Das Mädchen mit dem Stahlkorsett von Kady Cross

Kady Cross
Das Mädchen mit dem Stahlkorsett
Verlag: Heyne fliegt
368 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 3453267400
ISBN-13: 978-3453267404
14,99 €

Das Cover ist definitiv eines: interessant. Ein junges Mädchen mit Zylinder, Fliegerbrille, schwarzer Lederjacke und schwarzen Lederhandschuhen, unter denen ein metallverkleideter Arm mit einigen Schräubchen und Rädchen zu erkennen ist, vor einem schwarzen Hintergrund. Da sticht der „pinkfarbene“ Titel deutlich heraus.

Finley Jayne arbeitet als Zimmermächen, hat es aber bisher nie lange an einer Arbeitsstelle ausgehalten. Auch ihre jetzige Arbeitstelle verlässt sie früher als geplant – zurück lässt sie den bewusslosen Sohn ihres Arbeitgebers, der sich für eine Vergewaltigung definitiv das falsche Opfer ausgesucht hat. Denn in Finley steckt eine dunkle Seite, die sie um einiges stärker macht als sie aussieht.

Auf der Flucht vor den Folgen ihres Tuns läuft sie dem jungen Adeligen Griffin vor sein Veloziped. Dieser nimmt die verletzte Finley mit zu sich nach Haus, spürt er doch, dass sie einiges gemeinsam haben.

Genau wie Finley haben Griffin und seine Gefährten besondere Fähigkeiten, die sie streng geheim halten und dafür einsetzen, Verbrechen zu bekämpfen: Ihr aktuelles Ziel ist der Maschinist – ein geheimnisvoller Unbekannter, der mit Hilfe von Maschinen bereits einige Diebstähle begangen hat und einen ihrer Gefährten bei seiner letzten Aktion tödlich verwundet hat.

Kady Cross erzählt die Geschichte einer Einzelgängerin, Finley Jayne, die sich aufgrund ihrer Eigenart – sie hat ihre dunkle Seite nicht unter Kontrolle – nie lange an einem Ort aufgehalten hat. Ein Mädchen aus der Unterschicht, dass sich auf einmal im Haushalt des jungen Duke of Greythorne – Griffin – widerfindet, in einer Welt die nicht die ihre ist. – Nicht verwunderlich, dass sie den Menschen dort erst einmal mit Misstrauen begegnet. Genau dieses Misstrauen schlägt ihr allerdings auch von dort entgegen: Nicht alle empfangen das neue Mitglied des Haushaltes mit offenen Armen, bringt sie doch erst einmal nichts als Schwierigkeiten mit sich.

Durch Griffin vereint macht die Gruppe sich dennoch auf die Suche nach dem Maschinisten – ahnt Griffin doch, dass dieser mehr plant als nur einfache Diebstähle. Eine Tatsache, auf die der aufmerksame Leser um einiges schneller stößt als der geniale Griffin. Ich würde zwar nicht so weit gehen, die Geschichte als völlig vorhersehbar zu bezeichnen, aber die Figuren sind schon sehr stereotyp: Der gewitzte Anführer, der gedankenlose, aber starke Freund, eine kluge Tüftlerin und eine völlig Fremde, die in die Gruppe hineinrutscht. – Ein typischer Jugendkrimi also, wenn er auch in einer völlig fremden Welt spielt.

Eine Welt, in der man einiges entdecken kann: Maschinen, die Dienstboten ersetzten, Kleinstlebewesen, die unseren Körper kopieren und damit bei der Regeneration unterstützen können. Eine Quelle, die die Fähigkeiten der Menschen verbessert, sie verändert. Eine Welt, in der metallene, aber voll funktionsfähige Körperteile als Ersatz durchaus möglich sind (etwas, von dem man sonst eher in Science Fiction Romanen liest).

Alles in allem eine interessante Geschichte, die ich jedoch eher dem Kinder- und Jugendbuchbereich zuordnen würde als sie als All-Age zu bezeichnen – Durchaus lesenswert, aber eben eher für jüngere Leser. Nichts desto trotz kann man auch als Erwachsener durchaus ein paar vergnügliche Stunden in der Welt von Finley Jayne verbringen.

Eine Leserprobe findet ihr hier.

Published in: on September 2, 2011 at 4:30 pm  Kommentar verfassen  
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Worldshaker von Richard Harland

Ein Buch, das ich ohne Anette wahrscheinlich nicht in die Hand genommen hätte, was echt schade gewesen wäre …

Richard Harland
Worldshaker
Jacoby & Stuart
400 Seiten, Hardcover
ISBN-10: 9783941787070
ISBN-13: 978-3941787070
EUR 16,95 €

Im Hintergrund des Cover ist (wahrscheinlich) einen Auschnitt aus der Worldshaker zu sehen. Es ist in schwarz-grautönen gehalten, man kann verschiedene Rohre und Türme sowie dunkle Rauchschwaden erkenne – die Worldshaker ist nun mal ein kohlebetriebenes Schiff. Im Vordergrund sieht man zwei Schattenbilder, die vermutlich die Hauptpersonen des Buches – Riff und Col – darstellen sollen. – Mich hat es weder zum Kauf verführt noch abgeschreckt, richtige Steampunk-Fans werden von dem Cover wahrscheinlich eher angezogen.

Der 16-jährige Col Porpentine gehört zur „High-Society“ der auf der Worldshaker (das Weltschiff des britischen Königreichs) lebenden Menschen. Sein Großvater ist der Oberbefehlshaber und untersteht nur den Befehlen von Königin Victoria.
Betrieben wird die Worldshaker jedoch durch die Arbeitskraft der Unterschicht, durch die sogenannten „Dreckigen“, die von der Oberschicht nur verachtet werden.
Bis Riff – eine „Dreckige“ – auf ihrer Flucht vor den Soldaten der Oberschicht in Cols Zimmer auftaucht, hält Col die „Dreckigen“ für unterbemittelt. Riff entspricht jedoch so gar nicht seinem Weltbild. Sie ist klug, schnell und wirklich faszinierend. Sie bringt Col – den nicht weniger als die Nachfolge seines Großvaters erwartet – dazu, sein Weltbild zu überdenken. Schaffen sie es, gemeinsam das Leben auf der Worldshaker zu verändern?

Richard Harlands Buch spielt quasi auf engsten Raum, einziger Schauplatz der Handlung ist die Worldshaker – auch wenn diese für ein Schiff einiges an Platz bietet. Allein die Beschreibung des Juggernauts füllt einige Seiten, ohne dabei auf die die Worldshaker bevölkernden Menschen einzugehen. Was mit einer recht begrenzten Sicht durch Cols Augen beginnt, wird mit jedem Kapitel facettenreicher. Zusammen mit Col entdeckt der Leser, dass die Worldshaker mehr zu bieten hat als es auf den ersten Blick scheint. Aber nicht nur die Weiten der Worldshaker überraschen den Leser. Nicht nur die „Dreckigen“ sind nicht das, was sie zu sein scheinen. Und so wartet Richard Harland dem Leser immer wieder mit Überraschungen auf – sowohl Positive wie auch Negative.

Ein Blick in die Außenwelt wird nur nebenher gewährt, ist aber auch nicht wirklich nötig. Die Worldshaker allein bietet genug zu entdecken.

Ein Buch, das zu keiner Zeit an Spannung verliert und mit einem wirklich fulminaten Finale endet – nun ja nicht ganz. Mit dem Ende des Buches bleiben noch einige Fragen offen, z.B. was die Beziehung zwischen Riff und Col angeht. Fragen, die sich wohl erst im Nachfolgeband „Liberator“ klären werden.

Mir persönlich wäre ein abgeschlosseneres Ende lieber gewesen, so hängt der Leser ein bisschen in der Luft. Und muss – wenn er wissen will, wie es weitergeht – den Nachfolgeband in die Hand nehmen. Für die meisten ist das aber sicherlich kein Grund zur Trauer ;-).

Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet ihr hier

Published in: on Juni 21, 2011 at 5:06 pm  Comments (1)  
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