Blood and Chocolate von Annette Curtis Klause

Annette Curtis Klause
Blood and Chocolate
Verlag: Heyne fliegt
336 Seiten
ISBN-10: 3453266919
ISBN-13: 978-3453266919
14,99 €

„Blood and Choclate“ hat eines der „klassischen“ Cover: Es wird großflächig von dem Gesicht einer jungen Frau eingenommen. Ich muss jedoch zugeben, dass ihr Gesicht etwas Fesselndes hat. Und die Tatsache, dass das „Chocolate“ im Titel rosa hervorgehoben wird, gefällt mir.

Nachdem Vivians Rudel enttarnt, ihre Heimat verbrannt und ihr Vater – der Anführer des Rudels – bei dem Versuch, weitere Rudelmitglieder zu retten, ums Leben kam, flüchtete das Rudel nach Maryland, um die Wunden zu lecken und neu anzufangen.

Hier entfernt sich Vivian von ihrem Rudel und den gleichaltrigen Rudelgefährten, denen sie, neben sich selbst, die Schuld an dem Tod ihres Vaters gibt.

In dem Menschenjungen Adrian findet sie einen Freund – und ihre erste Liebe.

Vivian ist, abgesehen von ihrer Herkunft – sie ist ein homo lupus, ein Werwolf – ein typischer Teenager, der gegen seine Mutter und das Rudel (die Familie) rebelliert. Ein Mädchen, das sich zwischen Wolf- und Menschendasein hin und herzogen fühlt. In Adrian scheint Vivian einen Seelenverwandten gefunden zu haben, jemand, der sie versteht – und genau so wenig in die Welt passt wie sie.

Es fällt leicht, sich in Vivian hineinzuversetzen und ihre Gedanken nachzuvollziehen – wer wünscht sich nicht manchmal, jemand anderes zu sein?

Die restlichen Charaktere, seien es nun Adrian, seine Freunde, Vivians Rudelgefährten oder ihre Mutter, sind für den Leser schwer einzuschätzen – als Leser man mag vielleicht denken, sie einschätzen zu können, aber glaubt mir, ihr werdet in den meisten Fällen völlig falsch liegen.

Das Buch ist keine der klischeehaften Liebesgeschichten zwischen Mensch und Werwolf. Es ist die Geschichte einer jungen Werwölfin, die ihren Platz in der Welt sucht. Eine Geschichte, die auf den Gedanken und Gefühlen der Hauptperson aufbaut. Eine Geschichte mit Tiefe.

Dabei ist die Geschichte nicht im geringsten langweilig. Anette Curtis Klause vermittelt dem Leser nicht nur einen Eindruck in die Gedankenwelt eines Teenagers sondern auch in die Verhaltensweisen und Gebräuche eines Werwolfrudes. Und Leben als Werwolf ist kein Zuckerschlecken, es ist hart und brutal. Wie auch nicht, für die Werwölfe geht es tagtäglich um das Überleben in einer Welt voller Menschen.

Neben Vivians Suche nach sich selbst wartet Anette Curtis Klause daher auch mit ein paar kriminalistischen Elementen auf. Das Rudel muss einen durchgedrehten Werwolf aufhalten. Ein Werwolf, der duch seine Lust auf Menschenfleisch das ganze Rudel in Gefahr bringt.

Wer eine actiongeladene Story sucht ist hier allerdings falsch. Der Schwerpunkt des Romans liegt auf den Emotionen der Hauptperson – und ihrer Umgebung. Damit ist das Buch erfrischend anders – und bis zum Schuss kein bisschen so, wie man es erwartet. Genau das ist es, was mir an diesem Roman richtig gut gefällt und ihn deutlich von der Masse abhebt.

Hier könnt ihr euch selbst ein Bild von der Geschichte machen.

Published in: on April 18, 2012 at 6:00 am  Comments (2)  
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Strange Angels – Verflucht von Lili St. Crow

Lili St. Crow ist das Pseudonym der amerikanischen Autorin Lilith Saintcrow. Mir war zuvor weder Lilith Saintcrow noch ihr Pseudonym bekannt. „Strange Angels“ ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe – aber es wird bestimmt nicht das letzte sein…

Lili St. Crow
Strange Angels – Verflucht
Verlag: PAN
384 Seiten
ISBN-10: 342628345X
ISBN-13: 978-3426283455
16,99 €

Auf dem Cover des Buches befindet sich ein vermutlich schlafendes, ziemlich blass wirkendes Mädchen. Ich vermute, dass es sich im Wald befindet, der Untergrund, auf dem sie liegt, wirkt auf mich wie ein Baum und im Hintergrund kann man Sonnenlicht durch ein Blätterdach scheinen sehen.

Drus Vater ist ein Dämonenjäger. Zusammen mit Dru zieht er von Stadt zu Stadt, um sich um die Dinge zu kümmern, die die meisten Menschen ihr Leben lang nicht einmal bemerken.

Doch diesmal ist es anders. Von dem letzten nächtlichen Ausflug kam Drus Vater nicht zurück – jetzt ist sie auf sich allein gestellt. Nun ja, nicht ganz: Ein Junge aus ihrer aktuellen Schule, Graves, ist ihr nähergekommen als sie es geplant hat. Aber kann sie ihm alles erzählen? Würde er ihr glauben?

Lili St. Crow erzählt die Geschichte eines Teenagers, dessen Leben nicht ganz konventionell verlaufen ist. Trotz allem ist Dru ein Teenager und kein Übermensch, eine Tatsache, die Lili St. Crow nicht außer Acht lässt und einem die Hauptperson so viel wirklicher vorkommen lässt. Dru ist ein Mädchen, dass von der „Echtwelt“ und den Wesen weiß, die darin leben – und sie weiß, wie man die meisten davon töten kann. Eine Tatsache, die sie den meisten Menschen weit voraushat. Nach dem Verschwinden ihres Vaters ist sie jedoch auch ein Mädchen, dass ziemlich allein dasteht und Trost braucht. Trost, den ihr Graves bietet, ein (fast) ganz normaler Junge.

Die beiden finden sich plötzlich mitten in einem Kampf. Aus Gründen, die Dru nicht bekannt sind, wird sie gejagt und dadurch, dass Graves ihr Unterschlupf geboten hat, ist auch er in Gefahr. Gemeinsam versuchen die beiden nun herauszufinden, was mit Drus Vater geschehen ist – und wie sie heil aus der ganzen Sache herauskommen können. Dem Leser bieten sich dabei ein Action-Spektakel wie es mancher Action-Film nicht zu bieten hat: Dru und Grave fliehen vor Werwölfen, kämpfen gegen Zombies und wissen weder, wem sie trauen können, noch, warum sie gejagt werden.

Ihre spektakuläre Flucht führt zu einem recht unerwarteten Ende. Ein Ende, das zwar diesen Abschnitt von Drus Leben beendet, aber auch den nächsten einläutet. Ein Lebensabschnitt, der in dem Folgeband „Strange Angels – Verraten“ erzählt werden wird. Ein Buch, das ich nach den actionreichen Spektakel in „Verflucht“ sicher nicht verschmähen werde.

Alles in allem ein rasantes Buch, an dem nicht nur Fantasy-Fans ihren Spaß haben können. „Verflucht“ ist ein Buch, mit dem man vielleicht den ein oder anderen jugendliche Leser actionreicher Thriller an die Urban-Fantasy heranführen könnte. Zartbesaitete Leser sollten allerdings eher die Finger von dem Buch lassen. Auch wenn zwischen Dru und Graves leichte romantische Stimmung aufkommt, das Gänsehautfeeling kommt hier nicht zu kurz und bei den häufigen Kampfszenen kommt es auch des Öfteren zu unschönen Situationen – ohne die das Buch allerdings auch nicht das wäre, was es ist.

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Published in: on Oktober 31, 2011 at 10:43 am  Kommentar verfassen  
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Jägerin des Mondlichts von Christine Johnson

Offensichtlich reicht es über ein Problem zu schreiben, um es zu lösen :-). Hier also die erste der noch ausstehenden Rezensionen:

Christine Johnson
Jägerin des Mondlichts
Ullstein Taschenbuch Verlag
252 Seiten, Taschenbuch
ISBN-10: 9783548283173
ISBN-13: 978-3548283173
EUR 8,99 €

Das Cover des Buches zeigt zwei rote Blumen im Mondschein. Mond und Blumen nehmen dabei den Großteil des Covers ein. Der Rest des Covers zeigt den Himmel in dem sich Blumenranken abzeichnen. – Was die Blumen mit dem Buch zu tun haben weiß ich nicht, aber zumindest das Mondlicht passt.

Schon seit Wochen schlägt sich Claire mit einem lästigen Ausschlag und Jucken herum, der immer schlimmer wird. Kurz nach ihrem Geburtstag erfährt sie den Grund dafür: Sie gehört einer Dynastie von Werwölfinnen (Werwölfe sind nur ein Mythos ;-)) an – und ihre erste Verwandlung steht kurz bevor. Ein Geheimnis, das seit Generationen bewahrt wird und von dem niemand erfahren darf. – Weder ihre beste Freundin Emily noch ihren Schwarm Matthew, dem sie seit ihrer Geburtstagsfeier langsam näher gekommen ist.

Dass gerade jetzt ein mordender Werwolf in der Gegend unterwegs ist macht die Sache für Claire nicht gerade einfacher. Ihre Mutter ist noch öfter unterwegs als sonst, ihrer Freundin Emily darf sie sich nicht anvertrauen und Matthews Vater versucht verzweifelt einen Werwolf in die Finger zu bekommen, an dem er sein neues „Heilmittel“ testen kann.

Christine Johnson schreibt das Buch aus zwei Perspektiven. Zum einen aus Claires, zum anderen aus der Sicht der mordenen Werwölfin – immer nur zum Zeitpunkt ihrer Jagd.

In ihrer Beschreibung ist Christine Johnson dabei sehr gefühlsbetont, sowohl was den Mordtrieb der Werwölfin angeht, als auch was Claire angeht – ein schüchterner verliebter Teenager, der niemanden vertrauen soll, aber auch keinen hat mit dem sie über ihr größtes Problem (ihr Werwölfinnen-Dasein) reden kann – auch nicht mit ihrer Mutter.

Als Hauptperson ist Claire detailliert beschrieben und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Nebenfiguren hätten jedoch durchaus auch detaillierter beschrieben werden können. Sei es Matthews Vater oder auch die anderen Werwölfinnen aus Claires Rudel. Matthew und Emily werden hier zwar detaillierter als die meisten Nebenfiguren beschrieben, aber auch hier hätte ich etwas mehr Tiefe erwartet.

Durch die wiederkehrenden Beschreibungen der (zum Teil auch nur versuchten) Morde aus Sicht der mordenen Werwölfinen wirken diese realer. Im Zusammenhang mit dem Hauptstrang wird der Leser hier jedoch schnell auf eine falsche Fährte gelockt. – Die Identität der mordenen Werwölfin enthüllt sich erst gegen Ende des Buches. Das kann gut sein, muss es aber nicht. Mir persönlich hat der irreführende Strang am Ende etwas frustriert. Die Erklärung für das den Leser irreführende Verhalten erschien mir nicht wirklich plausibel. Der Bezug zwischen den Szenen aus der jeweils anderen Perspektive ist mir hier völlig entgangen

Trotz allem ist die Geschichte durchaus lesenswert. Eine fantastische Liebesgeschichte, die sich nicht an den normalen Rollen orientiert – hier hat die Heldin eindeutig die stärkere Position innen – und so etwas Abwechslung zum Mainstream bietet. Die Liebesgeschichte ist eher klassisch und wartet am Ende dann auch mit dem erwarteten Happy-End auf. Alles in allem eine unterhaltsame Lektüre für einen verregneten Abend, aber definitiv kein Buch, das ich öfter lesen werde.

Eine Leseprobe findet ihr hier.

Published in: on Mai 4, 2011 at 3:45 pm  Kommentar verfassen  
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