Dunkellicht von Martin Ulmer

dunkellicht Martin Ulmer
Dunkellicht
Verlag: Papierverzierer
432 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3944544617
ISBN-13: 978-3944544618
14,95 €

Das Cover des Buches zeigt einen Mann, der zur Hälfte schwarz und zur Hälfte weiß ist. Bewaffnet mit Pistole und Schwert springt er dem Betrachter entgegen. Im Hintergrund kann man die Silhouette einer Großstadt erkennen. Und interessantes Cover, das ebenso wie der Mann in Schwarz und Weiß gehalten ist – und irgendwie düster wirkt. Obwohl die Szene (und die Figur) im Buch so nicht vorkommt, ist sie ziemlich treffend – und hat zumindest mich neugierig auf den Inhalt gemacht. Etwas, was man vom Klappentext nicht gerade behaupten kann: Der Zeitungsartikel zu dem Geschehen im Buch ist viel zu trocken, um meine Lust auf die Geschichte zu schüren – zum Glück habe ich vorher einen Blick ins Buch geworfen.

Schon seit Jahrhunderten kämpfen die Bruderschaften des Lichts und der Dunkelheit gegeneinander – doch nun droht beiden die Auslöschung: Auf beiden Seiten verschwinden immer mehr Ordensbrüder – einzig Johannes Sturm von der Bruderschaft des Lichts und Antoine Chevallier aus den Reihen des Ordens der Dunkelheit sind dem mysteriösen Gegner bisher entkommen. Unterstützt von der geheimnisvollen Ella und einem wissensdurstigen Magier versuchen die eigentlich verfeindeten Ordensbrüder, den Gegner zu enttarnen und aufzuhalten.

Trotz seiner fantastischen Elemente liest sich „Dunkellicht“ wie ein Thriller: Zwei verfeindete uralte Bruderschaften, die plötzlich von einer dritten Macht aufgerieben wird, zwei Kämpfer der verfeindeten Seiten, die notgedrungen zusammenarbeiten müssen – und auf der Flucht vor schwer bewaffneten Feinden so manchen Kampf zu bestreiten haben ohne zu wissen, warum sie eigentlich gejagt werden. Damit gilt es nicht nur einfach zu überleben, sondern auch die Ursache für das Geschehen herauszufinden.

Als Leser ist man im Vorteil, da Martin Ulmer einige Kapitel aus der Sicht der dritten Partei beschreibt – des Rätsels Lösung ist man damit leider auch nicht viel näher als die zwei Ordensbrüder. Man kann sich allerdings ein deutlich besseres Bild von den Gegnern machen und frühzeitig erkennen, dass ihre Motive weit mehr als bloße Mordlust umfassen – tatsächlich scheinen sie einen größeren Plan zu verfolgen. Und die Mittel, die sie dafür aufbieten, können sich sehen lassen: Neben dem Einsatz von Söldnertruppen ist auch der Zugriff auf Bundeswehreigentum durchaus üblich. Damit kann man sich als Leser auf einige Feuergefechte und Explosionen gefasst machen.

Zum Glück sind auch die zwei Ordensbrüder nicht gerade unbedarft: Auch wenn Antoine Chevallier sich eher mit Forschung als mit Feldeinsätzen auskennt, hat er die gleichen Möglichkeiten wie jeder andere des Ordens. Johannes Sturm hingegen kann als Krieger des Lichts sowohl seine kämpferischen als auch seine mystischen Fähigkeiten einsetzen und ist damit allein mindestens ebenso gefährlich wie eine ganze Söldnertruppe. Und ihre Begleitungen scheinen durchaus auch an zwielichten Orten und mit zwielichtigen Gestalten zu verkehren – ihre Kontakte können sich jedenfalls sehen lassen und retten die Truppe damit einige Male vor ihren Verfolgern.

Die Beschaffung von Informationen läuft in dieser Geschichte allerdings anders als in den üblich Thrillern – neben alten Büchern kommen auch fantastische (beziehungsweise mystische) Mittel zum Einsatz: Die Beschwörung von Engeln oder Behütern (je nach Bruderschaft) oder von längst Verstorbenen (hier tritt der wissensdurstige Magier in Aktion). Sehr freigiebig mit Auskünften ist jedoch niemand – und jede Beschwörung hat ihren Preis; einige dieser Preise wollte niemand freiwillig zahlen.

Mit jeder dieser Informationen wird der Hintergrund klarer – und alt Bekanntes unsicher. Letztendlich sind die Motive aller Parteien ziemlich schlüssig – wenn auch einige recht überraschend. Und spätestens mit dem Ende ist alles klar – einschließlich dem, was zu tun ist. Wirklich gut geht es allerdings für die wenigsten der Protagonisten aus. Und mit dem letzten Kapitel wird klar, dass auch damit diese Geschichte längst nicht vorbei ist.

Trotz Titel und Cover hat „Dunkellicht“ weit mehr zu bieten als Schwarz- und Weißtöne, allen voran einiges an Action und Geheimnisse – und beide Arten verstehen es, beim Leser Spannung zu erzeugen. Magie (wenn man es denn so nennen mag) spielt allerdings eine eher untergeordnete Rolle, sie ist – ebenso wie die Stadt Dortmund, in der die Geschichte spielt (und einige Leser vermutlich gerade deswegen einen Blick ins Buch werfen lässt) einfach nur eine kleine Facette der Geschichte. Für mich ist „Dunkellicht“ damit eindeutig eher Thriller als Mystery oder Fantasy. Allerdings ein Thriller, der es versteht, den Leser in den Bann zu ziehen – und zu halten, zumindest wenn man auf Action, Spannung und Geheimnisse steht – und wer tut das nicht?

Published in: on August 6, 2014 at 12:30 pm  Kommentar verfassen  
Tags: , , ,

Department 19 – Die Mission von Will Hill

Da der Buchtrailer zu „Department 19 – Die Mission“ Stimmung und Stil wirklich gut einfängt gibt es heute wieder einmal eine Rezension mit Trailer.

Unbenannt-2 Will Hill
Department 19 – Die Mission
Verlag: Bastei – Lübbe
496 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3785760809
ISBN-13: 978-3785760802
14,99 €

Das Cover des Buches ist relativ schlicht: Der beige Hintergrund hat etwas von einem alten Pergament und die schwarz gekleidete Figur ist ebenfalls relativ einfach gehalten. Trotzdem wirkt es geheimnisvoll: Hinter der Figur kann sich einiges verbergen, sogar ein Vampir – auch wenn ich im ersten Moment eher an einen Agenten gedacht habe. Passen würde beides – und damit ist das Cover wirklich rundum gelungen.

Seit dem Tod seines als Landesverräters geltenden Vaters ziehen Will und seine Mutter auf der Flucht vor den Gerüchten und der Verachtung ihrer Mitmenschen von Stadt zu Stadt. Freunde hat Will seit diesem schicksalsträchtigen Tag keine mehr, er ist ein Außenseiter, wie er im Buche steht.
Die Entführung seiner Mutter und die knappe Rettung seiner Person durch ein Monster von Mann, das sich ihm als Victor Frankenstein vorstellt, gibt seinem Leben erneut eine heftige Wendung: Ehe er sich versieht, befindet er sich in der Zentrale einer geheimen Regierungsorganisation, dem Department 19, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, übernatürliche Bedrohungen auszuschalten.

Mit „Department 19“ räumt Will Hill den urtümlichen Vampiren a’la Graf Dracula wieder ihren Platz in der Bücherwelt ein, allerdings macht auch er Zugeständnisse an die moderne Leserschaft. Sein Roman ist kein klassischer alter Vampirroman. „Die Zeiten ändern sich. Die Jagd bleibt die gleiche.“ Diese Aussage beschreibt den Inhalt des Buches ziemlich treffend: Geheime Regierungsorganisationen, Hubschrauber, moderne Waffen und ausgebildete Soldaten – so sieht die Vampirjagd in Will Hills Roman aus.

Rückblenden in die Gründerjahre des Departments 19, die sich im Buch auch grafisch abheben, ergänzen die Geschichte gelungen und ziehen Verbindungen zu der wohl bekanntesten Vampirgeschichte der Welt: Bram Stokers „Dracula“. Bram Stoker selbst hat in einer dieser Rückblenden einen Auftritt – auch wenn er dabei nicht sonderlich gut weg kommt.

Die Hauptperson der Geschichte, Jamie, gerät nicht zufällig ins Visier seines Entführers – und des Departments. Jamies Vater arbeitete ebenso wie sein Vater vor ihm bis zu seinem Tod für das Department – offensichtlich hat er sich dabei einige Feinde gemacht. Nach der Rettung durch Victor Frankenstein, einen Freund seines Vaters, beginnt Jamie über sich hinauszuwachsen. Gedrängt durch den Wunsch, seine Mutter zu retten, entwickelt er sich innerhalb weniger Tage zu einem Vampirjäger. Das ist einer der Mankos in diesem Buch: Wenn es darauf ankommt (sprich, die Figur wichtig genug ist) ist das Töten der Vampire doch relativ einfach – wenn auch durchaus spannend beschrieben. Generell sind die Figuren meiner Meinung nach recht oberflächlich beschrieben, ihre Handlungen sind zwar durchaus nachvollziehbar (meistens zumindest), mir allerdings zu wenig persönlich, die Gedanken und Gefühle (sowohl positive als auch negative) der Protagonisten kommen hier einfach etwas zu kurz.

Dafür hat der Plot einiges für sich und verdient definitiv die Beschreibung „Thriller“: Ränkespiele innerhalb des Departments, alte Geheimnisse, uralte Bande und Zwiste – jede Menge Konfliktpotential also. Konflikte, die Will Hill in „Department 19“ mit modernster Technik austragen lässt – und dem Leser damit einiges an Spannung bietet. Die Szenen und Kämpfe sind, was die Folgen angeht, dabei nicht unnötig detailliert und blutig beschrieben – spannend, aber so, dass man es auch jüngeren und etwas zartbesaiteten Lesern zumuten kann.

Wenn man also von den Schwächen was die Tiefe der Figuren angeht absieht, erwartet den Leser mit „Department 19“ ein spannender, jugendlicher Action-Thriller mit einem leichten Hauch von Grusel und den Charme der urtümlichen Vampirjagd.

Den Anfang des Buches findet ihr hier.

Published in: on März 27, 2013 at 12:30 pm  Kommentar verfassen  
Tags: , ,

Skin Game – Gefährliche Berührung von Ava Gray

Ava Gray
Skin Game – Gefährliche Berührung
Verlag: Egmont Lyx
419 Seiten
ISBN-10: 3802584996
ISBN-13: 978-3802584992
9,99 €

Dem Cover nach scheint es sich bei „Skin Game“ um „Romantasy“ zu handeln: Es zeigt das Gesicht eines Mannes und das einer Frau, beide im Dunkeln. Im unteren Teil des Covers kann man die Silhouette einer Stadt bei Vollmond erkennen. Es verspricht zumindest einen Hauch von Magie, vielleicht sogar Wesen der Nacht.

Kyra Beckswith verdient sich ihr Geld mit Betrügereien, die sie mit Hilfe ihrer Gabe – sich kurzzeitig die Fähigkeit eines jeden Menschen zu eigen zu machen, den sie berührt – durchführt. Seit ihrer letzten „großen“ Betrügerei ist sie jedoch auf der Flucht. Sie ist sich sicher, dass der Casinobesitzer Serrano, den sie nicht nur betrogen, sondern auch gedemütigt hat, sie töten will.

Als sie bei einer ihrer täglichen Betrügereien Hilfe von einem gefährlich wirkenden Mann, Reyes, unterstützt wird und anschließend eine unvergessliche Nacht mit ihm verbringt, beschließen sie, es (zumindest zeitweise) mit ihm als Partner (bei ihren Betrügereien) zu versuchen.

Reyes ist jedoch nicht der, der er zu sein scheint. Angeheuert um Kyra – und das Geld des Casinobesitzers – zu finden, sieht er sich jemandem gegenüber, der völlig anders ist als er erwartet hat. Ob er seinen Auftrag dennoch ausführen wird?

Schon der Klappentext verspricht eine heiße Mischung: Ein Auftragskiller und eine Trickbetrügerin mit einer fantastischen Gabe. Ein thrilliger Liebesroman mit einem Hauch Fantastik – und damit genau das richtige für einen trüben Herbsttag.

Und das Buch hält was es verspricht, abgesehen davon, was den fantastischen Einschlag betrifft. Kyras Gabe ist das einzige fantastische im ganzen Buch – und wenn man wollte, könnte man diese sicherlich auch wissenschaftlich erklären.

Die beiden Hauptfiguren der Geschichte sind jedoch ziemlich genau wie man sie sich vorstellt: Die gerissene, nach außen ziemlich abweisend wirkende Trickbetrügerin und der harte, ziemlich skrupellos scheinende Killer. Zwei einsame Menschen, die auf ihrer gemeinsamen Tour durch die USA langsam mehr von sich preisgeben – und sich näher kommen. Inmitten von Betrügereien, manchmal auch recht spektakulären Fluchten vor den Betrogenen und heißem Sex (auch direkt während einer Flucht) lernt Kyra Reyes zu vertrauen, während Reyes beginnt, die Informationen, die er von seinem Auftraggeber über Kyra bekommen hat, in Frage zu stellen. Dass sich die beiden verlieben, ist quasi unausweichlich.

Aber es bleibt nicht nur bei der Liebesgeschichte zwischen Kyra und Reyes. Denn Serrano und sein ziemlich undurchsichtiger, wenn auch weitaus sympathischerer Sicherheitschef Foster tragen auch ihren Teil zur Geschichte bei – weitaus mehr, als man es zu Anfang vermuten würde. Und damit ist das Buch dann doch nicht ganz so vorhersehbar wie erwartet.

Nichts desto trotz wäre es kein richtiger Liebesroman, gäbe es nach einigen Wirrungen und Irrungen kein Happy End – und nachdem Serranos Plan verhindert und Fosters aufgedeckt wurde, gibt es ein solches natürlich auch für Kyra und Reyes.

Damit bietet „Skin Games“ spannenden Romantic Thrill mit kleinen (und größeren) Gaunereien, jeder Menge Action, heißem Sex und zumindest ein paar Überraschungen. Mehr als ein kleiner Hauch Fantastik lässt sich allerdings nicht entdecken. Für Fans von Romantic Thrill, vielleicht sogar Romantasy dennoch lesenswert.

Eine kleine Kostprobe findet ihr hier.

Published in: on Oktober 1, 2012 at 6:00 am  Kommentar verfassen  
Tags: , , ,

Ready Player One von Ernest Cline

Ernest Cline
Ready Player One
Verlag: Penhaligon
512 Seiten
ISBN-10: 3764530901
ISBN-13: 978-3764530907
19,99 €

Das Cover des Buches fällt einem schnell ins Auge. Es ist ungewöhnlich, dass ein Coverbild so verpixelt ist. Durch die Darstellung, die an ein altes Computerspiel erinnert, hebt sich das Cover deutlich von den hochauflösenden Standardcovern ab. Das Pacman-Symbol in der obersten Zeile rundet das Ganze ziemlich treffend ab.

Schon der Leseprobe des Buches kann man den groben Inhalt der Geschichte entnehmen: Der Multi-Millionär und Erfinder der Onlinewelt OASIS James Halliday hat in seinem Testament denjenigen zu seinem Alleinerben erklärt, der das von ihm versteckte Easter-Egg in OASIS findet. Die Hinweise auf das Easter-Egg haben schon viele verzweifeln lassen, bis der junge Wade Watts den ersten von drei Schlüsseln, die zu dem Easter-Egg führen, findet. Damit tritt er eine Lawine los, die sich nicht mehr aufhalten lässt. Denn einige der Jäger scheuen vor nichts zurück, um Hallidays Easter-Egg in die Finger zu bekommen. Die Jagd ist eröffnet – und nun schwebt nicht nur Wades Avatar in der Onlinewelt OASIS, sondern auch er selbst in höchster Gefahr.

Die Geschichte wird durch den achzehnjährigen Wade erzählt, der damit klarstellen möchte, was bei der Suche nach dem Easter-Egg wirklich passiert ist. Er will der Öffentlichkeit die ganze Wahrheit erzählen. Wade beginnt seine Erzählung zu dem Zeitpunkt, an dem er bereits achtzehn ist, berichtet aber nebenher über die Ereignisse, die sein Leben geprägt haben, von seinen Gedanken und Gefühlen und von den Hintergründen, die ihn dazu gebracht haben, nach Hallidays Easter-Egg zu suchen. Dadurch kommt der Leser Wade näher als sein engster Freund Aech – und das macht die Geschichte auch für den Leser persönlich.

Die Onlinewelt OASIS ist ein virtuelles, voll vernetztes Universum, der Zugang ist für alle, die eine Grundausstattung besitzen, kostenlos. Ein Universum, das von nur einem Mann initiiert wurde: James Halliday. Innerhalb dieses Universums gibt es fast unendlich viele Welten, unendlich viele Möglichkeiten, sich zu beschäftigen – und virtuelles Geld auszugeben. Eine virtuelle Welt, die die Möglichkeiten des heutigen Internets bei weitem übersteigt.

Der Erschaffer dieser Welt hatte ein Faible für die Achtziger-Jahre, für Rollenspiele, Spielmaschinen, alte Computer und die darauf laufenden Spiele. Eine Leidenschaft, die er durch die von ihm initiierte Jagd nach dem Easter-Egg weitergeben wollte – und dies auch getan hat. Und damit hat er sicher nicht nur die OASIS-Nutzer, sondern auch die Leser des Buches schnell infiziert. Die vielen Verweise auf Filme, Spiele und Musik machen das Buch zu einem besonderen Genuss für diejenigen, die einen Teil davon schon kennen. Die Leser, die das nicht tun, werden entweder neugierig gemacht oder das Buch wird komplett an ihnen vorbeigehen. Damit hat das Buch definitiv das Potential zu polarisieren – ich befinde mich auf dem Pluspol ;-).

Es fällt mir schwer, das Buch zu kategorisieren, ich würde es spontan in die Kategorien Thriller, Science Fiction und Virtual Realtiy mit Schwerpunkt auf Rollenspiel – ob D&D oder MMOG sei mal dahingestellt – einordnen. Durch das breite Spektrum, das Ernest Cline mit dem Buch abdeckt vermute ich, dass dem Großteil der Leser das Buch gefallen wird. Und es hat wirklich einiges zu bieten: Klassische Rollenspielhelden, typische „Jugendliche“, eine kleine Liebesgeschichte, epische Schlachten – vermutlich das Highlight für klassische High Fantasy-Leser – illegale Handlungen, Action und jede Menge Spannung – sowohl Out- als auch Ingame – und das alles in einer nicht allzu unwahrscheinlich wirkenden Zukunftsvision.

Damit ist es ein Buch, das ich uneingeschränkt allen lesebegeisterten Rollenspielern – insbesondere D&D-Fans -, MMOG-, Automaten- und „Oldie“-Computerspielern empfehlen kann, bei dem aber auch klassische Fantasyleser auf ihre Kosten kommen können.

Mit dem Ende der Geschichte gibt Ernest Cline dem Leser dann noch eine Moral mit auf dem Weg – eine Moral, die sich auch in der heutigen Zeit der eine oder andere zu Herzen nehmen sollte.

Published in: on März 26, 2012 at 6:30 am  Kommentar verfassen  
Tags: , , , ,

Saeculum von Ursula Posznanski

Zurück von der Buchmesse. Mit jeder Menge Eindrücke und dem ein oder anderen neuen Buch :-).

Ursprünglich war ich nur wegen dem Geburtstagsgeschenk einer Freundin bei der Signierstunde von Ursula Posznanski, geendet hat es dann mit einem weiteren Buchkauf. Das selbstverständlich signierte Buch ist mittlerweile gelesen. Da es als Roman über Live-Rollenspiel fast in das Genre Fantasy gehört, auf jeden Fall aber ziemlich lesenswert ist, hier die Rezension:

Ursula Posznanski
Saeculum
Verlag: Loewe
496 Seiten
ISBN-10: 3785570287
ISBN-13: 978-3785570289
14,95 €

Die Aufmachung des Buches ist dunkel, größtenteils schwarz. Der Buchschnitt ist komplett in schwarz gehalten, ebenso wie Titel, Autorenname und die Bäume auf dem Cover. Es wirkt ein bisschen beklemmend, fast gruselig.

Bastian ist Medizinstudent – mit Mittelaltermärkten, Rollenspiel, oder sogar Live-Rollenspiel hat er nichts am Hut. Bis er Sandra kennen lernt. Sie überredet ihn erst nur zu einem gemeinsamen Besuch eines Mittelaltermarktes, später dazu, bei dem Live-Rollenspiel ihrer Gruppe, Saeculum, mitzumachen. Über das Pfingstwochenende ein paar Tage im Wald zu verbringen und die alte Zeiten zurück zu holen ist nicht ganz das, was Bastian sonst an einem Wochenende macht, aber er lässt sich überreden. Wider Erwarten ist er sogar ganz angetan von der Lokation und dem Gefühl, das Studium und den Lernstress für ein paar Tage hinter sich zu lassen.

Dieses Gefühl ändert sich jedoch schneller als erwartet. Die anfänglich noch als Spinnerin verlachte Doro und ihre Angst vor einem vor ein paar Jahrhunderten ausgesprochenen Fluch drücken die Stimmung. Ebenso wie das plötzliche Verschwinden einer der Spieler. Ist an dem Fluch doch etwas dran?

Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus Bastians Sicht. Dadurch, dass er ein Einsteiger in die Welt um Mittelaltermärkte und Live-Rollenspiel ist, bekommen man als Leser erst mal einen kurzen Überblick über diese Szene. Die Mitspieler der Gruppe sind Bastian ebenso neu wie dem Leser – und genauso undurchsichtig. Als Leser versteht man ebenso wie Bastian nicht die Hintergründe seiner Freundin Sandra, die ihn erst zu Saeculum gebracht hat, nur um ihn dann während der Con – dem Rollenspiel – einfach sitzen zu lassen. Über die Unheil verkündende und Schrecken verbreitende Doro, die den Fluch mehr als nur ernst zu nehmen scheint, kann man anfangs nur den Kopf schütteln – bis die Ereignisse ihren Lauf nehmen.

Die Hauptfigur ist ziemlich sympathisch, ebenso wie die zweite Erzählerin, Iris, die von Bastian langsam aus ihrem Schneckenhaus herausgelockte wird. Ist sie am Anfang noch eher nebensächlich, gewinnt sie im Verlauf der Geschichte langsam an Bedeutung. Sie ist die einzige, die man, neben Bastian, noch einordnen kann – und die aufkeimende Beziehung zwischen den beiden gibt der Geschichte noch die gewisse Würze. Denn Gefühle spielen in dieser Geschichte eine wichtige Rolle: Wie weit sind Menschen bereit zu gehen?

Ursula Posznanski erzeugt mit den Eigenarten der verschiedenen, recht stark ausgeprägten, Charaktere, dem unheimlichen Setting und dem, in den Köpfen der Charaktere herumspukenden und von Doro immer wieder in den Vordergrund gerückten, Fluch eine unheimliche, aber auch spannende Atmosphäre. Die aufeinander folgenden Ereignisse und Reaktionen der Charaktere lassen den alten Fluch real wirken – aber ist er es wirklich?

Als Leser ist man sich dahingehend bis zum Ende hin unsicher. Dann aber laufen die Fäden auf ziemlich überraschende Weise zusammen. Die Hintergründe werden erklärt, die Rätsel aufgelöst. Ob es sich nun bei der in „Saeculum“ erzählten Geschichte um einen Mystery-Thriller handelt oder es für die Geschehnisse eine logische Erklärung gibt müsst ihr selbst herausfinden. Wer sich darauf einlässt, kann mit düsteren und spannenden Lesestunden rechnen. Die Lesezeit ist es auf jeden Fall wert.

Einen kleinen Ausschnitt findet ihr hier.

Published in: on März 18, 2012 at 7:36 pm  Kommentar verfassen  
Tags: ,

Die Bibliothek der Schatten von Mikkel Birkegaard

Nachdem mich eine üble Erkältung für einige Tage aus dem Verkehr gezogen hat bin ich mittlerweile nur noch ein wenig verschnupft und wieder zum Lesen bereit :-).

Ich habe mich dann relativ spontan für „Die Bibliothek der Schatten“ entschieden, nachdem ich entdeckt habe, dass es morgen wieder zurück in die Bibliothek muss…

Mikkel Birkegaard
Die Bibliothek der Schatten
Verlag: Page & Turner
512 Seiten
ISBN-10: 3442203627
ISBN-13: 978-3442203628
19,95 €

Schon der Titel des Buches hat mich fasziniert, obwohl ich zugeben muss, dass mir der dänische Originaltitel „Libri di Luca“ noch um einiges besser gefällt.

Das Cover des Buches zeigt ein einzelnes Buch. Ein Buch, dass allein auf einem Rednerpult liegt, hinter ihm ein dunkler Vorhang. Ein Cover, dass ein Buch in den Vordergrund hebt ist mir bisher noch nicht untergekommen – aber es gefällt mir. Und ich vermute, dass es die Interesse eines jeden Bibliophilen zu wecken vermag.

Die Hauptperson des Buches, Jon Campelli, ist ein Anwalt. Ein Anwalt, dessen Schlussplädoyer von seinen Gegnern mehr als gefürchtet sind. Ein Mann, der in seinem Beruf aufgeht und sicher nicht vorhat, ihn zu wechseln. Eine Entscheidung, die er mit dem Tod seines Vaters – mit dem er seit seinem 18. Lebensjahr keinen Kontakt mehr hatte – überdenken muss. Denn sein Vater hat ihm sein Antiquariat, das „Libri de Luca“ vermacht. Und an diesem Vermächtnis hängt nicht nur das Geschäft, sondern weit mehr, als Jon je zu ahnen gewagt hätte.

Mikkel Birkegaard beginnt sein Buch mit dem Tod von Luca Campelli. Seinen Worten nach starb Luca Campelli so, wie er es sich wünschte, „umgeben von seinen geliebten Büchern“. Ein Tod, der als Herzversagen deklariert ist, aber dem Leser trotz allem vielleicht etwas merkwürdig erscheinen mag.

Merkwürdigkeiten, die sich im Verlauf des Buches häufen und Jon Campelli relativ früh erklärt werden. Alles beruht auf eine Gabe, die einige Menschen schon seit Jahrhunderten bewahren. Die Gabe, Menschen durch geschriebenes Wort zu beeinflussen. Eine Gabe, die nicht nur zum Guten genutzt werden kann. Und mit seinen Nachforschungen, diesen Missbrauch betreffend, scheint Luca jemanden Mächtigen ziemlich nahe gekommen zu sein – zu nah.

Nun ist es an Jon, sich in dieser neuen, fantastischen Welt zu Recht zu finden. Seine Gabe zu aktivieren, den Tod seines Vaters aufzuklären und die Menschen mit ihren literarischen Gaben dazu zu bringen, wieder an einem Strang zu ziehen.

Die Welt, in der Jon lebt, ist die unsere. Die Gaben, von denen er erfährt, sind geheim, die Begabten bleiben im Verborgenen. Das lässt das Geschehen fast real wirken – und pflanzt dem Leser die Idee von Geschichten ein, die mehr sind als nur Geschichten. Durch die Begabten beeinflussen sie aktiv unser Leben – und tun sie das nicht schon heute?

Die Figuren, von denen Mikkel Birkegaard schreibt, sind ganz normale Menschen, nicht alle in der Lage zu lesen, auch wenn sie das geschriebene Wort täglich erleben. Eine von ihnen ist Katharina, eine sympathische Frau – und Legasthenikerin. Eine Legasthenikerin, die in einem Antiquariat arbeitet. Klingt seltsam, ist aber völlig logisch – zumindest in diesem Buch.

Mit ihr an seiner Seite entdeckt Jon seine eigene – überaus stark ausgeprägte – Gabe. Und macht sich auf, die Verschwörung aufzudecken, der schon sein Vater auf der Spur war. Eine Verschwörung, die ihren Ursprung zu den Zeiten der Bibliothek von Alexandria hat – und nun ihre Fühler nach nicht weniger als der Weltherrschaft ausstreckt.

Was zunächst nach einem typischen Thriller mit phantastischem Einschlag klingt, wird durch die Bedeutung des geschriebenen Wortes schnell mehr. Aber nicht das geschriebene Wort macht den Unterschied, sondern der für den Leser alltäglichen Griff zum Buch, zur Zeitung oder nur zum Blatt Papier – denn genau dort werden wir beeinflusst, von den Menschen, über die dieses Buch geschrieben ist.

Ein spannender Thriller für alle Lesebegeisterten. Phantastisch ist hier allerdings nur die Gabe der Hauptakteure. Aber Achtung, durch das Lesen des Buches könnten sie euch beeinflussen ;-).

Die ersten Seiten findet ihr hier.

Published in: on November 25, 2011 at 9:11 pm  Kommentar verfassen  
Tags: , , ,