buches zeigt das Gesicht einer jungen Frau, das zur Hälfte im Schatten liegt – und das im Schatten befindliche Auge scheint eher ein Katzenauge als ein Menschenauge zu sein. Ob es Aralorn während einer Verwandlung zeigt? Es passt auf jeden Fall perfekt zu der Geschichte.

Dank ihrer Gabe, der „grünen Magie“, wurde Aralorn von einer Söldnerin schnell zu einer Spionin. Ihre „Verkleidungskünste“ sind eben einfach phänomenal. Ihre jüngste Entdeckung bringt ihr jedoch wenig Freunde ein: Sie stellt fest, dass der allerorts beliebte Magier Geoffrey ae’Magi dunkelste Magie webt. Finstere Wahrheiten über die beliebteste Person im Reich möchten allerdings die wenigsten hören – und eh‘ sie es sich versieht befindet Aralorn sich auf der Flucht. Da ist sie allerdings nicht die einzige: Immun gegen des ae’Magis dunkle Magie muss selbst der Prinz des Reiches fliehen. Mit dem geheimnisvollen „Wolf“ an ihrer Seite stehen allein die beiden zwischen dem ae’Magi und seinem Wunsch nach Herrschaft.

Schon mit dem Prolog hat mich Patricia Briggs in ihren Bann geschlagen. Sie schildert das erste Zusammentreffen der (damals noch) Söldnerin Aralorn und dem magischen, des Lebens müde gewordenen Wolf. Aralorns Rettungsaktion ist der Beginn einer wirklich magischen Freundschaft, auch wenn Wolf sich stets bedeckt hält, was seine Vergangenheit, seine Gegenwart – und seine Fähigkeiten angeht. Damit sorgt er immer wieder für Überraschungen, bei Aralorn und dem Leser – auch wenn die eine oder andere Andeutung die Gedankengänge schon in die richtigen Bahnen lenkt.

Aralorn selbst erinnert mich ein wenig an Mercy Thompson (aus der gleichnamigen Urban-Fantasy-Reihe der Autorin), sie haben einige Ähnlichkeiten, was ihren Geschmack und auch ihr Verhalten angeht: Riskante (und des Öfteren auch unvernünftige) Aktionen stehen an der Tagesordnung – und nicht alle gehen gut aus (zumindest nicht gleich). Zu „Wolf“ fällt mir kein Vergleich ein. Er hat einige Geheimnisse, manche davon wirklich düster, auf mich wirkt er allerdings eher wie ein Held. Nicht selten rettet er die „holde Jungfer“ Aralorn aus ihren Schwierigkeiten. Aber so lassen sich Aralorn und „Wolf“ wirklich nur auf dem ersten Blick beschreiben. Aralorn ist beileibe keine auf Rettung wartende Maid und „Wolf“ eben nicht der strahlende Held aus dem Märchen. Sie bedienen nicht einfach Klischees sondern sind ganz sie selbst. Zwei wirklich faszinierende Charaktere, die die Geschichte auch ganz allein tragen könnten – brauchen sie aber nicht. Denn ob Prinz oder Meisterspion, jede der Figuren hat ihre Facetten. Und auch wenn der Meisterspion Ren seine Fäden nur im Hintergrund zieht – und sich stets bedeckt hält – kann man sich als Leser ein wirklich gutes Bild von ihm machen. Und wer weiß, vielleicht spielt er in der Fortsetzung noch eine wichtige Rolle?

Der Plot selbst mag vielleicht ein wenig vorhersehbar sein (eine kleine Gruppe Rebellen, die einen finsteren Magier besiegen muss), durch die vielen kleinen, überraschenden Wendungen gibt Patricia Briggs ihm jedoch einen besonderen Schliff und macht die ganze Geschichte so dennoch wirklich lesenswert. Und mit Aralorn und Wolf ist sie sogar weit mehr als das. Mit dem Epilog hat mich Patricia Briggs dann noch mit einem Grinsen auf dem Gesicht zurückgelassen.

„ARALORN“ ist damit ein wirklich gelungener Fantasyroman, der sicher auch dem ein oder anderen Urban-Fantasy/Mercy-Thompson-Leser gefallen könnte. Mir hat er definitiv gut gefallen. Die Fortsetzung, „ARALORN – Der Verrat“ ist damit gleich auf die Wunschliste gewandert – und bin mir sicher, dass sie dort nicht allzu lange verweilen wird.

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Published in: on Dezember 31, 2012 at 4:00 pm  Comments (1)  
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Arkadien erwacht von Kai Meyer

Auf der Suche nach einer Leseprobe zum Buch habe ich neben dieser auch noch einen wirklich schönen Buchtrailer entdeckt:

Kai Meyer
Arkadien erwacht
Verlag: Carlsen
416 Seiten
ISBN-10: 3551582017
ISBN-13: 978-3551582010
19,90 €

„Arkadien erwacht“ hat nicht umsonst den Coverpreis des Jugendbuchpreises 2010 gewonnen, das Cover ist tatsächlich eine Augenweide: Es zeigt die Silhouette einer Raubkatze an einem Baum, in dessen Ästen man eine Schlange erkennen kann. Im Hintergrund sieht man das Meer – und den gelb-grauen Himmel. Das Cover ist allerdings nicht nur hübsch anzusehen, sondern passt auch zum Inhalt des Buches.

Auf dem Flug nach Sizilien trifft Rosa Alcantara zu ersten Mal auf Alessandro Carnevares. Das zweite Mal begegnen sie sich am Grab seines Vaters. Hier erfährt sie auch, dass Alessandros und ihre Familie seit Generationen verfeindet sind. Eine Tatsache, die jedoch weder Alessandro noch Rosa wirklich schert.

Aber Rosas und Alessandros Familien sind keine normalen Familien. Ihr Reichtum geht auf langjährig gepflegte Beziehung und dubiose Geschäfte zurück – und das sind bei weitem nicht die einzigen dunkle Geheimnisse, die die Familien hüten.

Es ist ungewöhnlich, dass ich die Helden eines Romanes nicht leiden kann, aber genau das ist mir bei „Arkadien erwacht“ passiert. Sowohl Rosa als auch Alessandro sind mir bei weitem zu skrupelos, zu hart, um mir sympathisch zu sein. Beide haben durchaus ihre guten Seiten – und deutlich mehr Moral als der Rest ihrer Familie – aber das hat zumindest mir nicht gereicht. Gegenüber den restlichen Figuren des Buches (mit einigen wenigen Ausnahmen) sind Rosa und Alessandro jedoch wirkliche Helden.

Ein „Romeo und Julia“-Verschnitt ist „Arkadien erwacht“ nicht, auch wenn die Inhaltsangabe den Anschein erwecken könnte. Ich bin mir jedoch sicher, dass sich keiner der beiden „Helden“ aus Kummer umbringen würde, ich denke, eine Racheaktion wäre eher ihr Stil (und der des Buches). Für den Leser ist die Anziehungskraft zwischen den beiden fast greifbar, trotzdem ist zumindest Alessandro sehr berechnend. Ich bin mir auch nach dem Ende des Buches nicht sicher, ob Rosa Alessandro vertrauen kann – und sie vermutlich genauso wenig. Aber zumindest ist er sowohl Rosa als auch dem Leser eine große Hilfe, was das Aufdecken von Geheimnissen ihrer und seiner Familie angeht.

Trotz der durchweg eher wenig sympathischen Figuren hat mich die Geschichte von Anfang an gefesselt. Rosas routinierten Diebstähle und Alessandros gekonnte Lügen haben mich neugierig gemacht. Auf die beiden, auf die Hintergründe für ihre Taten (nicht die offensichtlichen, sondern die tieferen) und auf ihre Familien. Das, was man über die Familien erfährt und ihr Verhalten auch unteinander hat mich schockiert, aber gleichzeitig auch fasziniert. Mysteriöse Ereignisse und das stets heftige Aufeinandertreffen der Familien (und deren Freunde) haben den Spannungsbogen hochgehalten – und es immer wieder geschafft, mich zu überraschen. Das Buch an sich war eine einzige Überraschung – und das, obwohl der Klappentext schon einiges über die Geschichte verrät.

Ich bin mir allerdings auch mit der letzten Seite nicht sicher, ob mir „Arkadien erwacht“ gefallen hat. Was ich allerdings definitiv bin ist neugierig auf Band zwei der Reihe. Vielleicht werde ich nachd em zweiten Teil eine Entscheidung treffen können. Eines kann ich aber auch jetzt schon sagen: Lesenswert ist Kai Meyers Mischung aus Fantasy, Mafia- und Lovestory allemal.

Published in: on November 18, 2012 at 9:00 am  Schreibe einen Kommentar  
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Wolf Diaries – Gezähmt von G. A. Aiken

G. A. Aiken
Wolf Diaries – Gezähmt
Verlag: Piper
304 Seiten
ISBN-10: 349226834X
ISBN-13: 978-3492268349
9,99 €

Das Cover des Buches gefällt mir. Besonders der Wolf auf dem Titel der Reihe ist echt gut gelungen. Das restliche Cover wird von einem küssenden Pärchen eingenommen – was einen potentiellen Leser schnell an einen Liebesroman denken lässt.

Nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern, der auch Sara schwer gezeichnet hat – eine Narbe im Gesicht und starke Schmerzen im Bein, die sie stets hinken lassen – wurde Sara von ihrer eigenbrötlerischen Großmutter in einer texanischen Kleinstadt aufgezogen. Nach dem Tod der Großmutter wurde sie von Marrec, dem Besitzer des örtlichen Motorradladens und der Werkstatt, unter die Fittiche genommen. Für Marrec ist Sara fast eine Tochter – umso merkwürdiger ist es, dass er die Avancen eines Motorradgangers – Zack – Sara gegenüber so befürwortet.

Aber auch wenn sowohl Sara als auch ihre beiden Freundinnen Mikki und Angelina misstrauisch sind, wollen sie sich das von der Motorradgang organisierte Rave nicht entgehen lassen.

Der Klappentext des Buches passt – abgesehen von den dahinter stehenden Anspielungen – nicht ganz zu dem Inhalt des Buches. Aber letztendlich ist es auch nicht der Inhalt, der im Vordergrund der Geschichte steht. Im Gegensatz zu der Drachen-Reihe von G. A. Aiken, bei der die Leidenschaft der Hauptpersonen zueinander die Geschichte ergänzt, steht sie hier im Vordergrund und rückt den Plot ziemlich weit nach hinten.

Der Plot als solches ist gut. Und bei den ständigen Streits zwischen Angelina und Mikki und Saras festgefahrener Idee mit den Gestaltwandlerkaninchen (oder einfach nur die Lust, ihren Wolf damit zu reizen) kommt G. A. Aikens Humor, der mir schon in ihrer Drachenreihe gut gefallen hat, wieder durch. Er kann sich allerdings nicht halten, der nächste Gedanke an (um es harmlos auszudrücken) eine Liebelei drängt ihn schnell wieder zurück.

Mit den Personen, seien es nun Haupt- oder Nebencharaktere, ist es ähnlich. Sie haben definitiv Potential, dies wird allerdings nur bei Sara annähernd genutzt. Selbst Saras Gegenpart Zack bleibt blass, als Leser erfährt man quasi gar nichts über ihn – nur seine körperlichen Vorzüge werden ausführlich erörtert.

Damit ist „Wolf Diaries“ eher Fantasy-Erotik als Romantasy. Für Liebhaber dergleichen sicherlich ein wahres Schmankerl – mir sind nicht viele erotische Fantasyromane bekannt – für mich war es leider zu viel des Guten. Und damit wird es wohl mein einziger Ausflug zu G. A. Aikens Wolfgestaltwandler-Reihe bleiben – den Lesern, denen es ähnlich ging, kann ich nur empfehlen, es mal mit ihrer Drachenreihe zu versuchen (meine Rezension zu Band 1 findet ihr hier).

Published in: on Mai 20, 2012 at 1:40 pm  Schreibe einen Kommentar  
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[Rumpelkammer] Kurzgeschichten aus der Feder von Nalini Singh

Über ein Posting beim Blog des Loveletter-Magazin bin ich auf einen Reihe von Kurzgeschichten von Nalini Singh gestoßen, die diese auf ihre Homepage veröffentlicht hat.

Neben einer pünktlich zu Weihnachten veröffentlichen Kurzgeschichte über Judd und Brenna findet man dort auch mein persönliches Highlight aus „Magische Verführungen„: „Star Kissed„, zu deutsch: „Das Geschenk der Sterne“.

Hier kommt ihr direkt zu Nalini Singhs Sammlung.

Published in: on Januar 5, 2012 at 6:39 pm  Comments (1)  
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Ghostwalker – Pfad der Träume von Michelle Raven

Michelle Raven
Ghostwalker – Pfad der Träume
Verlag: Egmont Lyx
448 Seiten
ISBN-10: 380258225X
ISBN-13: 978-3802582257
9,95 €

Das Cover des Buches zeigt eine Frau und einen Leoparden vor einer Savanne. Ob es sich hier um die Hauptperson der Geschichte handelt?

Mit „Pfad der Träume“ setzt Michelle Raven die Geschichte um die Gestaltwandler aus „Die Spur der Katze“ fort. Die Geschichte kann allerdings auch für sich gelesen werden.

Die Leopard-Gestaltwandlerin Kainda wünscht nichts mehr als in ihre Heimat, Namibia, zurückzukehren. Sie verlässt das Berglöwengestaltwandler-Rudel, das ihr Unterschlupf gewährt hat, und versucht eine Möglichkeit zu finden, sie und ihre Schwester nach Hause zu bringen.

Aus ihrer Suche wird schnell eine Flucht, nachdem ihre alten Feinde sie ausfindig gemacht haben. Mit Müh‘ und Not entkommt sie auf eine befahre Straße – auf der sie prompt von einem Truck angefahren wird. Der Truckfahrer bringt sie zur Tierstation des nahegelegenen Tierparks, in dem sich der Tierarzt Ryan Throne gleich um die schwer verletzte Leopardin kümmert.

Zwischen Ryan und Kainda entwickelt sich schnell eine Freundschaft – eine Freundschaft, die auf den ersten Augenblick nicht so ungewöhnlich ist für einen Tierarzt und ein Wildtier, das er pflegt.
Aber Kaindas Feinde haben noch längst nicht aufgegeben. Kainda und Ryan sind in großer Gefahr.

Die Hauptperson der Geschichte Kainda und ihre Schwester Jamila sind dem Leser der Reihe schon aus „Die Spur der Katze“ bekannt. Nun bekommen die beiden ihre eigene Geschichte. Kainda als Hauptperson, Jamila im Nebenstrang, der im Lager der Berglöwengestaltwandler spielt. Aber auch die Hauptpersonen aus dem ersten Band spielen hier ihre Rolle.

Die Liebesgeschichte zwischen Kainda und Ryan entwickelt sich langsam. Ryan weiß nichts über Gestaltwandler, er hält Kainda, die er, um überhaupt einen Namen für die Leopardin zu haben, Etana nennt, einfach für ein ungewöhnlich kluges Tier. Er genießt ihre Nähe, aber liebt sie sicherlich nicht, wie ein Mann eine Frau liebt. Trotzdem kämpft er für die Leopardin.

Kainda selbst hat keine Zeit für die Liebe, die Rückkehr in ihre Heimat steht für sie vor allem anderen. Trotzdem gewinnt sie Ryan schnell lieb und schenkt ihm so die auf den Klappentext beschriebe Nacht, die er nur als Traum wahr nimmt.

In der Zwischenzeit machen sich die Berglöwen auf die Suche nach Kainda, die sich schon seit einiger Zeit nicht mehr gemeldet hat. Aber auch ihre Häscher sind ihr auf der Spur wodurch auch eine weitere geheimnisvolle Gruppe auf Kainda aufmerksam wird.

Als Leser erwartet einen in dem Buch neben einigen Liebesszenen daher auch etwas Action in Form von Verfolgungsjagden und Kampfszenen. Die dritte Gruppe agiert im Verborgenen, ihre Herkunft enthüllt sich erst gegen Ende des Buches.

Der Leser bekommt aber auch weitere Einblicke in die Kultur und Artenvielfalt der Gestaltwandler, die im ersten Band nur angerissen wurde. Die Geschichte um Kainda und Ryan hat ein – wie auch immer geartetes – Happy End. Die Geschichte der Gestaltwandler ist jedoch noch lange nicht zu Ende.

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Published in: on Dezember 12, 2011 at 10:25 am  Schreibe einen Kommentar  
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Im Schatten des Mondlichts – Das Erwachen von J. J. Bidell

Als glückliche Gewinnerin 🙂 des Ebooksgewinnspiel von Claudias Bücherregal habe ich das Ebook „Im Schatten des Mondlichts“ und die exklusive Vorableseprobe zum Nachfolgeband gewonnen.

Da mich schon die Leseprobe zum ersten Band in den Bann gezogen hat habe ich mich auch nicht all‘ zu lange vom Lesen abhalten lassen. Ein Ebook lässte sich eben auch viel zu schlecht auf dem SUB unterbringen ;-).

J. J. Bidell
Im Schatten des Mondlichts – Das Erwachen
Verlag: Elke Becker
289 Seiten
ASIN: B004XR5268
4,99 €

Das Cover des Buches (ob man beim Ebook überhaupt von einem Cover sprechen kann?) zeigt das gelbe Auge eines Panthers. – Ein Blick, den man so ganz sicher nicht aus der Nähe erleben möchte.

Die junge Naomi freut sich sehr über die Zusage auf ihr Stipendium für ein Auslandssemester in Maine. Auch wenn ihre Großmutter die Aussicht auf Naomis längere Abwesenheit mehr als nur zu erschrecken scheint. Der Grund, den sie Naomi dafür nennt, ist mehr als abstrus. Sie vermutet, dass Naomi ein Katzenmensch ist, ein Mensch, der sich in einen Panther verwandeln kann. – Und damit jemand, der in Gefahr ist, denn was die Menschen fürchten, das jagen sie.

Naomi glaubt ihrer Großmutter kein Wort, verspricht aber, auf sich aufzupassen und sich regelmäßig zu melden. Ein Versprechen, das sie nicht ganz einhält, denn in Maine wartet viel mehr auf sie, als sie je erwartet hätte: Ein gutaussehender Gastdozent, neue Freunde und später auch der Gedanke, das ihre Großmutter nicht ganz so verrückt sein könnte, wie es scheint …

J. J. Bidells Schreibstil hat mich schon zu Beginn der Geschichte in den Bann gezogen. Sie schreibt die Geschichte hauptsächlich aus Naomis Sicht. Und Naomi hat einen Blick für die Schönheit der Natur, einen Blick, den sie auch an den Leser weitergibt. Aber auch so ist Naomi eine sympathische Persönlichkeit. Ein Mensch mit Prinzipien, der für seine Ziele einsteht, aber eben auch eine junge verliebte Studentin. – Eine Tatsache, die es dem Leser leicht macht, mit ihr zu sympathisieren.

Auch gut gefallen hat mir, dass im Verlauf der Geschichte der Kontakt zu Naomis Heimat – ihrer Großmutter und ihrem Nur-Freund Karsten – nicht abbricht sondern noch eine Rolle spielt (wenn auch keine übergeordnete). – Das passt zu Naomi und macht deutlich mehr Sinn als dass eine Hauptperson mit dem Beginn ihres Studiums (oder Abenteuers) ihre Ursprünge komplett hinter sich lässt.

Die Menschen, die Naomi in Maine kennen lernt, scheinen auf den ersten Blick alle recht nett (oder sogar liebenswert) zu sein. Aber wie dem nun mal so ist kann der Schein auch täuschen. Aber was wäre auch eine Geschichte, wenn sie völlig vorhersehbar wäre.

In diesem Band der Reihe wird Naomi flügge, verliebt sich und stellt fest, dass mehr in ihr steckt als sie ahnte (ein Panter zum Beispiel ;-)) – und muss lernen damit zu Recht zu kommen. Das Buch endet allerdings ziemlich offen, auch wenn jetzt die Fronten erst einmal geklärt sind.

Ich hätte mir ein abgeschlosseneres Ende gewünscht, aber auch so ist die Geschichte gut zu lesen – und macht definitiv Lust auf Band zwei. Wie gut, dass ich noch die exklusive Vorableseprobe dazu hier liegen habe ;-).

In die Geschichte reinschnuppern könnt ihr übrigens hier.

Published in: on November 22, 2011 at 7:00 am  Schreibe einen Kommentar  
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