Vampire Cocktail – Geschichten aus der Vampirwelt

vampirecocktail Vampire Cocktail
Verlag: Art Skript Phantastik
288 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3981509250
ISBN-13: 978-3981509250
11,80 €

„Vampire Cocktails“ ist eine Sammlung von Geschichten über erstaunliche Begegnungen: In kleinen verrauchten Bars, aber auch in Lokalitäten wie das Bordbistro eines Raumschiffes. Geschichten mit Cocktails von Absinth, über Bloody Mary und „Bloody Brain“ bis hin zum Long Island Icetea. Eines aber haben alle diese Geschichten gemeinsam: Die vampirischen Hauptpersonen.

Der graphischen Darstellung nach könnte es sich bei dem Buch tatsächlich um ein Cocktailbuch handeln: Es zeigt ein hübsch angerichtes Cocktailglas gefüllt mit einer roten Flüssigkeit. Vielleicht ein Bloody Mary – oder im Anbetracht der enthaltenen Geschichten vielleicht doch auch Blut? Wenn der Untertitel „Geschichten aus der Vampirwelt“ nicht wäre, hätte ich das Buch vermutlich nicht in die Hand genommen, auch wenn die Gestaltung durchaus passend ist: Cocktails sind für diese Sammlung schließlich essentiell.

Wie eine Cocktailkarte hat auch diese Anthologie einiges zu bieten. Aber nicht alle Cocktails oder Geschichten sind jedermanns Geschmack. Einige konnte ich wirklich genießen, manche waren genießbar – hätten aber noch ein paar weitere Zutaten vertragen – und weitere waren definitv nicht mein Geschmack.

Voll meinen Geschmack getroffen haben „Bittersüß wie Absinth“ von Stefanie Mühlsteph und „Legende“ von Denise Mildes. Stefanie Mühlsteph hat mich schon mit den ersten Sätzen in den Bann gezogen. Der Verlauf iher Geschichte war dann sehr überraschend – und ziemlich tragisch. Denise Mildes Geschichte um das Treffen zweier Legenden ist ebenfalls absolut stimmig und die Pointe verleiht der Kurzgeschichte ihren ganz eigenen Charme. Auch sehr humorvoll ist „Kleiner Zauber“ von Sabine Frambach. Hier muss die vampirische Hauptperson feststellen, das der Teufel manchmal im Detail steckt – und die falsche Zutat in einem Cocktail verheerende Wirkung haben kann – zumindest für den Cocktailmischer. Welche Auswirkung eine einzige Zutat haben kann, stellt auch die Hauptperson in „Blutcocktail“ fest. Hier fällt das Ende allerdings deutlich positiver aus als erwartet – die richtige Mischung macht es eben aus. Dies muss auch der vampirische Besitzer einer Cocktailbar in Jana Oltersdorfs Geschichte feststellen. Ihm verhilft ein unerwünschter Besuch zu einem „perfekten Cocktail“.

Bianka Bracks Idee in „Auf dem Weg zum Mars trinke ich nie Bloody Mary“, ihre Vampire in die Zukunft zu versetzen, fand ich wirklich gut – auch wenn mir der Erzählstil nicht wirklich zugesagt hat. Ebenfalls sehr originell sind „Spielhölle“ von Olaf Lahayne und „Garvamore, der beste Single Malt der Welt“ von Nina Sträter. In beiden Geschichten trifft der Leser auf auf ungewöhnliche Vampirarten – und Getränke. Bei mir ist bei diesen Geschichten der Funke allerdings nicht wirklich übergesprungen.

Noch weniger meinen Geschmack getroffen haben dann „Unter dem Nebelmond“ von Michael Zandt, „Pisco Sour, Psihtaco Sour“ von Sabrina Železný und „Der Gast ist König“ von Sven Linnartz. Die Geschichten waren mir zu blutig und düster, die Protagonisten einfach zu böse – andere Leser werden das vermutlich für einen wichtigen Bestandteil von Vampirgeschichten halten. „Pisco Sour, Psihtaco Sour“ möchte ich dennoch hervorheben. Sabrina Zelezny schafft es hier schon mit den ersten Sätzen, ein peruanisches Flair zu erschaffen – und auch das Ende passt zu dem Stil der Geschichte. Da ich allerdings eher Liebhaber von humorvollen, tragischen und romantischen Geschichten, bin haben die Zutaten hier eben einfach nicht zu meinem Geschmack gepasst – besonders die abschließende Zutat nicht.

Insgesamt ist „Vampire Cocktail“ damit eine solide Mischung, in der sich vermutlich für jeden Geschmack etwas finden lässt – allerdings eben auch einige Geschichten, die den Geschmack des Lesers nicht treffen werden.

Published in: on Mai 25, 2013 at 9:00 am  Kommentar verfassen  
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Blutlinien von Tanya Huff

blutlinien Blutlinien
Verlag: Feder & Schwert
304 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255230
ISBN-13: 978-3937255231
9,95 €

Wie auch bei den zwei Vorgängerbänden, Blutzoll und Blutspur, ist es definitiv nicht das Cover, das mir am Buch gefällt. Dieses Cover zeigt ein skelettiertes Wesen mit einer Art Krummdolch und einen wirklich merkwürdig anmutenden Hut. Ich finde es wieder mal viel zu schaurig, aber es kann gut sein, dass die Mumie im frisch geöffneten Sarg so aussah (auch wenn ich es eher nicht glaube).

Als sich Dr. Rax die Möglichkeit, einen alter Sarkophag für das archäologische Museum in Toronto zu erstehen zögert er keine Sekunde, bietet dieser ihm doch die Chance auf eine grandiose Entdeckung: Eine Mumie. Eine Entdeckung macht er tatsächlich, grandios ist diese jedoch beileibe nicht.
Und auch wenn niemand etwas von einer Mumie wissen will, die mysteriöse Anhäufung von vermeintlich an Herzversagen gestorbenen Menschen ruft sehr bald den Kriminalpolizist Mike Celluci auf den Plan. Seit Vicky Nelsons letzem Fall ist er nämlich durchaus bereit auch ungewöhnliche Täter in Betracht zu ziehen – und ungewöhnliche Hilfe bei seinen Ermittlungen in Anspruch zu nehmen.

Mir kam es so vor, als würde Vicky in diesem Band etwas in den Hintergrund rücken und dafür Celluci und Henry etwas mehr Raum geben. Raum, der größtenteils genutzt wird, um ihre Beziehung zu Vicky zu vertiefen – und den Leser wirklich wundern lässt, dass sie tatsächlich beide Männer haben kann. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich in ihrem Fall auch nicht für einen der beiden entscheiden könnte – und im Moment scheint es ja zu funktionieren. Da sich Celluci und Henry in diesem Band aus gutem Grund zusammenraufen gibt es allerdings erschreckend wenig ausgelebte Eifersüchteleien und Macho-Gehabe, was zu dem Verlust einiger humorvoller Szenen geführt hat. Generell ist „Blutlinien“ deutlich düsterer als die zwei vorangegangenen Bände. Größtenteils ist das natürlich der Mumie zuzuschreiben, aber auch Henrys Selbstzweifel, blutrot-glänzende Augen in der Dunkelheit und einige wirklich verzweifelte Situationen tun ihr übriges dazu, eine wirklich düstere Atmospäre zu kreieren.

Viele Rätsel um den Täter gab es diesmal nicht, allerdings einige Probleme diesen zu fassen beziehungsweise halten zu können. Hat die Mumie doch innerhalb kürzester Zeit einige mächtige Leute um sich gescharrt und damit einige Hindernisse geschaffen. Die Mumie ist somit ein würdiger Gegner für Henry, ihm vielleicht sogar überlegen. Aber im Team sind Vicky, Celluci und Henry eben doch nicht aufzuhalten – auch wenn man es als Leser einige Male befürchtet.

Und auch wenn mir „Blutlinien“ nicht ganz so gut gefallen hat wie sein Vorgänger lesenswert ist es definitiv. Es bietet zwar nicht ganz so viele humorvolle Szenen (aber zumindest ein paar), dafür birgt es einiges Spannung in dunkler Atmosphäre, einen tieferen Einblick in die Hauptpersonen und sogar etwas Romantik (auch wenn sie nur schwer zu erkennen ist). Mir hat es damit ingesamt wirklich gut gefallen – und mich verdammt neugierig auf den Folgeband gemacht.

Eine Leseprobe (wieder nur von der Egmont-Lyx-Ausgabe) gibt es hier.

Published in: on Mai 19, 2013 at 9:00 am  Kommentar verfassen  
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Blutspur von Tanya Huff

blutspur Tanya Huff
Blutspur
Verlag: Feder & Schwert
365 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255826
ISBN-13: 978-3937255828
9,95 €

Das Cover des Buches gefällt mir ebensowenig wie das des Vorgängerbandes, Blutzoll: Es zeigt ein knurrendes Wolfsmonster – halb Mensch, halb Wolf – mit einem Totenkopf in der Hand. Wenn man annimmt, das das Wolfmonster ein Werwolf darstellen soll – auch wenn dieser mit den Werwölfen im Buch nichts gemeinsam hat – ist es einigermaßen passend. Hübsch anzuschauen ist es definitiv nicht.

Auf Bitte des Vampirs Henry Fitzroy übernimmt Vicky Nelson einen neuen Fall. Ein Unbekannter tötet nachts die Mitglieder einer mit ihm befreundeten Werwolfsfamilie – und Vicky soll ihnen helfen, diesen Mörder zu finden.

Eine Werwolfsfamilie, die einen Vampir um Hilfe bittet – das ist ebenso ungewöhnlich wie die Geschichte, die zu der Freundschaft zwischen Henry Fitzroy und dieser Familie geführt hat. Ich bin froh, dass Henry Vicky diese Anekdote erzählt und ich damit ebenso in den Genuss dieser Geschichte gekommen bin.

Die Werwölfe sind beileibe nicht das, was man sich unter klassischen Werwölfen vorstellt und in ihrer Wolfsform sind sie fast süß (wenn man große, muskulöse Hunde mag). Und wie auch immer man sich Werwölfe sonst so vorstellt, an Besitzer einer Schaffarm denken sicher die wenigsten. Durch ihre Aufgabe enthält Vicky (und damit auch der Leser) einen tiefen Eindruck in das Rudelleben. Ein Einblick, der mir wirklich gut gefallen und mich auch das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht hat – ebenso wie die Außenwirkung der Familie: Vermutungen eines Nachbarn zufolge handelt es sich bei ihnen um eine Familie von Nudisten.

Und auch wenn Vickys Job alles andere als amüsant ist – schlussendlich geht es darum, einen Mörder zu finden und ihn an ein Rudel Werwölfe auszuliefern – das Geplänkel zwischen Henry und Vicky ist ebenso amüsant wie das Auftauchen ihres Ex-Partners und Freundes Mike Celluci. Aus reiner Sorge um Vicky – die selbstverständlich nicht das Geringste mit Eifersucht zu tun hat – hat er einige Recherchen angestellt. Und damit eindeutige Hinweise gefunden, dass mit Henry etwas nicht stimmt. Hinweise, die Celluci vermuten lassen, dass Henry tief ins organisierte Verbrechen verstrickt ist. Ich wäre zu gern wirklich dabei gewesen, als er entdeckt, was hinter Vickys aktuellen Job steckt – und was tatsächlich mit Henry nicht stimmt.

Für mich sind die eigentlichen Ermittlungen eher Nebengeplänkel – daran merkt man wohl wieder, dass ich nicht sehr krimibegeistert bin. Mich hat Tanya Huff wieder einmal mit ihren bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Figuren und dem „zwischenmenschlichen“ in den Bann gezogen. Ich muss allerdings zugeben, dass mich auch Vickys Ermittlungen fesseln konnten und ich bis zur Aufklärung (für den Leser) auch fleißig mitgerätselt habe – was sicherlich zu einem Großteil Tanya Huffs humorvollen Schreibstil zuzuschreiben ist.

Mir hat „Blutspur“ damit mindestens ebenso gut gefallen wie sein Vorgänger. Neben den Wiedersehen mit liebgewonnen Bekannten kann man sich auf weitere humorvollen Szenen, Einblicke in ein recht ungewöhnliches Werwolfsrudel und die nicht ganz so legalen Ermittlungen an Vickys Seite freuen.

Eine Leseprobe (wieder die von der Egmont-Lyx-Ausgabe) findet ihr hier. Und ich werde mich jetzt gleich an den nächsten Band machen.

Published in: on Mai 17, 2013 at 12:30 pm  Comments (1)  
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Department 19 – Die Mission von Will Hill

Da der Buchtrailer zu „Department 19 – Die Mission“ Stimmung und Stil wirklich gut einfängt gibt es heute wieder einmal eine Rezension mit Trailer.

Unbenannt-2 Will Hill
Department 19 – Die Mission
Verlag: Bastei – Lübbe
496 Seiten
Hardcover
ISBN-10: 3785760809
ISBN-13: 978-3785760802
14,99 €

Das Cover des Buches ist relativ schlicht: Der beige Hintergrund hat etwas von einem alten Pergament und die schwarz gekleidete Figur ist ebenfalls relativ einfach gehalten. Trotzdem wirkt es geheimnisvoll: Hinter der Figur kann sich einiges verbergen, sogar ein Vampir – auch wenn ich im ersten Moment eher an einen Agenten gedacht habe. Passen würde beides – und damit ist das Cover wirklich rundum gelungen.

Seit dem Tod seines als Landesverräters geltenden Vaters ziehen Will und seine Mutter auf der Flucht vor den Gerüchten und der Verachtung ihrer Mitmenschen von Stadt zu Stadt. Freunde hat Will seit diesem schicksalsträchtigen Tag keine mehr, er ist ein Außenseiter, wie er im Buche steht.
Die Entführung seiner Mutter und die knappe Rettung seiner Person durch ein Monster von Mann, das sich ihm als Victor Frankenstein vorstellt, gibt seinem Leben erneut eine heftige Wendung: Ehe er sich versieht, befindet er sich in der Zentrale einer geheimen Regierungsorganisation, dem Department 19, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, übernatürliche Bedrohungen auszuschalten.

Mit „Department 19“ räumt Will Hill den urtümlichen Vampiren a’la Graf Dracula wieder ihren Platz in der Bücherwelt ein, allerdings macht auch er Zugeständnisse an die moderne Leserschaft. Sein Roman ist kein klassischer alter Vampirroman. „Die Zeiten ändern sich. Die Jagd bleibt die gleiche.“ Diese Aussage beschreibt den Inhalt des Buches ziemlich treffend: Geheime Regierungsorganisationen, Hubschrauber, moderne Waffen und ausgebildete Soldaten – so sieht die Vampirjagd in Will Hills Roman aus.

Rückblenden in die Gründerjahre des Departments 19, die sich im Buch auch grafisch abheben, ergänzen die Geschichte gelungen und ziehen Verbindungen zu der wohl bekanntesten Vampirgeschichte der Welt: Bram Stokers „Dracula“. Bram Stoker selbst hat in einer dieser Rückblenden einen Auftritt – auch wenn er dabei nicht sonderlich gut weg kommt.

Die Hauptperson der Geschichte, Jamie, gerät nicht zufällig ins Visier seines Entführers – und des Departments. Jamies Vater arbeitete ebenso wie sein Vater vor ihm bis zu seinem Tod für das Department – offensichtlich hat er sich dabei einige Feinde gemacht. Nach der Rettung durch Victor Frankenstein, einen Freund seines Vaters, beginnt Jamie über sich hinauszuwachsen. Gedrängt durch den Wunsch, seine Mutter zu retten, entwickelt er sich innerhalb weniger Tage zu einem Vampirjäger. Das ist einer der Mankos in diesem Buch: Wenn es darauf ankommt (sprich, die Figur wichtig genug ist) ist das Töten der Vampire doch relativ einfach – wenn auch durchaus spannend beschrieben. Generell sind die Figuren meiner Meinung nach recht oberflächlich beschrieben, ihre Handlungen sind zwar durchaus nachvollziehbar (meistens zumindest), mir allerdings zu wenig persönlich, die Gedanken und Gefühle (sowohl positive als auch negative) der Protagonisten kommen hier einfach etwas zu kurz.

Dafür hat der Plot einiges für sich und verdient definitiv die Beschreibung „Thriller“: Ränkespiele innerhalb des Departments, alte Geheimnisse, uralte Bande und Zwiste – jede Menge Konfliktpotential also. Konflikte, die Will Hill in „Department 19“ mit modernster Technik austragen lässt – und dem Leser damit einiges an Spannung bietet. Die Szenen und Kämpfe sind, was die Folgen angeht, dabei nicht unnötig detailliert und blutig beschrieben – spannend, aber so, dass man es auch jüngeren und etwas zartbesaiteten Lesern zumuten kann.

Wenn man also von den Schwächen was die Tiefe der Figuren angeht absieht, erwartet den Leser mit „Department 19“ ein spannender, jugendlicher Action-Thriller mit einem leichten Hauch von Grusel und den Charme der urtümlichen Vampirjagd.

Den Anfang des Buches findet ihr hier.

Published in: on März 27, 2013 at 12:30 pm  Kommentar verfassen  
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Blutzoll von Tanya Huff

blutzoll Blutzoll
Verlag: Feder & Schwert
288 Seiten
Taschenbuch
ISBN-10: 3937255222
ISBN-13: 978-3937255224
9,95 €

Auch wenn mir das Cover dieser Ausgabe deutlich besser gefällt als das von der Egmont-Lyx Ausgabe, wirklich gelungen finde ich es auch nicht: Das Cover ist in Brauntönen gehalten und zeigt eine Frau, die nicht mehr als einen den Großteil ihres Körpers verhüllenden Umhang und ein Kreuz trägt. Hinter ihrem Kopf befindet sich ein mit Symbolen verzierter Kreis. Was dieses Cover mit dem Inhalt des Buches zu tun haben soll ist mir völlig schleierhaft.

Vicki Nelson arbeitet als Privatdetektivin, nachdem sie nach der Diagnose einer Augenkrankheit ihren Dienst bei der Mordkommission quittiert hat. Eine zufällige Beobachtung in der U-Bahn schleudert sie jedoch schnell wieder in alte Kreise und an die Seite ihres ehemaligen Kollegen und Geliebten, Mike Celluci. Vicki fasst einen Entschluss: Sie wird es ihren ehemaligen Kollegen und allen voran Mike Celluci zeigen, dass sie immer noch die beste Ermittlerin ist, ob mit oder ohne Marke. Auch wenn sie dafür in Erwägung ziehen muss, das an der Behauptung der Presse, der Mörder wäre ein Vampir, etwas dran sein könnte.

Diesmal war allein der Name der Autorin Grund für den Buchkauf. Cover und auch Klappentext hätten mich sicherlich nicht zum Kauf des Buches verleitet. Aber nachdem ich „Der Hexenladen“ gelesen hatte, war ich ziemlich entschlossen, es mit einem weiteren Buch aus Tanya Huffs Feder zu versuchen – und ich wurde nicht enttäuscht: Auch wenn „Blutzoll“ definitiv ein Krimi ist, hatte er doch genug fantastische Elemente, faszinierende Hauptpersonen und Situationskomik, um mich wirklich gut unterhalten zu können.

Der Anfang hat mich allerdings schockiert: Mit dem plötzlichen Tod der auf der ersten Seite detailliert vorgestellten und ziemlich sympathisch wirkenden Person habe ich so definitiv nicht gerechnet. Als Leser habe ich den Mord damit ziemlich persönlich genommen.

Dieser Mord ist es allerdings, der Vicki Nelson auf den Plan ruft. Sie beobachtet die Tat – und auch, wenn sie diese nicht verhindern kann, versucht sie es zumindest. Und damit hat sich die nachtblinde und toughe Ermittlerin ziemlich schnell meine Sympathie gesichert. Diese konnte ich allerdings auch ihren ehemaligen Kollegen und Freund Mike Celluci nicht verwehren. Im Gegensatz zu Vicki kann ich ihn sogar verstehen. Die heftigen (und ziemlich direkten) Wortgefechte der zwei, die nicht nur Cellucis Polizeikollegen rot werden lassen, haben mich jedenfalls köstlich amüsiert.

Nicht so amüsiert hat mich allerdings die Reaktion der Presse auf die Mordserie und das daraus resultierende Verhalten der Bevölkerung, Tanya Huffs Schilderungen waren erschreckend real – ob sie wohl im Sinn hatte, mit ihrem Roman an die Vernunft der Presse und der Menschen zu appellieren? Mich hat sie damit auf jeden Fall ziemlich nachdenklich gemacht. Die Pressemeldungen sind es jedenfalls, die den zweiten Protagonisten auf den Plan rufen: Henry Fitzroy, Schriftsteller und Vampir, der nun um die Entdeckung seines Geheimnisses fürchtet und daher ebenfalls beschließt, den unbekannten Mörder zu finden. Ein gemeinsames Interesse mit Vicki, das die zwei ungleichen Personen aufeinander treffen lässt.

Und auch wenn in „Blutzoll“ wieder einmal die Figuren allein reichen würden, den Leser zu fesseln, gilt es schlussendlich einen Mord aufzuklären. Und der Täter ist bei weitem nicht so gewöhnlich, wie die Polizei vermutet – und die Hintergründe noch weitaus komplexer. Ich finde es faszinierend, wie es Tanya Huff hier gelungen ist, ein komplexes Netz über die komplette Storyline zu spinnen und selbst die kleinsten Geschehnisse in ihre Geschichte einzuspannen – damit hat sie im Verlauf der Geschichte zumindest bei mir einige „Aha-Momenten“ erzeugen können.

Neben den Figuren und ihrer Geschichte, den polizeilichen und detektivischen Recherchearbeiten, einer (fast) klassischen Dreiecksbeziehung und einem brutalen Mörder auf freien Fuß hat das Buch eine starke Prise Mystery und Dämonologie zu bieten; außerdem einiges an Spannung, sowohl was das zwischenmenschliche als auch das tatkräftige angeht – nicht nur Vicki gerät dabei immer wieder in starke Bedrängnis. Manche dieser Situationen werden allerdings für den Leser ziemlich humorvoll gelöst – Tanya Huff versteht es eben, ihre Leser zu unterhalten.

Mit „Blutzoll“ ist es Tanya Huff also ein weiteres Mal gelungen, mich mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen (und das mit einem Krimi!). Sie schafft es, klassische Kombinationen zu etwas Besonderen zu machen, mit ihren facettenreichen Figuren, ihrem Humor und einem spannenden und immer wieder überraschenden Plot. Ich bin mir sicher, dass es nicht der letzte Roman aus ihrer Feder gewesen sein wird, der seinen Weg in mein Regal findet.

Hier findet ihr die Leseprobe der Egmont Lyx Ausgabe, soweit ich das sehe müsste der Inhalt mit der vom Feder & Schwert Verlag übereinstimmen.

Published in: on Februar 25, 2013 at 12:30 pm  Comments (3)  
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Schattenwelten – Bittersüße Fantasygeschichten von Liebe und Tod von Fran Henz

schattenwelten Fran Henz
Schattenwelten
Verlag: Edition Parmot
ASIN: B00B9PCOF4
0,99 €

Das Cover des Buches ist von Nebel durchzogen. Inmitten des Nebels steht ein bleicher dunkel gekleideter Mann, der eine junge Frau in seinen Armen trägt. Ein leicht mystisch angehauchtes Cover, das mir allerdings wegen der etwas unecht wirkenden Darstellung der Personen nicht ganz so gut gefällt.

Was mir allerdings gut gefallen hat sind die im Buch enthaltenen Geschichten: In „Die letzte Wahrheit“ wird die Geschichte eines Vampir erzählt, der nach jahrelangen Umtrieben etwas Gutes tut, während in „Licht meines Lebens“ die kurze Geschichte einer berechnenden Frau erzählt wird. „Delandra“ hingegen ist eine Geschichte einer Liebe, die nicht sein soll.

Es sind düstere Geschichten über Vampire – und keine der Geschichten hat ein Happy End im eigentlichen Sinne. Die durchgängige Melancholie hat mich dennoch tief bewegt, vermutlich um einiges mehr, als wenn die Geschichten ein glückliches Ende gehabt hätten.

Am besten gefallen hat mir die erste der drei Geschichten. Ich konnte mich wirklich gut in den einsamen Vampir hineinversetzen und mit ihm fühlen. Das Ende der Geschichte hat mich damit mindestens genauso überrascht und gerührt wie ihn selbst – ein märchenhaftes Ende, auch wenn es durchaus traurig ist. Die zweite Geschichte war mir persönlich etwas zu düster, auch wenn ich zugeben muss, dass die Vampire dieser Geschichte dem klassischen Bild am ehesten entsprechen – das Ende lässt allerdings vermuten, dass sie nicht ganz so kalt sind wie erwartet. Die grausamen Geschehnisse in der Geschichte konnte ich allerdings nicht mal der unsympathischen Hauptfigur gönnen – auch wenn es neben dem Weiterlesen definitiv keine Option gab. Die Dritte der Geschichte hat die am wenigsten klassischen Vampire zu bieten, es sind keine bluttrinkenden Nachtschwärmer, sondern die Opfer eines Verrates – und dem Fluch des eigenen Königszepters. Es ist aber auch die Geschichte einer unbeantworteten Liebe und wieder einmal eine Geschichte mit einem tragischen Ende. Auf wirklich mitreißende Art erzählt Fran Henz hier, wie es zu dem Mythos der Vampire gekommen sein könnte.

Bei jeder Geschichte stehen die Gefühle der Hauptfiguren im Vordergrund, sie machen den Großteil der Geschichten aus und lassen den Leser fast zu einem Teil des Geschehens werden – zumindest in der ersten und der dritten Geschichte; bei der zweiten habe ich mich dagegen eher als unbeteiligter Beobachter gefühlt.

Eine melancholische und schöne Geschichtensammlung, die einzig und allein durch das abrupte Ende nach 62% auf der Kindle-Anzeige etwas geschmälert wird. Ich hätte anstelle der restlichen 38% in Form von Leseproben viel lieber eine weitere Geschichte genossen.

Published in: on Februar 13, 2013 at 12:30 pm  Kommentar verfassen  
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Welten ohne Engel – Geschichten aus dem Schattenreich von Carola Kickers (Hörbuch)

Carola Kickers
Welten ohne Engel – Geschichten aus dem Schattenreich
MCK
Hörbuch, 1 CD
ISBN-10: 3938625457
ISBN-13: 978-3938625453
EUR 12,90

Die Hülle des Hörbuchs ist auf jeden Fall ausgefallen, anstelle der Trackliste blickt dem Betrachter auf der Rückseite die CD entgegen. Die Trackliste kann man erst beim Öffnen der Hülle entdecken. Das Cover des Hörbuchs zeigt eine schiefe Holzbank bei Nebel und Mondschein. Es wirkt geheimnisvoll und vielleicht auch ein kleines bisschen schaurig.

Die auf dem Hörbuch vertonten Kurzgeschichten würde ich bis auf eine Ausnahme der Dark Romance oder dem Gothikbereich zuordnen. Es sind Geschichten über Vampire, Geister und den Tod: In „Maskerade“ haben zwei Werbemanagerinnen Kontakt mit einem uralten Fluch, in „Sterbende Rosen“ hat eine Schriftstellerin eine ungewöhnliche Begegnung in dem von ihr gemieteten Cottage, „Desiderata – wenn Engel fallen“ erzählt von der Versuchung, der die angehende Nonne Desiderata anheim fällt und „Weg der Verdammten“ von einer unheimlichen Beobachtung, die ein junges Pärchen während ihres Urlaubes in Polen macht. Einzig „Der letzte seiner Art“ fällt etwas aus dem Raster und besitzt einen etwas düsteren Humor.

Insgesamt sind die Geschichten jedoch eher tragisch, für manche Hauptpersonen tödlich und oft von den Opfern ziemlich romantisch verklärt. Einige Formulierungen stören allerdings hin und wieder die Stimmung, wie zum Beispiel die Beschreibung von Mitdreißigern als „junge Frauen“ oder der Begriff „Teenager“ in sonst eher altertümlich wirkenden Beschreibungen. In den meisten Fällen schaffen es die Sprecher jedoch, eine Atmosphäre zu erzeugen, die einem als Hörer einen kleinen Schauer über den Rücken rieseln lassen. Die leichten Effekte wie das Miauen einer Katze, Schnauben von Pferden oder Ballmusik in einem alten Haus untermalen die Geschichten gelungen. Eine kleine Pause am Ende jeder Geschichte hätte diese Stimmung allerdings noch etwas länger anhalten lassen können – durch den abrupten Übergang brauchte man als Hörer immer wieder ein wenig Zeit, um sich auf die neue Geschichte einzustellen.

Insgesamt ist „Welten ohne Engel“ (und Engel kommen tatsächlich nicht vor ;-)) eine Geschichtensammlung, die es schafft, eine schaurige Atmospähre komplett ohne „richtige“ Schocker aufrecht zu erhalten. Eine Sammlung für Hörer, die auf leichte und stimmungsvolle, aber düstere Gruselkost stehen: Auf ein Happy End zu hoffen braucht man nicht – sonst wären es ja auch eher Schauermärchen als -geschichten.

Reinschnuppern könnt ihr hier.

Published in: on November 25, 2012 at 10:22 pm  Kommentar verfassen  
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Magic Bites von Ellen Datlow und Terri Windling (Hrsg.)

Ellen Datlow und Terri Windling (Hrsg.)
Magic Bites
Arena Verlag
443 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 3401503146
ISBN-13: 978-3401503141
EUR 12,99

„Magic Bites“ enthält eine Sammlung von Geschichten über die Wesen der Nacht – über Vampire. Geschichten bekannter und weniger bekannter Autoren mit bekannten und eher unbekannten Arten von Vampiren.

Das Cover des Buches zeigt das Gesicht eines doch sehr lebendig wirkenden Mädchens, ein Mädchen, das trotz der sie umgebenden Dunkelheit nicht erschreckt wirkt. Und auch die grünen Ranken, die das Bild umrahmen, wirken nicht gruselig oder düster. Damit passt es meiner Meinung nach nicht wirklich zu einer Sammlung von Vampirgeschichten, aber irgendwie gefällt es mir trotzdem. Das halb in der Dunkelheit verborgene Mädchen hat es eindeutig geschafft, meine Aufmerksamkeit zu erringen und damit hat das Cover genau das erreicht, was ein gutes Cover ausmachen sollte.

Die als „Einleitung“ getarnte mehrseitige Abhandlung über Vampire, Vampirromane und ihre Entwicklung im Laufe der Zeit hat mich jedoch gleich zu Beginn etwas ausgebremst. Auch wenn die Fakten an sich durchaus interessant waren, wollte ich beim Lesen von „Magic Bites“ lieber unterhalten als belehrt werden – falls jemand ein kurzes Referat über die Entwicklung der Vampirgeschichten schreiben möchte, ist er mit den ersten Seiten des Buches allerdings wirklich gut bedient.

Mit Beginn der Geschichten wurde ich dann auch unterhalten, wirklich fesseln konnten mich allerdings nur wenige Geschichten – und das, obwohl es mehrere wirklich interessante Ansätze gab, was die Entstehung, das Leben und das Miteinander von Vampiren und Menschen angeht. Die verschiedenen Figuren konnten mich in den meisten Fällen jedoch nicht mitreißen. Vielleicht waren die Geschichten mit in der Regel 20 – 30 Seiten dafür auch einfach zu kurz. Den ein oder anderen leichten Schauer haben sie mir trotzdem über den Rücken laufen lassen.

Und zwei Geschichten werden mir bestimmt in Erinnerung bleiben: „Für immer beste Freundinnen“ von Cecil Castellucci – eine Geschichte über eine Mädchenfreundschaft zwischen Mensch und Vampir – und mein persönlicher Favorit „Warum das Licht?“ von Tanith Lee – eine romantische Geschichte über zwei junge Vampire und ihre Gaben. Andere Geschichten habe ich allerdings tatsächlich nach den ersten paar Seiten einfach überblättert.

Insgesamt bietet „Magic Bites“ damit eine ziemlich durchwachsene (manche würden auch sagen abwechslungsreiche) Mischung. Das bietet den Vorteil, dass vermutlich für jeden Leser ein paar Geschichten dabei sein werden, dass jemandem alle Geschichten gefallen, halte ich allerdings für recht unwahrscheinlich. Ich würde die Anthologie daher nur begeisterten Vampirfans, oben genannten Referateschreibern oder Lesern, die auf der Suche nach einer neuen Geschichte aus der Feder ihres Lieblingsautors (es haben einige bekannte Autoren ihren Beitrag dazu abgeliefert) sind, empfehlen.

Wie dem auch sei, eine Leseprobe findet ihr jedenfalls hier.

Published in: on Oktober 30, 2012 at 6:00 am  Kommentar verfassen  
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Dark Moon von Claire Knightley

Claire Knightley
Dark Moon
Verlag: Ravensburger
352 Seiten
ISBN-10: 347335337X
ISBN-13: 978-3473353378
16,95 €

Das Cover von „Dark Moon“ ist relativ schlicht gehalten: Vor dem komplett schwarzen Hintergrund ziehen sich nur ein paar Rosenranken durchs Bild, einige in Silber, einige nur wenig heller als der Hintergrund. Ein einzelner Bluttropfen, wie durch einen Stich an den Dornen einer Rose ist – neben dem „Dark“ im Titel des Buches – das einzige Farbige. Ein interessantes Cover, das wirklich gut zur Geschichte passt.

Nachdem der Kredit seines Vaters nicht verlängert wird, müssen Lydias Freund Mark und seine Familie aus ihrem Heim ausziehen – eine Künstlerin hat die günstige Gelegenheit beim Schopf gegriffen und das Haus sofort gekauft.

Um ihren Freund zu unterstützen ist Lydia bei der Übergabe des Schlüssels dabei und lernt so die ziemlich sympathische Emilia Frazetta kennen. Mark findet sie jedoch nicht im Geringsten sympathisch und auch ihre indianische Großmutter warnt Lydia eindringlich vor Emilia. Emilias plötzlicher Tod überrascht sie alle – noch mehr jedoch die Tatsache, dass sie Lydia als Alleinerbin eingesetzt hat. Aber die eigentliche Überraschung ist das, was hinter dem Erbe steckt.

Der Anfang von „Dark Moon“ ist relativ typisch: Lydia und Mark stoßen auf einen blutleeren Tierkadaver, der schnell die örtliche Polizei auf den Plan ruft, denn das Tier, dass Lydia und Mark gefunden haben ist nicht das erste. Der daraus resultierende Schluss ist ziemlich eindeutig. Aber damit endet der vorhersehbare Teil auch – und selbst die Hintergründe für die Tierkadaver sind nicht ganz so einfach wie zuerst vermutet.

Überhaupt ist einiges nicht so, wie man als Leser vermutet, die Hinweise, die man bekommt, weisen einen zwar in eine grobe Richtung, die Lösungen sind jedoch stets um einiges vielschichtiger, als man vermutet. Claire Knightley hat es geschafft, die üblichen Teile eines Vampirromans zu nehmen, zu vermischen und ihnen eine ganz andere Tiefe zu geben. Sie beginnt damit schon bei den Figuren: Das menschliche Liebespaar, das schon zu Beginn der Geschichte ein Paar ist. Die verschrobene Künstlerin mit ihren Geheimnissen, welche erst nach ihrem Tod ans Licht kommen und recht ungewöhnliche Verbindungen offenbaren. Verbindungen, die auch ohne die Erbschaft bis in Lydias Familie hineinreichen (auch wenn Emilia und Lydia nicht im Geringsten verwandt sind). Aber auch die Hintergründe der Vampire, ihre Erschaffung, ihre Entwicklung und ihr Leben bekommen von Claire Knightley ihre ganz persönliche Tiefe verliehen, ohne dabei die „altertümlichen“ Mythen um Vampire außer Acht zu lassen.

Als Leser ist man während der Geschichte größtenteils damit beschäftigt, die ganzen Geheimnisse aufzudecken, die die Autorin in ihrem Buch versteckt hat – in fast jeder Ecke wartet eines darauf, entdeckt zu werden. So bleibt der Spannungspegel trotz auch „alltäglicher“ Probleme, wie die Gebrechen einer alten Frau (Lydias Großmutter) oder die Geldprobleme von Marks Familie, auf einem hohen Niveau. Erst gegen Ende wissen sowohl Lydia als auch der Leser, was sie in Claire Knightleys Welt wirklich erwartet – und das treibt die Spannung dann noch in die Höhe.

„Dark Moon“ ist ein ungewöhnliches Buch, das trotz klassischer Elemente bis zum Schluss hin einige überraschende Wendungen zu bieten hat. Eine mystische und spannende Geschichte, die neben jeder Menge Geheimnisse auch ein guten Schuss Romantik – und gegen Schluss auch etwas Action – zu bieten hat. Ein Buch für all jene Vampirliebhaber, die sich mal wieder von einem Buch überraschen lassen wollen, ein Buch, bei dem man nicht mit der ersten Seite schon auf den Schluss schließen kann.

Die ersten Seiten findet ihr hier.

Published in: on Oktober 4, 2012 at 6:00 am  Kommentar verfassen  
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Dragons Schwur von P.C. Cast und Kristin Cast (Hörbuch)

Nachdem mir „Lenobias Versprechen“ so gut gefallen hat, das Hörbuch zu „Dragons Schwur“ immer noch ungehört auf meinem SUC (Stapel ungehörter CDs) lag und eine längere Autofahrt anstand, stand nicht mehr viel zwischen mir und Dragons Geschichte.

P.C. Cast und Kristin Cast
Dragons Schwur
Sprecher: Marie Bierstedt
Verlag: Lübbe Audio
2 CDs (158 Minuten)
ISBN-10: 3785746784
ISBN-13: 978-3785746783
9,99 €

Schon das Cover des Hörbuchs gefällt mir: Vor dem lilafarbenen Hintergrund kann man einen Teil des Knaufes und der Klinge eines Schwertes erkennen. In der Klinge spiegelt sich das Gesicht einer Frau, vielleicht das Gesicht von Anastasia, Dragons einziger Liebe. Die kleine Mondsichel in der unteren rechten Ecke rundet das Cover perfekt ab.

Von seinem Vater, dem Earl of Langfort, verstoßen, wird der junge Brian Langford von den Soldaten seines Vaters zum Hafen gebracht. Hier sollen sie dafür sorgen, dass Brian an Bord eines Schiffes nach Amerika geht und England für immer verlässt.
Und Brian verlässt England. Nicht jedoch, wie sein Vater geplant hat, an Bord eines Handelsschiffes, sondern an Bord eines Vampyrschiffes. Denn im Hafen gezeichnet hat sich für Brian ein ganz anderer Weg aufgetan, der Weg der Vampyre.

Als junger Schwertmeister trifft er im Tower Grove House of Night auf die ebenfalls noch sehr junge Lehrerin für Zauberei und Magie, Anastasia. Ein Treffen, das ihr beider Leben für immer verändern wird.

Eingeleitet von einer mystischen Melodie erzählt Marie Biersted in „Dragons Schwur“ nicht nur die Geschichte von Brian „Dragon“ Langfort, sondern auch die seiner großen Liebe, Anastasia. Die Geschichte eines jungen englischen Adeligen und einer amerikanischen Quäkerin. Zwei verschiedene Personen, die durch Marie Bierstedts Erzählweise gekonnt zum Leben erweckt werden. Der ziemlich selbstbewusste, leicht arrogante Dragon, der Anastasia durch seine Art zu der Frage „Hat dir jemand schon mal den Unterschied zwischen Arroganz und Selbstbewusstsein erklärt?“ verleitet. Sein jungenhaftes Grinsen stand mir eigentlich bei jedem seiner Worte vor Augen. Anastasia ist quasi sein Gegenpart, eine junge, noch unsicherere Lehrerin, die sich züchtig und schulmeisterhaft kleidet, um von ihren Schülern trotz ihres jungen Alters für voll genommen zu werden. Sie eine Pazifistin, er ein Krieger.

Als Leser der „House of Night“-Reihe weiß man, dass die beiden zueinander finden. Die ziemlich düstere Rahmenhandlung gibt auch Neueinsteigern diese Informationen, überdeckt dabei jedoch die ganze Geschichte mit Düsternis und Melancholie, denn der Dragon, der am Scheiterhaufen eines Schülers mit dem Schicksal hadert, das ihm seine Geliebte genommen hat, ist ein ganz anderer als der junge, verschmitzte Vampyr, den Anastasia im Tower Grove House of Night kennen lernt. Der Schwur, den er gegen Ende am Scheiterhaufen leistet, ist düster und zornig, nicht so wie der, den er Anastasia einst gab. – Welcher der beiden Schwüre wohl dem Buch seinen Titel gab?

Ohne die Rahmenhandlung würde „Dragons Schwur“ nur die fantastische Liebesgeschichte zweier junger Vampyre und ihren Kampf gegen das Böse erzählen. Mit der Rahmenhandlung jedoch schlagen P.C. und Kristin Cast eine dunkle Brücke zur „House of Night“-Reihe und zu den Ereignissen nach Anastasias Tod. Dragons Verzweiflung ist jetzt spürbar, seine Handlungen nachvollziehbar, sein Schicksal lässt sich damit wohl nur als tragisch beschreiben.

„Dragons Schwur“ ist eine schöne Ergänzung zur „House of Night“-Reihe, die von Lübbe Audio gekonnt in Szene gesetzt wurde. Ich kann die Geschichte jedem „House of Night“-Fan nahe legen, damit sie nichts vorweg nimmt, sollte „Dragons Schwur“ allerdings erst nach Band 8 der Reihe gelesen oder angehört werden.

Wer Reinlesen möchte findet hier eine Leseprobe, Reinhören könnt ihr hier.

Published in: on September 18, 2012 at 6:00 am  Comments (2)  
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