Vollstrecker der Königin – Das grüne Tuch von Angelika Diem

dasgruenetuch Angelika Diem
Vollstrecker der Königin – Das grüne Tuch
Verlag: Machandel
234 Seiten
E-Book
ASIN: B00IY2AG1O
1,65 €

„Das grüne Tuch“ ist Angelika Diems zweites Buch aus der Reihe „Vollstrecker der Königin“.

Das Cover ähnelt vom Stil her dem von „Der Baeldin-Mord„, die Szenerie ist allerdings eine ganz andere: Im Hintergrund kann man auf einer grünen Wiese inmitten eines Gebirges ein von einigen Nadelbäumen umsäumtes Fachwerkhaus erkennen. Im Vordergrund sind zwei Hände zu erkennen, die ein durchscheinendes, fast gasförmiges grünes Tuch halten. Das Tuch, das dem Buch seinen Namen gibt.

„Das grüne Tuch“ umfasst drei Kurzgeschichten, die in der Zeit vor „Der Baeldin-Mord“ angesiedelt sind. Eine Zeit, in der Caitlynns Dasein als Vollstreckerin noch in den Sternen steht.

Schon als Kind weist Caitlynn die Ansätze einer Vollstreckerin auf, auch wenn ihre Eltern nicht den Wunsch hegen, sie in diesen Amt auszubilden zu lassen – auch nicht, als sie sich für den Heiratsmarkt als untauglich erweist. Um sie von der Ausbildung abzuhalten, ersinnt ihre Mutter einen Plan, der Caitlynns Wege in andere Bahnen verlaufen lässt. In der ersten Kurzgeschichte, „Das grüne Tuch“, setzt sie diesen Plan in die Tat um und stellt Caitlynn damit vorerst vor unverrückbare Tatsachen, was ihre weitere Zukunft angeht.

In „Halbe Hand“ wird Caitlynn von einem in der Nachbarschaft lebendem Fürsten entführt, um damit ihre Großmutter, die Heilerin Melana, dazu zu bringen, die Krankheit des Fürsten zu behandeln. Eine Krankheit, hinter der weit mehr steckt, als es auf den ersten Blick scheint – und die nicht nur für den Fürsten tödliche Folgen haben könnte.

In der letzten Kurzgeschichte sind Caitlynns kombinatorische Fähigkeiten gefragt: Auf dem Festmarkt wird eine junge Frau niedergeschlagen – und da kurz vorher die Feindseligkeiten zwischen den Dorfbewohnern und den benachbarten Waldsiedlern eskaliert sind, kommen einige für die Tat in Frage. Kann Caitlynn den Täter finden und weitere Eskalationen verhindern?

In „Der Baeldin-Mord“ begleitet der Leser die Vollstreckerin Caitlynn bei einer ihrer Aufklärungen und der anschließenden Vollstreckung. In „Das grüne Tuch“ lernt man ihre Familie und ihre Welt weiter kennen – und das fast völlig abseits von ihrer Bestimmung als Vollstreckerin. Demnach sind die drei Kurzgeschichten auch eher fantastisch als kriminalistisch zu nennen, auch wenn zumindest die letzte der drei ein Opfer und einen Täter aufweist. Ich bin mir trotzdem sicher, dass die Erfahrungen, die sie in diesen Geschichten macht, sie zu einer besseren Vollstreckerin lassen werden.

Über Caitlynns direkte Familie erfährt man, abgesehen von ihrer Mutter, nur durch Caitlynns Erzählungen und Gedanken. Dennoch kam man sich so zumindest ein besseres Bild von ihrer Familie machen, die in „Der Baeldin-Mord“ tatsächlich nur ganz am Rande erwähnt wird. Caitlynns Mutter und ihre Tat machen sie nicht wirklich sympathisch, im weiteren Verlauf der Geschichten lernt man dennoch, sie zumindest ansatzweise verstehen. Caitlynns Großmutter hingegen ist, ebenso wie ihre Gesellen, absolut liebenswert – und auf den wenigen gemeinsamen Seiten wachsen sie einem fast so sehr ans Herz wie Caitlynn selbst.

Auch das Wissen um die Gaben der Menschen wird in den Geschichten weiter vertieft. Das Charisma, die Fähigkeit, andere Menschen zu Marionetten zu machen, kennt der geneigte Leser schon aus „Der Baeldin-Mord“. Jetzt wird die dort einfach nur angewandte Fähigkeit weiter beleuchtet – und man bekommt auch den Eindruck, dass Caitlynns Mutter, was die Einschätzung ihrer Tochter angeht, nicht ganz so gut liegt, wie sie glaubt. Eine mindestens genau so wichtige Gabe wie die des Charismas ist die Heilkraft der Menschen. Mit Hilfe einer Gabe, die man „das grüne Tuch“ nennt, ist es möglich zu heilen. In der Kurzgeschichte gleichen Namens wird Caitlynn von ihrer Großmutter in eben dieser Gabe unterwiesen.

„Halbe Hand“ entführt den Leser in die Gefilde der Adligen. In der Geschichte erfährt der Leser unter anderem, was unter einer „Halben Hand“ zu verstehen ist und wie die Hierarchie innerhalb des Landes geregelt ist: Im Adelsbereich einzig und allein über die Macht des Charismas – letztendlich kann jeder Fürst oder gar König werden. Die Geschichte liest sich allerdings nicht als Aneinanderreihung langweiliger Fakten, diese ergänzen einfach nur gekonnt die Geschichte, während sie gleichzeitig das Hintergrundwissen des Lesers vertiefen. Letztendlich geht es bei „Halbe Hand“ um eine gemeine Entführung, Recherchearbeiten, eine leicht pointierte Aufklärung (diesmal bekommt der „Bösewicht“ das, was er verdient) und Caitlynns nächste Schritte in ihre Zukunft.

„Schmerztrinker“ führt Caitlynns Weg letztendlich auf alte Bahnen zurück. In dieser Geschichte werden einmal mehr ihre kriminalistischen Fähigkeiten gefragt, auch wenn dieser Fall zum Glück ohne Tote auskommt. Vor dem fantastischen Hintergrund des „Sternkäferfestes“ geht Caitlynn an der Seite eines älteren Vollstreckers ihren Recherchen nach, während ihr gleichzeitig die Gefahren und Schattenseiten des Vollstreckertums bewusst werden.

Mich hat Angelika Diem mit ihrer Kurzgeschichtensammlung im Nu wieder in den Bann gezogen. „Der Baeldin-Mord“ hat mich gefesselt, war aber viel zu schnell zu Ende und hat unzählige Möglichkeiten für die Hauptfigur offen gelassen und dem Leser einen viel zu kurzen Blick in Caitlynns Welt beschert. Mit „Das grüne Tuch“ holt die Autorin dieses „Versäumnis“ nach. An Caitlynns Seite hat man nun die Möglichkeit, die verschiedenen Facetten ihrer Gaben kennen zu lernen; mehr über sie, ihre Familie und über die Welt, in der sie lebt, zu erfahren. Meiner Meinung nach eine Gelegenheit, die sich keiner, dem der „Baeldin-Mord“ gefallen hat, entgehen lassen sollte. Ich würde allerdings auch empfehlen, diesen zuerst zu lesen, zumindest der Prolog spielt vor „Das grüne Tuch“ und ist meiner Meinung nach für das Verständnis der Geschichte essentiell.

Reinstöbern könnt ihr hier hier, den Prolog vom Baeldin-Mord findet ihr hier.

Published in: on April 2, 2014 at 12:30 pm  Comments (1)  
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Blutschuld von Tanya Huff

blutschuld Tanya Huff
Blutschuld
Verlag: Feder & Schwert
368 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3867620245
ISBN-13: 978-3867620246

„Blutschuld“ ist der fünfte und – wenn man von der Anthologie „Blutbank“ absieht – der letzte Band der Reihe um die Privatdetektivin Vicky Nelson und den Vampir und Liebesromanautor Henry Fitzroy.

Nett anzusehen ist das Cover des Buches ebenso wenig wie seine Vorgänger: Es zeigt einen schmalen Jungen, dessen abgehackte Hände auf einem Metalltablett vor ihm schweben. In der Luft schweben außerdem noch diverse Arztinstrumen wie Verbandschere und Skalpell. Aber auch diesmal kam man den deutlichen Bezug zur Geschichte nicht absprechen.

Nach ihrer Wandlung und Ausbildung zur Vampirin sind Vicky und Henry getrennte Wege gegangen. Alte Tradition und vampirische Instinkte lassen nun mal keine zwei Vampire innerhalb eines Territoriums zu. Vicky hält nichts davon, sich ihr (Un-)leben von Tradition und Instikten bestimmen zu lassen – und so folgt sie ohne zu Zögern Henrys Hilferuf nach Vancouver. Fest entschlossen Henry zu beweisen, dass ihre Freundschaft noch immer Bestand hat – und natürlich Henry dabei zu helfen, den Mord an dem Geist, der ihm erscheint aufzuklären.

Wiedermal ist es ein Mord, der Vicky auf den Plan ruft. Auch wenn dieser (indirekte) Auftraggeber erst einmal Henry „ins Vertrauen“ zieht: Durch abendliches Erscheinen bei Henrys Erwachen und ungewöhnliche Reaktionen als Antwort auf Henrys Fragen – kreischendes (und tödliches) Geschrei bei einem „Nein“, Verschwinden bei einem „Ja“. Da seine Ermittlungsfähigkeiten trotz seiner Zusammenarbeit mit Vicky relativ beschränkt sind bittet Henry sie um Hilfe – mit dem Plan sie und den Geist in Vancouver allein zu lassen. Damit wären Revierstreitigkeiten vermieden, der Fall in guten Händen und der Tradition genüge getan. Schon mit ihren ersten Aufeinandertreffen beweist Henry Vicky, wie er Recht er damit hat sich auf die Traditionen zu berufen – und reist ab. Blöd nur, dass der Geist mit ihm reist – und das letzte Wort bei einer wohlbekannten Person verbleibt.

Natürlich sind auch Tony Foster und Mike Celluci wieder von der Partie. Nach anfänglichen Widerwillen genießt letzter sogar die gemeinsame Fahrt mit Vicky nach Vancouver – sogar dann, als ihm das Auto während seines Abendessen (kurz vor Sonnenuntergang) vom Parkplatz geklaut wird. Der Gedanke an den Mitfahrer, den der Dieb unabsichtlich mitgeklaut hat zaubert nicht nur ihm ein Lächeln ins Gesicht.

Die Ermittlungsarbeit läuft wie eh‘ und jeh‘, nur das diesmal Celucci die Tagschichten übernimmt und sich diesmal Vicky und Henry gegenseitig in die Quere kommen. Tony spielt diesmal tatsächlich nur eine kleine Nebenrolle – aber zwei Vampire in einem Buch sind nun einmal ziemlich dominant. Gut, dass zumindest Celluci willens (oder dumm genug ist) ist sich auch mal zwischen die zwei zu werfen. Die Revierstreitigkeiten werden gegklärt, während gleichzeitig Erinnerungen an alte Ereignisse hervorgeholt werden. Zum Beispiel Vickys Beihilfe an der Verschrottung von Henrys letzten Auto (sie saß auf dem Beifahrersitz). Das ist für den Leser nicht nur amüsant, sondern lässt ihn auch darüber nachdenken die anderen Bände noch mal aus dem Regal zu holen.

Die Suche nach dem Mörder hält den Plot zusammen – für mich war sie, wie auch bei den anderen Bänden der Reihe eigentlich Nebensache. Der amüsante Schreibstil und die Hauptpersonen sind es auch hier, die das Gros‘ der Geschichte ausmachen und es verstehen den Leser stets ein Schmunzeln auf die Lippen zu zaubern. Mit dem Ende hat Vicky nicht nur den Mord aufgeklärt, sondern wieder einmal gekonnt ihren Kopf durchgesetzt – sehr zur Freude (auch wenn es einige niemals zugeben würden) aller Beteiligten (abgesehen von den Bösewichten natürlich).

Der abschließende Band der Reihe hat mir damit wie erwartet richtig gut gefallen. Und mit dem Ende bin ich tatsächlich rundum zufrieden – abgesehen davon, dass ich es jetzt wohl keine weiteren Bücher von den zweien lesen kann. Da mich aber noch eine Anthologie zur Reihe und ein Spin-Off mit Henry und Tony in der Hauptrolle erwartet ist das allerdings etwas, das ich verkraften kann.

Eine Leseprobe (in der gewohnten Ausgabe ;-)) findet ihr hier.

Published in: on Oktober 11, 2013 at 12:30 pm  Comments (1)  
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Blutpakt von Tanya Huff

Blutpakt Blutpakt
Verlag: Feder & Schwert
362 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255834
ISBN-13: 978-3937255835
9,95 €

Wenig überraschend gefällt mir auch das Cover vom vierten Band der Reihe „Blood Ties“ eher weniger. Der Feder & Schwert Verlag hält den Coverstil nämlich die komplette Reihe hindurch gleich. Diesmal ist das Cover in Grautönen gehalten; vor einer grauen Steinwand kann man eine weibliche Untote erkennen – passend zum Inhalt des Buches. Die zwei Spielkarten in der Hand der Untoten haben vermutlich keinen weiteren Zweck als durch die Beschriftung der obenliegenden Karte auf den Zustand des Wesen auf dem Cover hinzuweisen: Tot. Mittlerweile bin ich wohl die Covergestaltung gewöhnt – ich habe jedenfalls nicht länger am Cover verweilt, sondern gleich mit dem Lesen angefangen.

Nach doppeltem Beziehungstreit (sowohl mit Henry als auch mit Celluci) ist Vicky nicht in der Stimmung, die Anrufe ihrer Mutter entgegen zu nehmen. Einen Tag später ist Vickys Mutter tot – und Vicky am Boden zerstört. Als auf der anschließenden Beerdigung die Leiche ihrer Mutter verschwunden ist, hat Vicky nur noch ein Ziel: Den Räuber zu fassen und ihrer Mutter eine anständige Beerdigung zu ermöglichen.

Diesmal beginnt Tanya Huff ihre Geschichte mit einem Schock: Den Tod von Vickys Mutter. Da Vickys zuvor mit Celluci und Henry geführte Diskussionen bezüglich ihrer Beziehung ebenfalls nicht sehr entspannend waren, steht Vicky von Beginn an unter ziemlichen Stress. Zumindest die Beziehungsprobleme können mit dem Tod ihrer Mutter allerdings hinten angestellt werden. Henry und Celluci sind gleich zur Stelle – und raufen sich einmal mehr zusammen: Der eine bekommt den Tag mit Vicky, der andere die Nacht. Und auch die Wohnung von Vickys Mutter birgt genügend Platz – Celluci kann auf dem Sofa nächtigen, während Henry sich tagsüber in den Wandschrank verzieht.

Mit der Unterstützung bis zur Beerdigung ist es allerdings für die zwei nicht getan: Überraschenderweise ist der Sarg leer und Vickys Mutter verschwunden. Nach dem letzten Band liegt es nahe, an eine Mumie zu denken – gerade weil sich Vickys Mutter die Mumifizierung gewünscht hatte – die Lösung geht allerdings eher Richtung Dr. Frankenstein. Da Tanya Huff auch diesmal den Blickwinkel der Übeltäter nicht zu kurz kommen lässt, bekommt man als Leser auch einen recht genauen Einblick in die wissenschaftlichen Forschungen und Experimente der Bösewichte.

Da die Polizei sich lieber um die Probleme Lebender kümmert, als nach einer verschwundenen Leiche zu suchen, bleibt es auch diesmal am bekannten Ermittlungstrio hängen, die Zusammenhänge aufzuklären. Mit einem Unterschied: Diesmal ist es für Vicky sehr persönlich, was sie aufgrund der mangelnden Objektivität nicht gerade rational handeln lässt. Das Gesicht ihrer Mutter am Fenster lässt daher erst einmal nur einen naheliegenden Schluss zu. Zum Glück gehen die drei allen Hinweisen nach.

Neben den üblichen Ermittlungen bekommt der Leser allerdings auch einen tieferen Einblick in die Beziehung von Vicky und ihrer Mutter. Einblicke, die den Leser das in den vergangenen Bänden gefasste Bild von der Mutter deutlich revidieren lassen. Und spätestens mit dem Ende des Buches ist man mit ihr völlig ausgesöhnt. Außerdem lassen sich mit dem nun gewonnen Wissen auch Vickys Bindungsängste um einiges besser verstehen. Diese scheinen allerdings mit dem Ende des Buches passé: Es kommt zu einer sehr überraschenden und sehr plötzlichen Entscheidung, die zumindest vorerst die Fronten klärt und aus dem Trio ein Duo macht. Nach dem Klappentext des nächsten Bandes bin ich mir allerdings nicht sicher, für wie lange.

Nicht ganz so humorvoll wie die Vorgängerbände (aufgrund Vickys Trauer halten sich Henry und Celluci eben doch sehr zurück), dafür ziemlich persönlich (auch für den Leser) und absolut fesselnd ist „Blutpakt“ mindestens genauso gut wie seine Vorgänger. Ich freu mich schon auf die nächste Fortsetzung.

Die ersten Seiten (natürlich wieder in der Lyx-Ausgabe) gibt es hier.

Published in: on Juni 5, 2013 at 12:30 pm  Comments (2)  
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Ein Wispern unter Baker Street von Ben Aaronovitch

einwispernunterbakerstreet Ben Aaronovitch
Ein Wispern unter Baker Street
400 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3423214481
ISBN-13: 978-3423214483
9,95 €

Nach “Schwarzer Mond über Soho“ ist “Ein Wispern unter Baker Street” der dritte Band um den Londoner Bobby und Zauberlehrling Peter Grant.

Schon das Cover von des Buches reiht sich perfekt an die zwei vorangegangenen Bände an: Neben den Wimpel mit dem Namen des Autors befinden sich erneut zwei Totenköpfe – einer von beiden wispert auf diesem Cover ein „pssssst“. Auch die Londoner Karte ist wieder auf dem Cover zu finden. Diesmal weist ein skelettierte Hand auf einen blutigen Fleck inmitten der Karte, auf den nächsten Tatort.

Ein Toter in der U-Bahn lässt nicht unbedingt eine übernatürliche Todesursache vermuten. Als Peter die magische Aura der Tatwaffe – eine Tonscherbe – erkennt, liegen die Ermittlungen jedoch schnell in seiner Hand. An der Seite seiner ehemaligen Kollegin Leslie, die mittlerweile als inoffizielles Mitglied der Abteilung für Übernatürliches gilt, macht sich Peter an die Ermittlungen.

Auch dieses Mal nimmt Ben Aaronovitch gekonnt den Faden aus den vorangegangenen Bänden auf. Und so beginnt „Ein Wispern unter Baker Street“ mit einer eher inoffiziellen Mission von Leslie und Peter. Auf den dringenden Wunsch von Peters Mutter gehen die zwei der Geisterentdeckung eines Schulmädchens, Abigail, nach. Mit der später folgenden Ermittlungen hat diese Entdeckung eher weniger zu tun, sie liefert aber guten Stoff für ein paar spätere Seitenhiebe der Kollegen und vielleicht auch für ein weiteres inoffizielles Teammitglied.

Aber auch der (all-)tägliche Ärger lässt nicht lange auf sich warten. Ein amerikanischer Toter vor dem Frühstück und eine wirklich merkwürdige Tatwaffe rufen sowohl Peter als auch eine FBI-Agentin auf den Plan. Eine FBI-Agentin, die von der von der Magie Londons keine Ahnung hat – noch nicht.

Seine Ermittlungen führen Peter in die magische Unterwelt – im wahrsten Sinne des Wortes und mit weit engeren Kontakt, als er sich je hätte vorstellen können. Geführt von dem zwielichten Demi-Fae Zach macht er einige Entdeckungen und stößt auf jede Menge Scheiße – Schweinescheiße um genau zu sein. Es gibt aber auch erfreulichere Augenblicke, zumindest wenn man Zach und Peter Glauben schenken darf: Sie genießen den Anblick von Leslie, die mit nichts weiter bekleidet als einer Thermoweste und einen Schlüpfer durchs Folly rast, auf jeden Fall in vollen Zügen.

Ich habe beim Lesen weit mehr als nur Leslies Anblick genießen können. Mit seiner gewohnten humorvollen (und britischen) Erzählweise hat mich Ben Aaronovitch erneut in den Bann gezogen, mich auf einen weiteren Ausflug in die dunkelsten Ecken des magischen Londons mitgenommen, ein Wiedersehen mit alten Bekannten organisiert und gegen Ende mit Lust auf einen erneuten Ausflug zurückgelassen – ich hoffe, ich muss nicht allzulange darauf warten.

Die ersten Seiten findet ihr hier, für ein Kurztrip in Peters Welt sollten sie ausreichen.

Published in: on Mai 23, 2013 at 12:30 pm  Schreibe einen Kommentar  
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Blutlinien von Tanya Huff

blutlinien Blutlinien
Verlag: Feder & Schwert
304 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255230
ISBN-13: 978-3937255231
9,95 €

Wie auch bei den zwei Vorgängerbänden, Blutzoll und Blutspur, ist es definitiv nicht das Cover, das mir am Buch gefällt. Dieses Cover zeigt ein skelettiertes Wesen mit einer Art Krummdolch und einen wirklich merkwürdig anmutenden Hut. Ich finde es wieder mal viel zu schaurig, aber es kann gut sein, dass die Mumie im frisch geöffneten Sarg so aussah (auch wenn ich es eher nicht glaube).

Als sich Dr. Rax die Möglichkeit, einen alter Sarkophag für das archäologische Museum in Toronto zu erstehen zögert er keine Sekunde, bietet dieser ihm doch die Chance auf eine grandiose Entdeckung: Eine Mumie. Eine Entdeckung macht er tatsächlich, grandios ist diese jedoch beileibe nicht.
Und auch wenn niemand etwas von einer Mumie wissen will, die mysteriöse Anhäufung von vermeintlich an Herzversagen gestorbenen Menschen ruft sehr bald den Kriminalpolizist Mike Celluci auf den Plan. Seit Vicky Nelsons letzem Fall ist er nämlich durchaus bereit auch ungewöhnliche Täter in Betracht zu ziehen – und ungewöhnliche Hilfe bei seinen Ermittlungen in Anspruch zu nehmen.

Mir kam es so vor, als würde Vicky in diesem Band etwas in den Hintergrund rücken und dafür Celluci und Henry etwas mehr Raum geben. Raum, der größtenteils genutzt wird, um ihre Beziehung zu Vicky zu vertiefen – und den Leser wirklich wundern lässt, dass sie tatsächlich beide Männer haben kann. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich in ihrem Fall auch nicht für einen der beiden entscheiden könnte – und im Moment scheint es ja zu funktionieren. Da sich Celluci und Henry in diesem Band aus gutem Grund zusammenraufen gibt es allerdings erschreckend wenig ausgelebte Eifersüchteleien und Macho-Gehabe, was zu dem Verlust einiger humorvoller Szenen geführt hat. Generell ist „Blutlinien“ deutlich düsterer als die zwei vorangegangenen Bände. Größtenteils ist das natürlich der Mumie zuzuschreiben, aber auch Henrys Selbstzweifel, blutrot-glänzende Augen in der Dunkelheit und einige wirklich verzweifelte Situationen tun ihr übriges dazu, eine wirklich düstere Atmospäre zu kreieren.

Viele Rätsel um den Täter gab es diesmal nicht, allerdings einige Probleme diesen zu fassen beziehungsweise halten zu können. Hat die Mumie doch innerhalb kürzester Zeit einige mächtige Leute um sich gescharrt und damit einige Hindernisse geschaffen. Die Mumie ist somit ein würdiger Gegner für Henry, ihm vielleicht sogar überlegen. Aber im Team sind Vicky, Celluci und Henry eben doch nicht aufzuhalten – auch wenn man es als Leser einige Male befürchtet.

Und auch wenn mir „Blutlinien“ nicht ganz so gut gefallen hat wie sein Vorgänger lesenswert ist es definitiv. Es bietet zwar nicht ganz so viele humorvolle Szenen (aber zumindest ein paar), dafür birgt es einiges Spannung in dunkler Atmosphäre, einen tieferen Einblick in die Hauptpersonen und sogar etwas Romantik (auch wenn sie nur schwer zu erkennen ist). Mir hat es damit ingesamt wirklich gut gefallen – und mich verdammt neugierig auf den Folgeband gemacht.

Eine Leseprobe (wieder nur von der Egmont-Lyx-Ausgabe) gibt es hier.

Published in: on Mai 19, 2013 at 9:00 am  Schreibe einen Kommentar  
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Blutspur von Tanya Huff

blutspur Tanya Huff
Blutspur
Verlag: Feder & Schwert
365 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255826
ISBN-13: 978-3937255828
9,95 €

Das Cover des Buches gefällt mir ebensowenig wie das des Vorgängerbandes, Blutzoll: Es zeigt ein knurrendes Wolfsmonster – halb Mensch, halb Wolf – mit einem Totenkopf in der Hand. Wenn man annimmt, das das Wolfmonster ein Werwolf darstellen soll – auch wenn dieser mit den Werwölfen im Buch nichts gemeinsam hat – ist es einigermaßen passend. Hübsch anzuschauen ist es definitiv nicht.

Auf Bitte des Vampirs Henry Fitzroy übernimmt Vicky Nelson einen neuen Fall. Ein Unbekannter tötet nachts die Mitglieder einer mit ihm befreundeten Werwolfsfamilie – und Vicky soll ihnen helfen, diesen Mörder zu finden.

Eine Werwolfsfamilie, die einen Vampir um Hilfe bittet – das ist ebenso ungewöhnlich wie die Geschichte, die zu der Freundschaft zwischen Henry Fitzroy und dieser Familie geführt hat. Ich bin froh, dass Henry Vicky diese Anekdote erzählt und ich damit ebenso in den Genuss dieser Geschichte gekommen bin.

Die Werwölfe sind beileibe nicht das, was man sich unter klassischen Werwölfen vorstellt und in ihrer Wolfsform sind sie fast süß (wenn man große, muskulöse Hunde mag). Und wie auch immer man sich Werwölfe sonst so vorstellt, an Besitzer einer Schaffarm denken sicher die wenigsten. Durch ihre Aufgabe enthält Vicky (und damit auch der Leser) einen tiefen Eindruck in das Rudelleben. Ein Einblick, der mir wirklich gut gefallen und mich auch das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht hat – ebenso wie die Außenwirkung der Familie: Vermutungen eines Nachbarn zufolge handelt es sich bei ihnen um eine Familie von Nudisten.

Und auch wenn Vickys Job alles andere als amüsant ist – schlussendlich geht es darum, einen Mörder zu finden und ihn an ein Rudel Werwölfe auszuliefern – das Geplänkel zwischen Henry und Vicky ist ebenso amüsant wie das Auftauchen ihres Ex-Partners und Freundes Mike Celluci. Aus reiner Sorge um Vicky – die selbstverständlich nicht das Geringste mit Eifersucht zu tun hat – hat er einige Recherchen angestellt. Und damit eindeutige Hinweise gefunden, dass mit Henry etwas nicht stimmt. Hinweise, die Celluci vermuten lassen, dass Henry tief ins organisierte Verbrechen verstrickt ist. Ich wäre zu gern wirklich dabei gewesen, als er entdeckt, was hinter Vickys aktuellen Job steckt – und was tatsächlich mit Henry nicht stimmt.

Für mich sind die eigentlichen Ermittlungen eher Nebengeplänkel – daran merkt man wohl wieder, dass ich nicht sehr krimibegeistert bin. Mich hat Tanya Huff wieder einmal mit ihren bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Figuren und dem „zwischenmenschlichen“ in den Bann gezogen. Ich muss allerdings zugeben, dass mich auch Vickys Ermittlungen fesseln konnten und ich bis zur Aufklärung (für den Leser) auch fleißig mitgerätselt habe – was sicherlich zu einem Großteil Tanya Huffs humorvollen Schreibstil zuzuschreiben ist.

Mir hat „Blutspur“ damit mindestens ebenso gut gefallen wie sein Vorgänger. Neben den Wiedersehen mit liebgewonnen Bekannten kann man sich auf weitere humorvollen Szenen, Einblicke in ein recht ungewöhnliches Werwolfsrudel und die nicht ganz so legalen Ermittlungen an Vickys Seite freuen.

Eine Leseprobe (wieder die von der Egmont-Lyx-Ausgabe) findet ihr hier. Und ich werde mich jetzt gleich an den nächsten Band machen.

Published in: on Mai 17, 2013 at 12:30 pm  Comments (1)  
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Blutzoll von Tanya Huff

blutzoll Blutzoll
Verlag: Feder & Schwert
288 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255222
ISBN-13: 978-3937255224
9,95 €

Auch wenn mir das Cover dieser Ausgabe deutlich besser gefällt als das von der Egmont-Lyx Ausgabe, wirklich gelungen finde ich es auch nicht: Das Cover ist in Brauntönen gehalten und zeigt eine Frau, die nicht mehr als einen den Großteil ihres Körpers verhüllenden Umhang und ein Kreuz trägt. Hinter ihrem Kopf befindet sich ein mit Symbolen verzierter Kreis. Was dieses Cover mit dem Inhalt des Buches zu tun haben soll ist mir völlig schleierhaft.

Vicki Nelson arbeitet als Privatdetektivin, nachdem sie nach der Diagnose einer Augenkrankheit ihren Dienst bei der Mordkommission quittiert hat. Eine zufällige Beobachtung in der U-Bahn schleudert sie jedoch schnell wieder in alte Kreise und an die Seite ihres ehemaligen Kollegen und Geliebten, Mike Celluci. Vicki fasst einen Entschluss: Sie wird es ihren ehemaligen Kollegen und allen voran Mike Celluci zeigen, dass sie immer noch die beste Ermittlerin ist, ob mit oder ohne Marke. Auch wenn sie dafür in Erwägung ziehen muss, das an der Behauptung der Presse, der Mörder wäre ein Vampir, etwas dran sein könnte.

Diesmal war allein der Name der Autorin Grund für den Buchkauf. Cover und auch Klappentext hätten mich sicherlich nicht zum Kauf des Buches verleitet. Aber nachdem ich „Der Hexenladen“ gelesen hatte, war ich ziemlich entschlossen, es mit einem weiteren Buch aus Tanya Huffs Feder zu versuchen – und ich wurde nicht enttäuscht: Auch wenn „Blutzoll“ definitiv ein Krimi ist, hatte er doch genug fantastische Elemente, faszinierende Hauptpersonen und Situationskomik, um mich wirklich gut unterhalten zu können.

Der Anfang hat mich allerdings schockiert: Mit dem plötzlichen Tod der auf der ersten Seite detailliert vorgestellten und ziemlich sympathisch wirkenden Person habe ich so definitiv nicht gerechnet. Als Leser habe ich den Mord damit ziemlich persönlich genommen.

Dieser Mord ist es allerdings, der Vicki Nelson auf den Plan ruft. Sie beobachtet die Tat – und auch, wenn sie diese nicht verhindern kann, versucht sie es zumindest. Und damit hat sich die nachtblinde und toughe Ermittlerin ziemlich schnell meine Sympathie gesichert. Diese konnte ich allerdings auch ihren ehemaligen Kollegen und Freund Mike Celluci nicht verwehren. Im Gegensatz zu Vicki kann ich ihn sogar verstehen. Die heftigen (und ziemlich direkten) Wortgefechte der zwei, die nicht nur Cellucis Polizeikollegen rot werden lassen, haben mich jedenfalls köstlich amüsiert.

Nicht so amüsiert hat mich allerdings die Reaktion der Presse auf die Mordserie und das daraus resultierende Verhalten der Bevölkerung, Tanya Huffs Schilderungen waren erschreckend real – ob sie wohl im Sinn hatte, mit ihrem Roman an die Vernunft der Presse und der Menschen zu appellieren? Mich hat sie damit auf jeden Fall ziemlich nachdenklich gemacht. Die Pressemeldungen sind es jedenfalls, die den zweiten Protagonisten auf den Plan rufen: Henry Fitzroy, Schriftsteller und Vampir, der nun um die Entdeckung seines Geheimnisses fürchtet und daher ebenfalls beschließt, den unbekannten Mörder zu finden. Ein gemeinsames Interesse mit Vicki, das die zwei ungleichen Personen aufeinander treffen lässt.

Und auch wenn in „Blutzoll“ wieder einmal die Figuren allein reichen würden, den Leser zu fesseln, gilt es schlussendlich einen Mord aufzuklären. Und der Täter ist bei weitem nicht so gewöhnlich, wie die Polizei vermutet – und die Hintergründe noch weitaus komplexer. Ich finde es faszinierend, wie es Tanya Huff hier gelungen ist, ein komplexes Netz über die komplette Storyline zu spinnen und selbst die kleinsten Geschehnisse in ihre Geschichte einzuspannen – damit hat sie im Verlauf der Geschichte zumindest bei mir einige „Aha-Momenten“ erzeugen können.

Neben den Figuren und ihrer Geschichte, den polizeilichen und detektivischen Recherchearbeiten, einer (fast) klassischen Dreiecksbeziehung und einem brutalen Mörder auf freien Fuß hat das Buch eine starke Prise Mystery und Dämonologie zu bieten; außerdem einiges an Spannung, sowohl was das zwischenmenschliche als auch das tatkräftige angeht – nicht nur Vicki gerät dabei immer wieder in starke Bedrängnis. Manche dieser Situationen werden allerdings für den Leser ziemlich humorvoll gelöst – Tanya Huff versteht es eben, ihre Leser zu unterhalten.

Mit „Blutzoll“ ist es Tanya Huff also ein weiteres Mal gelungen, mich mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen (und das mit einem Krimi!). Sie schafft es, klassische Kombinationen zu etwas Besonderen zu machen, mit ihren facettenreichen Figuren, ihrem Humor und einem spannenden und immer wieder überraschenden Plot. Ich bin mir sicher, dass es nicht der letzte Roman aus ihrer Feder gewesen sein wird, der seinen Weg in mein Regal findet.

Hier findet ihr die Leseprobe der Egmont Lyx Ausgabe, soweit ich das sehe müsste der Inhalt mit der vom Feder & Schwert Verlag übereinstimmen.

Published in: on Februar 25, 2013 at 12:30 pm  Comments (3)  
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Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

Schon die Leseprobe zu „Die Flüsse von London“ hatte es mir angetan und so musste das Buch nicht wirklich lange auf meinem SUB verweilen.

Ben Aaronovitch
Die Flüsse von London
Verlag: dtv
480 Seiten
334480ISBN-10: 3423213418
ISBN-13: 978-3423213417
9,95 €

Das Cover ist etwas skurril. Der Name des Autors ist auf einen Wimpel gedruckt, über diesem kann man „Big Ben“, darunter eine Kamera erkennen. Rechts davon sieht man einen Totenkopf mit Zylinder, links davon einen Totenkopf mit Polizistenhelm. Unter dem Titel befindet sich ein Ausschnitt aus einer Karte von London, durch eine Lupe hervorgehoben kann man darauf den „Convent Garden Market“ erkennen – ein wichtiger Schauplatz des Buches. Der Ausschnitt der Themse auf dieser Karte ist blutrot verfärbt – und tropft. Damit ist das Cover vor allem auffällig, aber es passt auch ziemlich gut zu dem Inhalt des Buches.

Der Titel des Buches „Die Flüsse von London“ ist eine direkte Übersetzung des Originaltitels und passt wie die Faust aufs Auge ;-).

Peter Grant, seines Zeichens Police Constable, droht bereits ein Schreibtischjob, als ihm ein unerwartetes, ziemlich unglaublich klingendes Angebot gemacht wird: Er soll der Abteilung für Spezialermittlungen beitreten, einer Einheit, die bis dato aus genau einem Mann bestand, Chief Inspektor Thomas Nightingale – einem waschechten Zauberer. Peter nimmt das Angebot an und tritt seine Stelle als Police Constabler und Zauberlehrling an. – Eine Stelle, die es in sich hat: Bei der Suche nach einem geisterhaften Serienkiller trifft Peter auf einige Wesen, an die er bisher noch nicht mal im Traum gedacht hatte: Vampire, Trolle, Themsengötter und natürlich Geister!

Schon Ben Aaronovitchs Schreibstil ist einfach unglaublich gut: Mit seinen Worten zeichnet er Bilder von einem auf mich sehr realistisch wirkenden London. In diesen lässt er eine gute Portion Humor einfließen, ein Humor, der auf mich ebenfalls sehr britisch wirkt. Vielleicht liegt es daran, dass er gebürtiger Londoner ist, er weiß also ziemlich genau, wovon er schreibt.

Der Held der Geschichte, Peter Grant, ist eine sehr sympathische Figur, die mit der Enthüllung, dass es Wesen wie Geister, Vampire und Götter tatsächlich gibt, erstaunlich gut umgeht – aber was soll man auch tun, wenn einem sich ein leibhaftiger Geist als Zeuge anbietet? „Können Sie beweisen, dass Sie tot sind?“ ist zumindest Peters erste Reaktion.

Nachdem die Tatsachen feststehen, zeigt Peter höchsten Einsatz: Sei es bei seinen magischen Übungen – Licht erscheinen zu lassen, ohne sich die Hand zu verbrennen oder Äpfel magisch zu bewegen, ohne sie gleich explodieren zu lassen – oder bei den laufenden Ermittlungen. Bei diesen Ermittlungen unterstützt ihn nicht nur seine Kollegin Lesley – bei der sich Peter schon immer amouröse Hoffnungen gemacht hat – sondern auch die Tochter der Flussgöttin der Themse, Beverly – ihr Interesse liegt dabei aber hauptsächlich auf der dadurch gebotenen Möglichkeit, in Nightingales Jaguar mitzufahren.

Ebenso wie das Cover sind auch die Figuren leicht skurril und machen das Buch zu einem humorvollen Lesevergnügen. Die kriminalistischen Verwicklungen sind dabei nicht wirklich vorhersehbar – dafür sind es auch einfach zu viele – aber gerade dadurch bleibt die Verbrecherjagd eben spannend.

Insgesamt ist das Buch eine gelungene Mischung, an der nicht nur Krimi-Fans – zu denen gehöre ich nämlich definitiv nicht – sondern auch Urban-Fantasy-Leser ihren Spass haben können.

Published in: on Januar 15, 2012 at 6:48 pm  Comments (1)  
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